11:39:56 | Montag, 21. Februar 2011
Die Ägypter revoltierten nicht nur gegen die Diktatur Mubaraks, sondern genauso gegen die US-amerikanische Herrschaft. Von Eric Margolis.

Feier vor der ägyptischen Botschaft in Washington DC
© messay.com, Flickr, CC(kreuz.net/
antikrieg.com) Das Kartenhaus im Mittleren Osten, das Washington während der letzten vier
Jahrzehnte so mühselig errichtet hat, droht zusammenzufallen.
Man fühlt sich unweigerlich an die Revolten
in Osteuropa 1989 erinnert, die den Fall des sowjetischen Imperiums einleiteten.
Es sieht so aus, daß
jetzt das US-Imperium im Mittleren Osten an der Reihe ist, das aus arabischen Diktaturen besteht, welche
die Herrschaft der USA über das Erdöl und die Beherrschung der Levante durch Israel absichern sollten.
Die Volksaufstände gegen die vom Westen unterstützten Diktaturen, die in Tunesien begonnen haben, sich
nach Ägypten ausweiteten und in Jemen, Jordanien und Marokko aufflammten, sind das Ergebnis von Washingtons
Einsatz für das, was dort „Stabilität“ und „Mäßigung“ genannt wird.
Die Türkei machte den Anfang
Wir sollten nicht übersehen, daß die derzeitige Erhebung gegen die vom Westen unterstützte Militärherrschaft
im Mittleren Osten nicht in Tunesien begonnen hat.
Sie entstand durch einen langsamen, kaum bemerkten
Prozeß in der Türkei.
Dort trieb die gemäßigte demokratische AK-Partei von Premierminister Recep
Erdogan die türkische Armee aus der Politik zurück in die Kasernen.
Diese Ausbootung des mächtigen
Militärs, welches das Land hinter einer fadenscheinigen Fassade parlamentarischer Marionetten seit den
1940er Jahren beherrschte, elektrisierte die muslimische Welt.
Die Türkei brach ihre engen Verbindungen
zu Israel ab und machte sich stark für die Sache der Palästinenser.
Die von den USA eingesetzten Demokraten
Ägyptens Militärdiktator General-Präsident Hosni Mubarak herrschte seit 1981 mit eiserner Faust.
Er wurde im Westen für eine Kombination von Stabilität und Mäßigung überschwenglich gelobt.
Sein
Volk, das ihn nicht mochte, mag ihn ruhig als „Pharaoh“ bezeichnet haben
Doch für die Regierungen in
Washington war er ein „geschätzter demokratischer Staatsmann.“
Auch die Beherrscher Marokkos, Algeriens,
Tunesiens, Jordaniens und Jemens – nicht zu reden von den Ölmonarchen der arabischen Halbinsel – wurden
als gemäßigte Wächter der Stabilität, ja sogar als Demokraten, gelobt.
Das Zauberwort Al-QaedaLaut
dem US-amerikanischen Wörterbuch bedeutet Stabilität, das man Oppositionsparteien oder Oppositionellen
nicht erlaubt, den Status Quo zu stören – seien sie nun politische Islamisten oder säkulare Demokraten.
Die Herausforderung der Pax Americana im Mittleren Osten wurde zu einer subversiven Handlung.
Sie wurde
üblicherweise als „terroristisch“ gebrandmarkt und mit dem schattenhaften Osama bin Laden und dessen
fast nicht existierender Bewegung Al-Qaeda in Verbindung gebracht.
Die bloße Erwähnung des gefürchteten
Q-Worts durch Mittelost-Autokraten genügte, um US-Bedenken bezüglich ungeheuerlicher Menschrechtsverletzungen
durch ihre Satrapen oder die Unterdrückung jeglicher Opposition zu beruhigen.
Der Buhmann Al-Qaeda war
ein sicheres Mittel, um den USA saftige Infusionen an Militärhilfe zu entlocken.
Die Methode: Regionale
Marionetten-RegimeFür mein letztes Buch über die Art und Weise, wie die USA die arabische Welt beherrschen,
wählte ich den Begriff American Raj [sprich Rahsch].
Damit wollte ich die bemerkenswerte Ähnlichkeit
der Kontrollmethoden hervorzuheben, die das imperiale Großbritannien in Indien benutzt hat und den Methoden,
die das Nachfolgeimperium der USA anwendet.
„Raj“ bedeutet Imperium mittels regionaler Herrscher.
Das
ist die Struktur, welche die USA im Mittleren Osten errichtet haben.
Stabilität mittels analer Vergewaltigung
„Stabilität“ wurde durch eine brutale Geheimpolizei erzwungen, die mit Folter und Morden vorgeht.
In
Ägypten war eine bevorzugte Bestrafung männlicher Demonstranten und Kandidaten, die es wagten, in den
gefälschten Wahlen gegen Mubarak anzutreten, die anale Vergewaltigung.
In der ganzen Region standen
hinter der Geheimpolizei von den USA und Frankreich ausgerüstete arabische Armeen.
Ihre Hauptaufgabe
bestand darin, das eigene Volk zu unterdrücken und eine Revolution zu verhindern.
Bataillone von Informanten
und die Entlassung aus Regierungsposten oder Wohnungs- und Pensionsprogrammen waren weit verbreitete Methoden,
um Aktivitäten gegen das Regime abzuwürgen.
Die Pressezensur war total.
Das also war die „Stabilität,“
die von den USA und in Nordafrika von Frankreich kultiviert und finanziert wurde.
Von den USA bezahlte
Volksverräter„Mäßigung“ wiederum bedeutet:
• gegenüber den Weisungen Washingtons folgsam zu sein,
• gegen alle Reformer und Revolutionäre vorzugehen und
• nett mit Israel zu sein.
Ägypten bekam
zwei Milliarden US-Dollar pro Jahr – es war der zweithöchste Empfänger von Auslandshilfe nach Israel –
um die Sache der Palästinenser aufzugeben und diese im Stich zu lassen.
Zig Millionen an schwarzen Zahlungen
gingen an ägyptische Generäle, Politiker, Beamte und Medien.
Die Fundamente des Raj sind jetzt allerdings
durch spontane Volksaufstände in der schon lange leidenden arabischen Welt ernsthaft bedroht.
US-Demokratie
mit gefälschten WahlenIronischerweise kriegt der Mittlere Osten jetzt endlich eine anständige Portion
Demokratie ab, von der die Neokonservativen behauptet haben, daß sie diese förderten.
In deren Vokabular
allerdings hieß Demokratie gehorsame Regimes, die Israel gegenüber ruhig und freundlich sind und niemals
zulassen, daß sich Unruhestifter durchsetzen können.
Derartige Ersatzdemokratien bedeuteten immer auch
gefälschte Wahlen.
Amerika verschloß bereitwillig seine Augen vor den betrügerischen Wahlen im gesamten
Mittleren Ostenoder unterstützte diese sogar -auch in den von den USA okkupierten Länder Irak und Afghanistan.
Es gab in der arabischen Welt bisher zwei freie WahlenAls die Sowjets in Afghanistan einmarschiert
waren, hielten sie „ehrlichere“ gefälschte Wahlen ab als die Amerikaner, die ihnen Jahre später in Kabul
nachfolgten.
In der Tat gab es nur zwei freie Wahlen in der arabischen Welt.
Die erste 1991 in Algerien
führte zu einem Erdrutschsieg gemäßigter Islamisten.
Paris und Washington unterstützten umgehend
die algerische Armee bei der Niederschlagung der Wahlergebnisse und Inhaftierung der Wahlgewinner.
Die
zweite freie Wahl gab es 2006 in Palästina.
Hamas schlug entscheidend die Regierung der Palästinenserbehörde
unter Mahmoud Abbas, die von den USA und Israel gegründet und gegängelt wurde, wie an die Öffentlichkeit
gelangte Dokumente („Palestine Papers“) vor kurzem bestätigt haben.
Nachdem es den USA nicht gelungen
war, die Hamas zu stürzen, sperrte sie diese in Zusammenarbeit mit Mubarak in das Freiluftgefängnis
Gaza ein.
Die USA brauchen Macht – keine DemokratieEs war klar, daß freie Wahlen in der arabischen
Welt – und in Pakistan – die meisten der von den USA getragenen Regimes entmachten würden.
Sie würden
entweder zu ungebärdigen Demokratien oder Regierungen von Islamisten aller Art führen, von den vorsichtig
gemäßigten ägyptischen Moslembrüdern und der türkischen AK-Partei bis hin zu heißblütigen Sunniten.
Das könnte zu höheren Ölpreisen führen und zu Problemen für Israel.
Ein zentraler Punkt ist, das
der Zusammenbruch des Raj eine der tragenden Säulen der Weltmacht der USA zu zerstören droht: die Kontrolle
über das Erdöl.
Amerika braucht kein Erdöl aus dem Mittleren Osten zu importieren.
Aber es muß weiterhin
die Erdöl produzierenden arabischen Staaten kontrollieren, um Washingtons immensen Einfluß über Europa,
Indien, China und Japan aufrechtzuerhalten.
Das Resultat: Ein Hexenkessel aus WutDie Explosionen, die
im Januar im Mittleren Osten begannen bestätigten, daß die gesamte Region ein Hexenkessel aus Wut und
Unzufriedenheit ist.
Das kleine Tunesien mit nur 10,8 Millionen Einwohnern startete den Flächenbrand.
Die Diebereien und die Arroganz ihres Diktators seit drei Jahrzehnten, General Ben Ali, waren sogar für
die leichtlebigen Tunesier unerträglich geworden.
Interessanterweise hatte Ben Ali die halbherzigen
Zurufe Washingtons nach mehr Demokratie – der Art, wie sie die USA befürworten – beachtet.
Er gewann
seine letzten gefälschten Wahlen mit einer Mehrheit von nur 89 Prozent gegenüber seinen üblichen 95
oder gar 98 Prozent.
Die vielen Jungen haben die Nase vollNeokonservative und ihre Anhänger, sowie
viele im außenpolitischen Establishment versuchen, die Aufmerksamkeit von dem beschämenden Versagen
ihrer Mittelostpolitik abzulenken.
Sie behaupten, die beiden Gründe für die Aufstände lägen in der
Bevölkerungsentwicklung und im islamischen Fundamentalismus.
In der Tat spielte die Bevölkerungsentwicklung
bei den Unruhen im Mittleren Osten eine wichtige Rolle.
Vor zwölf Jahren warnte ich vor einer „ansteigenden
Welle junger Leute, die alle Regierungen im Mittleren Osten überschwemmen wird“.
Ich führte aus, daß
es nicht genug Schulen, Wohnungen, Arbeitsplätze, ja nicht einmal genügend Nahrung und Wasser für die
kommende menschliche Flut gäbe.
Die Hälfte der Bewohner der arabischen Welt ist unter dreißig.
Natürlich
ist die hohe Arbeitslosigkeit in der stagnierenden Wirtschaft des Mittleren Ostens eine explosive Angelegenheit.
Das ist auch die überall vorhandene Korruption auf allen Ebenen, die oft durch die Verteilung von Geld
an Schlüsselgruppen der Gesellschaft durch die USA angefacht wurde.
Die Unzufriedenheit wurde durch
den völligen Mangel an reeller Rechtsprechung in der arabischen Welt oder Pakistan angeheizt.
Das ist
ein Hauptgrund für die Popularität islamischer Parteien und des schnellen, wirksamen, aber oft auch
drakonischen Rechts der Scharia.
Das Urproblem: Die Unterdrückung der PalästinenserDer wichtigste
Auslöser der jetzigen Vorgänge war allerdings die Wut darüber, einer Politik folgen zu müssen, die
von den Völkern des Mittleren Ostens gehaßt wird.
Araber von Marokko bis Irak waren empört und beschämt,
als sie sahen, daß ihre Regierungen eine freundliche oder zumindest nicht konfrontative Politik gegenüber
Israel betrieben und die Palästinenser im Stich ließen oder sogar unterdrückten.
Das Leiden der Palästinenser
bildet die treibende Kraft hinter dem antiwestlichen Zorn in der muslimischen Welt.
Dank dem TV-Sender
Al-Jazeera und dem Internet können zig Millionen in der muslimischen Welt Abend für Abend das Leiden
der Palästinenser mitverfolgen.
Besonders Mubaraks Zusammenarbeit mit Israel und den USA bei der Absperrung
der Palästinenser in Gaza und der Versuch, diese in die Unterwerfung zu hungern, entfachte den Zorn der
Ägypter.
Mubarak wurde weitgehend als Verräter an seinem Volk und an den Palästinensern angeprangert
und als Erzkollaborateur mit Israel.
Es war kein Zufall, daß sich Mubarak nach Sharm el-Sheikh auf Sinai
zurückzog, von wo aus Israel mit einem kurzen Helikopterflug zu erreichen ist.
Im Gegensatz zu den USA
hält Israel üblicherweise zu seinen Freunden und Verbündeten.
Die iranische Geschichte wiederholt
sichDas Szenario spielte sich bereits im Iran der 70er Jahre ab.
Dessen Beherrscher Schah Reza Pahlavi
(† 1980) und die ihn umgebende Schar von Höflingen und Geschäftsleuten spotteten über die islamische
Religion und Kultur.
Sie ließen den Westen hochleben und übernahmen bereitwillig die Rolle des Polizisten
Washingtons in der Golfregion.
Auch Mubarak und sein Vorgänger Anwar Sadat folgten diesem Muster.
Der
Schah tat sich zusammen mit Israel, verkaufte ihm Erdöl, und wies die Bitten der Palästinenser um Hilfe
zurück.
Israel und die USA bildeten die berüchtigte brutale Geheimpolizei Savak des Schahs aus, wie
auch die Geheimpolizei und Geheimagenturen von Ägypten, Marokko und Jordanien, die praktisch Filialen
der CIA sind, gerade so wie die kleinen KGBs Osteuropas Ableger der Zentrale in Moskau waren.
Im Iran
hatte Washington alle seine politischen Eier in einem Korb.
Als der Schah von einer Volkserhebung gestürzt
wurde, gingen Jahrzehnte der Politik der USA den Bach hinunter.
Amerikas Unterstützung des Schah und
seiner Geheimpolizei und der Sturz der demokratisch gewählten Regierung Mossadegh durch die CIA brachten
die Iraner heftig gegen die USA auf.
Sie führten zu Jahrzehnten des Hasses und der vergifteten Beziehungen
zwischen zwei Ländern, die Freunde und natürliche Verbündete sein sollten.
Die USA als Pate der Repression
Die gleiche Entwicklung findet jetzt in Ägypten und im ganzen amerikanischen Raj statt.
Regimes im
Mittleren Osten haben sich gebeugt, um die politischen Forderungen der Amerikaner zu erfüllen, bis sie
eines Tages ohne Warnung brachen wie Plastik.
Was nach den unvermeidlichen Explosionen übrig geblieben
ist, ist brodelnde antiamerikanische Verbitterung.
Man kann alle Plattitüden über Ägypten ignorieren,
die aus dem offiziellen Washington kommen.
Die USA forderten in der arabischen Welt Demokratie und waren
gleichzeitig in den letzten fünf Jahrzehnten der Pate der Diktatur und Repression.
Es braucht einen
starken Magen, um zu sehen, wie Mitglieder der Obama-Regierung wie Hillary Clinton oder Vizepräsident
Joe Biden den gestürzten Diktator Mubarak zuerst als „Demokraten“ bezeichneten und seine „gemäßigte“
Führung priesen und plötzlich begannen, einen „ordentlichen Übergang zur Demokratie“ zu verlangen.
Die Scheinheiligkeit ist allerdings keineswegs nur auf Washington beschränkt.
Als die Revolten in Tunesien
ausbrachen, bot Frankreichs neu bestellter Außenminister der tunesischen Regierung den Einsatz der harten
französischen Bereitschaftspolizei an, um die Pro-Demokratie-Demonstrationen niederzuschlagen.
Das Vereinigte
Königreich, Frankreich, Kanada und Italien unterstützten die Diktaturen im Mittleren Osten ohne Wenn
und Aber.
Israel warnt vor den DemokratenIsrael und seine neokonservativen Anhänger warnen jetzt,
daß die Alternative zum Polizeistaat Mubaraks – mit oder ohne diesen – in Brandstifter-Mullahs nach dem
Muster des Iran bestehe.
Diese Warnrufe der Neokonservativen sind nicht glaubwürdiger als ihre seinerzeit
zusammenfabrizierten Lügen über die angebliche Gefährlichkeit Saddam Husseins.
Das leichtfüßige
sunnitische Ägypten hat mit dem schiitischen Iran gar nichts zu tun.
Bis jetzt hat die Religion in der
großen ägyptischen Revolution so gut wie keine Rolle gespielt.
Wenn allerdings die legitimen Forderungen
der Ägypter nach Demokratie und einem Ende der vier Jahrzehnte Polizeistaat nicht erfüllt werden, kann
die Revolution leicht extreme Züge annehmen.
Die USA haben Ersatzdiktatoren auf LagerAm 1. Februar
gab Mubarak bekannt, daß er nicht mehr für das Präsidentenamt in Ägyptens nächsten gefälschten Wahlen
in diesem Herbst „kandidieren“ werde.
Seine Zeit ist eindeutig vorbei.
Das Sicherheits-Establishment
der USA und die Unterstützer Israels hoffen, daß der brutale Polizeiapparat, der Mubarak drei Jahrzehnte
lang an der Macht gehalten hat, und vor ihm Sadat, weiterhin Ägypten im Griff haben wird hinter einer
neuen geschmeidigen Führung.
Die USA haben den verhaßten Geheimdienstchef Omar Suleiman darauf vorbereitet,
den 82-jährigen Mubarak zu ersetzen.
Wahrscheinlich hält die CIA bereits einige Ersatzgeneräle als
nächste Beherrscher Ägyptens für den Fall parat, daß Suleiman stolpert und zu Fall kommt.
Die Ägypter
jedoch wollen wirkliche Freiheit.
Der letzte ägyptische Führer, der nicht ein Werkzeug der Interessen
des Westens war, war der allgemein beliebte Gamal Abdel Nasser, der 1970 starb oder ermordet wurde.
Nasser
war der erste wirklich ägyptische Machthaber seit den Tagen der alten Pharaonen.
Ungewisse Zukunft
Was könnte sonst bei dem Endspiel herauskommen?
Jüngere Offiziere der 450.000 Mann starken ägyptischen
Streitkräfte könnten einen Staatsstreich durchführen – wie es Nassers junge Offiziere machten.
Danach
könnte das Land auf einen nationalistischen Kurs geführt und Ägypten wieder zum militärischen, politischen,
wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum der arabischen Welt werden.
Unter Mubarak war Ägypten ein koloniales
Brackwasser.
Die ägyptische Unabhängigkeit ist jedoch eingeschränkt durch Armut und Mangel an Land.
Das Land, dessen landwirtschaftliche Flächen nur die Größe von Maryland haben, kann seine 84 bis 85
Millionen Menschen nicht ernähren.
Es ist zum größten Weizenimporteur weltweit geworden. Das beruht
auf einem großen Nahrungsmittelhilfeprogramm der USA, das vom Kongreß abgesegnet wurde – ein Programm
voller unerhörter Gesetzwidrigkeiten und Schmiergelder.
Aufhören, den Islam zum Buhmann zu machen
Die neue arabische Intifada bietet den USA eine goldene Gelegenheit, fünf Jahrzehnte kontraproduktiver,
widersprüchlicher Mittelost-Politik ad acta zu legen, die zu 9/11 und antiamerikanischem Haß in der
gesamten muslimischen Welt geführt haben.
Die USA sollten jetzt das, was sie predigen, in die Tat umsetzen
und reale demokratische Bewegungen in der Region unterstützen, sogar wenn wir ihre politischen Vorstellungen
nicht immer teilen.
Die Amerikaner müssen aufhören, den Islam zu einem Buhmann zu machen, der eingesetzt
wird, um einen entwicklungsfähigen Frieden mit den Palästinensern zu hintertreiben und die expansionistischen
Ambitionen Israels am Leben zu halten.
Die Schaffung eines lebensfähigen Palästinenserstaates liegt
im Zentrum dieses Übergangsprozesses.
Unsere alte imperiale Politik und neokonservativen Fantasien haben
versagt.
Die Förderung eines wirklichen Friedens im Mittleren Osten würde allen seinen Völkern einschließlich
der Israelis und Palästinenser einen historischen Dienst erweisen.
Das ist es, was das Amerika Jeffersons,
Madisons und Eisenhowers getan hätten.
Die Araber haben fünfzig Jahre darauf gewartet, daß ihnen Amerika
den Weg zu wirklicher Demokratie weist, zu sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlichem Wachstum.
Der
Zeitpunkt ist jetzt gekommen.
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