15:21:44 | Donnerstag, 18. November 2010
Wilhelm von Gottberg: „In der heutigen Parteiendemokratie Deutschlands wird keiner ohne opportunistische Begabung in ein politisches Spitzenamt gelangen.“

Wilhelm von Gottberg
© mef.ellingen, CC(kreuz.net) Menschen mit konservativer Ausrichtung gibt es im heutigen Deutschland millionenfach: „Sie
sind allerdings überwiegend politisch heimatlos.“
Das erklärte Wilhelm von Gottberg (70) am 23. Oktober
in der ‘Preußische Allgemeine Zeitung’.
Von Gottberg ist ein deutscher CDU-Politiker und Mitglied des
‘Bundes der Vertriebenen’.
Er bezweifelt, daß der ehemalige Hessische Ministerpräsident Roland Koch
ein wirklicher Konservativer war:
„Er war Pragmatiker, der im Reden und Handeln geschickt Stimmungen
und Meinungen bestätigte beziehungsweise ablehnte.“
Man könne ein solches Handeln auch als opportunistisch
bezeichnen – erklärt von Gottberg:
„In der heutigen Parteiendemokratie Deutschlands wird keiner ohne
opportunistische Begabung in ein politisches Spitzenamt gelangen.“
Als Beispiel erwähnt von Gottberg,
daß Koch „konservativ“ als „Maß und Mitte halten“ erklärt hat.
Wer so etwas sagt, ist für von Gottberg
kein Konservativer.
Denn: „Die Orientierung an der sogenannten »Mitte« signalisiert eher eine Haltung,
die zeitgeistlich ausgerichtet ist.“
Konservativ ist das Gegenteil von OpportunistKonservative haben
nach von Gottberg unverrückbare Grundüberzeugungen:
„Am Bewährten festhalten, für Erneuerung nach
sorgfältiger Prüfung offen sein, die Einsicht, daß nichts so beständig ist wie der Wandel, und eine
strikt am Rechtsstaat orientierte Handlungsweise.“
Verschleiernd spricht von Gottberg auch von Gott:
„Letzteres schließt ein, daß ihm die transzendentale Dimension bewußt ist, denn das Recht hat seine
Wurzeln in den Zehn Geboten.“
Konservative würden auch an zeitlosen Werten festhalten.
Von Gottberg
zählt auf: „Ehe und Familie, Treue, Pflichterfüllung, Ehrlichkeit und die Verantwortlichkeit gegenüber
der eigenen Familie, der Allgemeinheit und der Umwelt sowie die Liebe zu seinem eigenen Volk und seiner
Geschichte.“
Dem Konservativen sei auch die Tradition wichtig.
Folglich sind Konservative nach von Gottberg
„für einen umfassenden Lebensschutz und gegen den Schwangerschaftsabbruch, sie sind für eine umfassende
Familienförderung und gegen die quasi Ehe-Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Lebenspartner.“
„Multikulti“
werde von ihnen in realistischer Einschätzung als Träumerei abgelehnt.
Von Gottberg weist darauf hin,
daß es kein Beispiel auf der Welt gibt, bei dem Zugewanderte aus einem fremden Kulturkreis die Kultur
des Zuwanderungsgebietes in friedlicher Weise umgeformt haben:
„Gegenteilige Beispiele gibt es allerdings.
Die Vermischung der Kulturen kann im Bürgerkrieg enden.“
Die Mutter muß wieder geehrt werdenAus dem
vom deutschen Grundgesetz gebotenen staatlichen Schutz für Ehe und Familie ergibt sich für den Konservativen,
daß die Erziehungsleistung der nicht berufstätigen Mütter stärker gewürdigt werden muß:
„Die katastrophalen
Folgen der demographischen Entwicklung haben ihre wesentliche Ursache in der jahrzehntelangen diskriminierenden
Heruntermachung der sogenannten »Nur-Hausfrauen«.“
Deutschland müsse nicht zwangsläufig das geburtenschwächste
Land der Welt sein:
„Die schrumpfende deutsche Bevölkerung wird zum Teil verdeckt durch die Mehr-Kinder-Familien
der Zugewanderten und die Tatsache, daß einem Teil der Zugewanderten die deutsche Staatsbürgerschaft
zuerkannt wurde.“
Politisch heimatlose KonservativeVon Gottberg stellt fest, daß es „zur Zeit in Deutschland
keine Partei gibt, die für die Konservativen im Lande ein politisches Sammelbecken sein könnte.“
Als
„eingeschränkte Ausnahme“ läßt er Bayern und die CSU gelten.
Denn: Die CDU hat „jahrzehntelang ihre
konservative Klientel mißachtet“.
Die Demokratische Rechte sei den Verantwortlichen der Union keiner
besonderen Beachtung wert.
Jahrelang haben sich diese Wähler and Maximen wie „Augen zu, CDU!“ oder „Wir
wählen CDU, sie ist das kleinere Übel“ gehalten.
Neuerdings höre man gelegentlich: „Die CDU ist nicht
das kleinere Übel, sie ist das Übel.“
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