Legionäre Christi
Leisten die Legionäre Widerstand?
Der Päpstliche Delegat für die Legionäre Christi hat einen Brief an die Gemeinschaft publiziert.
Webseite der 'Legionäre Christi'
Webseite der ‘Legionäre Christi’
(kreuz.net) Der Päpstliche Delegat für die Legionäre Christi, Erzbischof Velasio De Paolis (75), hat sich am 19. Oktober mit einem langen Brief an die Ordensgemeinschaft und an die Laienbewegung Regnum Christi gewandt.

Das Schreiben wurde am 23. Oktober auf der Webseite der Legionäre veröffentlicht.

Erzbischof De Paolis ist Präsident der Präfektur für Ökonomischen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls. Er wurde von Papst Benedikt XVI. am 16. Juni zum Päpstlichen Delegaten für die Legionäre Christi ernannt und am 20. Oktober zum Kardinal erhoben.

Der Erzbischof schreibt, daß er die Kongregation auf einen „Weg des Wandels in der Kontinuität des Lebens“ führen will:

„Es läßt sich in der Tat nicht leugnen, daß nicht wenige Dinge nach einer ernsthaften Abwägung geändert oder verbessert, andere, und zwar die wesentlichen, die das Ordensleben und das Priestertum betreffen, bewahrt und gefördert werden müssen.“

Die vier Berater

Der Brief hat vier Teile. Im ersten Teil geht der Erzbischof dann auf seine Funktion als Delegat für die Legionäre ein:

„Mit der Ernennung des Päpstlichen Delegaten wird die Legion nicht unter die Aufsicht eines »Kommissars« gestellt, sondern sie wird vom Päpstlichen Delegaten auf ihrem Weg begleitet.“

Er erinnert auch daran, daß der Papst die aktuellen Oberen bestätigt hat.

Dann stellt er die ihm vom Vatikan an die Seite gestellten vier Berater vor. Es handelt sich um:

• Bischof Brian Farrell (66), den Sekretär des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, der selber Mitglied der Legionäre Christi ist,

• den Kirchenrechtler an der römischen Jesuitenuniversität Gregoriana, Pater Gianfranco Ghirlanda

• den Kirchenrechtler und römischen Bischofsvikar für das Ordensleben, Pater Agostino Montan,

• den Generalvikar der Diözese von Cremona, Prälat Mario Marchesi, der von 1991 bis 1999 bei den Legionären Kirchenrecht unterrichtet hat.

Die ersten drei vertreten eher eine reformatorische Linie. Dagegen wird Prälat Marchesi nachgesagt, daß er als Vermittler zur Ordensleitung dienen wolle.

Es wird nicht schnell gehen

Im zweiten Teil des Briefes berichtet Mons. De Paolis von seinen Begegnungen mit der Generaldirektion, dem Generaldirektor und den Territorialdirektoren der Legion.

Dabei wurden auch Themen angesprochen wie die Gehorsamsstrukturen in der Legion, die Freiheit des Gewissens, die Rolle der Beichtväter und der geistlichen Väter sowie die Beziehung zwischen den Oberen der Legion und dem Päpstlichen Delegaten.

Es wurde auch die Schaffung dreier Kommissionen beschlossen. Sie werden sich mit der Revision der Konstitutionen, mit Entschädigungsforderungen und mit ökonomischen Angelegenheiten befassen.

Der Delegat erwähnt auch den Wunsch der Oberen der Legionäre, mit den Arbeiten schnell voranzukommen. Doch er macht ihnen keine Hoffnung:

„Wir bestanden darauf, daß wir uns so viel Zeit wie nötig nehmen müssen. Wir rechnen mit mindestens zwei oder drei Jahren, vielleicht sogar mehr.“

Was wußten die Verantwortlichen?

Im dritten Abschnitt wendet sich der Delegat einigen „spezifischen Punkten von größerer Bedeutung“ zu.

Zuerst geht er auf die Verantwortung der aktuellen Oberen im Zusammenhang mit dem Doppelleben des Gründers der Legion ein:

„Mehrfach und von verschiedenen Seiten wurde darauf aufmerksam gemacht, daß die Fehler des Gründers den aktuellen Oberen nicht hätten verborgen bleiben können. Durch ihr Schweigen hätten sie also gelogen.“

Doch Mons. De Paolis wendet ein: „Wir wissen, daß diese Frage nicht so einfach ist.“

Die verschiedenen Anklagen, die seit den 90er Jahren in Zeitungen veröffentlicht wurden, seien wohlbekannt gewesen – auch den Oberen der Kongregation:

„Aber es ist etwas ganz anderes, Beweise dafür zu haben, daß sie begründet sind, und noch viel mehr, Gewißheit zu haben.“

Diese Gewißheit hätten sie „nur viel später und schrittweise“ erhalten: „In Fällen dieser Art ist die Kommunikation nicht einfach“ – fügt der Delegat hinzu.

Widerstand vom Generalvikar?

Am 25. Oktober behauptete der italienische Vatikanist Sandro Magister, daß Erzbischof De Paolis ernsthaften Schwierigkeiten gegenübersehe.

Die Führungsgruppe der Legionäre Christi sei angeblich nicht bereit, das Feld zu räumen.

Die Ordensleitung zeige keinen Umkehrwillen. Sie bilde vielmehr eine Mauer und hindere die gesunden Elemente der Gemeinschaft hervorzutreten und die Initiativen zu ergreifen.

Diese Kräfte würden auf eine Erneuerung hoffen und müßten weiterhin individuell und kollektiv Hindernisse und sehr starke Druckversuch in Kauf nehmen.

Mitte September habe Mons. De Paolis den mächtigen Generalvikar der Kongregation, Pater Luis Garza Medina, vergeblich aufgefordert haben, seine Ämter niederzulegen.

Pater Garza ist Territorialdirektors für Italien, verantwortlich für die geweihten Jungfrauen der Bewegung Regnum Christi, General-Studienpräfekt und Vorstand der wichtigen Finanz-Holding Integer.

Zwischen dem Pater und dem Delegaten herrsche jetzt ein „eisiges Klima“.
      
13 Lesermeinungen
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#15   Siegfried   09:51:47 | Mittwoch, 27. Oktober 2010
zu Dupak: @Junker Jörg
Vielen Dank für Deinen Beitrag. Wer die Türe öffnet um den Geist der Welt, den Zeitgeist, den Geist Satans herein zu lassen, der öffnet den Tabernakel und schmeißt den „Eucharitischen Herrn“ hinaus.
Dies geschah bei den Handlungen aller Reformatoren, von Luther über Calvin usw…Dies geschah auch in den Handlungen der Modernisten des 2. VK, diese drängte die Bischöfe die rechtgläubig waren in eine handlungsunfähige Ecke. Sie ergriffen die Macht, entweihten, bzw entfernten die Eucharistiefrömmigkeit und entfernten so der Herrn aus der kirche. Sie entfernten die gesamte Verehrung der Hl. Sakramente.
Ein sehr großer Türöffner PP. Paul VI. hat erkannt, daß durch die geöffnete Türe Satan machtvoll in die Kirche eingedrungen ist. Es ist unvorstellbar, daß er nicht sofort diese Türe wieder verschlossen hat. Dies wäre noch sehr einfach gewesen. Er hätte die Hilfe vom Erzbischof und Gründer der Piusbruderschaft und den noch vielen zum Schweigen gezwungen Bischöfe und Priester zurück greifen können. Damals war die Würde des Messopfers noch nicht vollständig vernichtet.
Wir können nur beten , daß Gott diesen Handlungen der Päste Paul VI. und Johannes Paul II. verzeiht und unserem Hl. Vater hilft diese Tüte zu schließen, damit der Tabernakel wieder geöffnet werden kann um mit dem wahren Leben gefüllt zu werden.
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#14   Dupak   23:00:04 | Dienstag, 26. Oktober 2010
@Turing
Das Zurückbeamen in die Vergangenheit ist doch die Sache der Neomodernisten. Die Arschkriecherei im Anus mundi führt doch wie man sieht direkt in den Paganismus und das ist was ganz ewig gestriges.
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#13   Rudolfus   22:58:44 | Dienstag, 26. Oktober 2010
@Turing: Nehmen Sie Ihre Weinflasche und verkriechen sich in Ihr Zimmer –
es ist schon spät in Europa, der richtige Zeitpunkt für die Saufpöbeleien des Schreibers namens „Turing“ …
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#12   Turing †   22:51:13 | Dienstag, 26. Oktober 2010
@Dupak
Einfach mal vor die Tür treten und frische Luft atmen, der Weihrauch nimmt Ihnen offensichtlich die Fähigkeit zu eigenständigem Denken.
Oder glauben Sie wirklich, Sie könnten sich zurück in die Vergangenheit beamen wie Raumschiff Orion ?
Wie lächerlich ist doch diese ganze Diskussion mit unreifen Erwachsenen.
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#11   Rudolfus   22:50:41 | Dienstag, 26. Oktober 2010
@Junker Jörg: Meinen Sie in diesem Sinne, wie sich die wunderbar katholisch und diszipliniert
geführten Orden nach der Pastoralkonferenz „moralisch“ und „disziplinär“ erneuert haben, mit den bekannten Vorfällen, ab Ende der 1960er?
Verschonen Sie doch die Kirche mit der fehlgeschlagenen Pastoralkonferenz der 1960er … die hat mehr Schaden angerichtet, als irgendein kirchliches Ereignis jemals zuvor.
Reicht Ihnen der desaströse Zustand der Kirche immer noch nicht?
Die Kirche muß dorthin, wo sie vor der Pastoralkonferenz war.
Das II. Vaticanum können Sie runterspülen.
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#10   Dupak   22:44:37 | Dienstag, 26. Oktober 2010
@Junker Jörg
Wenn die Fenster der Kirche wieder geöffnet werden und der Heilige Geist wieder hereingelassen wird, dann werden in der Tat viele das Feld räumen müssen, mit ihnen werden die Akten des vatikanischen Räuberkonzils hinausgeworfen. Der Neomodernismus ist ein Miefproblem. Die verpesten die Luft und stinken vor sich hin. Die Fenster der Kirche sind zugezogen und verrammelt, damit das Licht von Oben und der Hauch des Heiligen Geistes draussen bleiben und drinnen randalieren die Stinker. Pfui.
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#9   Junker Jörg   22:30:52 | Dienstag, 26. Oktober 2010
Die Fenster weit auf
In unserer heiligen Kirche wird noch mancher sein
Feld räumen müssen. Läuterung und Erneuerung
im Sinne des II. Vatikanum ist das Gebot der Stunde
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#8   Rudolfus   21:49:47 | Dienstag, 26. Oktober 2010
Der Orden wird aufgelöst werden müssen
Dem Papst wird in aller Konsequenz nichts anderes übrigbleiben.
Papst Benedikt XVI. muß sich einfach seiner Verantwortung als Papst bewußt werden, nachdem nun P. Maciels Leben allen offenbar wurde, und auch der Papst darum weiß.
Der Papst wird noch einige Zeit zögern, aber dann wird ihm nichts anderes übrigbleiben.
Es sei denn, Benedikt XVI. bleibt ein Mann der halben Sachen, nachdem er ja weiterhin auch modernistische Scheinkatholiken als Kirchenvorsteher einsetzt,
dann würde die Aufgabe der Auflösung dieses Ordens einem anderen Papst zukommen.
Wir müssen auch erst auf den Restaurazionspapst warten, der, wie es der hl. Pius X. tun würde, wieder überall wahre Katholiken ernennen würde und wieder die wahre katholische Ordnung einrichten wird,
die uns allen Benedikt XVI. bis heute schuldig geblieben ist.
Der Orden wird aufgelöst werden müssen – es wäre dem jetzigen Hl. Vater zu wünschen, daß er bereits jetzt die Härte aufbringt, das zu tun; sonst müssen wir leider auf einen späteren Hl. Vater warten, der wieder katholische Gerechtigkeit und katholische Ordnung unter dem Dach der Kirche einrichten wird.
Und auch dann wird ja auch erst die PB St. Pius X. wieder dem Hl. Vater den Gehorsam erweisen können, wenn dieser wieder zurückkehrt zur römisch-katholischen Kirchenordnung.
Solange der Hl. Vater ein Mann der halben Sachen ist, wird auch ein Unding wie die P.-Maciel-Gründung juristisch fortbestehen dürfen, als allen sichtbares Zeichen, welche Leute in Rom regieren.
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#7   Ehrenmann   21:21:54 | Dienstag, 26. Oktober 2010
@vineta
„Bei jedem neuen Artikel über die Legionäre …kann man immer nur den Kopf schütteln, wieso der ganz in den Spuren seines Vorgängers wandelnde Benedikt XVI diesen Orden nicht längst aufgelöst hat.“
Er löst ihn nicht auf, weil dann mit Recht zu befürchten wäre, dass alle Dämme brechen und die ganze schreckliche Wahrheit dieses verbrecherischen Sumpfes mit allen Beteiligten ans Tageslicht käme.
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#5   vitrivius2010   20:39:39 | Dienstag, 26. Oktober 2010
Ich fordere
den Scheiterhaufen … exhumieren und verbrennen …
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#4   Rudolfus   20:38:38 | Dienstag, 26. Oktober 2010
P. Maciel hat nach Zeugnis seiner leiblichen Kinder diese geschändet – er hatte nicht nur geheime
leibliche Kinder, sondern er schändete sie.
Wie konnte der Ordensführung überhaupt P. Maciels Geheimfamilien verborgen bleiben?
Der Orden stammt nicht von einem Heiligen, sondern von einem diabolischen Betrüger, der sich als „heiliger Pater“ ausgab – eine Schande für all die zahlreichen heiligen Gründer, die die Kirche hervorbrachte, eine typisch diabolische Strategie, um heilige Gründer zu diskreditieren: so wie der Teufel auch mit diabolischen Pseudomarienerscheinungen echte katholische Marienerscheinungen diskreditiert: In beiden Plänen nimmt der Teufel zuerst gute Früchte in Kauf: Papst Johannes Paul II. und viele gute Katholiken sind da ein leichtes Opfer gewesen, und ließen sich von den guten Früchten täuschen: Papst Johannes Paul II. ließ nichts über P. Maciel kommen – reagierte nicht, wenn Kritik gegen P. Maciel kam, und genauso reagieren die verblendeten Anhänger der antikatholischen Pseudomarienerscheinungen wie jener von Medjugorje, indem sie auf „die guten Früchte“ verweisen: die katholischen Kriterien werden ausgeblendet.
So gelingt es dem Teufel, große Teile der Kirche zu täuschen: P. Maciel als pseudoheiligen Ordensgründer und der Dämon von Medjugorje, der keinerlei Kriterien einer echten Marienerscheinung erfüllt, und trotzdem sind katholische Hierarchen wie Kard. Schönborn so begeistert von diesem diabolischen Fänomen mit den „guten katholischen Früchten“.
Der Teufel ist der Nachäffer Gottes, und wirkt eben so – so wird auch der Pseudochristus auftreten.
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#3   Vineta   20:00:41 | Dienstag, 26. Oktober 2010
Bei jedem neuen Artikel über die Legionäre …
kann man immer nur den Kopf schütteln, wieso der ganz in den Spuren seines Vorgängers wandelnde Benedikt XVI diesen Orden nicht längst aufgelöst hat.
Oder gibt es etwa auch noch andere Orden mit einem Verbrecher als Ordensgründer?
Mir jedenfalls sind aus der gesamten Kirchengeschichte nur solche mit einem heiligmäßigen, seligen oder heiligen Gründer bekannt!
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#1   Evelynn van der Meer   18:39:15 | Dienstag, 26. Oktober 2010
Gewissheit – ein so herrlich dehnbarer Begriff
Klar, wusste man davon.
Aber hatte man Gewissheit?
Naja, man wollte einfach den Jungen die Möglichkeit geben, die Gewissheit aus erster Hand vorzutragen.
gewiss…
Die Leitung gehört weg und wird weg kommen.
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