10:27:06 | Dienstag, 18. Januar 2011
Das katholische Hilfswerk ‘Kirche in Not’ sammelt offiziell für die armen Negerlein. Doch üppige Summen werden auch an Webseiten abgezweigt, deren Hauptanliegen das Sammeln von Spenden ist.

Die Linzer Kommerzseite ‘kath.net’
(kreuz.net) Pfarrer Roland Breitenbach (74) von Schweinfurt will das katholische Hilfswerk ‘Kirche in
Not’ künftig nicht mehr unterstützen.
Das erklärte er kürzlich in seinem langweiligen altliberalen
‘Liturgie-Letter’, in dem er wöchentlich seine selbstgestrickten Meßtexte veröffentlicht.
Der Grund:
‘Kirche in Not’ unterstütze die „einschlägig bekannte“ Spendensammler-Seite ‘kath.net’.
Nach Angaben
von Hw. Breitenbach hat ‘Kirche in Not’ die finanzielle Unterstützung für ‘kath.net’ bestätigt.
Gleich
zweimal fordert er seine Leser in dem Newsletter auf, ‘Kirche in Not’ mit Spendenentzug zu bestrafen.
Der Geistliche bezeichnet die finanzielle Unterstützung von ‘kath.net’ gar als „Veruntreuung“ von Spendengeldern.
Nach eigenen Angaben leistet ‘Kirche in Not’ überall dort Hilfe, „wo die Katholische Kirche verfolgt
wird oder durch andere Notlagen in der Erfüllung ihrer Sendung behindert ist.“
Üppige SummenHw. Breitenbach
verschweigt die Summen, die ‘
Kirche in Not’ an ‘kath.net’ bezahlt.
In den letzten beiden Jahren erhielt
das neokonservative Portal jährlich satte 20.000 Euro zugesteckt.
Das ist nicht alles. ‘Kirche in Not’
schaufelt dem Portal zusätzlich über Werbungen Geld zu.
Beispielsweise buchte das Hilfswerk während
des ganzen Jahres 2010 die sehr teure Werbung innerhalb der Artikel.
Der Banner wechselte jeden Monat.
Im Januar warb es für die Erdbebenopfer in Haiti, im Februar für Gebetsanliegen, im März für das Glaubenspaket,
im April für den Pilgerbegleiter „Prayerbox“, im Mai für ein Fatima-Buch, im Juni für die „Aktion Ninive“,
im Juli für ein Kindergebetsbuch, im August für einen Reisebegleiter, im September für Pakistan, im
Oktober für eine Mini-Bibel, im November für Meß-Stipendien und im Dezember für Weihnachtsgeschenke.
Diese Werbungform kostet im Monat satte 950 Euro. Bei einer längeren Buchung können bis zwanzig Prozent
Rabatt abgezogen werden.
Im ersten Halbjahr 2009 sowie im November 2010 bezahlte das Hilfswerk auch den
Werbebanner auf der linken Seite jedes Artikels unter dem winzigen Bild.
Auch diese Werbung kostet monatlich
950 Euro.
Den günstigeren Bannerplatz rechts außen auf der völlig mit Werbung zugemüllten Kommerzseite
buchte das Hilfswerk auch noch.
Beispielsweise liefen im November 2009 zwei Werbebanner für Weihnachtsgeschenke
und Postkarten.
Im März 2010 bewarb ‘Kirche in Not’ ein Kreuzweg-Büchlein, im Mai ein Rosenkranz-Set
oder im September Meß-Stipendien für notleidende Priester.
Seit Dezember 2010 laufen an dieser Stelle
zwei Werbebanner für Weihnachtsgeschenke und für eine Kinderbibel.
Intern wurde das Geld als „Medienapostolat“
verbucht.
‘Kirche in Not’ unter RechtfertigungsdruckBereits im Frühjahr 2009 gab es wegen der fürstlichen
Unterstützung für ‘kath.net’ mehrere Angriffe gegen ‘Kirche in Not’.
In dem Kontext verfaßte der österreichische
Nationaldirektor von ‘Kirche in Not’, Herbert Rechberger, Anfang April 2009 eine Rechtfertigung für den
üppigen Geldfluß.
Das Hilfswerk unterstützte verschiedene Medienprojekte weltweit – erklärte Rechberger.
Voraussetzung für die Unterstützung sei immer die Zustimmung eines Bischofs.
Für ‘kath.net’ sei diese
Zustimmung von einem deutschen und zwei österreichischen Bischöfen gekommen.
Doch in der Praxis zahlte
‘Kirche in Not’ jeweils nach einem Empfehlungsschreiben des altliberalen Wiener Kardinals Christoph Schönborn.
Rechberger verteidigt die Kommerzseite in seiner Erklärung als „konservativ und papsttreu“.
Das würde
von einigen, auch kirchlichen Medien, als grober Fehler betrachtet – nimmt er ‘kath.net’ in Schutz.
Gleichzeitig
gibt Rechberger zu, daß die Spendensammler-Seite „in einigen Fällen »tendenziös«“ berichte.
‘kreuz.net’
hilft ‘kath.net’ beim SpendensammelnRechberger schließt seine Selbstrechtfertigung mit einem Frontalangriff
gegen das – von Spenden unabhängige – europaweit größte katholische Nachrichtenportal ‘kreuz.net’.
Es sei absolut unfair, die Kommerzseite ‘kath.net’ mit ‘kreuz.net’ in einen Topf zu werfen – entschuldigt
sich Rechberger ungefragt:
Das Portal ‘kreuz.net’ sei angeblich „wirklich agressiv, verhetzend und auch
antisemitisch“ – zeigt er nach seinem frommen Getue plötzlich die Zähne.
Eine „Nähe zu Piusbruderschaft
ist augenscheinlich“ – spuckt Rechberger sodann altgläubigen Spendern ins Gesicht.
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