14:51:51 | Mittwoch, 22. Dezember 2010
Selbstlob stinkt nicht mehr: „Ich bin der österreichische Pfarrer mit der größten Rückholquote, darunter auch viele Prominente wie EU-Kommissar Gio Hahn.“

Dompfarrer Faber auf der Webseite des Straßenmagazins ‘Profil’
(kreuz.net) „Wie fühlt man sich als leitender Angestellter einer Firma, die im vergangenen Jahr von einem
Image-GAU in den nächsten gestolpert ist?“
Diese Antwort-Frage stellte das Kirchenhaß-Magazin ‘profil’
am 19. Dezember dem Wiener Dompfarrer, Hw. Toni Faber.
Der Geistliche konterte schnell: „Nicht so schlecht.“
Denn: „Weltweit wächst diese seit 2000 Jahren bestehende Firma Gottvater, Sohn & Co ja ständig und
hat über 1,2 Milliarden Mitglieder.“
Das an die Wand gespielte Magazin nennt den Geistlichen „die PR-Rakete
der katholischen Kirche“.
Im weiteren Verlauf des Interviews muß sich Hw. Faber an den üblichen Unterhosen-Fragen
abarbeiten.
Sie werden ihm von der ‘profil’-Funktionärin Angelika Hager (47) gestellt.
Das ist also
LiebeHw. Faber wird von ‘profil’ darauf hingewiesen, daß beim ihm „nahezu nichts ungesegnet“ bleibe.
Der Geistliche wendet ein: „Etwas Unsittliches wie ein Bordell würde ich nicht segnen.“
Obwohl das
Kardinal Hans Hermann Groer († 2002) einmal getan habe:
„Der Bordellbesitzer hat uns damals sein Haus
geschenkt, und es wurde in ein Mutter-Kind-Heim der Mutter-Teresa-Schwestern umgewandelt.“
In seiner
„unnachahmlichen Art“ habe der Kardinal Groer damals gesagt: „Es war ein Haus der Liebe, und es wird ein
Haus der Liebe sein.“
Belästigung oder Mißbrauch?Hw. Faber wird darauf angesprochen, daß er mit
26 Jahren Zeremonienmeister von Kardinal Groer wurde: „Hat er sich Ihnen je unsittlich genähert?“
Hw.
Faber akzeptiert die Frage und antwortet: „Nein“.
Dann fügt er hinzu: „Aber daß dieser Kardinal nicht
den Frauen nachschaut, war mir auch bald klar.“
Vielleicht habe er ihm einmal die Hand länger gehalten
als notwendig:
„Er war ein Kardinal zum Angreifen, ist mit allen sehr schnell ins Gespräch gekommen
und hat ihnen dann die Handerln gehalten.“
Den Skandal im Jahr 1995 habe er als sein Adlatus miterlebt:
„Ich war sehr enttäuscht.“
Als die Vorwürfe öffentlich wurden, habe sich der Kardinal zu ihm ins Zimmer
gesetzt und gesagt: „Das kann doch alles nicht stimmen!“
Hw. Faber kommentiert: „Eigenartigerweise wurden
ihm ja nie Dinge vorgeworfen, die das sexuelle Finale beinhalten.“
Kardinal Groer habe sich in einer
alten Welt der katholischen Sexualmoral aufgehalten:
„Dort herrscht die Ansicht, daß – wenn es nicht
zum Koitus und Orgasmus kommt – alles halb so schlimm ist.“
Jeder Priester ist ein PädophilerIm weiteren
Verlauf des Interviews werden nach der bekannten Journalistentaktik kirchliche Mißbräuche hochgespielt.
Dabei kommt eine skandalöse
PR-Veranstaltung von Kardinal Schönborn im Stephansdom zur Sprache:
„Mich
hat besonders gefreut, daß wir mit der Plattform
‘Wir sind Kirche’ im Zuge dieses Ereignisses eine Dialogsituation
zustande gebracht haben“ – behauptet Hw. Faber dazu.
Gleichzeitig beweist der Geistliche die erschreckenden
Konsequenzen der bischöflichen Mißbrauchs-Kriecherei:
„Ich tue mir mittlerweile schon schwer, mit meinen
Neffen und Nichten handerlhaltend durch die Straßen zu gehen.“
Wenn man dabei als Priester gekleidet
sei, werde man ja heute „nahezu automatisch“ als Pädophiler gebrandmarkt.
Sexuelle Erfüllung?Daß
er den Zölibat vor der Tageszeitung ‘Kurier’ als „Auslaufmodell“ bezeichnet habe, läßt er nicht gelten:
„Das wurde verkürzt wiedergegeben und hat den Kardinal auch irritiert.“
Er selber habe sich für den
Zölibat und den damit einhergehenden Verzicht auf „wunderbare Mann-Frau-Begegnungen“ entschieden:
„Ich
habe im Alter von 17 Jahren, als mein Leben durch Krankheit sehr begrenzt schien, den Entschluß gefaßt,
alles auf eine Karte zu setzen.“
Ob er die „sexuelle Erfüllung“ vermisse – fragt ‘profil’ sentimental.
Die Antwort des Geistlichen: „Nein“.
Er fügt hinzu: „Bei den wenigsten, die sie anstreben, tritt sie
ja auch wirklich ein.“
Und: „Wenn ich mir manchmal so angestrengte Familienväter ansehe, frage ich mich
schon, ob nicht diese die Verzichtenden sind.“
Er komme zwar abends in eine unbehauste Wohnung: „Aber
ich bin ohnehin fast nie zu Hause.“
Wie schön: Ein Priester haut den anderen in die PfanneDann kommt
die unvermeidliche Homo-Unzucht zur Sprache.
Als der designierte Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner
den Homo-Gestörten die christliche Hoffnung auf Heil und Heilung zusprach, „hätte ich am liebsten den
einen oder anderen Fluch ausgestoßen“ – wird Hw. Faber ordinär.
Er kenne Hw. Wagner noch aus seiner
Zeit im ‘Linzer Priesterkreis’ vor über zwanzig Jahren.
Damals habe ein gewisser Kardinal Ratzinger
dort einen Vortrag gehalten, und der Wagner habe immer freche Zwischenfragen gestellt:
„Mit den Worten
»Sein S’ nicht so vorlaut« wurde er dann vom Kardinal gemaßregelt.“
Dann wird Hw. Faber selber vorlaut:
„In dem sonst gar nicht so konservativen neuen Buch des Papstes würde ich die Passage über Homosexualität
an Ihrer Stelle besser überblättern.“
Für dumm verkauftHw. Faber leugnet, daß er im Stephansdom
auch Homo-Verkuppelungen gesegnet habe: „Das war eine Segnung für Liebende, vorrangig für Paare, die
auf die Ehe zugehen.“
Er habe das dem Bischof von Erfurt nachgemacht. Diesen habe er im Vorfeld nach
der Handhabung von Homo-Unzüchtigen gefragt.
Die Antwort: „Die segne ich hintereinander.“
So habe man
das auch in Wien gehalten – „in Absprache mit dem Kardinal“ – verkauft er die Gläubigen für dumm.
Dann
ein Druck auf die Tränendrüse: „Ich habe viele wertvolle Freunde, die gleichgeschlechtlich lieben und
deswegen viel erleiden haben müssen.“
Hw. Faber widersteht den DämonisierungenEine „Gedenkmesse“
für den verstorbenen Politiker Jörg Haider habe er auf Anfrage der BZÖ gelesen.
Dabei habe er dem
Personalchef der Erzdiözese erklärt, „daß ich dort den Trauernden beistehen und tunlichst keinen Blödsinn
sagen werde.“
Der enge Haider-Mitarbeiter Stefan Petzner sei weinend in der ersten Reihe gestanden: „Ich
habe ihm auch kondoliert.“
Das Magazin versucht ihm vorzuwerfen, daß er nach der Wien-Wahl eine Koalition
der sozialistischen Genossen mit der Freiheitlichen nicht ausgeschlossen habe.
Seine Antwort: „Ich habe
sehr bewußt 26 Prozent der Wähler damit die Hand entgegengestreckt, unter denen sehr viele Katholiken
sind.“
Die können wir nicht alle ins rassistische, fremdenfeindliche Eck stellen: „Es gibt darunter
auch viele Protestwähler.“
Doch ‘profil’ dämonisiert: „Der, dem diese katholischen Wähler ihre Stimme
gegeben haben, ist aber explizit rassistisch.“
Hw. Faber weist darauf hin, daß der Chef der Freiheitlichen,
Heinz-Christian Strache, „in keiner Weise strafrechtlich verurteilt ist“.
Er werde ihm die Hand reichen,
„noch dazu, wenn er von sich sagt: »Ich bin Katholik und Mitglied der Katholischen Kirche«.“
Es wäre
außerdem nicht klug, ihn nur als Teufel an die Wand zu malen: „So kriegt der nur noch mehr Stimmen.“
Noch menschlicher?Im Interview arbeitet Hw. Faber auch seine
Alkoholfahrt auf:
„Ich war eigentlich
krank, hatte Medikamente genommen, nichts gegessen, etwas getrunken und bin dann in einen Sekundenschlaf
gefallen.“
Dem Polizisten sei das wahnsinnig peinlich gewesen: „Ich habe nur gesagt: Walten Sie Ihres
Amtes! Ich war so beschämt.“
Dem Kardinal habe er die Angelegenheit erst fünf Monate später mitgeteilt,
als die Sache in der Presse landete.
Der Kirchenfürst hatte Verständnis: „Das ist eine gute Demutsübung
für dich. Und da nichts Schlimmes passiert ist, wird dich das für die Leute noch menschlicher machen.“
„Ich bin der österreichische Pfarrer mit der größten Rückholquote“Hw. Faber gesteht ein, daß er
für sein gesellschaftliches Leben kritisiert wird:
„Aber ich bin eben nicht dafür geeignet, mich als
asketischer Mönch in einer Zelle einsperren zu lassen.“
Er hasse nichts mehr als Scheinheiligkeit: „Ich
nütze diese Events auch, um ausgetretene Katholiken wieder zurückzuholen, Beichtgespräche abzuklären
und Ähnliches.“
Dann klopft er sich auf die Schulter: „Ich bin der österreichische Pfarrer mit der
größten Rückholquote, darunter auch viele Prominente wie EU-Kommissar Gio Hahn.“
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