Liturgie
„Man denke nur an das Problem der Sprache oder an die Handkommunion“
Die Widerstände gegen die Reform der Liturgiereform sind groß. Denn die Altliberalen sind immer noch der Meinung, daß alles, was vorher war, ausgelöscht wurde.
Bischof Luigi Negri
Bischof Luigi Negri
© Public domain
(kreuz.net) Seit dem Zweiten Vatikanum und zum Teil schon vorher begann eine „Verge- meinschaftlichung“ der Liturgie, als ob deren Wert in der aktiven Teilnahme des sogenannten christlichen Volkes bestünde.

Doch dadurch wurde die Liturgie ihres sakramentalen Charakters entleert und zu einer Initiative des katholischen Zusammenseins reduziert.

Das erklärte Bischof Luigi Negri (69) von San Marino-Montefeltro am 15. Dezember in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung ‘La Voce di Romagna’.

Bis zu seiner Ernennung zum Bischof lehrte Mons. Negri an der Katholischen Universität von Mailand Philosophiegeschichte und Einführung in die Theologie.

Er gehört zur katholischen Bewegung ‘Communione e Liberazione’.

Eine Pseudointerpretation

Bischof Negri ist davon überzeugt, daß der Papst die Reform der Liturgiereform fortsetzen muß.

Die Liturgiereform nach dem Pastoralkonzil sei häufig eine „Pseudointerpretation“ des Konzils gewesen oder habe Ausnahmefälle als Regel hingestellt: „Man denke nur an das Problem der Sprache oder an die Handkommunion.“

Von seiten der Bischofskonferenzen habe es regelrechte „Handstreiche“ gegeben:

„Die vatikanische Gegenreaktion ist zweifellos schwach gewesen, was vermutlich auf Spannungen innerhalb der Strukturen zurückzuführen ist, welche die genaue Interpretation und Umsetzung des Konzils hätten regulieren müssen.“

Heute muß die Liturgie nach Mons. Negri zu ihrem wahren Subjekt – Jesus Christus – zurückgeführt werden.

Denn: Alles was in der Liturgie das Bewußtsein für die Realpräsenz Christi zugunsten der Anwesenheit der Gemeinschaft schwächt oder verringert, „ist ein Verlust des Wertes der Liturgie“.

Ein gesundes Übungsfeld katholischer Gemeinschaftlichkeit?

Mons. Negri erinnert sich an die Zeit der Liturgiereform. Damals habe eine der „höchsten vatikanischen Persönlichkeiten“ geschrieben, daß die Feier der Messe endlich wieder „ein gesundes Übungsfeld katholischer Gemeinschaftlichkeit“ geworden sei.

Aufgrund der Anspielungen im Interview glaubt die italienische Webseite ‘messainlatino.it’, daß es sich bei der zitierten Person um Papst Paul VI. († 1978) gehandelt hat.

Die Schwierigkeiten, die der Papst mit seiner Reform der Reform hat, zeigen sich für Bischof Negri auch darin, daß die angekündigten Ausführungs-Bestimmungen für das Motuproprio bis heute nicht publiziert wurden.

Den Widerstandskräften gehe es darum, eine Infragestellung der Ergebnisse der Liturgiereform zu verhindern.

Denn es gebe in der Kirche eine „breite Schicht“, für welche die Liturgiereform alles, was vorher war, im Sinne einer Hermeneutik des Bruchs annulliert habe.
      
13 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#14   hiti   12:46:51 | Mittwoch, 22. Dezember 2010
Gott lebt NICHT in jedem Menschen!
Es sollte so sein.
Der Mensch ist Geschöpf Gottes, aber
nur wenn der Mensch im Stande der GNADE ist,
dann wirkt Gott in uns durch den Hl. Geist.
Gott ist Vater, das ist richtig.
ABER es gilt immer Ehrfurcht und Liebe zum Vater zu üben.
Wahrer Gehorsam, Liebe und Ehrfurcht drückt sich nun mal auch im Äußeren aus.
Die Nächstenliebe ist neben der Liebe zu Gott das um und auf.
In Offenbarungen wurde oft genug auf die Ehrfurcht verwiesen denn ohne diese bröckelt so langsam alles, auch die Gebote und ohne dass wir es merken, haben wir uns schon von Gott entfernt.
Die heutige Verwirrung ist Beispiel genug.
fg
Hiti
Redaktion benachrichtigen
#13   Atzmon   00:18:51 | Mittwoch, 22. Dezember 2010
Peter Miltenberg-Faun lol : DICH KENNE ICH
Mehr als Dir lieb ist, Was glaubst Du eigentlich, wer Du bist, dass Du Die hier diese Verleumdungen ausspucken kannst?
Die Redax solte Dir zeigen, wo der Maurer ein Loch in der Wand ließ.
Redaktion benachrichtigen
#12   Peter Miltenberg-Faun   00:16:02 | Mittwoch, 22. Dezember 2010
Radulf: Man kann Ihnen vollumfänglich Recht geben!
Auch im anderen Post (Ihr Post von 23:50 Uhr) ist völlig richtig!
Respekt und Achtung, je mehr sogar, Liebe, vor allen Menschen ist neben dem Respekt und der Achtung vor Gott (eigentlich auch Liebe) das Wichtigste, was uns Jesus lehrte.
Ich möchte nicht dabei sein, wenn Gott die Gottgerechten und Gottgefälligen und Selbstgerechten und Selbstgerfälligen, die die Geringsten missachteten und auf sie verbal und körperlich einschlugen, daran erinnert, dass ER, GOTT selbst, in allen Geringsten selbst anwesen war. Das wird ein Heulen und Zähneklappern geben!
Geisler hat soeben im Ersten die Piusbruderschaft als „christliche Ayatollas“ bezeichnet. Er mag sie offenbar nicht besonders.
Redaktion benachrichtigen
#11   Radulf †   00:02:00 | Mittwoch, 22. Dezember 2010
Gott lebt in jedem Menschen, so sollte man Ehrfurcht auch vor seinen Mitmenschen haben.
Dass zu Weihnachten die Kirchen voll sind, das stimmt- aber das ist doch auch nicht falsch.
So hören viele Menschen die frohe Botschat, auch wenn sie sonst eben nicht mehr in die Kirche gehen. Und irgendetwas bleibt da schon hängen.
Wir müssen nicht vor Gott auf den Knien rutschen, dass hat Jesus nie gelehrt.Im gegenteil, wenn Gott unser Vater ist, dürfen wir mit ihm sprechen und auch vor ihm stehen. Er will keine unterwürfigen Duckmäuser.
Und deshalb ist auch die handkommunion richtig.
In den ersten 500 Jahren des Christentums gab es schließlich auch keine Mundkommunion oder ein darbringendes Sühneopfer . Die ersten Christengenerationen brachen das Brot miteinander und gedachten der Lehre Jesu. Sollen die alle, inclusive der Apostel und der ersten Märthyrer, alle ehrfurchtslos gewesen sein ?
Redaktion benachrichtigen
#10   hiti   21:30:22 | Dienstag, 21. Dezember 2010
Es geht hier
um die EHRFURCHT vor Gott!
Wer Gott liebt der zeigt Ihm Ehre.
Wie viele Menschen sehe ich um Weihnachten die unseren Dom zu Brixen regelrecht stürmen, sodass eins Sammlung nicht mehr möglich ist.
Dann kommen Kameras, verschränkte Arme, keine Kniebeuge, Gerede.
Das nennen ich nicht Ehrfurcht, die dem Herrn gebühren würde. Dabei wohnt Gott darin, Gott, der Allmächtige!
Doch die Tatsache dass so mit ihm umgegenagen wird zeigt wie weit er aus den Herzen vieler Menschen verschwunden ist…
Und auch bei der Hl. Messe vollzieht sich der Kreuzestod Christi, als Dank, Bitt, Sühneopfer für UNS und deshalb bedarf es sehr wohr der Andacht und Ehrfurcht.
fg
Hiti
Redaktion benachrichtigen
#9   Peru   20:07:36 | Dienstag, 21. Dezember 2010
Nerd,
was ist denn jetzt schon wieder – ich denke, wir wollten zusammen dem Stern folgen, und was machst du? Du gehst ins Fegefeuer…
Nerd, mein Guter, auf dich ist kein Verlass – denn du lässt mich immer allein im Regen – oder Schnee – stehen…
Redaktion benachrichtigen
#8   Sycamore   16:43:37 | Dienstag, 21. Dezember 2010
Tschibo beim Kaffeeklatsch (12:43): Der Kaffeeröster ist voll in Form!
„ … pseudosakramentalen Wunderpfitzigkeiten“ lol
Das ist das Pseudo-sahnehäubchen auf meinem heutigen Wunder-capuccino.
Redaktion benachrichtigen
#7   wickerl   15:24:27 | Dienstag, 21. Dezember 2010
Schwierigkeiten.?
Die Schwierigkeiten von Papst Benedikt liegen nach meienr Vermutung vor allem darin, dass er die Reform der Reform nur sehr widerwillig angeht.
Redaktion benachrichtigen
#6   monens   14:50:03 | Dienstag, 21. Dezember 2010
Trefflich formuliert: „Handstreich“taktik seitens vieler Bischofskonferenzen !
Sehr, sehr treffliche Aussage seitens S.E. Bischof Negri; die nachkonziliäre, auf Ungehorsam bauende, Verwüstungswelle glichen „handstreichartigem“ Vorgehen und tun es heute noch; die andauernde Verschandelung geweihter römisch katholischer Kirchen hält weiter an; erst das Durchbrechen des Kreises von unrechtmässig eingeführtem „Altartisch“ und unrechtmässig eingeführter „Handkommunion“ wird das „Neuererkartenhaus“ zusammenfallen lassen und dies dann sehr schnell; heute sind angesichts der oft vorgeführten „Guerillataktik“ in einzelnen Gemeinden viele hw Priester ratlos; Zitat aus einem Interview:
„Es ist immer das gleiche Spielchen: Rom schreibt eine Instruktion, eine Ermahnung oder aber der Papst mahnt die Bischöfe höchstpersönlich, bestimmte Fehlentwicklungen zu korrigieren, und es passiert – nichts!“
Ratlose hw Priester sind auch eine Frucht des nachkonziliären Scherbenhaufens
www.razyboard.com/…07887-6003875-0.html
Die Reform der Liturgiereform ist, obwohl viel zu zaghaft, unüberhörbar; Kardinal Antonio Cañizares Llovera
„Die Liturgie muss immer IN RICHTUNG GOTT ausgerichtet sein NICHT in Richtung der Gemeinschaft. Es ist NICHT die Gemeinschaft, die die Liturgie macht SONDERN ES IST GOTT, der diese macht.“
Die hl. Tradition wird die Kirche gesunden lassen
www.razyboard.com/…07690-5825348-0.html
Redaktion benachrichtigen
#5   undogmatisch   13:54:42 | Dienstag, 21. Dezember 2010
das ist doch eine total
unsinnige Diskussion, die hier von den Fundamentalisten vom Zaun getreten wird. Jesus sagte doch: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“. Da ist kein Wort davon die Rede, in welcher Form die Gläubigen zusammen sein sollen, ob mit oder ohne Priester, ob in in einer Kirche (mit oder ohne Mahltisch) oder in einem anderen Gebäude…das sind Diskussionen, die nur Leute führen können, die sich selbst eingemauert haben
Redaktion benachrichtigen
#4   Nerd †   13:14:46 | Dienstag, 21. Dezember 2010
hallo Peru!
Rege Dich bitte nicht auf. Der Stern ist doch schon zu sehen. Komm, wir folgen ihm.
Redaktion benachrichtigen
#3   Peru   12:50:38 | Dienstag, 21. Dezember 2010
KSaarländer,
hallo!
Wenn Sie etwas auf sich und Ihre Meinung halten, wenn Sie Nächstenliebe und Christlichkeit hochhalten, kein Nazi oder Judenhasser sind, wenn für Sie auch Homosexuelle Menschen sind, wenn Sie allen zugestehen, so zu leben, wie sie wollen, wenn Sie vor sich selbst bestehen wollen, dann – bitte lassen Sie die Finger von kreuz.net.
Denn wenn Sie hier Ihre ehrliche Meinung vertreten, gehören Sie auch recht schnell zu den Gesperrten.
Redaktion benachrichtigen
#1   Tchibo   12:43:03 | Dienstag, 21. Dezember 2010
Nachdem über Jahrhunderte hinweg in die
Liturgie und ihren skramentalen Charakter so unermesslich viel hineingeheimnist worden ist,
war es ja nicht allzu schwer, die ganzen
„Geheimnisse“ zu entfernen, damit sich das
Geheimnis des Glaubens besser entfalten konnte.
Das war nämlich dringend notwendig vor
all den pseudosakramentalen Wunderfitzigkeiten,
die mit Glauben nur ganz wenig zu tun hatten,
eher mit Aberglauben…
Redaktion benachrichtigen
Es wurde eine Lesermeinung von der Redaktion entfernt
Weiterlesen:
LiturgieEin ganz normaler Familiengottesdienst LiturgieWann korrigieren die deutschen Bischöfe die Wandlungsworte? LiturgieEin bischöflicher Eifer, der an Fanatismus erinnerte LiturgieDer Bräutigam hat schon einmal normal geheiratet LiturgieSo etwas hab ich auch schon erleben müssen LiturgieBelgien: Der Kirchenhaß schlägt in blanke Gewalt um LiturgieDie Handkommunion führte zum Massen-Abfall LiturgieDer Kölner Kardinal im Interview: Rätselhafte Worte LiturgieEin gefährlicher Pfarrer Liturgie„Wir können keine liturgischen Verfehlungen tolerieren“ LiturgieDer Neue Ritus geht baden LiturgieHat man sich versammelt, um dem König Fußball zu huldigen? LiturgieWiener Grillparty-Gottesdienst mit lieben Segenswünschen vom Kardinal LiturgieDes Dechants neue Kleider LiturgieDie Messe ist keine Grillparty
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net