In Deutschland fand kürzlich ein Pfarrfest statt. Es gab Kaffee, Kuchen, Kinderprogramme, Kletterkisten und jede Menge Kleider. Der Höhepunkt des Tages war ein Hochzeitspaar.
(kreuz.net, Flörsheim) Das Pfarrfest von St. Gallus in Flörsheim wurde für die dortige Kirchgemeinde
zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Flörsheim liegt 15 Kilometer westlich von Mainz im Bundesland Rheinland-Pfalz.
Die örtliche Presse berichtete am Samstag von dem Ereignis.
Zunächst schien sich die Veranstaltung
von ähnlichen Pfarrfesten in der Umgebung kaum zu unterscheiden.
Unter den Veranstaltern waren die Gruppen,
die das Pfarrzentrum unter dem Jahr benützen. Sie boten verschiedene Programmpunkte an.
So betreute
der Jugendtreff der Ministranten die Kinder mit Rollrutsche und Kletterkisten. Außerdem traten Mädchen
und Burschen gegeneinander im Fußball an.
Die Kolping-Familie sorgte für die Küche und versorgte die
Pfarrei mit 280 Portionen Spießbraten.
Die Katholische Frauengemeinschaft und die Caritas Mütter gaben
ihre wohlgehüteten Backkünste zum Besten.
Der örtliche Kindergarten Sankt Michael bemühte sich mit
einem Schminkstand und mit Bastelangeboten um die kleinen Pfarrfestgäste.
Der Pfarrer selbst zeigte
seine Fähigkeiten als Puppenspieler beim Kasperlespiel. Als Zauberer ‘Knick-im-Hut’ rettete er außerdem
die schöne Prinzessin aus den Händen des bösen Zauberers.
Ein fast alltägliches Pfarrfest in Deutschland.
Doch da gab es noch eine Modeschau.
Die Damen von der ökumenischen Kleiderkammer kamen nämlich auf
die originelle Idee, ihre mehr oder weniger eleganten Ladenhüter an den Mann zu bringen.
Das Angebot
war reichhaltig. Strand-, Stadt- und Abendgarderoben wurde aufgebügelt und von elf freiwilligen Modells
auf einem roten Teppich vorgeführt.
Natürlich war auch Pfarrer Frank-Peter Beuler unter den elf Freiwilligen.
Die Damen vom Pfarrbüro und die Pastoralhelfer zeigten sich ebenfalls auf dem Laufsteg.
Erwartungsgemäß
war der Geistliche der Liebling der versammelten Gemeinde. Er erschien bald als Strandboy im Hawai-Hemd
bald als Galan mit zwei hübschen Damen im Arm.
Doch den Vogel schoß der Pfarrer mit der letzten Kostümierung
ab. Am Schluß der Modeveranstaltung erschien ein Hochzeitspaar mit Fliege und Schleier. Am Arm hielt
der Bräutigam den Herrn Pfarrer – als weißgekleidete Hochzeitsbraut mit Schleier und Liliensträußchen.
Die Pfarrei war hingerissen und klatschte lauthals Begeisterung. Ein denkwürdiges Ereignis, an das sich
die Pfarrei sicher noch gerne und lange erinnern wird.
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Ein gelungenes Pfarreifest? „Das Volk Gottes wird an erster Stelle geeint durch das Wort des lebendigen
Gottes“, so Bischof Kurt Koch aus der Diözese Basel in einer kürzlich gehaltenen Predigt. Und: „Wenn
der Geist seiner Demut unser Denken und Tun bestimmt, werden wir selbst zu Mitarbeitern der Erlösung“,
so Papst Bendekit XVI. an der heutigen Generalaudienz in Rom. Ich denke, dass geweihte Häupter auch einige
Gedanken darüber verschwenden sollten, was sie sind, was sie vertreten sollen und welche Aufgabe ihnen
übertragen worden ist, bevor sie irgendetwas tun – sonst wird es zum lächerlichen Getue, wie das Beispiel
zeigt. Fröhlichkeit in Ehren, aber hier hat sich der Hirte als Modeschaukasperl und Hanswurst missbrauchen
lassen. Wenn das ein typisches Beispiel für Pfarreifeste in deutschen Landen sein soll, dann bleibt in
der katholischen Kirche noch einiges zu tun!
Pfarrfest Ich weiß gar nicht, warum das Pfarrfest überhaupt eine Meldung wert ist. Die werden doch so
oder ähnlich zu Dutzenden gefeiert. Als geborene und überzeugte Rheinländerin kann ich an einer Modenschau
wahrhaftig nichts Unchristliches und Unanständiges finden. Ist doch eine lustige Idee. Die Kritiker sind
wohl alles sauertöpfische Calvinisten.
Der Pfarrer als Braut Nach der Aufgabe des Zölibates wird man sich in einer Gesellschaft der „bunten
Partnerschaften“ (natürlich mit kirchlichem Segen) auch an dieses Bild gewöhnen müssen: der Herr Pfarrer
mit seinem Bräutigam… Der Tradition christlicher Mystik liegt der Gedanke ja gar nicht ganz fern. Allerdings
ist hier Jesus Christus der Bräutigam, die getaufte Seele Seine Braut, die gratia sanctificans das Brautkleid.
Doch erscheint die Befürchtung nicht ganz unberechtigt, der Auftritt des Pfarrers von St. Gallus bewege
sich nicht in solchen Bahnen. Jedenfalls war es schon immer so, daß verdunstete christliche Wahrheit
in Form eines reichlich durchsäuerten Regens wiederkehrte.
Die moderne Hirnlosigkeit Fußball spielen ist ja ganz nett. Meinetwegen können auch Mädchen Fußball
spielen. Aber wenn Mädchen gegen Jungen Fußball spielen, dann ist das vielleicht heute alltäglich aber
nicht normal. Es ist vom Pädagogischen her eine der modernen Hirnlosigkeiten. Und es ist ein Kniefall
vor der Irrlehre der „Gleichheit“. Liebe Leute, bitte schützt eure Kinder davor, daß Mädchen und Jungen
gegeneinander Kampfspiele machen. Kurz angedeutete Begründung: Aus der Sicht der Jungen. Entweder sie
üben die natürliche Scheu und schonen die Mädchen beim körperlichen Einsatz. Dann werden sie enttäuscht
sein, weil sie dadurch verlieren. Oder sie spielen vollen Einsatz, dann werden sie zur Rücksichtslosigkeit
gegen diejenigen erzogen, die sie später als Familienväter beschützen sollen.
Ein gelungenes Pfarreifest Dass die Rheinländer Humor haben, ist sogar bei uns in der Schweiz bekannt
(siehe Fasching!). Ich gratuliere zum sehr gelungenen Pfarreifest von Flörsheim. Solche Feste fördern
den Zusammenhalt einer Pfarrei.