„Ich will keine Therapie auf Kosten meiner Mitmenschen“
Patricia Payne leidet an der Parkinson-Krankheit. Trotz ihrer Schmerzen verzichtet die fünffache Mutter dankend auf jede Form der Behandlung, für die ungeborene Kinder umgebracht werden müssen: „Ein menschliches Leben zu töten, um ein anderes zu retten, ist sinnlos.“
(kreuz.net) Seit 14 Jahren leidet Patricia Payne an der Parkinson-Krankheit. Nach eigenen Angaben würde
sie fast alles in der Welt geben, um von ihrem entsetzlichen Muskelzittern befreit zu werden. Die Krankheit
verursache einen ständigen Schmerz. Sie könne sich nur schwer bewegen und leide unter Angstzuständen
und Depressionen. In den letzten Jahren sei sie oft nächtelang wachgelegen und habe schlimme Schweißausbrüche
zu ertragen gehabt.
Frau Payne ist katholisch und Mutter von fünf Kindern. Für sie käme eine Behandlung,
die auf Zellen von getöteten Ungeborenen basiert, nie in Frage.
„Ich will von Heilungsmöglichkeiten
für meine schreckliche Krankheit nicht hören, wenn sie den Tod eines Mitmenschen beinhalten. Therapien
dürfen nicht auf Kosten eines Mitmenschen im frühesten und verletzlichsten Lebensstadium erfolgen.“
Patricia Payne sprach kürzlich im Bundesstaat Massachusetts im Nordosten der USA vor einer Ethikkommission.
„Ein menschliches Leben zu töten, um ein anderes zu retten, kann moralisch niemals gerechtfertigt werden.
Aber einen Schwachen zu töten, um einen Starken zu retten, ist noch weit mehr zu verurteilen.“
Der Vortrag
vor der Ethikkommission habe sie furchtbar nervös gemacht, meinte Frau Payne gegenüber dem Nachrichtendienst
der US-Bischofskonferenz. Sie habe bereits erwogen, einen Rückzieher zu machen und nicht zu erscheinen.
Da habe sie ihr Mann überzeugt. Es sei besser – habe er verschmitzt gesagt – ein bißchen nervös zu
sein, als von seinen Nerven überhaupt nichts mehr zu spüren.
Frau Payne ist eine von zwölf Parkinson-Patienten,
die gegenwärtig im Rahmen eines Forschungsprojektes mit Stammzellen von Erwachsenen behandelt werden
soll. Die stationäre Behandlung beginnt in sechs Monaten.
„Mit körpereigenen Stammzellen wurden zehntausende
Menschen mit zumindest 100 verschiedenen Krankheiten behandelt und geheilt“, erklärte Patricia Payne
vor der Kommission. Dagegen zeige die jüngere Geschichte, daß die Behandlung mit Kinderzellen mit leeren
Versprechungen und Mißerfolgen gepflastert sei.
Ungeachtet dieser Schwierigkeiten beginne man weltweit,
Kinder im Reagenzglas zu reproduzieren, um sie industriell zu verarbeiten. Dabei wird gerne darauf hingewiesen,
daß man nur am therapeutischen, aber niemals am reproduktiven Klonen interessiert sei. Ethisch ist jedoch
das therapeutische noch verwerflicher als als das reproduktive Klonen. Im ersten Fall produziert man ein
Kind, um es zu töten und als Zellenlieferant zu verwenden. Im zweiten Fall werde es zur Geburt geführt
und könne als verspäteter Zwilling aufwachsen.
„Das menschliche Leben besitzt in jedem Stadium die
gleiche Würde, vom Moment der Befruchtung bis zum natürlichen Tod. Wenn wir beginnen, bestimmten Gruppen
das Lebensrecht abzuerkennen, nach welchem Kriterium sollen wir dabei vorgehen? Es wird absolut willkürlich.“
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1 Lesermeinung
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„Ich will keine Therapie auf Kosten meiner Mitmenschen“ sehr löblich – aber Millionen anderer Menschen
werden das wollen; leider. Und da die katholische Kirche nicht bisher wirklich gegen „Raubtierkapitalismus“
aufgetreten ist, hat sie auch in der Argumentation gegen die – extrem gewinnträchtigen „live-sciences“
nur geringe Chancen; abgesehen davon, dass es sich kaum ein Land bzw die Europäische Union leisten kann,
bei diesen Entwicklungen draußen zu bleiben und damit ökonomisch und politisch generell ins Hintertreffen
zu geraten; das sind eben die „Sachzwänge“, die „selbstläufigen Strukturen“, die es zu ändern gelte,
wo „Metanoia“ notwendig wäre.