12:14:35 | Dienstag, 7. Dezember 2010
„Trieb ihn nur die Scham auf den Boden? Oder auch ein wenig der Ehrgeiz, in der öffentlichen Demut der erste zu sein, um als erster zu gelten im Kreis der Gleichen?“

Bischof Franz-Josef Bode
© Bischöfliche Pressestelle Hildesheim(kreuz.net) Heute zitierte der deutsche Journalist Alexander Kissler in einem Beitrag für die Webseite
‘theeuropean.de’ das Evangelium:
„Die Letzten werden die Ersten sein, und wer sich selbst erhöht, der
wird erniedrigt“.
Diese Aussagen sind für Kissler eine „sehr ernsthafte Ermahnungen“, es mit der irdischen
Ruhmsucht nicht zu übertreiben.
Der Journalist weist aber darauf hin, daß das evangelische Lob der
Letzten eine „Unwucht“ entwickelt hat, die bis heute fortwirkt.
Denn: „Herrschen darf, herrschen soll
der Untertänigste von allen.“
Kissler folgert scharf: „Öffentliche Unterwerfung kann einen Machtanspruch
begründen.“
Von dieser Ambivalenz nimmt der Journalist das Bild der Kriechrituale von Bischof Franz-Josef
Bode von Osnabrück nicht aus: „Es zeigt Bischof Bode buchstäblich am Boden.“
Kissler betont, daß der
Prälat nicht – wie am Karfreitag oder bei der Priesterweihe – eine Prostration vollzog, um eine völlige
Unterwerfung unter Gott auszudrücken.
Mons. Bode wählte seine Turnübung, „um stellvertretend Sühne
zu leisten für die sexuellen Mißbräuche im Raum der Kirche.“
„Da sollte also nicht nur der Mensch
und Bischof, da sollte die ganze Kirche von Osnabrück im Staub liegen aus Scham und aus Schuld“ – kommentiert
Kissler.
Mons. Bode quaselte bei dem Auftritt von „struktureller Sünde in der Kirche“, „Dunkelheiten
und Schattenseiten einer Kirche“ und einer Atmosphäre, „die oft die Verschleierung der Taten möglich
machte.“
Für Kissler wird dieses Bild aus dem Osnabrücker Dom bleiben, wenn die meisten Bilder des
Jahres 2010 schon vergessen sind.
Er fügt hinzu: „Bleiben wird auch die unauslotbare Ambivalenz.“
Denn
es gibt unbeantwortete Fragen: „Trieb den Bischof nur die Scham auf den Boden? Oder auch ein wenig der
Ehrgeiz, Erster zu sein in der öffentlichen Demut, um als Erster zu gelten im Kreis der Gleichen?“
„Wir
wissen es nicht, wir ahnen aber: Die Zukunft wird es weisen.“
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Werner Endelmann 02:47:35 | Donnerstag, 9. Dezember 2010
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Rudolfus 02:42:39 | Donnerstag, 9. Dezember 2010
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Werner Endelmann 02:07:55 | Donnerstag, 9. Dezember 2010
#16
Rudolfus 02:05:10 | Donnerstag, 9. Dezember 2010
#14
Sycamore 18:46:38 | Mittwoch, 8. Dezember 2010
#9
Shogun (ehemals Samurai) 22:56:09 | Dienstag, 7. Dezember 2010
#5
wbieber 13:43:14 | Dienstag, 7. Dezember 2010
#4
DerRabe 13:24:37 | Dienstag, 7. Dezember 2010
#2
Tchibo 12:32:29 | Dienstag, 7. Dezember 2010
#1
Guiseppe 12:30:32 | Dienstag, 7. Dezember 2010