Der Heilige Stuhl hat gestern dementiert, daß die Eröffnung eines kanonischen Prozesses gegen den Gründer der Legionäre Christi vorgesehen sei.
(kreuz.net, Vatikan) Der Vatikan plant keine Untersuchungen gegen Pater Marcial Maciel, den Gründer der
Ordensgemeinschaft der Legionäre Christ. Das teilte gestern Pater Thomas Williams, der Pressesprecher
der Legionäre Christi, in Rom mit.
Der Heilige Stuhl habe der Gemeinschaft kürzlich mitgeteilt, daß
eine solche Maßnahme weder im Laufen noch für die Zukunft zu erwarten sei.
Pater Marcial Maciel (85)
gründete die Legion Christi im Jahre 1941 in Mexiko. Die Gemeinschaft erlebte einen kometenhaften Aufstieg.
Heute ist die Legion eine der am schnellsten wachsenden Ordensgemeinschaften der Kirche. Sie besteht
gegenwärtig aus 650 Priestern und 2.500 Seminaristen in ungefähr 20 Ländern.
Im Januar trat Pater
Maciel wegen seines hohen Alters als Generaloberer der Legionäre zurück.
Anfang Mai hatten vor allem
kirchenfeindliche Medien in Lateinamerika und in den Vereinigten Staaten behauptet, daß eine erneute
Untersuchung gegen Pater Maciel angelaufen sei.
Die jetzt dementierten Zeitungsberichte sprachen von
angeblichen moralischen Verfehlungen, die sich in den 40er und 50er Jahren ereignet haben sollen.
Neun
ehemalige Mitglieder oder Novizen der Legion Christi haben den Gründer in der Vergangenheit öffentlich
angeklagt.
Nach Bekanntwerden der Presseerklärung der Legionäre setzte sich der katholische US-Nachrichtendienst
‘Catholic News Service’ direkt mit dem Vatikan in Verbindung. Der stellvertretende Pressesprecher des
Vatikan, Pater Ciro Benedettini, bestätigte dabei die Presseaussendung der Legionäre Christi.
Der Vatikan
sehe keinen Anlaß, die Beschuldigungen gegen den Ordensgründer noch einmal aufzurollen.
Der Entscheid
kommt, nachdem Mons. Charles J. Scicluna, ein kirchenrechtlicher Mitarbeiter der Glaubenskongregation,
im letzten April nach Mexiko und in die USA gereist war, um mit angeblichen Geschädigten zu sprechen.
Auch der Gründer der Legionäre Christi hat die Beschuldigungen gegen seine Person immer zurückgewiesen.
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