23:24:53 | Sonntag, 6. Februar 2011
Jetzt krähen die deutschen Katholiken-Funktionäre und Gremienrebellen mit hochgereckten Hälsen „Umsturz“ und „Neuanfang“ und wollen eine neue Hackordnung im Hühnerhof.

Die Priester versprechen die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen.
© Catholic Church (England and
Wales), CC(kreuz.net) „Rechtzeitig vor dem Papstbesuch bereiten deutsche Theologen und Politiker den Abriß der
Katholischen Kirche vor“.
Das erklärte der Feigenblatt-Journalist Matthias Matussek heute auf der Webseite
der kirchenfeindlichen deutschen Webseite ‘spiegel.de’.
Matussek meint die gegenwärtige Anti-Zölibats-Kampagne
der deutschen Medienbosse.
Zu viel Tageslicht im AndachtsraumMit dem Ende des Zölibats wird nach Matussek
das „Ende des katholischen Abenteuers“ gefordert:
„Jetzt staksen sie herum, die deutschen Katholiken-Funktionäre
und Gremienrebellen, mit hochgereckten Hälsen, und krähen »Umsturz« und »Neuanfang« und wollen die
ganz neue Hackordnung im Hühnerhof.“
Und: „Natürlich: »Aus Sorge.«“
Der Journalist stellt nicht
in Frage, daß die Zahl der Priesteranwärter dramatisch zurückgegangen.
Doch: „Noch dramatischer ist
der Rückgang der Gottesdienstbesucher, vielleicht weil sie in der Kirche immer weniger jenes Geheimnis
spüren, jene Gegenwelt aus Liturgie und Demut und Wandlung, die sie früher in Bann geschlagen hat.“
Matussek stellt die Frage: „Ist da vielleicht zu viel Aufklärung, zu viel gewöhnliches Tageslicht im
Andachtsraum?“
Er erinnert die Anti-Zölibat-Partei an die Wirklichkeit:
„Am dramatischsten ist der
Gläubigenverlust bei den Protestanten – und die haben doch alles, was das profane Herz begehrt, verheiratete
Priester und geschiedene Bischöfinnen, schwule Lebensgemeinschaften in Pfarrhäusern und Laienbeteiligung,
und gaaaanz viel Verständnis.“
Mehr Moral ist nötig – nicht wenigerMatussek wendet sich auch an die
Pamphlet-Theolunken und ihrer Klage über einen angeblichen „moralischen Rigorismus“.
Er stellt sie an
die Wand:
„Warum ausgerechnet ein Ende des »moralischen Rigorismus« ein probates Mittel gegen die winzig
kleine Minderheit pädophiler Priester sein soll, erschließt sich nicht so recht.“
Im Gegenteil: „Sollte
die moralische Sperre nicht eher noch viel rigoroser sein?“
Denn: „Würden sich Pädophile mit einer
weniger rigiden Moral eher dem Briefmarkensammeln zuwenden als sich an Schutzbefohlenen auszutoben?“
Der privatisierte Zölibat ist EigenbrötlereiMatussek empfiehlt den Anti-Zölibat-Aktivisten sich weniger
um Politik kümmern, sondern mehr mit gefalteten Händen um die göttliche Gnade und um Einsicht zu bitten.
Er erinnert daran, daß der zölibatsmüde Professor Joseph Ratzinger bereits im Jahr 1977 als Erzbischof
von München und Freising wieder zu Verstand kam:
„Wenn der Zölibat der Weltpriester nicht eine gemeinschaftliche
kirchliche Form ist, sondern eine private Entscheidung, dann verliert er seinen wesentlichen theologischen
Gehalt“ – erklärte der damalige Erzbischof.
Dann sei der Zölibat nicht mehr zeichenhafter Verzicht
um des im Glauben übernommenen Dienstes willen, „sondern Eigenbrötlerei, die deshalb mit gutem Grund
verschwindet.“
Die Alternative zum Zölibat: die Klarsichtfolien-BetriebsnudelFür Matussek offenbart
die Verbissenheit, mit der sich jeder Kirchenkampf auf den Zölibat versteift, daß er ein wichtiges Wesensmerkmal
der Kirche ist.
Der Zölibat offenbart, daß der Priester „die monastische Existenz im Alltag gewählt
hat und damit eine antibürgerliche Gegenwelt inmitten der unsrigen.“
Der zölibatäre Priester ist für
Matussek eine „auratische Respektsperson“, der man aus einer Andachtsdistanz heraus begegnet:
„Wollen
wir das aufgeben für die ganz gewöhnlichen Klarsichtfolien-Betriebsnudeln, denen man in Bundestagsausschüssen
oder auf Kirche-von-unten-Flohmärkten begegnen kann?“
Wir sollten die Priester stützenMan achtet
in Deutschland den zölibatären Mahatma Ghandi oder den ehelosen Dalai Lama – stellt Matussek fest:
„Aber dem katholischen Priester wollen wird ständig geregelte Triebabfuhr verordnen, weil alles andere
unnatürlich sei.“
Matussek zitiert den Philosophen Rüdiger Safranski (65), wonach jede Religion ihre
spirituellen Höchstleistungssportler besitzt.
Daraus folgert er: „Wir sollten, um des Heils unserer
Kirche willen, das auch in ihrem antimodernen Mysterium besteht, diese Höchstleistungsartisten und Entsagungskünstler
stützen, wo es nur geht – statt ihnen ständig die Ohren vollzublöken damit, was sie alles verpassen.“
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.