14:25:38 | Samstag, 28. Mai 2005
In Deutschland wird der Zusammenbruch der Kirche konkret. Zur Zeit arbeitet das Bistum Fulda an einem massiven Abbau der Pfarreien. Stellungnahmen dagegen unterdrückt der Bischof höchstpersönlich. Sogar in weltlichen Medien. Ein Leserbrief von Günther Brand aus der katholischen Tageszeitung „Die Tagespost“.
(kreuz.net, Fulda) Der „Tagespost“ ein von Herzen kommendes Dankeschön, daß sie
das heiße Eisen „Kooperative
Pastoral“ angepackt hat! Wer sich näher damit beschäftigt, merkt die große Brisanz dieser Thematik.
Seitdem über die geplanten Pastoralverbünde im Bistum Fulda kritisch berichtet wird, spürt man, wie
umstritten diese sind. Mittlerweile wird auch deutlich, daß es sich um eine Angelegenheit handelt, die
in etwas abgewandelter Form mehrere deutsche Diözesen betrifft.
Mit welchem Nachdruck man die neuen
Strukturen einführen möchte, werde allerdings besonders im Bistum Fulda deutlich: Die öffentliche Berichterstattung
hatte mit Beginn des ‘Pastoralen Prozesses’ zunächst in der Bistumszeitung Bonifatiusbote begonnen.
Vereinzelt berichteten dann regionale Tageszeitungen im Bereich der Diözese über verschiedene Aktionen
des ‘Pastoralen Prozesses’, insbesondere über die sogenannten Impulstage, zu denen Geistliche und haupt-
und ehrenamtliche Laien eingeladen wurden.
In der Öffentlichkeit entstand der Eindruck, die Vorhaben
der Diözese seien notwendig und sinnvoll.
Alle möglichen Leute durften auf den Impulstagen mitreden,
diskutieren und Fragen stellen: Die Schaffung neuer Strukturen sei absolut erforderlich und nicht mehr
aufzuhalten.
Währenddessen brodelte es seit langem unter der Oberfläche.
Nicht wenige Geistliche aus
allen Teilen des Bistums diskutierten die geplanten Veränderungen und äußerten ihren Unmut, ebenso
die Gläubigen, soweit sie die Pläne durchschauten.
Der von den Initiatoren des ‘Pastoralen Prozesses’
gewünschte Dialog kam in Gang. Je größer sich aber der Nachdruck von Seiten des Bistums äußerte,
desto stärker entwickelte sich der Widerstand hinter vorgehaltener Hand.
Kaum einer wagte allerdings
öffentlich Bedenken zu äußern.
Kritische Eingaben landeten – so die Schilderungen – meist auf den
Schreibtischen von besonders Beauftragten des Generalvikariates für den ‘Pastoralen Prozeß’. Eingaben
wurden zwar zur Kenntnis genommen, Fragen aber nur unzureichend oder überhaupt nicht beantwortet. Beschwichtigend
und vertröstend fühlten sich zahlreiche Geistliche und Laien abgefertigt und in ihrer Kritik unverstanden.
Schließlich sollte es doch einen Dialog geben.
Bis heute wissen viele Gläubige in der Diözese noch
gar nicht, was ‘Pastoraler Prozeß’ bedeutet, geschweige denn, welche Ziele beabsichtigt sind. Grund dürfte
mangelnde Aufklärung und teils sehr geringe und einseitige Öffentlichkeitsarbeit sein.
Nachdem sechs
pfarrliche Gremien aus dem thüringischen Teil der Diözese Fulda zusammen
mit ihrem Pfarrer ihre Bedenken
zu den Strukturveränderungen in der Südthüringer Zeitung geäußert hatten, hat sich eine mittlerweile
bundesweite Mediendiskussion in Presse und Internet entzündet.
Allerdings soll diese wohl wieder unterdrückt
werden.
Inzwischen ist durch ein Redaktionsmitglied der Fuldaer Zeitung bekannt geworden, daß nach einem
Gespräch mit Bischof Algermissen dort keine Leserbriefe mehr zu dieser Thematik veröffentlicht werden.
Auffällig ist weiterhin, daß sich niemand von den Geistlichen und Gläubigen des thüringischen Dekanates
Geisa mehr in der Öffentlichkeit äußert.
Was ist dort passiert?
Es bleibt die Hoffnung, daß die
beabsichtigten Reformen in Fulda und das Problem der „Kooperativen Pastoral“ im allgemeinen wenigstens
in der „Tagespost“ und hoffentlich auch in anderen Medien nicht totgeschwiegen werden.
Leserbrief von
Günther Brand: Die Tagespost vom 21. Mai 2005
Pastorale Verbünde und Prozesse in den deutschen Diözesen:
Zur Kooperativen Seelsorge
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#5
Laurentius2 12:05:41 | Montag, 30. Mai 2005
#4
turnschuhfan 20:08:06 | Sonntag, 29. Mai 2005
#3
Toby 18:01:24 | Sonntag, 29. Mai 2005
#2
Konrad 08:43:36 | Sonntag, 29. Mai 2005
#1
Konrad 17:24:30 | Samstag, 28. Mai 2005