11:27:55 | Donnerstag, 13. Januar 2011
Es ist wie damals in Nachkriegsdeutschland: „Die übrig gebliebenen, völlig verarmten Menschen der Stadt, hausen in diesem einzigen Bunker. Tausende hocken hier beisammen. Es herrscht ein verpesteter Gestank.“

Priesterseminar in Haiti
© Pressebild Kirche in Not(kreuz.net) Die Kirche in Haiti befindet sich nach dem verheerenden Erdbeben vom Januar 2010 immer noch
im Ausnahmezustand.
Das berichtet der Lateinamerika-Referent des internationalen katholischen Hilfswerks
‘Kirche in Not’, Rafael D’Aqui.
Nach dem Ausbruch der Cholera und der Eskalation der Gewalt nach den
letzten Wahlen ist die Zukunft weiterhin ungewiß.
Priesterseminar unter Palmen„Im nationalen Priesterseminar
in Lillavois lernen zurzeit 270 Seminaristen in Zelten unter Palmen Theologie und Philosophie.“
Das Erdbeben
hat das Priesterseminar von Port-au-Prince zerstört. Viele Seminaristen wurden damals unter den Trümmern
begraben.
„Wir haben geholfen, Land für ein neues Priesterseminar zu kaufen“ – erzählt D’Aqui.
Der
Nuntius hofft, den Grundstein im Januar legen zu können.
Bis der Bau fertig ist, bleiben die Seminaristen
in den Zelten.
Ein Auto soll angeschafft werden, um die Versorgung mit Nahrungsmitteln zu erleichtern
und um die angehenden Priester zu den Menschen zu bringen.
Arme Schwestern helfen den ArmenDie Kleinen
Schwestern von der heiligen Thérèse arbeiten in dem kleine Vorort Rivière Froid – unweit der Hauptstadt
Port au Prince.
Sie kümmern sich um die in großer Armut lebenden Bewohner der unzugänglichen Berge
Haitis.
Durch das Erdbeben haben die Ordensfrauen fast alle ihre Häuser verloren. 150 ihrer Schüler
und vier Schwestern kamen beim Einsturz der Gebäude ums Leben.
Seitdem leben die fünfzig überlebenden
Schwestern zusammengepfercht in einem vom Erdbeben schwer beschädigten Haus.
Einige von ihnen sind alt
und gebrechlich.
Wie im zerbombten DeutschlandDer Bericht ihres Länderreferenten habe sie „an die
Lage im Nachkriegsdeutschland“ erinnert – erklärte die Geschäftsführerin von ‘Kirche in Not’, Karin
Maria Fenbert.
Damals schrieb Pater Werenfried van Straaten – der Gründer des Hilfswerks – über eine
zerbombte Stadt:
„Es ist fast nichts mehr davon übrig, nur ein riesenhafter Bunker, wie sie die Deutschen
überall gebaut haben, um die Bevölkerung vor den Bomben zu schützen.
Die übrig gebliebenen, völlig
verarmten Menschen der Stadt, hausen in diesem einzigen Bunker. Tausende hocken hier beisammen. Es herrscht
ein verpesteter Gestank.“
Dann fährt der Pater weiter: „Wieder wird es Weihnachten, und Christus verlangt
danach, von den Seinen aufgenommen zu werden.
Unsichtbar wandert er auf unseren Straßen.
Seid dann
nicht wie die Raubtierherde von Bethlehem, wie die gleichgültigen Wirtsleute, wie die wohlhabenden Bürger
in den Kammern ihrer provinziellen Selbstzufriedenheit.
Öffnet eure Türen und eure Herzen einer jeden
Not, welche die Not Christi ist.“
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#8
Peru 13:46:29 | Freitag, 14. Januar 2011
#7
Pontifex 13:34:18 | Freitag, 14. Januar 2011
#5
visitator 23:39:10 | Donnerstag, 13. Januar 2011
#4
Goldengel 12:48:33 | Donnerstag, 13. Januar 2011
#2
jolie 11:49:35 | Donnerstag, 13. Januar 2011
#1
ErnstSchneider 11:30:23 | Donnerstag, 13. Januar 2011