Außenstehenden gibt die „Kirche Schweiz“ den Eindruck eines fetten, auseinanderfallenden Kadavers. Doch ab und zu zuckt die Leiche noch – und gibt Dinge von sich, die beweisen, daß ihr Missionseifer noch nicht ganz erloschen ist. Ein Kommentar.
(kreuz.net, Zürich) Seit die Schweizer Bischofskonferenz zusammen mit den einheimischen Journalisten
den damaligen Bischof Wolfgang Haas aus Chur vertrieben hat, hört man von der „Kirche Schweiz“ im Alltag
vor allem die Glocken.
Ansonsten geht der Kirche in der Eidgenossenschaft mächtig die Luft aus. Gott
sei Dank, möchte man hinzufügen, nachdem man das folgende gelesen hat.
Im Juni entscheidet das Schweizervolk
darüber, ob das Homo-Konkubinat vom Staat anerkannt werden soll. Und schwups kriecht der katholische
Kadaver aus seiner grauen Gruft.
Man staunt. In der Leichenhalle erwacht ein neuer Missionsgeist. Katholische
Gremien, von denen man selten etwas hört, melden sich plötzlich zu Wort – zugunsten einer staatlichen
Anerkennung des gottgewollten Homo-Konkubinats.
Die beiden katholischen Leitungsgremien in der Stadt
Luzern warfen sich für dieses fromme Anliegen am 2. Mai in die Riemen: „Wir unterstützen grundsätzlich
jede Bemühung, welche die Ächtung von Homosexuellen in der Gesellschaft bekämpft und ihre Würde respektiert.“
Dann werden pflichtschuldig „Lehre und Praxis“ der katholischen Kirche beklagt. Die Kirche habe die Sexualität
eher als „Droh-“ denn als „Frohbotschaft“ verkündigt. Dies betreffe insbesondere die Homosexualität.
Statt mit der Kirche halten es die missionarischen Luzerner mit den Worten der Schweizer Bischöfe: „Die
Erinnerung an demütigende gesellschaftliche Ächtung oder gar Strafverfolgung, denen homosexuelle Menschen
in der Vergangenheit ausgesetzt waren und zum Teil immer noch sind, hat in den Herzen vieler Menschen
das bittere Gefühl erlittenen Unrechts zurückgelassen. Wir Bischöfe bedauern dieses Unrecht und bitten
um Verzeihung, sofern es im Namen der Kirche oder des christlichen Glaubens angetan wurde.“
Ein Mitglied
der Luzerner Senti-Kirche, wo die Alte Messe gelesen wird, hat die folgende Textänderung vorgeschlagen:
‘Die Erinnerung an demütigende gesellschaftliche Ächtung oder gar Strafverfolgung, denen Gläubige
des Alten Ritus in der Vergangenheit ausgesetzt waren und zum Teil immer noch sind, hat in den Herzen
vieler Menschen das bittere Gefühl erlittenen Unrechts zurückgelassen. Wir Bischöfe bedauern dieses
Unrecht und bitten um Verzeihung, sofern es im Namen der Kirche oder des christlichen Glaubens angetan
wurde.’
Doch für solche Worte ist die Zeit noch nicht reif.
Dafür wiegen sich die Luzerner Katholiken
im Glauben, daß die rechtliche und gesellschaftliche Anerkennung von Homo-Konkubinaten zu den „notwendigen
Konsequenzen“ einer Anerkennung der Menschenwürde von Homosexuellen gehörten:
„Wir betonen, daß auch
Homosexuelle in unseren Pfarreien, in kirchlichen Gruppen, bei Gottesdiensten und Anlässen willkommen
sind.“
Platz sei in den gähnend leeren Kirchenbänken mehr als genug vorhanden.
Ein ähnlicher missionarische
Eifer erfaßt am 27. April den Katholischen Seelsorgerat des Kantons Luzern.
Verantwortung übernehmen
und Treue halten seien gesellschaftliche Grundwerte. Sollen die entsprechenden Rechte und Pflichten –
so die Frage des Rates – nicht geschützt und für alle klar formuliert sein?
Weil die vorgeschlagene
Form des Homo-Konkubinats die elterlichen Rechte wahre und die Adoption und künstliche Befruchtung verbiete,
empfiehlt der Seelsorgerat ein Ja zum Gesetz.
Der Schweizerische Katholische Frauenbund rühmt sich sogar,
bezüglich der Förderung gleichgeschlechtlicher Unzucht einen Fünfjahresplan hinter sich zu haben: „Seit
fünf Jahren setzt sich der größte konfessionelle Frauendachverband der Schweiz engagiert für die gesellschaftliche
und rechtliche Anerkennung von gleichgeschlechtlich orientierten Menschen ein“ – verkündigte der Frauenbund
am 11. April.
Die Sexualität sei eine Gabe Gottes und die Homosexualität eine Spielart davon: „Die
Anerkennung der Partnerschaft durch den Staat ist zwingend“ – ein Dogma sozusagen – „weil nur der Staat
Rechte und Pflichten gegenüber Steuer- und Fürsorgebehörden, Gerichten oder den Sozialversicherungen
festlegen kann.“
Dem schloß sich der Vorstand des Aargauischen Katholischen Frauenbundes am 4. Mai an.
Die Homosexualität sei gottgegeben, erklärten die Aargauer vollmundig und vergaßen, auf die passenden
Bibelstellen hinzuweisen.
Eine staatliche Anerkennung des Homo-Konkubinats sei zwingend: „Eingetragene
Partnerschaften sind dauerhafte Beziehungen, die es besonders in der heutigen Zeit zu fördern und zu
schützen gilt.“
Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung der Schweiz kam am 10. Mai zur Einsicht, daß
es „gleichgeschlechtliche Beziehungen“ in der Menschheitsgeschichte immer gegeben habe.
Man unterließ
einen direkten Verweis auf Sodom und Gomorra.
Wohltuend hebt sich die Erklärung der Schweizerischen
Bischofskonferenz von den genannten Stellungnahmen ab.
Am 29. April erklärten die Prälaten, daß das
Gesetz zum Homo-Konkubinat gesellschaftspolitisch bedenklich sei und man es nicht befürworten könne.
Es ist allerdings nicht anzunehmen, daß die Bischöfe diese Wort so ernst meinen, daß sie ihnen auch
Taten folgen lassen.
Im Jahre 1986 erklärte die Glaubenskongregation in einem Schreiben an die Bischöfe,
daß die Kirche Verfechter der Homosexualität nicht unterstützen könne:
„Wenn homosexuelles Tun folglich
als gut akzeptiert wird, oder wenn eine staatliche Gesetzgebung eingeführt wird, welche ein Verhalten
schützt, für das niemand ein irgendwie geartetes Recht in Anspruch nehmen kann, dann sollten weder die
Kirche noch die Gesellschaft als ganze überrascht sein, wenn andere verkehrte Vorstellungen und Praktiken
an Boden gewinnen sowie irrationale und gewaltsame Verhaltensweisen zunehmen.“
Das sind richtige und
wahre Worte – während die Kirche immer weiter im Sumpf der Homo-Ideologie versinkt.
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4 Lesermeinungen
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#4 methusalix † 10:48:43 | Donnerstag, 26. Mai 2005
katholisch konservativ was katholisch ist entscheidet weder ihr noch ich! Das entscheidet ganz alleine
der Papst; und ich hoffe sehr dass Ratzinger ALLEN Abweichlern, seien sie von links oder rechts, eine
harte Hand zeigen wird. Im übrigen hasse ich die Konservativen nicht. Wie ich in mehreren Beiträgen
bereits festgestellt habe finde ich es nur ziemlich abartig, dass ihr den Menschen IMMER NUR zwischen
die Beine schaut. Gott sieht den Menschen nicht auf den Unterleib, sondern direkt ins Herz. Das Ihr für
mich beten werdet ist lieb und ich danke Euch dafür. Beim nächsten Angelus bete ich auch besonders für
Euch, damit Euer Menschenbild, wieder geraderückt. Wie gesagt, der Mensch besteht nicht nur aus Unterleib.
Gelobt sei Jesus Christus!
Danke, lieber Willi für Deine klare und freundschaftliche Zurechtweisung an Methusalix. Worum es eigentlich
geht: Schon vor zehn Jahren, als ich häufiger in der Schweiz war und dort auch an Gottesdiensten teilgenommen
habe, kam ich zu der traurigen Einsicht, daß die offizielle sogenannte „katholische Kirche“ der Schweiz
nicht mehr existiert. Sie teilt praktisch nicht eine Glaubenswahrheit mit der römisch-katholischen Kirche.
Gleichwohl wird das in Rom alles geduldet. In der Schweiz gibt es, mit ganz wenigen Ausnahmen, nur noch
schismatische Bischöfe, doch die läßt man gewähren, während glaubenstreue Bischöfe exkommuniziert
werden.
Anmerkung @ methusalix ich bin sehr Traurig, das du Konservative haßt. Aber ich bin auch sehr Verwundert,
da du den Text nicht richtig verstehen kannst. Vielleicht solltest du auf die Feinheiten achten, wie wir
Konservative, und den einleitenden Satz lesen, der einen sarkastischen Änderungsvorschlag macht. Ich
denke, dann würdest du auch nicht so einen (bitte entschuldige das folgende Wort, aber leider gibt es
dafür keine andere Bezeichnung) Müll schreiben und denken. Und im Übrigen, glaube ich nicht, daß in
der Bibel Homosexualität auf Grund von Homophobie verurteilt wird. Ich werde für dich Beten, auf daß
du etwas mehr Weisheit und Verständnis erhältst.
Strafverfolgung gegen „alten Ritus“??? In obigem Text wird behauptet, dass Katholiken, die den alten Ritus
der lateinischen Messe haben wollten, Strafverfolgung erlitten hätten. (Zitat: „‘Die Erinnerung an demütigende
gesellschaftliche Ächtung oder gar Strafverfolgung, denen Gläubige des Alten Ritus in der Vergangenheit
ausgesetzt waren und zum Teil immer noch sind…“). Sollte es wirklich in der Schweiz einen Staatsanwalt
geben, der einen Katholiken verfolgt, weil der ein Offizialdelikt begangen haben soll, indem er sich die
lateinische Messe wünscht? Ich traue Staatsanwälten ja einiges zu, auch schweizerischen Staatsanwälten.
Aber eine Christenverfolgung dieser Art denn doch nicht. Das ist wieder so eine von Gott verfluchte Lüge
von interssierten, konservativen Kreisen, mit denen diese ihre homophobe Hysterie füttern.