Wien
Bischof Ägidius Zsifkovics ist der bewährte Kandidat des Wiener Kardinals
Die vom Wiener Kardinal beschwörte „bewährte Vorgangsweise“ bei der Ernennung von Bischöfen besteht darin, daß nur weichgespülte Kandidaten ernannt werden, die dem Kardinal in den Kram passen.
Kardinal Schönborn weihte kürzlich Mons. Zsifkovics zum Bischof
Kardinal Schönborn weihte kürzlich Mons. Zsifkovics zum Bischof
© Pressefotos Bistum Eistenstadt
(kreuz.net, Wien) Kardinal Christoph Schönborn von Wien will für die Schadenersatzzahlungen an angebliche Homo-Mißbrauchsopfer „weder Unter- noch Obergrenzen“.

Das sagte er im Interview mit der österreichischen Agentur ‘APA’.

Die Agentur hofft, daß der Kirchenfürst bei der Entschädigung „großzügig“ sein will.

Der Kardinal selber kann keine konkrete Gesamtsumme der Auszahlungen angeben, weil dafür „Anzahl und Schwere“ der Fälle ausschlaggebend sei.

Die Stiftung ‘Opferschutz’ erhalte Geld „im erforderlichen Ausmaß“.

Es stamme von „Einkünften aus Vermietung und Verpachtung sowie aus Verkäufen von Liegenschaften“.

Bischofsweihe in Eisenstadt

Die „bewährte Vorgangsweise“ heißt sein Wille

Im Interview verteidigt Kardinal Schönborn auch die Ernennung von Bischof Ägidius Zsifkovics von Eisenstadt:

„Ich habe mit Interesse gesehen, daß seine neuen priesterlichen Mitarbeiter alle ihre Verpflichtung als Pfarrer weiterhin wahrnehmen“ – so Kardinal Schönborn.

Wie bereits im Juli verteidigte der Kirchenfürst, daß bei der Ernennung von Bischof Zsifkovics „die bewährte Vorgangsweise eingehalten“ worden sei.

Mit „bewährter Vorgangsweise“ meint der Kardinal seine persönlichen Einmischungen in die Bischofsernennungen seines Landes.

Das Ernennungsjahr von Kardinal Schönborn: „annus horribilis“

Im Interview erklärte Kardinal Schönborn auch seine geplante Strukturreform in der Erzdiözese:

„Meine Hoffnung ist, daß es in Zukunft in der Erzdiözese Wien viel mehr ‘Gemeinden’ geben wird als heute.“

Dabei soll es sich nicht um Pfarrgemeinden im kirchenrechtlichen Sinn handeln, sondern um bloße „Gemeinschaften von Menschen, die sich um Christus sammeln“.

Sie könnten sich um Kleriker, Ordensleute oder auch einfache Laien scharen.

Auch Laien könnten Gemeinschaften leiten.

Ein Priester müsse offenbar nur noch auf dem Papier „letztverantwortlich“ sein und nicht unbedingt vor Ort wohnen.

Das Jahr 1995, als er selber Nachfolger von Kardinal Hans Hermann Groer und damit Erzbischof von Wien wurde, nennt Kardinal Schönborn in dem Interview in weiser Selbsterkenntnis als „annus horribilis“.
      
7 Lesermeinungen
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#7   Martin von Porres †   00:08:30 | Donnerstag, 28. Oktober 2010
@Ehrenmann
Msgr. Hirschl ist bspw. ein Medjugorje-Befürworter.
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#6   Ehrenmann   23:38:18 | Mittwoch, 27. Oktober 2010
@Prof Rempremmerding
Also, dem guten Bischof Iby den Priestermangel in die Schuhe zu schieben, ist schon ein starkes Stück.
Sie wissen wahrscheinlich ganz genau, dass dieses Problem sehr komplex ist. Also simplifizieren sie bitte die Sache nicht, indem sie Iby zum Sündenbock machen!
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#5   Martin von Porres †   23:09:25 | Mittwoch, 27. Oktober 2010
@Prof Rempremmerding
Es war eine gute Entscheidung, Zsifkovics als Bischof anzuerkennen, aber das Charisma sehe ich wo anders. Allerdings möchte ich auch sagen, dass ich mir im Sommer die Diözese angesehen habe. Sehr ordentlich und nicht versperrt. Sie ladet ein, sich alles anzusehen und mir gefällt die Kirche gut. Erinnert ein wenig an Heiligenkreuz. Für den Dompfarrer war es noch nicht Zeit.
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#4   Evelynn van der Meer   23:01:57 | Mittwoch, 27. Oktober 2010
Schadenersatzzahlungen an „angebliche“ Homo-Mißbrauchsopfer
Kardinal Christoph Schönborn von Wien will für die Schadenersatzzahlungen an angebliche Homo-Mißbrauchsopfer „weder Unter- noch Obergrenzen“.
Wer immer noch „angebliche -Mißbrauchsopfer“ schreibt, leidet ist ein böser Diffamierer, der monens nicht begegnen sollte; denn monens ist gegen Hass und hassvernebelte Ausdrücke!
Wenn Card. Schönborn „weder Unter- noch Obergrenzen“ ansetzen will, ist das sehr erfreulich, katholisch, weise und angemessen.
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#3   Prof Rempremmerding   20:07:44 | Mittwoch, 27. Oktober 2010
Hätte Iby nicht so abgehaust,
dann müßte man sich nicht die Priester aus der ganzen Welt ins schöne Burgenland holen! :-)
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#2   Martin von Porres †   13:41:17 | Mittwoch, 27. Oktober 2010
jajaja
„Ich habe mit Interesse gesehen, daß seine neuen priesterlichen Mitarbeiter alle ihre Verpflichtung als Pfarrer weiterhin wahrnehmen“ – so Kardinal Schönborn.
Na ob dieser Umstand an Bischof läge, lässt sich bezweifeln. Das Burgenland wird auch langsam leerer, weil die alten Priester wegsterben und die Neuen die ihnen die Diözese spendiert, kommen aus Afrika, aus Indien, aus Polen, … und eines ist klar: Der Dialekt eines Burgenländers lässt sich auch nicht mit einem Kroaten kuschieren.
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#1   matt3   10:45:32 | Mittwoch, 27. Oktober 2010
der Schönborn ist halt ein Machtmensch…
der Macht mit der Kirche was er will! :-D
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