Klerus
„Irgendwann mußte ich nein zu alledem sagen“
Ein bekehrter Barkeeper hat festgestellt, daß Gott eine echte Alternative zur grauen Sinnlosigkeit von Wein, Weib und Gesang ist.
"Gott ist das beste Produkt"
„Gott ist das beste Produkt“
© Lawrence OP, CC
(kreuz.net) Der ehemalige Sylter Barkeeper Hannes Speckle (34) wird Priester.

Das berichtete die Tageszeitung ‘Sylter Rundschau’ am 9. November unter dem Titel „Glaube statt Gier“.

Speckle stammt aus Österreich und schloß die Hotelfachschule ab. Sieben Jahre arbeitete er in der 600-Seelen-Gemeinde Kampen auf der Nordfriesischen Insel Sylt am Bar-Tisch.

„In den langen Sylter Nächten machte er seine Erfahrungen mit den vermeintlich Schönen und Reichen“ – berichtet die Zeitung.

Diese Erfahrungen bestanden aus „nächtlichen Gesprächen am Tresen und einem von tieferen Werten geprägten Glauben“.

Die Zeitung fügt hinzu, daß er beim Großteil seiner Bar-Kundschaft vergeblich nach echten Werten gesucht hat.

Das habe ihn zu einem radikalen Schnitt in seinem Leben bewogen: „Irgendwann mußte ich nein zu alledem sagen“ – erklärt Speckle.

Er wandte sich nicht von den Menschen ab, „sondern von ihren Aktivitäten, ihrer Philosophie, die aus der Gier nach Profit, Designerklamotten und Konsum besteht.“

Speckle hat viele Beispiele auf Lager – ein Kind, das von seinen Eltern statt Zuwendung eine 2.000 Euro teure Daunenjacke bekam:

„Oder ein Familienvater, der stolz auf Frau und drei Kinder verweist und wenige Tage später mit einer Halbwüchsigen an der Bar aufkreuzt.“

Er erinnert sich auch an die Begegnung mit zwei attraktiven jungen Ärztinnen aus Hamburg – die er dort Wochen später als einfache Verkäuferinnen wieder antraf.

Für Speckle sind das Menschen, die „leer und orientierungslos sind und einen selber leer machen“.

Mit manchem Arbeitskollegen führte er plötzlich andere Gespräche, „in denen es nicht mehr darum ging, bis zum Lebensende alles gierig mitzunehmen“ – erinnert sich Speckle.

Ihm selber war der Absturz in Alkohol, Drogen oder Unzucht mit Frauen „keineswegs fremd“ – formuliert die Zeitung.

Seit einem Jahr absolviert Speckle an der neokonservativen Theologischen Hochschule des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz bei Wien eine theologisch-philosophische Ausbildung.

Danach möchte er entweder in einen Mönchsorden eintreten oder Weltpriester werden.

Kürzlich erlebte er im Rahmen seiner Ausbildung ein Kontrastprogramm. Er begleitete eine Gruppe junger Katholiken nach Frankreich:

„Wir lebten in intakter Natur, waren stundenlang mit unseren Brettern auf dem Wasser. Täglich feierten wir die Heilige Messe und betrachteten am Abend unseren Tagesverlauf mit den Augen Gottes.“

Gerne würde er später wieder an einem Ort arbeiten, an dem Menschen Urlaub machen:

„Dort können sie zu Gott finden, denn er ist das beste Produkt, das es gibt – auch in einer Tourismusdestination.“

Das ist für ihn eine Alternative zur Sinnlosigkeit, die er in den Sylter Nachtlokalen erlebt hat.
      
15 Lesermeinungen
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#24   Lisibald Poier †   04:53:44 | Mittwoch, 8. Dezember 2010
Gott als Produkt
von homokreuz.net vermarktet. Das sprengt alle Register!!!
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#15   DerRabe   10:03:29 | Freitag, 3. Dezember 2010
gebet um das eigene seelenheil!
denn es steht schlimmer um uns selbst als wir es wahrhaben wollen. im gericht gottes kommt die ehrliche durchleuchtung und da wird man viel müll und schlechtes und vergiftetes finden. wer seine innere schuld nicht durch eine gute beichte von gott entsorgen lässt (keine billige beichte, keine billige gnade!!) der wird die ganze schuld zu tragen haben.
im schlimmsten falle wartet der ort der vollkommenen gottesferne und ansonsten der ort der reinigung, der der hölle sehr nahe sein kann.
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#14   Magnificat   21:21:09 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
Gebete um Priesterberufungen
werden eben doch erhört ;-) Alles Gute auf Ihrem weiteren Lebensweg, Herr Speckle, und Gottes Segen für all Ihr Tun.
@Tchibo Wie war das mit dem Sünder der umkehrt ? Oder spricht aus Ihnen nur der Neid und die Angst, selbst etwas verpasst zu haben ? Unmöglich Ihr Beitrag.
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#13   marienkind   19:15:18 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
Gott ist das beste Produkt
Was ist dann denn für eine schwachsinnige Bildunterschrift?
GOTT ist doch kein Produkt, ER ist der Schöpfer!
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#12   Mister 11   17:23:22 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
Im Ernst?
Wenn Hannes Speckle es ernst meint, mit seinem Wunsch, Priester zu werden, sollten wir ihm alles Gute wünschen und die Kraft, treu im Weinberg des HERRN zu arbeiten!
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#11   Tchibo   15:02:57 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
Homohedonismus…
das hört sich gut an… :-)
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#10   DerRabe   14:38:37 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
streit zu machen…
…ist viel leichter als frieden zu halten. faulen frieden zu machen ist viel leichter als streit zu entfachen…
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#9   Tchibo   14:27:41 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
Wer genug Wein, Weib und Gesang
genossen hat, kann danach auch
gut darauf verzichten. Er hatte
ja was ihm zustand. Dann kann
man gut zu allem Jain oder auch
nur vielleicht sagen… :-)
Das ist ähnlich wie bei David und
Salomon: …denn als sie nicht mehr
konnten, wegen hohen Alters, schrieb
Salolomon die Lieder und David seine
Psalters…!
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#8   aufrechterkatholik   13:35:48 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
@ ruhrgebietler
wer finanziert den ruhrgebietler eigentlich?
Solche Leute mit latenten homohedonistischen Fantasien, dringlichst einer strenge Therapie zuzuführen
liegen doch nur der Krankenkasse auf auf der Pelle.
Jawoll!
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#7   r.ruhrgebietler   13:31:33 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
wer finanziert den Speckle
den eigentlich? zahlt der das aus eigener Tasche?
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#6   Peru   12:46:34 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
Pascal123
oh, nein, bitte verstehen Sie mich nicht falsch – nicht die Mönche sind überheblich. Im Gegenteil!
Allerdings haben sich um das Kloster herum viele Leute angesiedelt, die hohe Einkommen beziehen, denn das Gebiet um das Kloster herum und in Stiepel allgemein ist und war bevorzugtes Bauland.
Daher stammt der Begriff „Königreich Stiepel“, denn es wurde als Privileg empfunden, dort wohnen zu können…
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Das Kloster ist ein wundervoller Ort!
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#5   Pascal123   12:14:01 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
Bochum Stiepel
Ich war dort schon zu Einkehrtagen. Ich habe mich eine Woche zurück gezogen und alles hinter mir gelassen. Ich kann nicht sagen das die Brüder überheblich wären oder waren.
Ganz im Gegenteil. Wenn Ich Mönch werden würde wäre das mit eines meiner bevorzugten Klöster.
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#3   Peru   11:43:06 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
Domenico Tuttisanti
Bochum-Stiepel ist nicht weit von hier, wegen der Überheblichkeit seiner Bewohner bei uns als „Königreich Stiepel“ bekannt.
Das Zisterzienserkloster beherbergt einen guten Chor, es werden gregorianische Choräle und Gesänge zelebriert, ja, zelebrieren ist wohl das richtige Wort dafür – es ist einfach göttlich, dem Chor zu lauschen…
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#2   Domenico Tuttisanti   10:47:23 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
Bochum-Stiepel
Vielleicht wäre das Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel eine geistliche Heimat für Hannes Speckle.
H o m e p a g e www.kloster-stiepel.org/ des Klosters! Aber auch die Trappisten in Mariawald würden sich über einen Neuzugang sicher freuen: H o m e p a g e www.kloster-mariawald.de/view.php?nid=1 der Abtei! Die Trappisten sind ja auch Zisterzienser.
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#1   SignumSalutis †   10:40:55 | Donnerstag, 2. Dezember 2010
Nicht schlecht …
Vielleicht ein bißchen rührselig, der Bericht, aber besser, als 95% dessen, was man hier sonst liest.
Nach der „Hipp-Aktion“ und diesem hier möchte man meinen: hat sich ein denkender und fühlender Mensch in die Redax eingeschlichen?
Natürlich kann es nicht unterbleiben, auf die neokonservative Hochschule des OCist zu verweisen – was immer das mit dem Inhalt zu tun hat: kann denn von dort Gutes kommen? Es gehört dann doch nach der ketz.net-Logik in einen Topf mit Medjugorje – wo bleibt da die starre Einteilung und Gut und Böse?
SignSal
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