10:58:35 | Samstag, 12. Februar 2011
Ein Laientheologe hat eingestanden, daß die Absurditäten, die er verbreitet und im Theolunken-Pamphlet unterschrieben hat, nicht ernst zu nehmen sind.

Foto von Magnus Striet beim Verlag ‘Herder’.
(kreuz.net, Freiburg) Die deutsche Kirche verabschiede sich immer weiter aus „der modernen Welt“.
Diese
Hiobsbotschaft verbreitete der Freiburger Fundamentaltheologe, Magnus Striet, in einem Interview mit dem
Radio der Universität Freiburg ‘Echo-FM’.
Striet ist ein Unterzeichner des letzten Theolunken-Pamphletes.
Seinen letzten Medienauftritt absolvierte er im Juli 2009 mit einer
Beschimpfung des Heiligen Pfarrers
von Ars.
Während des Radiointerviews sagt er nicht, was die von ihm als Kriterium beschworene „moderne
Welt“ im postmodernen Pluralismus ist und wer dafür die Definitions-Gewalt besitzt.
Es ist aber zu vermuten,
daß er die gegenwärtigen Zustände im dekadenten Deutschland für die „moderne Welt“ hält.
Ein staubiger
StaatstheologeIn dem Theolunken-Pamphlet gehe es nach Striet darum, was der christliche Auftrag sei
und welche Funktion die Kirche besitze.
Das sei angeblich „nicht klar entschieden“ – offenbart er seine
theologische Ahnungslosigkeit.
Dann verkauft er private Vorstellungen.
Er stellt sich die Kirche trocken,
staubig und abstrakt als Raum vor, „in dem möglichst viele Menschen in Begegnung mit einem Gott geraten,
der eine befreiende Botschaft hat.“
„Plausibilisieren“ klingt gutDie Moderatorin – die offenbar einen
vorher vereinbarten Fragenkatalog abarbeitet – spricht Striet unvermittelt auf „Gebetsstürme“ von Katholiken
an.
Striet bekennt, daß ihm dieses Wort nur „schwer über die Lippen“ komme.
Er könne das „Instrument
des Gebetssturms“ nicht wirklich verstehen – formuliert er unverständlich.
Wieder bemüht er apodiktisch
seine „moderne Welt“:
Die Anliegen der Gebetsstürme seien „eher Ausdruck von Positionen, die relativ
schwer in einer modernen Welt mit Gründen zu plausibilisieren sind.“
Die Moderatorin stellt keine kritischen
Rückfragen.
Ein altliberaler institutioneller Traditions-KatholikStriet wird mit der interessanten
Frage konfrontiert, warum er und die Pamphletisten nicht protestantisch werden.
Der Laientheologe ist
mit der Frage überfordert.
Im Sinne eines seichten Konservativismus ohne Inhalt redet er sich mit einer
angeblichen „Beheimatung in einer bestimmten konfessionellen Überlieferungsgemeinschaft“ und mit einer
„institutionellen Verankerung“ heraus.
Dann möchte er der Moderatorin weismachen, daß nicht einmal
die Protestanten auf der Höhe der Pamphletisten seien.
Denn: Auch bei den Protestanten gebe es keine
„Eindeutigkeit“.
Als Beispiel nennt er die Frage, ob Homo-Unzüchtige gemeinsam in einem protestantischen
Pfarrhaus wohnen können.
Striets Behauptung: Hier seien die Protestanten „nicht weit weg von der Positionierung
der Kirche auf dem konservativen Rand“.
Wie bitte? Die genannte Homo-Frage wurde von den 126 Mitgliedern
der Synode der ‘Evangelischen Kirche in Deutschland’ mit sowjetischer Einstimmigkeit
angenommen – wohlgemerkt,
ohne eine einzige Gegenstimme.
So bleibt Striet nichts anderes übrig, als zuzugeben, daß „viele“ Forderungen
des Theolunken-Pamphlets bei den – nur noch auf dem Papier existierenden – Protestunten eine Selbstverständlichkeit
sind.
Über was man nicht reden kann, darüber soll man schweigenAbschließend tröstet Striet seine
Zuhörer immerhin mit der Feststellung, daß man seine Ausführungen nicht ernst zu nehmen braucht.
So
erklärt er halbgescheit, daß man unter „modernen Denkbedingungen“ nicht mehr unvermittelt von „der Wahrheit“
sprechen könne.
Wenn jemand eine Wahrheit behaupte, tue er dies mit Gründen – entdeckt er Amerika neu.
Allerdings stellt Striet in Frage, ob solche Gründe existierten.
Es gebe „in unserer Welt“ – er meint
wieder seine Welt – „keine abschließende Möglichkeit, etwas allzu wahr zu behaupten, und erst recht
nicht im Bereich der Gottesfrage“ – offenbart er sich als langweiliger Agnostiker.
Dann wird der Sprücheklopfer
kleinlaut:
„Ich bin immer schon froh, wenn ich Gründe für das finde, was ich für richtig halte. Aber
alle diese Gründe können sich auch als falsch erweisen.“
Mit anderen Worten: Man kann Striets Sprüche
getrost ad acta legen.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.