10:18:25 | Freitag, 22. Oktober 2010
Chaotische Zustände sowie Nacht und Nebel Aktionen ließen dem Erzbischof keine andere Wahl. Die Zukunft ist völlig ungewiß.

Foto der Gemeinschaft ‘Intercessors of the Lamb’ auf einem Weblog
(kreuz.net) Erzbischof George Joseph Lukas (61) von Omaha im US-Bundesstaat Nebraska hat am 15. Oktober
die Eremiten-Gemeinschaft ‘Intercessors of the Lamb’ aufgehoben.
Das berichtete die Webseite seiner Erzdiözese.
Die Gemeinschaft bestand aus etwa fünfzig männlichen und weiblichen Mitgliedern.
Die große Mehrheit
davon steht auch nach der Aufhebung hinter Erzbischof Lukas.
Dagegen widersetzen sich die Gründerin,
zehn weibliche Mitglieder, ein männliches Laienmitglied und die Mehrheit der Direktoren der zivilen Körperschaft
der Vereinigung – die ‘Intercessors of the Lamb, Inc.’ – dem Entscheid.
Diese Gruppe soll sich weiterhin
auf dem Gelände der Gemeinschaft befinden.
Charismatische AusrichtungDie Gemeinschaft wurde im Mai
1998 von Mutter Nadine Brown in Omaha gegründet.
Schwester Nadine ist eine ehemalige Schwester der klausurierten
Kongregation Cross of the Good Shepherd.
Diese Kongregation ist eine Abzweigung der von dem französischen
Heiligen Johannes Eudes († 1680) gegründeten Kongregation von Jesus und Maria.
Der Heilige Johannes
Eudes setztes sich für die Verbreitung der Verehrung der Herzen Jesu und Mariens ein.
Schwester Nadine
fühlte sich berufen, die Klausur zu verlassen und das Charisma ihrer Kongregation einer größeren Gruppe
weiterzugeben.
Ihre neue Gemeinschaft wurde als öffentliche Vereinigung von Priester, Brüdern, Schwestern
und Laien kirchlich anerkannt.
Ziel der Neugründung war die Förderung einer kontemplativen Spiritualität
und die Ausrichtung der geistlichen Leitung.
Die Mitglieder der Kongregation nannten sich Eremiten, die
mit einer „Wüstenspiritualität“ lebten.
Das Hauptapostolat der Kongregation war das Gebet für Priester.
Die Gemeinschaft trug ein weißes Ordensgewand mit einem himmelblauen Skapulier.
Das Gemeinschaftsleben
war stark charismatisch geprägt und mit dem umstrittenen Medugorje-Phänomen verbunden.
Es geht abwärts
In der Gemeinschaft gab es in den letzten Jahren zahlreiche Probleme.
Genannt werden unter anderem eine
fehlerhafte Buchführung, interne Streitigkeiten, eine weitverbreitete Unzufriedenheit mit der Leitung
der Gemeinschaft, unklare finanzielle Praktiken, die Einschüchterung von Mitgliedern, eine illegale und
unwürdige Aufbewahrung des Allerheiligsten und ein Durcheinander mit Meßstipendien.
Ehemalige Mitglieder
der Gemeinschaft berichten jetzt, daß sich das Klima in der Gruppierung in den letzten Jahren immer mehr
verschlechterte.
Am Freitag, dem 1. Oktober, wurde schließlich bekannt, daß Schwester Nadine den Forderungen
des Erzbischofs nachgekommen und als Oberin zurückgetreten war und einem vom Erzbischof ernannten Administrator
Platz gemacht hatte.
Doch dann überschlugen sich die Ereignisse.
Am Sonntag morgen wurden aus ihrem
Umfeld Schritte gesetzt, aus denen klar wurde, daß sich Schwester Nadine nicht unterwerfen würde.
Ein
Mitglied der zivilen Körperschaft und der Rechtsanwalt der abgesetzten Oberin betraten ein Verwaltungsgebäude
der Gemeinschaft und entfernten daraus Computer sowie finanzielle und persönliche Unterlagen.
Später
wurden in der Mitte der Nacht Schachteln aus dem Hause abtransportiert.
Bischofstreue Mitglieder der
Gemeinschaft riefen daraufhin die Polizei und Vertreter der Erzdiözese.
Doch es wurde ihnen erklärt,
daß der Abtransport zivilrechtlich in Ordnung sei.
Die Gruppe um Schwester Nadine wechselte schließlich
die Schlösser in den Gebäuden der Gemeinschaft aus und zog die Autoschlüssel ein.
Die Mitglieder des
Stiftungsrates verweigerten dem Erzbischof in der Folge die Einsicht in Dokumente der Gemeinschaft und
lehnten ein Treffen mit ihm ab.
Ebenso wuchsen die internen Spannungen, so daß der Erzbischof die Gemeinschaft
auflöste und die loyalen Mitglieder in einem Einkehrhaus der Erzdiözese unterbrachte.
Mons. Lukas hat
jeden öffentlichen Gottesdienst oder die Administration der Sakramente auf dem Grundstück der ehemaligen
Gemeinschaft, das im Besitz der ‘Intercessors of the Lamb, Inc.’ sind, verboten.
Die Gelübde der bisherigen
Mitglieder sind durch die Aufhebung der Gemeinschaft erloschen.
Damit ist es den Mitgliedern auch verboten,
das Ordensgewand zu tragen. Das stellte sich als problematisch heraus, weil sie keine zivilen Kleider
besaßen.
Es ist noch unklar, ob die Gemeinschaft mit den bischofstreuen Mitgliedern neugegründet werden
kann.
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