08:45:42 | Montag, 14. Februar 2011
Ein deutscher Journalist fordert von den Oberhirten, vom Heil der Seele zu predigen – statt sich hinter Dialoggesumse und Soziologendeutsch zu verschanzen, das ohnehin keiner mehr spricht.

© Catholic Church (England and Wales), CC (kreuz.net) Die Forderungen der
Pamphletisten greifen den Kern des katholischen Selbstverständnisses
an.
Das erklärte der katholische Feigenblatt-Journalist bei deutschen Straßenmagazin ‘Spiegel’, Matthias
Matussek, am Samstag vor der Zeitung ‘Tagespost’.
Der ‘Spiegel’ wurde im Januar 1947 von einem Praktikanten
einer NS-Zeitung und späteren Leutnant der deutschen Wehrmacht gegründet.
Nicht im geringstenDer
Zölibat ist für Matussek ein Lebensbekenntnis und ein Hauptunterscheidungsmerkmal zum protestantischen
Prediger.
Bei den Protestanten seien die Forderungen der Pamphletisten erfüllt:
„Stehen sie damit heute
besser da als die Katholiken? Nicht im geringsten.“
Aus der Verbissenheit des Kampfes lernt Matussek,
daß es bei den Pamphlet-Forderungen nicht nur um Formalien geht.
Hier würden katholische Kernbestände
aufgegeben: „Ich halte das für ein gezieltes Abrißunternehmen.“
Den Ernst verlorenDem Rückgang von
Priestern und Seminaristen hält Matussek den „noch viel dramatischeren Rückgang“ der Meßbesucher entgegen.
Der Kirchgang werde „offensichtlich uninteressant“: „Ich glaube, der Ernst ist verlorengegangen.“
Bei
den Protestanten gehe der Gottesdienstbesuch noch dramatischer zurück.
Verheiratete Prediger würden
das Problem des Glaubensverlustes nicht lösen:
„Wer an dieser Schraube dreht, ignoriert die Realität.“
Die Kirche muß für etwas stehenDer Journalist rät der Kirche, nicht dem Zeitgeist nachzurennen:
„Sie sollte sich auf den Kern des Glaubens besinnen, viel offensiver und selbstbewußter klarmachen,
wofür sie steht.“
Die Kirche müsse vom Heil des Menschen reden, statt „Thesenpapiere in einem Soziologendeutsch
zu verfassen, das ohnehin keiner mehr spricht“.
Die Selbstverwandlung während der Messe, sei „viel ungeheuerlicher
und überzeugender, als irgendwelche Schaubilder an die Wand zu werfen.“
Katholisch – statt ängstlich
angepaßtDie Chance der Kirche liegt für Matussek darin, „katholisch zu sein und nicht modern, angepaßt,
protestantisch ängstlich“.
Die Kirche solle den Leuten auf die Füße treten und klarmachen: „Das ist
nicht zum Null-Tarif zu haben. Man muß sich anstrengen.“
Matussek glaubt, die Leute wären dazu bereit:
„Wir leben in einer Zeit, die so profanisiert, so gewöhnlich und trivialisiert ist, daß das Heilige
als aufregend empfunden wird – wenn man es ernst meint und wirklich dazu steht.“
Wie peinlichFür Matussek
leben die Pamphletisten „von dem Aufregungskatholizismus, von der Empörungssucht, von dem, was wir aus
den 1970er kennen: von der Pose der Rebellen und den antirömischen Aufständen“.
Letztere seien furchtbar
billig zu haben:
„Da nickt jeder mit dem Kopf – alte Hüte und professorale Hybris, wie peinlich.“
Bischöfe
müssen Position beziehenDen Bischöfen rät der Journalist, „klar Position zu beziehen“:
„Wenn sie
anfangen, sich aus Angst vor der öffentlichen Meinung zu beugen und zu reformieren, sind sie Opportunisten.“
Das würden die Medien-Bosse erst recht nicht respektieren.
Sie würden angeblich jenen achten, „der
gerade steht und für seine Überzeugungen eintritt“.
Als Beispiel nennt Matussek den Fuldaer Erzbischof
Johannes Dyba († 2000). Er sei wegen seiner Kompromißlosigkeit gerne in Talkshows eingeladen worden:
„Aus medialer Sicht ist ein solches Verhalten viel klüger als irgendwelches Dialoggesumse.“
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.