Schweiz
Die Schweiz schafft es vor der Volksrepublik China
Im Juni beabsichtigt die Schweizerische Eidgenossenschaft diplomatische Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl aufzunehmen. Der Haß gegen die Kirche ist im Lande aber nach wie vor sehr verbreitet.
(kreuz.net, Bern) Am 16. Juni wird Botschafter Jean-François Kammer dem Heiligen Vater seine diplomatischen Kredentialien überreichen. Damit wird Kammer der erste Botschafter der Schweiz beim Heiligen Stuhl seit 1873.

Bereits seit dem Jahre 1991 gibt es eine „besondere Gesandtschaft“ der Schweiz beim Heiligen Stuhl. Kammer ist der gegenwärtige Leiter dieser Mission.

Kammer dient im Vollamt als Botschafter der Schweiz in Tschechien. Bisher nahm er seine Aufgaben als besonderer Gesandter im Vatikan wahr, indem er von Zeit zu Zeit nach Rom reiste.

Vor dem Jahre 1991 gab es überhaupt keine offiziellen diplomatischen Kontakte zwischen der Schweiz und dem Vatikan, obwohl die Mehrheit der Bewohner des Vatikans – die Schweizergarde und ihr Kaplan – auch einen Schweizerpaß besitzt.

Anlaß für die Einrichtung der besonderen Gesandtschaft der Schweiz beim Heiligen Stuhl im Jahre 1991 war der diözesane und nationale Aufstand gegen den damaligen Bischof von Chur, Mons. Wolfgang Haas.

Chur befinden sich in der Südostschweiz. Die Diözese Chur umfaßt die größte Schweizer Stadt, Zürich.

Schweizer Politiker bis hinauf in den Bundesrat kämpften an vorderster Front gegen den Churer Bischof, der vergeblich versuchte, seine Diözese in die katholische Normalität zurückzuführen.

Während ihres Kampfs gegen den Bischof spürten der Schweizerische Bundesrat und die Kantonsregierungen den Mangel eines politischen Drahtes in den Vatikan, um die Intrigen gegen Mons. Haas effizient bis nach Rom zu tragen.

Die Früchte der besonderen Gesandtschaft ließen nicht lange auf sich warten. Bereits im Jahr 1993 setzte Rom Mons. Haas zwei Weihbischöfe vor die Nase.

Vier Jahre später kapitulierte Papst Johannes Paul II. ganz und setzte den Bischof von Chur ab.

Das definitive diplomatische Tauwetter zwischen der Schweiz und dem Vatikan begann während der letzten Papstreise in die Schweiz.

Johannes Paul II. besuchte das Land im Juni 2004 für ein Jugendtreffen in Bern.

Die Beziehungen zwischen dem Vatikan und der Schweiz wurden 1873 während des Kulturkampfs unterbrochen. Die Eidgenossenschaft und viele Kantone wurden damals von antiklerikalen und sehr kirchenfeindlichen Regierungen beherrscht.

Erst 1920 kehrte der Nuntius wieder nach Bern zurück.
      
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