Deutschland
Priester mit vertrockneten Lungenflügeln
Der Kölner Kardinal hat sich und der Konzilskirche das Urteil gesprochen. Sein imaginärer Trost: die entgottete Pastoral.
Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner
Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner
© Pressefoto Erzbistum Köln
(kreuz.net) „Was bei mir jetzt stärker hervortritt, ist der Gedanke, daß ich nicht mehr allzu lange Zeit bis zum Sterben habe.“

Das erklärte der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner (77), am Samstag vor der Kölner Straßenzeitung ‘Express’.

Im Alter setzt der Kirchenfürst neue Akzente.

„Ich gehe jetzt auch öfter mal einen kranken Pfarrer oder eine bettlägerige Ordensschwester besuchen“ – romantisiert er: „Als Bischof ist man immer auch der Nachfolger des armen Jesus.“

Ein süßer Verzicht

Die Straßenzeitung fragt ihn, ob er den „engen Kontakt“ mit den sogenannten Gläubigen vermisse.

Seine indirekte Antwort: „Oft werde ich gefragt, ob ich wieder Priester werden würde, wenn ich noch einmal auf die Welt käme. Ich antworte ganz ehrlich Ja, sofort – aber ich würde bitten, lieber Gott, wenn es geht, ohne Mitra.“

Die Begründung: „Ich halte keine Erstkommunionfeiern, ich höre kaum Beichte und halte keine Beerdigungen, ich spende keine Krankensalbung.“

Dann wird er melodramatisch: Alles, was das Leben eines Priesters ausmachen soll, darauf müssen Bischöfe weitgehend „verzichten“.

Die vom Kardinal bejammerte Entsagung ist in der Realität nicht so bitter.

Denn seit Jahrzehnten geht es bei Erstkommunionfeiern nicht um das Altarsakrament, sondern um die öffentliche Zurschaustellung von Kindern, die der Kirche und Liturgie entfremdet sind.

Schon lange sind Beerdigungen Ansammlungen von Neoheiden, welche die Antwort auf „Der Herr sei mit euch“ nicht wissen.

Ohne es zu wollen, spricht der Kardinal das Urteil über sich und seiner Konzilskirche:

„Wenn wir nicht mehr Beichtväter sind, dann trocknet ein ganzer Lungenflügel unseres priesterlichen Daseins ein. Und dann werden wir kurzatmig.“

Weiß er nicht, daß die Beichte in seiner Erzdiözese – und weit darüber hinaus – schon lange ausgestorben ist?

Normal ist verrückt genug

Wenn es um die Erneuerung der Kirche geht, sagt der Kardinal in der Bischofskonferenz: „Wir müssen bei uns anfangen, nicht bei den anderen.“

Gleichzeitig gesteht er ein, daß es schwer ist, dauernd ein gutes Beispiel zu geben: „Ich bin auch bloß ein Mensch.“

Darum habe er eigentlich als bischöflichen Leitspruch den Satz wählen wollen: „Tu normal, und du tust noch verrückt genug“.

„Aber das ging natürlich nicht“ – fügt er hinzu.

Der Kardinal weist auf die Binsenwahrheit, daß die Priesterweihe „doch einem Menschen“ gespendet wird.

Deshalb dürfe nur Priester werden, „wer eine Überportion Normalität besitzt“.

Das Kölner Priesterseminare bezeichnet er als seinen Augapfel: „Ich danke dem lieben Gott auf den Knien, daß wir in diesem Jahr sechzehn Neuanfänger in Köln haben.“

Kardinal Meisner investiere einen Großteil seiner „geistlichen Kraft“ in den Priesternachwuchs.

Ihm sei so wichtig, daß die Menschen nicht ohne Eucharistie leben: „Die Eucharistie ist die Mitte unseres Glaubens und unserer Gemeinden“ – meint er.

In Wahrheit ist die Eucharistie schon lange ein Nebenaspekt des durchschnittlichen Gemeindelebens.

Inzwischen achtzig Leute

Auf seine Familie angesprochen sagt der Kardinal: „Ich habe drei Brüder, die haben zusammen zehn Kinder, die alle verheiratet sind und auch drei bis vier Kinder haben.“

Die Familie trifft sich über Pfingsten: „Ich muß mir ein Haus mieten, denn wir sind inzwischen über achtzig Leute, und jedes Mal kommen neue dazu.“

Es sei auch für einen Bischof wichtig, daß er ein ganz natürliches Fundament in seiner Familie habe – erklärt Kardinal Meisner.

Da kann man sich nur an den Kopf greifen

Im weiteren geht es um die Jagd der deutschen Maulkorb-Polizei auf den britischen Heldenbischof Richard Williamson.

Das damit verbundene Trommelfeuer, das die Medienbosse im dekadenten Deutschland gegen den Papst angezettelt haben, hätte diesen „schon sehr getroffen“ – berichtet der Kardinal.

Und: „Dann auch noch die Kanzlerin, die über den Papst herfiel. Da kann man sich nur an den Kopf fassen.“

Der Kardinal hat den Eindruck, daß „man“ nur darauf gewartet hat, dem Papst etwas anzuhängen.

Dann entschuldigt er sich für den Papst: „Papst Benedikt XVI. war und ist derjenige, der für den christlich-jüdischen Dialog am meisten getan hat.“

Dieser Dialog existiert nur auf dem Papier. Denn das organisierte Judentum ist der Kirche spinnefeind.

Kardinal beschönigt Kirchenhaß

Im vorauseilenden Gehorsam bringt Kardinal Meisner den Mißbrauchs-Hoax ins Spiel, ohne darauf angesprochen worden zu sein.

Er sei ihm nicht einmal im Traum eingefallen, daß „so etwas“ möglich sei.

Was er mit „so etwas“ meint, läßt er im Dunkeln.

Denn Mißbrauchsfälle sind in der Kirche nach Angaben von Fachleuten äußerst selten.

Doch der Kardinal hat sich von den antikirchlichen Medienbossen völlig über die Tisch ziehen lassen:„Die Kritik an der Kirche war ja berechtigt“ – beschönigt er auf skandalöse Weise die üble Verleumdungskampagne des Frühjahres.

Nicht genug damit: „Da hat auch die Presse mitgeholfen, in die Buße und die Demut zu gehen.“

In der Tat: Die in der Folge des Pastoralkonzils zermalmte Kirche verhält sich wie eine eroberte Nation, die vor dem siegreichen Feind in Staub und Asche kriecht.
      
16 Lesermeinungen
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#24   Nihil ex nihilo   18:36:34 | Dienstag, 16. November 2010
Nicht alles falsch, bloß weil es gewisser Clique missfällt.
Die Maulkorb-Polizei, die anzeigefreudigen Landsleute – u. a. auch Berufsbetroffenen, die sonst absolut untauglichen Stimmenfänger, die sogar über Leichen der Ungeborenen ihre Pension aufbauen: Kardinal Meisner hat mit der Bezeichnung Recht. Und nicht alles, was einer sagt, der sich, und klingt es auch halbherzig, gegen die Mitra sträubt, muss gleich auf Ablehnung stoßen. Was aber die Clique der Eingeschworenen, die an Stelle der Religion, des Anstandes, der Nächstenliebe – und die beginnt bei den Ungeborenen – angeht: es ist dieselbe Clique, die sogar ein Churchill – er lag leider nicht immer so richtig – seinerzeit im Februar 1920 in der Herald Tribune nannte. Die Clique derer aus dem 1776 in Ingolstadt gegründeten Orden, der im Churchill-Artikel genannten „Freemasons“, die mittlerweile so weit ist, der ganzen Welt ihren kümmerlichen Rest von Ethik zu implantieren mit dem sie, vom Schüren mörderischer Revolutionen bis hinüber zur russischen von 1917, uns ihre teuflische Güte vorgaukelte, und nun, sogar ganz offen, die NWO unter dem verdammten, von ehemaligen Parteifunktionärinnen und anderen nachgeäfftem Unwort „Globalisierung“ durchsetzen will. (911 und der rücksichtslose Griff nach dem Öl-Monopol unterstreichen das rücksichtslose Endbegehren, das – kommt immer schlimmer – nun sogar die Dezimierung der Weltbevölkerung auf 500 Mio. im Sinn hat.) Deshalb, der vor allem roten, Gesinnungsmafia zum Trotz: es lebe Kardinal Meisner, es lebe auch Mahner Bischof Williamsson!
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#19   jolie   08:20:52 | Dienstag, 16. November 2010
@dankeschön
wäre nicht nötig gewesen.
aber dennoch:
vielen dank!
der
freche
jolie
O:)
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#18   Gotthard   23:34:02 | Montag, 15. November 2010
nur Idioten
diese sehr menschlich nahegehenden Worte des Kardinals sind einfach sehr gut, ehrlich und realistisch.
Nur Idioten können an diesen Sätzen was auszusetzen haben… wie soll es anders sein?
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#16   jolie   22:01:55 | Montag, 15. November 2010
sehr enttäuschend
und zwar auf der ganzen linie
denkt
der
betrübte
jolie
O:)
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#15   clarissa colonia   21:44:54 | Montag, 15. November 2010
Neinnein,
nur einen von S.ta Pudenziana in Viminale
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#14   Mighty Counsellor †   21:42:16 | Montag, 15. November 2010
„Der Kölner Kardinal“
Es gibt einen Kardinal von Köln?
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#13   clarissa colonia   21:20:13 | Montag, 15. November 2010
Wenn Neoheiden …
„die Antwort auf „Der Herr sei mit euch“ nicht wissen“,, dann gehört wohl auch die caterva fratrum distortorum zu dieser Kategorie …
… die reagieren ja nur auf „Dominus vobiscum“ …
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#11   Romulus   20:39:03 | Montag, 15. November 2010
Weg mit diesem JP2-Relikt und Jammerlappen-Kardinal…
Die Kommentierung des Gesagten durch kreuz.net trifft den Nagel auf den Kopf. Auch der Kardinal lebt im Zeitalter der Lüge und dient ihr unterwürfig.
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#10   Amethyst   20:19:00 | Montag, 15. November 2010
katholisch15:
Wieso Herr?
Mein Nutzername verrät doch mein Geschlecht gar nicht.
Können Sie nicht lesen?
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#9   Tsunami   20:17:51 | Montag, 15. November 2010
@Amethyst
„Ich hatte in meiner Kindheit einen sehr lieben Kaplan als Beauftragter für den Kommunionsunterricht.“
…und jetzt sieht man, was dabei herausgekommen ist! :-D :-D :-D
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#8   katholisch15   19:50:14 | Montag, 15. November 2010
Werter Herr Amethyst
was hat Ihr netter Kaplan falsch gemacht, dass Sie Gift und Galle speien und anonym die Namen von Laien veröffentlichen…
Das muss damals wahre Charakterbildung gewesen sein…
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#7   bassman   19:32:43 | Montag, 15. November 2010
Besagte Frauen sollen sogar Kinder angeschrieen und geohrfeigt haben!
A Watschn??? Wir haben hier doch gelernt, dass a Watschn nichts ist! Gar nichts!!! Hei, was wird hier, vor allem in dem Artikel wieder Gülle gekippt!!! Dabei ist die Düngezeit doch schon vorbei!
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#6   gelobtseijesus   19:29:46 | Montag, 15. November 2010
@rockdino&Co
Besser im sanften Licht einer Kerze als im grellen Scheinheiligenschein der frommen +netten. ^-^
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#5   duc in altum   19:27:11 | Montag, 15. November 2010
Wenn es geht, ohne Mitra …
Seine indirekte Antwort: „Oft werde ich gefragt, ob ich wieder Priester werden würde, wenn ich noch einmal auf die Welt käme. Ich antworte ganz ehrlich Ja, sofort – aber ich würde bitten, lieber Gott, wenn es geht, ohne Mitra.“
In diesem Punkt steht ein Großteil seiner Diözesanen hinter ihrem Erzbischof.
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#2   rockdino_   19:17:13 | Montag, 15. November 2010
deutsche V2-Bischöfe – Willamson
Wenn man die Bilder so direkt untereinander sieht ist das wie ein Teelicht neben einer 100 Watt-Birne.
Hier die lahmen deutschen Bischöfe, dort der Löwe von England, Bischof Williamson!
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#1   r.ruhrgebietler   19:14:44 | Montag, 15. November 2010
nein meisner
das ist doch wieder alles entgottet! hast wohl zu lang nicht in den gazetten gestanden… das macht nichts – hauptsache, du hast immer die ewig gültige trid. Liturgie zelebriert! Die zählt vor Gott-Vater! Denke daran!
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