Legionäre Christi
Besitzt die Legion Christi überhaupt ein Ordens-Charisma?
Es war immer eher peinlich, daß sich die Legionäre nie über ihr Charisma einig werden konnten und noch weniger im Stande waren, es anderen zu erklären. Von Hw. Richard Gill.
Webseite der 'Legionäre Christi'
Webseite der ‘Legionäre Christi’
(kreuz.net) In der gegenwärtigen Entwicklung der Legion Christi gibt es zweifellos zahlreiche positive Ansätze.

Andererseits stößt die Vorgangsweise von Kardinal Velasio De Paolis – der vom Papst zum Delegaten für die Kongregation ernannt wurde – auch auf Schwierigkeiten.

Zum Beispiel auf die folgende:

Die Legion als „Werk Gottes“

In seinem ersten Brief an die Legionäre nannte der Kardinal die Legion am 19. Oktober 2010 ein „Werk Gottes“.

Er erklärte aber nicht, was er damit meinte, auch nicht, wie Gott einen Menschen wie Pater Maciel in diesem Sinne hätte gebrauchen können.

Der Kardinal gab den Eindruck, als ob seine Aussage in sich verständlich gewesen wäre.

Eine der größten Schwierigkeiten dieser Formulierung besteht darin, daß sie für die am meisten überzeugten „Macielisten“ eine bedeutungsschwangere Aussage ist.

Pater Maciel bezeichnete die Legion unablässig als „Werk Gottes“.

Für ihn bedeutete das, daß alle Einzelheiten der Konstitutionen und Normen vom Heiligen Geist inspiriert waren und nicht in Frage gestellt werden durften.

Nur behaupten, genügt nicht

Das voreilige sprachliche Eingeständnis des Kardinals war ein ernsthafter Fehler.

Es behindert ein Eingeständnis der Legionäre, daß es in der Struktur und in der Spiritualität der Kongregation, die Maciel als sein Erbe hinterlassen hat, Dinge gibt, die sehr fehlerhaft sind.

Eine solche Ausdrucksweise beseitigt ferner einen wichtigen Punkt im Zentrum des Skandals, nämlich die Frage, in welchem Sinn es überhaupt ein gültiges „Charisma“ der Legion Christi gibt.

Einfach zu behaupten, daß dieses Charisma von Gott komme, ist keine Lösung, auch dann nicht, wenn das von einem päpstlichen Delegaten gesagt wird.

Die große Zweideutigkeit

Gegenwärtig wäre vor allem eine Erklärung notwendig, wie ein gültiges und anerkanntes Charisma in der Legion – trotz Maciel – existieren kann.

Im weiteren müßte gesagt werden, worin dieses Charisma genau besteht.

Als Pater Maciel noch lebte, gab es in verschiedenen Augenblicken verschiedene Versionen.

Sie standen mit immer neuen Formulierungen im Zusammenhang, die auf Pater Maciel zurückgingen.

Bald war von „Ausbildung von Anführern“, bald von „wirkungsvollerem Handeln“ oder von „Liebe des Evangeliums“ die Rede.

Es war immer eher peinlich, daß die Legionäre sich nie über das einig werden konnten, was ihr Charisma war und noch weniger imstande waren, es anderen zu erklären.

Um es höflich auszudrücken: Die Legion muß eingestehen, daß sie in dieser Frage in einer großen Zweideutigkeit gelebt hat.

Man hofft, daß diese Frage in der Legion zum Gegenstand vieler Gebete und einer offenen, ehrlichen Diskussion und Geisterunterscheidung wird.

Es ist auch gut, daß in dieser Frage viele Experten der Kirchengeschichte, Theologie und des Kirchenrechtes konsultiert wurden.

Der Verfasser ist ein ehemaliger Pater der Legion Christi und Leiter der Laienbewegung ‘Regnum Christi’ in New York. Inzwischen ist New Yorker Diözesanpriester. Sein Beitrag erschien ursprünglich auf der Webseite des italienischen Vatikanisten Sandro Magister.
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Kann die Legion Christi zusammengeflickt werden 2. Pleitegeier über der Legion Christi 3. Die Erneuerung der Legion geht nur schleppend vorwärts
4. Besitzt die Legion Christi überhaupt ein Ordens-Charisma?
5. Der Vatikan wird Antworten geben müssen 6. Die Verantwortlichen müssen benannt werden 7. Die Legion Christi braucht eine neue Führung 8. Alte Gewohnheiten sterben schwer 9. Die schwierige Frage der Mentalität
      
9 Lesermeinungen
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#9   Didaskala   11:44:17 | Sonntag, 27. Februar 2011
„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!“
Der Ordensgründer hat Erstaunliches geleistet.
Etwa 45 neue Häuser für Waisenkinder, Jugendliche und Seminaristen hat er gleichsam aus dem Boden gestampft.
Er hat mitgeholfen, daß an die 30 Gebäude in der Ewigen Stadt restauriert wurden.
Schliesslich hat er 584 junge Männer zum Priestertum geführt.
Soll da jetzt allein sein Sexualverhalten für die Beurteilung seiner Leistung für die Kirche ausschlaggebend sein?
Nochmal: warum nur bei ihm und nicht auch bei anderen?
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#8   Rudolfus   22:44:34 | Freitag, 25. Februar 2011
Im Gegensatz zu anderen Organisationen und Gemeinschaften, die echte Werke Gottes sind, stellt sich
heraus, daß die Legion Christi kein Gründungscharisma hatte. Warum nicht? Ihr einziges Ziel war von vornherein von Satan, der ein weiteres Scheinwunder hervorbringen durfte – weil Christus das starke Wirken Satans im 20. Jahrhundert zugelassen hat (vgl. hierzu die Audition des Heiligen Vaters Leo XIII. über die Zukunft, über die verstärkte Macht Satans über die Kirche) –, ein Scheinwunder Satans mit dem Ziel, die heiligen Kongregationen und heiligen Gründer nachzuäffen und lächerlich zu machen. Besonders fällt auf, daß der Besessene, das Werkzeug Satans, häufig von einem „Werk Gottes“ sprach, „dessen Satzungen göttlich inspiriert seien“: Eine Aussage, die auf ein echtes Werk Gottes, die Personalprälatur vom Heiligen Kreuz und Opus Dei, tatsächlich zutrifft, das tatsächlich von einem heiligen Gründer stammt (St. Josefmaria Escrivá), das Ende des 20. Jahrhunderts zur größten Sondergemeinschaft innerhalb der Kirche angewachsen war. Die Zusammenhänge sind offenkundig: Satan wollte die heiligen Orden und ihre heiligen Gründer nachäffen, in des besessenen Maciel Macial Sprechen von einem „Werk Gottes, dessen Satzungen göttlichen Ursprungs sind“, wollte Satan offenkundig seine Nachäffung gegenüber dem echten Werk Gottes, dem Opus Dei, manifestieren, um dem heiligen Josefmaria und seinem echten Werk Gottes Satans Werk, die „Legion Christi“, mit dem besessenen Sexverbrecher Maciel Macial, gegenüberzustellen!! >:) >:) o^/ O:) O:)
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#7   Didaskala   22:18:45 | Freitag, 25. Februar 2011
De mortuis nil nisi bene
Es ist ja empörend, wie man jetzt auf diesen grossartigen Mann eindrischt!
Immerhin hat er sich selbst und die „Legionäre Christi“ doch unter den besonderen Schutz der Gnadenmutter von Guadelupe gestellt.
Und muss denn jetzt unbedingt das persönliche sexuelle Wahrnehmen und wollüstige Ausleben ausgerechnet des verdienstvollen Paters Maciel breitgetreten werden? Warum nur er?
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#6   Vineta   23:52:50 | Donnerstag, 24. Februar 2011
Das wird man ja wohl auch anders sehen dürfen,
Es ist auch gut, daß in dieser Frage (nach dem Charisma des Ordens) viele Experten der Kirchengeschichte, Theologie und des Kirchenrechtes konsultiert wurden.
und zwar so, daß es sich dabei um eine haarsträubende Zeitverschwendung kirchlicherseits handelt,
insofern SOWOHL der Ordensgründer, der mal Knaben schändete , mal Frauen schwängerte ALS AUCH die vielen Mitwisser, die ihn dabei jahrzehntelang deckten, nur als interessante Studienobjekte für die Sexualwissenschaft etwas hergeben.
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#5   Didaskala   19:15:12 | Donnerstag, 24. Februar 2011
Das sind doch alles freimaurerische Lügen!
Der Pater war
–-- romtreu
–-- marianisch
–-- altgläubig
und wird deswegen angegriffen!!
Denn wenn man die anderen behaupteten Umstände ins Feld führen würde: wo gäbe es dann noch heiligmässig verehrte Personen in unserer Heiligen Kirche?
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#4   JohannSebastianBach   17:03:21 | Donnerstag, 24. Februar 2011
Das Thema…
…schein wirklich hochinterressant zu sein…
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#3   Domenico Tuttisanti   14:29:22 | Donnerstag, 24. Februar 2011
Sie SAGENHAFTE Geschichte des Marcial Maciel Degollado,
erzählt von Jason Berry im National Catholic Reporter:
Teil I: Money paved way for Maciel’s influence in the Vatican ncronline.org/…ls-influence-vatican
(Apr. 06, 2010)
Teil II: How Fr. Maciel built his empire ncronline.org/…iel-built-his-empire
(Apr. 12, 2010)
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#2   Chrysanthus   11:39:42 | Donnerstag, 24. Februar 2011
Charisma.
Um das Charisma zu definieren, darf man sich ja wohl nicht mehr auf das verlassen, was dem unglückseligen Gründer möglicherweise vorschwebte. Man muss die ganze Geschichte dieses Ordens mitberücksichtigen. Und da drängt sich doch dieses auf: Die Legionäre Christi (falls sie nicht aufgelöst werden) sollen –-neben dem, was sowieso Amt und Aufgabe missionarischer Priester im allgemeinen ist-- zugleich Sühne leisten für die schweren Verfehlungen ihres Gründers, und im weiteren Sinn: Gebet, Leiden, Sühne für alle Missbrauchs-Opfer und -Täter der Kirche, besonders der letzten Jahrzehnte. Also ein Sühneorden!
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#1   Domenico Tuttisanti   10:13:20 | Donnerstag, 24. Februar 2011
Zur Fragestellung:
wie Gott einen Menschen wie Pater Maciel in diesem Sinne hätte gebrauchen können.
Vielleicht in demselben Sinne, in dem Goethe seinen Mephisto sprechen läßt, er sei
ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft… (Faust: I. Teil, Studierzimmer)
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