18:53:28 | Montag, 15. November 2010
Der Kölner Kardinal hat sich und der Konzilskirche das Urteil gesprochen. Sein imaginärer Trost: die entgottete Pastoral.

Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner
© Pressefoto Erzbistum Köln(kreuz.net) „Was bei mir jetzt stärker hervortritt, ist der Gedanke, daß ich nicht mehr allzu lange
Zeit bis zum Sterben habe.“
Das erklärte der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner (77), am
Samstag vor der Kölner Straßenzeitung ‘Express’.
Im Alter setzt der Kirchenfürst neue Akzente.
„Ich
gehe jetzt auch öfter mal einen kranken Pfarrer oder eine bettlägerige Ordensschwester besuchen“ – romantisiert
er: „Als Bischof ist man immer auch der Nachfolger des armen Jesus.“
Ein süßer VerzichtDie Straßenzeitung
fragt ihn, ob er den „engen Kontakt“ mit den sogenannten Gläubigen vermisse.
Seine indirekte Antwort:
„Oft werde ich gefragt, ob ich wieder Priester werden würde, wenn ich noch einmal auf die Welt käme.
Ich antworte ganz ehrlich Ja, sofort – aber ich würde bitten, lieber Gott, wenn es geht, ohne Mitra.“
Die Begründung: „Ich halte keine Erstkommunionfeiern, ich höre kaum Beichte und halte keine Beerdigungen,
ich spende keine Krankensalbung.“
Dann wird er melodramatisch: Alles, was das Leben eines Priesters ausmachen
soll, darauf müssen Bischöfe weitgehend „verzichten“.
Die vom Kardinal bejammerte Entsagung ist in
der Realität nicht so bitter.
Denn seit Jahrzehnten geht es bei Erstkommunionfeiern nicht um das Altarsakrament,
sondern um die öffentliche Zurschaustellung von Kindern, die der Kirche und Liturgie entfremdet sind.
Schon lange sind Beerdigungen Ansammlungen von Neoheiden, welche die Antwort auf „Der Herr sei mit euch“
nicht wissen.
Ohne es zu wollen, spricht der Kardinal das Urteil über sich und seiner Konzilskirche:
„Wenn wir nicht mehr Beichtväter sind, dann trocknet ein ganzer Lungenflügel unseres priesterlichen
Daseins ein. Und dann werden wir kurzatmig.“
Weiß er nicht, daß die Beichte in seiner Erzdiözese –
und weit darüber hinaus – schon lange ausgestorben ist?
Normal ist verrückt genugWenn es um die Erneuerung
der Kirche geht, sagt der Kardinal in der Bischofskonferenz: „Wir müssen bei uns anfangen, nicht bei
den anderen.“
Gleichzeitig gesteht er ein, daß es schwer ist, dauernd ein gutes Beispiel zu geben: „Ich
bin auch bloß ein Mensch.“
Darum habe er eigentlich als bischöflichen Leitspruch den Satz wählen wollen:
„Tu normal, und du tust noch verrückt genug“.
„Aber das ging natürlich nicht“ – fügt er hinzu.
Der
Kardinal weist auf die Binsenwahrheit, daß die Priesterweihe „doch einem Menschen“ gespendet wird.
Deshalb
dürfe nur Priester werden, „wer eine Überportion Normalität besitzt“.
Das Kölner Priesterseminare
bezeichnet er als seinen Augapfel: „Ich danke dem lieben Gott auf den Knien, daß wir in diesem Jahr sechzehn
Neuanfänger in Köln haben.“
Kardinal Meisner investiere einen Großteil seiner „geistlichen Kraft“
in den Priesternachwuchs.
Ihm sei so wichtig, daß die Menschen nicht ohne Eucharistie leben: „Die Eucharistie
ist die Mitte unseres Glaubens und unserer Gemeinden“ – meint er.
In Wahrheit ist die Eucharistie schon
lange ein Nebenaspekt des durchschnittlichen Gemeindelebens.
Inzwischen achtzig LeuteAuf seine Familie
angesprochen sagt der Kardinal: „Ich habe drei Brüder, die haben zusammen zehn Kinder, die alle verheiratet
sind und auch drei bis vier Kinder haben.“
Die Familie trifft sich über Pfingsten: „Ich muß mir ein
Haus mieten, denn wir sind inzwischen über achtzig Leute, und jedes Mal kommen neue dazu.“
Es sei auch
für einen Bischof wichtig, daß er ein ganz natürliches Fundament in seiner Familie habe – erklärt
Kardinal Meisner.
Da kann man sich nur an den Kopf greifenIm weiteren geht es um die Jagd der deutschen
Maulkorb-Polizei auf den britischen Heldenbischof Richard Williamson.
Das damit verbundene Trommelfeuer,
das die Medienbosse im dekadenten Deutschland gegen den Papst angezettelt haben, hätte diesen „schon
sehr getroffen“ – berichtet der Kardinal.
Und: „Dann auch noch die Kanzlerin, die über den Papst herfiel.
Da kann man sich nur an den Kopf fassen.“
Der Kardinal hat den Eindruck, daß „man“ nur darauf gewartet
hat, dem Papst etwas anzuhängen.
Dann entschuldigt er sich für den Papst: „Papst Benedikt XVI. war
und ist derjenige, der für den christlich-jüdischen Dialog am meisten getan hat.“
Dieser Dialog existiert
nur auf dem Papier. Denn das organisierte Judentum ist der Kirche spinnefeind.
Kardinal beschönigt Kirchenhaß
Im vorauseilenden Gehorsam bringt Kardinal Meisner den Mißbrauchs-Hoax ins Spiel, ohne darauf angesprochen
worden zu sein.
Er sei ihm nicht einmal im Traum eingefallen, daß „so etwas“ möglich sei.
Was er mit
„so etwas“ meint, läßt er im Dunkeln.
Denn Mißbrauchsfälle sind in der Kirche nach Angaben von Fachleuten
äußerst selten.
Doch der Kardinal hat sich von den antikirchlichen Medienbossen völlig über die Tisch
ziehen lassen:„Die Kritik an der Kirche war ja berechtigt“ – beschönigt er auf skandalöse Weise die
üble Verleumdungskampagne des Frühjahres.
Nicht genug damit: „Da hat auch die Presse mitgeholfen, in
die Buße und die Demut zu gehen.“
In der Tat: Die in der Folge des Pastoralkonzils zermalmte Kirche
verhält sich wie eine eroberte Nation, die vor dem siegreichen Feind in Staub und Asche kriecht.
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