10:38:23 | Donnerstag, 3. Februar 2011
Die US-Regierung bezahlt seit langem arabische Marionettenregime, damit diese die US-israelischen Interessen vertreten und nicht jene der arabischen Menschen. Von Paul Craig Roberts.

Proteste in Ägypten
© Nasser Nouri, CC(kreuz.net/
‘antikrieg.com’) Die Scheinheiligkeit der US-Regierung läßt sich wieder einmal nicht überbieten.
Sie ist in Irak und Afghanistan einmarschiert, hat große Teile dieser Länder – auch ganze Dörfer und
Städte – in Schutt und Asche gelegt und unzählige Zivilisten massakriert, um dort „die Demokratie zu
bringen“.
Doch nachdem die Ägypter tagelang auf den Straßen „Mubarak muß gehen“ gefordert haben, steht
die US-Regierung noch immer an der Seite seiner Herrschermarionette.
Sie meint sogar, daß Mubarak, der
drei Jahrzehnte lang einen Polizeistaat betrieben hat, die geeignete Person sei, um die Demokratie in
Ägypten einzuführen.
Am 30. Januar erklärte die US-Außenministerin Hillary Clinton, daß das „Amerika
der Freiheit und Demokratie“ die Entfernung des ägyptischen Diktators weder anstrebt noch unterstützt.
Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu sagte den USA und Europa, daß Kritik an Mubarak eingeschränkt
werden müsse, „um die Stabilität in der Region aufrechtzuhalten.“
Unter „Stabilität“ versteht Netanyahu
die uneingeschränkte Möglichkeit Israels, die Palästinenser weiterhin zu unterdrücken und ihr Land
zu stehlen.
Ein gutbezahlter Vollstrecker der
US-israelischen InteressenDrei Jahrzehnte lang war Mubarak der gut bezahlte Vollstrecker für die USA
und Israel. Er schottete Gaza von der Außenwelt ab und verhinderte Hilfslieferungen über die ägyptische
Grenze.
Mubarak und seine Familie sind dank dem US-Steuerzahler Multimilliardäre geworden.
Weder Republikaner
noch Demokraten wollen ihre gewichtige Investition in Mubarak verlieren.
Die Regierung der USA korrumpiert
seit langem arabische Regierungen und bezahlt von ihr eingesetzte Herrscher, damit diese die US-israelischen
Interessen vertreten und nicht jene der arabischen Menschen.
Die Araber sind mit der US-finanzierten
Unterdrückung viele Jahre lang irgendwie zurechtgekommen.
Doch jetzt zeigen sie Zeichen der Rebellion.
Die USA sind das ProblemDer mörderische von den USA unterstützte Diktator in Tunis wurde vom Volk
gestürzt.
Die Rebellion hat sich auf Ägypten ausgeweitet.
Es gibt Straßenproteste gegen die von den
USA unterstützten Herrscher in Jemen und Jordanien.
Die Aufstände haben vielleicht Erfolg und können
die Herrschermarionetten vertreiben.
Aber wird dabei am Ende mehr herauskommen als der Austausch der
alten US-Herrschermarionette mit einer neuen?
Mubarak wird wohl gehen.
Aber wer immer seine Stelle einnimmt,
wird sich wahrscheinlich in demselben US-Zaumzeug wiederfinden.
Es kann gar nichts nachkommenEs ist
typisch für Diktatoren, alternative Führungskräfte zu eliminieren.
Potentielle Führer werden entweder
ermordet, ins Exil geschickt oder eingesperrt.
Darüber hinaus läßt alles, was keine vollwertige Revolution
ist – wie zum Beispiel die iranische – eine Bürokratie übrig, die es gewohnt ist, die Alltags-Geschäfte
zu führen.
Außerdem haben sich Ägypten und das Militär des Landes an die US-Unterstützung gewöhnt
und werden wünschen, daß das Geld weiterhin fließt.
Dieser Geldfluß stellt den Kauf der Ersatzregierung
sicher.
Da der US-Dollar die Weltreservewährung ist, hat die Regierung der USA die Möglichkeit, andere
Länder finanziell zu isolieren, wie zum Beispiel den Iran.
Eines von zwei Dingen müßte passieren
Um dem Griff Amerikas zu entkommen, müßte eines von zwei Dingen passieren.
Die Revolution müßte die
arabische Welt ausfegen und zu einer wirtschaftlichen Einheit führen, die eine eigenständige Wirtschaftsentwicklung
fördern könnte – oder der US-Dollar müßte als Weltwährung versagen.
Die Uneinigkeit der Araber war
lange der Hebel, mit dem die Staaten des Westens den Mittleren Osten dominiert haben.
Ohne diese Uneinigkeit
hätten Israel und die USA nicht mit den Palästinensern in der Weise umspringen können, wie sie es Jahrzehntelang
getan haben.
Ohne diese Uneinigkeit hätten die USA nicht in den Irak einmarschieren können.
Es ist
unwahrscheinlich, daß die Araber auf einmal untereinander einig werden.
Schwachstelle DollarDer Zusammenbruch
des Dollars liegt schon eher im Bereich des Möglichen.
Denn die Politik der US-Regierung, das Budget-
und das Handelsdefizit zu maximieren sowie die Politik der Notenbank, das Budgetdefizit und die betrügerischen
Papierwerte der großen Banken zu Geld zu machen, führt den Dollar in den Untergang.
Während die Zufuhr
von Dollars zunimmt, nimmt der Wert ab.
Vielleicht ist der Tag nicht mehr weit, an dem die Herrscher
aufhören, ihre eigenen Völker für US-Geld zu verkaufen.
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