Man braucht das Kind wegen seiner genetischen Eigenschaften
In der Schweiz wurde das erste „Designer-Baby“ geboren. Designer-Babies sind Kinder, deren genetische Eigenschaften der Grund sind, warum sie zur Geburt zugelassen werden.
(kreuz.net, Zürich) Schon vor vier Monaten ist das erste eidgenössische Designer-Baby in einem Schweizerischen
Krankenhaus geboren. Es handelt sich um ein Mädchen. Es wurde in einem Biotech-Labor in Belgien produziert.
Das war notwendig, weil die Zeugung von Kindern nach Maß in der Schweiz verboten ist.
Nach einem Bericht
der ‘Neuen Zürcher Zeitung’ vom Sonntag ließen die Eltern ihre kleine Tochter herstellen, um ihrem sechs
Jahre älteren Bruder zu helfen.
Der Bub leidet an chronischer Granulomatose. Das ist ein Gen-Defekt,
der das Immunsystem schwächt. Menschen, die mit dieser Erbkrankheit geboren werden, haben eine Lebenserwartung
von höchstens 25 Jahren. Sie müssen isoliert leben, um sich von Krankheitserregern fernzuhalten.
Granulomatose
Patienten kann durch eine Knochenmarktransplantation geholfen werden. Dafür aber brauchen sie einen gesunden
Spender, dessen Körpergewebe kompatible genetische Eigenschaften besitzt.
Solche Spender zu finden ist
im Normalfall eine sehr schwierige Angelegenheit. Belgische Biotechniker fanden eine andere Lösung. Sie
produzierten für den kranken Buben im Labor zahlreiche Geschwister, die als potentielle Spender in Frage
kamen.
Die künstlich gezeugten Embryos wurden auf ihr Erbmaterial untersucht. Das Mädchen, das vor
vier Monaten zur Welt kam, bestand den Test. Es besaß die gewünschten genetischen Eigenschaften.
Darum
durfte sie aus dem Labor in den Bauch ihrer Mutter übersiedeln. Ihre im Labor gezeugten Geschwister wurden
getötet und weggeworfen.
Aus der Nabelschnur der zur Welt gekommenen Schwester haben Ärzte Stammzellen
entnommen, um sie dem älteren Bruder einzupflanzen.
Ob die Therapie wirkt und der Bruder geheilt werden
kann, wird sich zeigen.
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