Medien
Noch rollt der Rubel
Das katholische Hilfswerk ‘Kirche in Not’ sammelt offiziell für die armen Negerlein. Doch üppige Summen werden auch an Webseiten abgezweigt, deren Hauptanliegen das Sammeln von Spenden ist.
Die Linzer Kommerzseite 'kath.net'
Die Linzer Kommerzseite ‘kath.net’
(kreuz.net) Pfarrer Roland Breitenbach (74) von Schweinfurt will das katholische Hilfswerk ‘Kirche in Not’ künftig nicht mehr unterstützen.

Das erklärte er kürzlich in seinem langweiligen altliberalen ‘Liturgie-Letter’, in dem er wöchentlich seine selbstgestrickten Meßtexte veröffentlicht.

Der Grund: ‘Kirche in Not’ unterstütze die „einschlägig bekannte“ Spendensammler-Seite ‘kath.net’.

Nach Angaben von Hw. Breitenbach hat ‘Kirche in Not’ die finanzielle Unterstützung für ‘kath.net’ bestätigt.

Gleich zweimal fordert er seine Leser in dem Newsletter auf, ‘Kirche in Not’ mit Spendenentzug zu bestrafen.

Der Geistliche bezeichnet die finanzielle Unterstützung von ‘kath.net’ gar als „Veruntreuung“ von Spendengeldern.

Nach eigenen Angaben leistet ‘Kirche in Not’ überall dort Hilfe, „wo die Katholische Kirche verfolgt wird oder durch andere Notlagen in der Erfüllung ihrer Sendung behindert ist.“

Üppige Summen

Hw. Breitenbach verschweigt die Summen, die ‘Kirche in Not’ an ‘kath.net’ bezahlt.

In den letzten beiden Jahren erhielt das neokonservative Portal jährlich satte 20.000 Euro zugesteckt.

Das ist nicht alles. ‘Kirche in Not’ schaufelt dem Portal zusätzlich über Werbungen Geld zu.

Beispielsweise buchte das Hilfswerk während des ganzen Jahres 2010 die sehr teure Werbung innerhalb der Artikel.

Der Banner wechselte jeden Monat. Im Januar warb es für die Erdbebenopfer in Haiti, im Februar für Gebetsanliegen, im März für das Glaubenspaket, im April für den Pilgerbegleiter „Prayerbox“, im Mai für ein Fatima-Buch, im Juni für die „Aktion Ninive“, im Juli für ein Kindergebetsbuch, im August für einen Reisebegleiter, im September für Pakistan, im Oktober für eine Mini-Bibel, im November für Meß-Stipendien und im Dezember für Weihnachtsgeschenke.

Diese Werbungform kostet im Monat satte 950 Euro. Bei einer längeren Buchung können bis zwanzig Prozent Rabatt abgezogen werden.

Im ersten Halbjahr 2009 sowie im November 2010 bezahlte das Hilfswerk auch den Werbebanner auf der linken Seite jedes Artikels unter dem winzigen Bild.

Auch diese Werbung kostet monatlich 950 Euro.

Den günstigeren Bannerplatz rechts außen auf der völlig mit Werbung zugemüllten Kommerzseite buchte das Hilfswerk auch noch.

Beispielsweise liefen im November 2009 zwei Werbebanner für Weihnachtsgeschenke und Postkarten.

Im März 2010 bewarb ‘Kirche in Not’ ein Kreuzweg-Büchlein, im Mai ein Rosenkranz-Set oder im September Meß-Stipendien für notleidende Priester.

Seit Dezember 2010 laufen an dieser Stelle zwei Werbebanner für Weihnachtsgeschenke und für eine Kinderbibel.

Intern wurde das Geld als „Medienapostolat“ verbucht.

‘Kirche in Not’ unter Rechtfertigungsdruck

Bereits im Frühjahr 2009 gab es wegen der fürstlichen Unterstützung für ‘kath.net’ mehrere Angriffe gegen ‘Kirche in Not’.

In dem Kontext verfaßte der österreichische Nationaldirektor von ‘Kirche in Not’, Herbert Rechberger, Anfang April 2009 eine Rechtfertigung für den üppigen Geldfluß.

Das Hilfswerk unterstützte verschiedene Medienprojekte weltweit – erklärte Rechberger.

Voraussetzung für die Unterstützung sei immer die Zustimmung eines Bischofs.

Für ‘kath.net’ sei diese Zustimmung von einem deutschen und zwei österreichischen Bischöfen gekommen.

Doch in der Praxis zahlte ‘Kirche in Not’ jeweils nach einem Empfehlungsschreiben des altliberalen Wiener Kardinals Christoph Schönborn.

Rechberger verteidigt die Kommerzseite in seiner Erklärung als „konservativ und papsttreu“.

Das würde von einigen, auch kirchlichen Medien, als grober Fehler betrachtet – nimmt er ‘kath.net’ in Schutz.

Gleichzeitig gibt Rechberger zu, daß die Spendensammler-Seite „in einigen Fällen »tendenziös«“ berichte.

‘kreuz.net’ hilft ‘kath.net’ beim Spendensammeln

Rechberger schließt seine Selbstrechtfertigung mit einem Frontalangriff gegen das – von Spenden unabhängige – europaweit größte katholische Nachrichtenportal ‘kreuz.net’.

Es sei absolut unfair, die Kommerzseite ‘kath.net’ mit ‘kreuz.net’ in einen Topf zu werfen – entschuldigt sich Rechberger ungefragt:

Das Portal ‘kreuz.net’ sei angeblich „wirklich agressiv, verhetzend und auch antisemitisch“ – zeigt er nach seinem frommen Getue plötzlich die Zähne.

Eine „Nähe zu Piusbruderschaft ist augenscheinlich“ – spuckt Rechberger sodann altgläubigen Spendern ins Gesicht.
      
11 Lesermeinungen
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#14   wickerl   09:07:16 | Donnerstag, 20. Januar 2011
Kathnet
Ich sehe inzwischen nichts mehr was bei Kreuznet die Not der Kirche lindern könnte, sie passen sich den Altliberalen immer mehr an, und schnauzen die Leserbriefschreiber an und zensurieren auf Teufel komm raus. Zum Einschlafen ist die Site aber ausgezeichnet, jeden Tag vor dem zu Bett gehen 5 Minuten Kath.net ist das beste vorstellbare Betthupferl
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#10   polenpaule   16:15:05 | Dienstag, 18. Januar 2011
Und wer ist auf dem Bild?
Ein Hölleninsasse, der seelig sein sollen, Na so etwas, wird auch für den gegenwärtigen schon die „Seligsprechung“ vorbereitet, weil er auch schon nachweisliche Wunder vollbracht hat? Welche? Die Piusbruderschaft z. B. zu ködern, um sie unschädlich für den Konziliarismus zu machen? Es lebe Assisi und die Verdummung der Restgläubigen/-zahler der römischen Gemeinschaft!
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#9   SignumSalutis †   12:05:22 | Dienstag, 18. Januar 2011
re.au vs. re.drau
Aha, jetzt geht das interne Wadenbeißen zwischen „rechtsaußen“ und „rechtsdraußen“ wieder los …
:-[
Ob es alle wirklich interessant finden, weiß ich nicht, m. E. gibt es seriöse Berichterstattung nur von Seiten wie dem Kölner Domradio – mit Abstand das Beste!
SignSal
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#8   Guiseppe   11:56:42 | Dienstag, 18. Januar 2011
kreuz.net geht jetzt mit Pfr. Breitenbach
„Es sei absolut unfair, die Kommerzseite ‘kath.net’ mit ‘kreuz.net’ in einen Topf zu werfen – entschuldigt sich Rechberger ungefragt.
Das Portal ‘kreuz.net’ sei angeblich „wirklich agressiv, verhetzend und auch antisemitisch“ – zeigt er nach seinem frommen Getue plötzlich die Zähne.“
Rechberger hat hier aber vollkommen recht. Langjährige Beobachter von kreuz.net haben dies auch erkannt und können Rechberger hier voll bestätigen.
„Eine „Nähe zu Piusbruderschaft ist augenscheinlich“ – spuckt Rechberger sodann altgläubigen Spendern ins Gesicht.“
Die „Altgläubigen“, die bei Kirche in Not spenden und zu denen ich auch gehöre, werden durch diese Tatsachenfeststellung Rechbergers keineswegs gekränkt.
Rechbergers Beobachtungen müssen noch durch die Feststellung ergänzt werden, dass es sich bei kreuz.net um ein permanentes Jammerlappen- und Heulsusenportal handelt.
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#7   Mr. Nerd †   11:28:52 | Dienstag, 18. Januar 2011
kath.net schupst die Leute, die dem Zauberer nicht gefallen
auf kreuz.net . *lol*
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#6   Unschuld   11:22:59 | Dienstag, 18. Januar 2011
kath.net
ist doch eine sehr schöne Seite. Wieso sich der Mann darüber aufregt, ist mir ein Rätsel! Ist er vielleicht vom Glauben abgefallen?
Gruß
Unschuld
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#5   M. Kirschbaum   11:03:47 | Dienstag, 18. Januar 2011
Gegen entsprechende Spende
hätten die sogar den Kommentar von Manfred unterschlagen und mir genügend Raum für Repliken gegeben. Aber es war ja, wie bekannt, was anderes in Planung. So konnte ich mir die Kohle sparen …
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#4   wolfgang e.   11:02:31 | Dienstag, 18. Januar 2011
och Kirschbaum,
jetzt sei doch nicht so…
Nur weil kath.net alle deine früheren Artikel gelöscht hat…
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#3   M. Kirschbaum   10:59:39 | Dienstag, 18. Januar 2011
ja, kath.net
ist in der Tat nicht förderungswürdig. Allerdings erweist sich die Seite doch immer mehr als die politisch etwas vorsichtigere kleine Schwester von k.net
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#2   wolfgang e.   10:59:22 | Dienstag, 18. Januar 2011
kreuz.net ist selbst schuld.
Kein Katholik kann eine Seite unterstützen, die den Papst als „Kondompapst“ beschimpft. Das geht einfach nicht.
Da kann kreuz.net noch so sehr vor Neid erblassen, aber auf diese Weise wird es auch von Kirche-in-Not keine Unterstützung erhalten.
kreuz.net hat es am Anfang auch mit Werbe-Bannern probiert. Nachddem die Berichterstattung hier aber immer mehr in eine Schieflage geriet, wollte keiner mehr hier werben.
Abgesehen davon ist Werbung von Kirche-in Not auf kath.net sehr zielführend, da hier direkt ein Klientel erreicht wird, dass bereit ist, für Kirche-in-Not zu spenden. Da kommt dadurch locker mehr an Spenden herein, als für Werbung ausgegeben wird.
Ja, und tatsächlich ist kath.net papsttreu. Das kann man von kreuz.net leider nicht behaupten.
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#1   Simon Boccanegra   10:36:23 | Dienstag, 18. Januar 2011
Das braucht sich kreuz.net nicht gefallen zu lassen!
In der Tat kungeln die Neokonservativen gerne miteinander, um gegen glaubenstreue Katholiken wie die Betreiber von kreuz.net ausfällig zu werden. Auch unter den deutschsprachigen Bischöfen gibt es viele, die das Elend von Informationsdiensten wie KNA klar erkennen. Sie haben dann aber keinen Mut und fördern kommerzielle, wachsweiche und politisch korrekte Seiten wie kath.net.
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Es wurden 3 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
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