10:07:11 | Donnerstag, 24. Februar 2011
Es war immer eher peinlich, daß sich die Legionäre nie über ihr Charisma einig werden konnten und noch weniger im Stande waren, es anderen zu erklären. Von Hw. Richard Gill.

Webseite der ‘Legionäre Christi’
(kreuz.net) In der gegenwärtigen Entwicklung der Legion Christi gibt es zweifellos zahlreiche positive
Ansätze.
Andererseits stößt die Vorgangsweise von Kardinal Velasio De Paolis – der vom Papst zum Delegaten
für die Kongregation ernannt wurde – auch auf Schwierigkeiten.
Zum Beispiel auf die folgende:
Die Legion
als „Werk Gottes“In seinem ersten Brief an die Legionäre nannte der Kardinal die Legion am 19. Oktober
2010 ein „Werk Gottes“.
Er erklärte aber nicht, was er damit meinte, auch nicht, wie Gott einen Menschen
wie Pater Maciel in diesem Sinne hätte gebrauchen können.
Der Kardinal gab den Eindruck, als ob seine
Aussage in sich verständlich gewesen wäre.
Eine der größten Schwierigkeiten dieser Formulierung besteht
darin, daß sie für die am meisten überzeugten „Macielisten“ eine bedeutungsschwangere Aussage ist.
Pater Maciel bezeichnete die Legion unablässig als „Werk Gottes“.
Für ihn bedeutete das, daß alle
Einzelheiten der Konstitutionen und Normen vom Heiligen Geist inspiriert waren und nicht in Frage gestellt
werden durften.
Nur behaupten, genügt nichtDas voreilige sprachliche Eingeständnis des Kardinals
war ein ernsthafter Fehler.
Es behindert ein Eingeständnis der Legionäre, daß es in der Struktur und
in der Spiritualität der Kongregation, die Maciel als sein Erbe hinterlassen hat, Dinge gibt, die sehr
fehlerhaft sind.
Eine solche Ausdrucksweise beseitigt ferner einen wichtigen Punkt im Zentrum des Skandals,
nämlich die Frage, in welchem Sinn es überhaupt ein gültiges „Charisma“ der Legion Christi gibt.
Einfach
zu behaupten, daß dieses Charisma von Gott komme, ist keine Lösung, auch dann nicht, wenn das von einem
päpstlichen Delegaten gesagt wird.
Die große ZweideutigkeitGegenwärtig wäre vor allem eine Erklärung
notwendig, wie ein gültiges und anerkanntes Charisma in der Legion – trotz Maciel – existieren kann.
Im weiteren müßte gesagt werden, worin dieses Charisma genau besteht.
Als Pater Maciel noch lebte,
gab es in verschiedenen Augenblicken verschiedene Versionen.
Sie standen mit immer neuen Formulierungen
im Zusammenhang, die auf Pater Maciel zurückgingen.
Bald war von „Ausbildung von Anführern“, bald von
„wirkungsvollerem Handeln“ oder von „Liebe des Evangeliums“ die Rede.
Es war immer eher peinlich, daß
die Legionäre sich nie über das einig werden konnten, was ihr Charisma war und noch weniger imstande
waren, es anderen zu erklären.
Um es höflich auszudrücken: Die Legion muß eingestehen, daß sie in
dieser Frage in einer großen Zweideutigkeit gelebt hat.
Man hofft, daß diese Frage in der Legion zum
Gegenstand vieler Gebete und einer offenen, ehrlichen Diskussion und Geisterunterscheidung wird.
Es ist
auch gut, daß in dieser Frage viele Experten der Kirchengeschichte, Theologie und des Kirchenrechtes
konsultiert wurden.
Der Verfasser ist ein ehemaliger Pater der Legion Christi und Leiter der Laienbewegung
‘Regnum Christi’ in New York. Inzwischen ist New Yorker Diözesanpriester. Sein Beitrag erschien ursprünglich
auf der Webseite des italienischen Vatikanisten Sandro Magister.
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Didaskala 11:44:17 | Sonntag, 27. Februar 2011
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Rudolfus 22:44:34 | Freitag, 25. Februar 2011
#7
Didaskala 22:18:45 | Freitag, 25. Februar 2011
#6
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Didaskala 19:15:12 | Donnerstag, 24. Februar 2011
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Chrysanthus 11:39:42 | Donnerstag, 24. Februar 2011