Papst Benedikt XVI. hat heute überraschend das Rücktrittsgesuch des Bischofs von Linz, Mons. Maximilian Aichern OSB, angenommen. Bis zur Ernennung seines Nachfolgers wird Mons. Aichern die Diözese als Apostolischer Administrator leiten.
(kreuz.net, Linz) Der Linzer Diözesanbischof Mons. Maximilian Aichern (72) ist überraschend zurückgetreten.
Papst Benedikt XVI. hat am heutigen 18. Mai 2005 das von Mons. Aichern bereits vor einem Jahr bei der
Bischofskongregation eingereichte Rücktrittsgesuch angenommen. Auf ausdrücklichen Wunsch des Heiligen
Vaters wird der Altbischof die Diözese bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiter verwalten.
Die Mitteilung
der Apostolischen Nuntiatur in Wien hat folgenden Wortlaut.
„Der Heilige Stuhl veröffentlicht am 18.
Mai um 12.00 Uhr römischer Zeit die Annahme des Rücktrittsgesuchs Seiner Exzellenz, des hochwürdigsten
Herrn Bischofs Maximilian Aichern OSB, der seit 23 Jahren den bischöflichen Sitz von Linz innegehabt
hat. Gleichzeitig ist Bischof Aichern von Papst Benedikt XVI. zum Apostolischen Administrator ernannt
worden. Er wird die Diözese Linz bis zum Amtsantritt des Nachfolgers mit den Vollmachten eines Diözesanadministrators
leiten“.
Der Präsident der Österreichischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal
Schönborn, erklärte am Mittwoch, daß Bischof Aichern ihm schon vor längerer Zeit seine Rücktrittsabsichten
anvertraut habe: „Ich habe Maximilian Aichern schon als Abt von St. Lambrecht und dann noch mehr als Bischof
als einen liebenswürdigen, väterlichen und wirklich den Menschen sehr nahen Hirten kennen und schätzen
gelernt.“
Maximilian Aichern wurde am 26. Dezember 1932 als Sohn eines Fleischhauers in Wien geboren.
Sein Vater stammte aus Kärnten, die Mutter aus Niederösterreich. Aichern besuchte die Schulen in Wien
und arbeitete anschließend im elterlichen Betrieb.
1954 trat er ins Noviziat der Benediktiner von St.
Lambrecht ein. Das Kloster St. Lambrecht befindet sich in der westlichen Steiermark.
Der junge Mönch
studierte an der Universität Salzburg und an der Päpstlichen Hochschule Sant’Anselmo in Rom. 1959 wurde
er in Rom zum Priester geweiht.
1964 wurde der nur 32-jährige Pater Maximilian zum Abt-Koadjutor seines
Klosters gewählt. 1977 wurde er Abt des Benediktinerstiftes. Ein Jahr später wählte man ihn auch zum
Abtpräses der österreichischen Benediktinerkongregation.
Als Abt wirkte der spätere Diözesanbischof
außerordentlich segensreich. Er soll seine Ernennung zum Diözesanbischof nur nach langen Widerständen
und römischem Drängen angenommen haben.
Am 16. Jänner 1982 übernahm Mons. Aichern offiziell die Amtsgeschäfte
als zwölfter Bischof der Diözese Linz. Kardinal König erteilte ihm zusammen mit dem Linzer Altbischof,
Mons. Franz Zauner, und dem damaligen Linzer Weihbischof, Mons. Alois Wagner, die Bischofsweihe.
Als
bischöflichen Wahlspruch wählte Maximilian Aichern „In caritate servire“ – In Liebe dienen.
Als Diözesenbischof
war der persönlich integre Bischof nicht immer in der Lage, seine Diözese auf Kurs zu halten. Die Diözese
Linz gilt gegenwärtig als das vielleicht liberalste Bistum des Landes.
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4 Lesermeinungen
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In den Käfig zu den Löwen geworfen … … wird jeder Nachfolger werden, der ein bißchen mehr (Kirchen-)Profil
zeigt. Das läßt sich gut am Beispiel von Kardinal Groer als Nachfolger vom König in Wien aufzeigen.
Der war doch nur zu Bedauern, auf einer jahrzehntedicken Kruste dieser orangefarbenen 70er-Jahre-Theologie
aufbauen zu müssen.
Der Hl. Vater hat damit elegant die Visitation der Diözese Linz vermieden Die Frage bleibt, warum dies
im Falle der Diözese St. Pölten nicht ebenso elegant und unauffällig möglich war. Hätte Papst Johannes
Paul II. Ex. Krenn zum Rücktritt aufgefordert, wäre es ja auch dort ohne Visitation gegangen. Wobei
die Visitation nach innen nur den Zweck hatte, Bischof Krenn abzumontieren, nach außen diente die Sache
zur „Beruhigung der Medien“.