Benedikt XVI.
„Gell, Sie sind der Bruder vom Herrn Ratzinger?“
Mons. Georg Ratzinger (81) verriet der bayrischen Presse Details aus dem Leben des berühmtesten Brüderpaares der Welt. Die beiden Ratzinger-Brüder sind sich ihr ganzes Leben sehr nahe gestanden.
(kreuz.net, Regensburg) „Gell, Sie sind der Bruder vom Herrn Ratzinger?“ – wurde Monsignore Georg Ratzinger kürzlich von einigen Schülerinnen angesprochen, als er über den Regensburger Domplatz ging.

Der Prälat und ehemalige Dirigent der Regensburger Domspatzen war um eine Antwort nicht verlegen: „Nein, der Ratzinger bin ich!“

Der ältere Bruder des Papstes erinnerte sich auch an die Krönungsmesse für den neuen Papst.

In Rom seien überall Berge von Leuten gewesen: „Die Italiener sind spontan und herzlich. Sie küssen einem gleich die Hand – jawohl, auch mir!“

Einige Italiener hätten sogar gerufen – er habe es zwar selber nicht gehört: „Viva il santo fratello del Santo Padre“ – Es lebe der heilige Bruder des Heiligen Vaters!

Nach dem Konklave war er über die Wahl seines Bruders nicht erfreut: „Ich war zuerst geschockt.“ Doch im Lauf der Nacht habe er sich ein wenig an den Gedanken gewöhnt. Die beiden Brüder hatten geplant, ihren Lebensabend gemeinsam zu verbringen.

Mittlerweile freut sich Mons. Ratzinger über den neuen Papst: „Man kann den Kopf nicht ewig hängen lassen. Schließlich muß man ja doch wieder ins normale Leben zurück.“

Es sei etwas egoistisch gewesen, die Wahl seines Bruders zum Papst zu mißbilligen – vor allem wenn man daran denke, daß dieses Wahlergebnis nicht nur von Menschen gemacht ist, sondern daß der liebe Gott dahinter steckt.

Nach der Amtseinführung seines Bruders verbrachte Mons. Ratzinger noch eine Woche in Rom. Er kam zur Erkenntnis, daß „Normalität“ auch in Zukunft möglich sei. Die beiden bayrischen Priesterbrüder trafen sich am Mittag und am Abend bei den gemeinsamen Mahlzeiten in den Apostolischen Gemächern.

Einmal hatten sie sogar Gelegenheit, in den Vatikanischen Gärten zu spazieren. Dafür wurde extra ein Areal von der vatikanischen Polizei abgesperrt.

Gerne erzählt der Ältere von der Hilfsbereitschaft des Jüngeren, der auch als Papst „nicht auf den Wolken schwebt, sondern die Realitäten durchaus wahrnimmt“. Weil Georg wegen eines Augenleidens nicht mehr gut sehen kann, las ihm Joseph persönlich aus dem Brevier vor.

Mittlerweile klappe auch das regelmäßige Telephonieren zwischen Regensburg und Rom wieder. Es gibt eine Geheimnummer, mit welcher er den Papst direkt erreichen könne: „Im Regelfall ruft jedoch mein Bruder an.“

Die Ratzinger-Brüder hören sich zwei bis dreimal pro Woche am Telephon: „Dabei geht es nicht um hohe Politik, sondern meist um ganz alltägliche Vorkommnisse.“ Die Gespräche dauern kaum länger als fünf, höchstens sieben Minuten: „Mir san koane Langtelefonierer.“

In den vergangenen Jahren verbrachten Georg und Joseph ihre Sommerferien immer gemeinsam: „Früher hatten wir in den Ferien so einen Zyklus – ein Jahr nach Brixen, ein Jahr nach Hofgastein, ein Jahr nach … – diese schönen Sommerurlaube fallen jetzt flach“, erklärt Mons. Ratzinger etwas wehmütig.

Doch ganz leer gehe er auch dieses Jahr nicht aus.

Er hofft, im August einige Wochen in der Päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo zu verbringen. Bei dieser Gelegenheit hoffe er, mit seinem Bruder die Mahlzeiten einzunehmen und ein bißchen auf der Dachterrasse zu tratschen.

Medienberichten wonach sich der frühere Kardinal vom „Hardliner“ zum liebenswürdigen „Kuschelpapst“ gewandelt habe seien – so der Prälat – eine gefährliche und peinliche Erwartungshaltung.

„Ein Papst muß als gütiger Hirte auf die Menschen zugehen. Das kann er natürlich nicht als Griesgram machen. Dennoch besteht seine Hauptaufgabe darin, den Glauben und die Sitte reinzuhalten.“

Wie schon in seiner Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation brauche Benedikt XVI. deshalb den Mut zur Unpopularität.

Ob Reformen zu erwarten seien, läßt der Bruder des Papstes offen: „Man sollte abwarten. Der Papst steht im Leben, und er wird deshalb auf alle Situationen angemessen reagieren, die auf ihn zukommen. Auch bei Johannes Paul II. waren viele Enzykliken Reaktionen auf aktuelle Ereignisse.“
      
1 Lesermeinung
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#1   Laurentius2   11:05:03 | Mittwoch, 25. Mai 2005
Das heilige Deutschland
Für mich sind die beiden Brüder ein letztes (?) Aufblitzen unseres geliebten Heiligen Deutschland, das unserem ewigen Gott-Vater-Land am ehesten ähnelt. Graf Stauffenberg rief im Angesicht des Exekutionskommandos von Nazi-Major Remer:
Es lebe das Heilige Deutschland! Wie aktuell !
Der Hl. Thomas von Aquin sagt: Nach dem Märtyrertod ist es das größte, wenn man sein Leben in gutem Glauben für sein Vaterland hingibt. Früher (bis 1914) waren rechtgläubige und romtreue Katholiken den Mainstream-Denkern nicht national genug („ultramontan“), heute sind wir rechtsradikal (siehe Hohmann, Günter Stiff, Alma v. Stockhausen u.a.). Zeitgeist, du bist krank !
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