11:04:35 | Montag, 10. Januar 2011
Die Lügen-Medien bejubeln gerade den Barbarismus der nordischen Seeräuber und preisen ihn als couragierte Menschlichkeit. Von Janne Beckland.

Wikinger-Überfall auf ein Kloster
(kreuz.net) Die Nordmänner haben gegenwärtig eine gute Presse. Sie werden in Filmen, Fantasy-Spielen,
Festivals und Vickingrock-Bands gefeiert.
Oder man verharmlost sie als „Kameradschaften wagemutiger Pioniere“,
als tumbe Rabauken oder metsaufende Pantoffelhelden.
Die US-Amerikaner entdecken seit einigen Jahren
ihre „nordischen Wurzeln“ und stilisieren den notorischen Totschläger Erik den Roten und seine „seefahrenden
Pioniere“ als Go-West-Helden hoch.
Wie kommt es, daß diese Dämonen des sonst so verfemten „finsteren
Mittelalters“ plötzlich heroisiert werden?
Kämpfer gegen die ZivilisationDie
norwegischen Barbaren fielen wie reißende Wölfe in die zivilisierten Länder Mitteleuropas ein.
Ihre
Anführer waren Erik Blutaxt, Ivar der Knochenlose oder Geirmundr Höllenhaut. Ihre Namen waren Programm.
Der erste große Überfall der Seebanditen geschah am 8. Juni 793. An diesem Tag wurde das schottische
Inselkloster Lindisfarne zerstört.
Die Banditen massakrierten die wehrlosen Mönche, entweihten die
Kirche mit Götzenfeiern, raubten die goldenen Meßgeräte und brannten das großen Anwesen nieder.
Das
Kennzeichen dieser Marodeure war nicht der kriegerische Manneskampf, sondern der feige Überfall mit Mord
und Totschlag von Männern, Frauen und Kindern.
Das aufklärerische Märchen vom edlen WildenDie Leugnung
der Erbsünde machte es möglich, sogenannte Naturvölker plötzlich als „edle Wilde“ hinzustellen.
Gleichzeitig
wurde die christlich geprägte Zivilisation als moralische Degenerationsform diffamiert.
Erwartungsgemäß
schreibt das dekadente deutsche Straßenmagazin ‘Spiegel’ aus einer solchen Perspektive:
„Meist schlossen
sich einige Wagemutige zusammen und teilten das Risiko und Beute. Sie waren zusammengeschweißt durch
feierliche Eide“ – werden die nordischen Wilden romantisiert.
In Wahrheit organisierten nur die herrschenden
Clan-Häuptlinge den Schiffbau und die Viking-Fahrten.
Nach der Raubexpedition gehörte die Beute ihnen –
von Gleichverteilung keine Spur.
Die Diebstähle der Seepiraten beruhten auf einer dreigeteilten Ausbeutungsgesellschaft.
Zuunterst waren die Sklaven. Sie verrichteten die niederen Schmutzarbeiten in Haus und Feld.
Dann kamen
die freien Bauern, die pflügten und zimmerten.
Zuoberst standen die adligen Großbauern. Man nannte
sie „Jarl“ – englisch „Earl“. Sie herrschten über die Bauern und beschäftigten sich mit Jagd und Kampf.
Sie organisierten ‘Vikings’ – das heißt: ‘Beutefahrten’ – und heuerten dafür Bauernsöhne an.
Die
Gier wird größerIm Laufe des 9. Jahrhunderts veränderten die nordischen Seeräuber ihre Raubstrategie.
Sie griffen jetzt die Städte mit größeren Formationen an und erpreßten Tribute und Lösegelder.
Paris mußte sich im Jahre 884 mit 12.000 Pfund Gold und Silber „Dangeld“ auslösen.
Orte und unterworfene
Stämme, die nicht zahlen konnten oder wollten, wurden erbarmungslos niedergebrannt.
Bei den nordischen
Räubern wuchs die Habgier.
Ein geldkranker Geiz – „Fesjukr“ auf altnordisch – beseelte nach zeitgenössischen
Berichten die ‘edlen Wilden’.
Die gestohlenen Schätze verbuddelten sie in ihrer Heimat.
Die erste Mafia
EuropasIm 10. Jahrhundert bauten die Nordmänner ein mafia-ähnliches Tributsystem auf.
Die unterworfenen
Stämme mußten ihre Tribute in Viking-Stützpunkten wie Yorvik, Dublin oder Schleswig abliefern.
Die
irischen Kelten und Angelsachsen brachten Wolle und Schafe.
Die Finnen und Samen kamen mit Fellen, die
Ostsee-Slawen mit Honig und Feldfrüchten.
Sklavenhandel im großen StilDie Nordmänner waren besonders
auf ein Gut erpicht – auf Sklaven.
Skandinavische Menschenräuber folgten dem Grundsatz, daß die Slaven
zum Sklavendienst bestimmt wären.
Die NS-Rassentheorie schloß an das nordische Herrenmenschentum an.
Ein Teil der Versklavten mußten in Skandinavien für die Wikinger schuften.
In den eroberten Gebieten
Englands und Irlands sowie bei der Urbarmachung Islands wurden zehntausend keltische Sklaven eingesetzt.
In Ermangelung von Pferden ließ der Großbauer Hjorleif keltische Sklaven vor den Pflug spannen. Dafür
wurde er allerdings von ihnen erschlagen.
Zulieferer für die HaremsDie schwedischen Waräger konzentrierten
sich auf die Sklavenjagd in den russischen Weiten.
Die nordischen „Rus“ – schwedische Drachenboot-Ruderer –
raubten dort Frauen und Kinder. Diese wurden über arabische und jüdische Sklavenhändler an die Harems
reicher Muselmanen verkauft.
In russischen Wikingersiedlungen wurden mehr als 220.000 arabische Münzen
gefunden, geprägt zwischen Samarkand und Bagdad.
Arabische Reisende berichteten, wie die nordischen
Wilden weibliche Sklaven vor dem Verkauf mißbrauchten – vor den Augen von Händlern und Freunden.
Den
Muselmanen ist der unbegrenzte Verkehr mit Sklavinnen zwar erlaubt. Dennoch war der arabische Chronist
Ahmad Ibn Fadlan († 950) über die Erniedrigung der Frauen durch die Nordmänner entsetzt.
Wie heute:
Sexuelle Unterdrückung der FrauIn den englischen Militärlagern der Wikinger mußte ein Heer angelsächsischer
Mädchen den dekadenten Kriegern zu Diensten sein.
Der sexuelle Mißbrauch von Sklavinnen – der in obszönen
Liedern gefeiert wurde – hatte fatale Auswirkungen auf die Familienverhältnisse in Skandinavien.
Die
strengen germanischen Eheregeln, von denen Tacitus um 100 nach Christus berichtet, waren im Nordeuropa
des 10. Jahrhunderts der Demütigung der Frauen gewichen.
Die Männer sahen in den Mädchen und Frauen
ihres Volkes eine sexuelle Verfügungsmasse.
Das Christentum bringt LichtErst mit der Christianisierung
unter König Olaf Haraldsson († 1030) verbesserte sich die Lage.
Der später heiliggesprochene König
führte in den meisten norwegischen Gauen das sogenannte ‘Christenrecht’ ein:
Das Aussetzen kranker,
behinderter und ungewollter Kinder wurde verboten. Die Polygamie kam zu einem Ende.
Der herrische Begattungsakt
als Ehebeginn wurde durch das freiwillige und unwiderrufliche „Ja“ der kirchlichen Eheschließung ersetzt.
Der König bannte die Blutrache sowie den Sklavenhandel.
Die Missionierung wurde erst 120 nach Olavs
Tod an seiner Grabeskirche durch den englischen Kardinal Nicholas Breakespear – den späteren Papst Hadrian
IV. († 1159) – abgeschlossen.
Die Wende von der germanischen Barbarei zur christlichen Zivilisation der
Norweger ist allerdings dem großen Heiligen König Olav zu verdanken.
Deshalb ist die Wiederbelebung
der Pilgerfahrten auf sechs Routen zum Grab des Heiligen Olavs in Nidaros bei Trondheim sinnvoller als
die mediale Neuinszenierung barbarischer Wilder.
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