Seit Jahren wird der Gründer der aus Mexiko stammenden Ordensgemeinschaft „Legionäre Christi“ der sexuellen Unzucht mit Seminaristen beschuldigt. Im April sind die römischen Untersuchungen angeblich wieder angelaufen. Für eine aktualisierte Meldung hier klicken.
(kreuz.net) Acht Ex-Legionäre wurden kürzlich vom Vatikan angehört. Sie behaupten, vor über 50 Jahren
von Pater Marcial Maciel (85) sexuell mißbraucht worden zu sein. Das berichtete die generell kirchenfeindliche
US-Tageszeitung „Boston Globe“ schon am 11. Mai.
Die Untersuchung war im vergangenen Dezember von der
Glaubenskongregation unter dem damaligen Präfekten Joseph Kardinal Ratzinger angeordnet worden.
Pater
Maciel, der Gründer der Gemeinschaft der Legionäre Christi, war bis letzten Januar deren Generaloberer.
Der mexikanische Priester gründete die Legion Christi im Jahre 1941 in seinem Heimatland. Die Legion
ist eine der am schnellsten wachsenden Ordensgemeinschaften in der Katholischen Kirche. Gegenwärtig besteht
sie aus 650 Priestern und 2.500 Seminaristen in ungefähr 20 Ländern.
Der Gründer wurde von Johannes
Paul II. sehr geschätzt. Ende November schickte ihm der Papst zu seinem 60. Priesterjubiläum sogar einen
Brief.
Doch nur wenige Tage später ordnete Kardinal Ratzinger die Wiederaufnahme der Untersuchungen
gegen Pater Maciel an. Diese waren im Jahr 1999 eingestellt worden.
Letzten Monat reiste Mons. Charles
J. Scicluna in die USA und nach Mexiko, um mit dutzenden von Ex-Seminaristen der Legion Christi zu sprechen.
Mons. Scicluna ist der Verantwortliche der Glaubenskongregation für kirchenrechtliche Angelegenheiten.
Seit einigen Jahren werden klerikale Vergehen gegen die Sittlichkeit von der Glaubenskongregation untersucht
und beurteilt.
„Ich war vorher sehr skeptisch“, erklärte Alejandro Espinosa (67), dem „Boston Globe“.
Espinosa ist ein ehemaliger Seminarist der Legion Christi. Er wurde in den 50er Jahren nach eigenen Angaben
durch Pater Maciel zu sexuellen Handlungen gezwungen.
Im Jahre 2002 publizierte Espinosa ein Buch mit
dem Titel „Die Legion“. Darin berichtet er im Detail von den angeblich erlittenen Mißbräuchen.
Der
vatikanische Abgesandte unterhielt sich Anfang April drei Stunden mit Espinosa. Der Mexikaner erklärte
danach, daß er neue Hoffnung geschöpft habe, Gerechtigkeit zu finden: „Auch wenn ich nicht völlig überzeugt
bin, glaube ich dennoch, daß eine 85% Chance besteht, daß Pater Maciel schuldig gesprochen wird.“
Pater
Maciel hat die Beschuldigungen strikt zurückgewiesen: „Ich habe die abstoßenden Handlungen, derer mich
diese Leute anklagen, nie begangen“, schreibt er in einem Offenen Brief, der auf einer eigens von den
Legionären Christi eingerichteten Homepage publiziert wurde.
Die Vorwürfe gegen Pater Maciel lauten
auf sexuelle Unzucht und Verletzung des sakramentalen Bandes der Beichte.
Ein anderer Ankläger von Pater
Maciel ist Saul Barales (73). Barales ist ein pensionierter Lehrer in Mexico City. Er behauptet, während
seiner 11 Jahre in der Legion von 1946-1957 psychologisch und sexuell mißbraucht worden zu sein: „Wir
können uns nicht mehr länger damit entschuldigen, daß der Heilige Vater nichts gewußt hat. Der gegenwärtige
Papst weiß ganz genau, was geschehen ist“, meinte er.
„Mons. Scicluna ist angesichts der erdrückenden
Last der Beweise, die er von Zeugen erhalten hat, sehr beeindruckt und erschüttert nach Rom zurückgekehrt“,
erklärte Juan Jose Vaca (67).
Vaca ist ein ehemaliger Priester der Legion Christi und Psychologieprofessor
im Mercy College in New York. Vaca war 30 Jahre Mitglied der Ordensgemeinschaft.
„Ich bin sicher, daß
er davon überzeugt war, daß das Gehörte der Wahrheit entspricht.“
Bereits in den Jahren 1956 bis 1959
war Pater Maciel wegen Vorwürfen von seinen Pflichten als Oberer der Gemeinschaft entbunden. Damals ging
es unter anderem um Vorwürfe des Drogenmißbrauchs.
Ehemalige Legionäre erklären, daß sie damals
durch ihr Gehorsamsgelübde gehindert wurden, frei zu sprechen: „Es wurde uns gesagt, daß die Visitatoren
vom Teufel gesandt wurden, um die Legion zu zerstören“, sagt Vaca.
Die kirchlichen Untersuchungen in
den 50er Jahren entlasteten den Gründer der Legionäre und beurteilten die Vorwürfe gegen den Pater
als haltlos.
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Es ist schwer, sich hier eine Meinung zu bilden. es scheint aber, dass die bisherigen Visitationen nicht
gründlich durchgeführt wurden. Auf amerikanischen Internetseiten (habe ich jetzt nicht parat) gibt es
durchaus rechtgläubige Leute, die den anzeigenden Mitgliedern oder Ex-Mitgliedern Glauben schenken. Eine
neue gründliche Visitation von einem Außenstehenden sine ira et studio wäre wohl von Vorteil. Es gibt
auch verdienstvolle Mitglieder unter den LC. MFG; Fr. Mayer