15:31:55 | Freitag, 25. Februar 2011
Der in der Schweiz lebende deutsche Eremit Gabriel Bunge hat seinen Abfall zu den russischen Schismatikern gerechtfertigt.

Der katholische Apostat Gabriel Bunge auf der Webseite ‘journeytoorthodoxy.com’
(kreuz.net) Der katholische Apostat
Gabriel Bunge hat seinen Abfall zu den russischen Schismatikern gerechtfertigt.
Bunge lebt seit Jahren als Eremit im Schweizer Kanton Tessin.
In einem Interview mit der Webseite ‘journeytoorthodoxy.com’
erzählte er am 26. Januar aus seinem Leben.
Vom Mönch zum EinsiedlerWie jeder Jugendliche habe auch
er seinen Weg im Leben gesucht:
„Ich begann an der Universität in Bonn Philosophie und vergleichende
Theologie zu studieren.“
Kurz zuvor hatte er zwei Monate auf der Ägäis-Insel Lesbos verbracht: „Dort
sah ich zum ersten Mal einen wirklichen orthodoxen Mönch und Ältesten.“
Bunge blieb mit ihm ein Leben
lang in Kontakt.
Er trat in Deutschland in ein Benediktinerkloster ein: „Die Struktur dieses Ordens ist
der Struktur der frühen christlichen Kirche ähnlich.“
Doch schon bald stellte Bunge mit seinem geistlichen
Vater fest, daß er mit seiner Liebe für das östliche Mönchtum und die Liebe für das östliche Christentum
bei den Benediktinern nicht am richtigen Ort war.
„Darum beschloß der Abt – ein älterer und erfahrener
Herr, den ich immer noch in Ehren halte – mich, nicht ohne Bedauern, in ein kleines Kloster nach Belgien
zu versetzen“:
„Ich verbrachte dort achtzehn Jahre und machte viele Erfahrungen.“
Von dort zog er mit
dem Segen der Oberen in seine gegenwärtige Schweizer Einsiedelei.
Bunge erklärt, daß der Sinn dieser
Ortswechsel darin bestand, im echten monastischen Leben, „wie es im frühen Christentum existierte“, Fortschritte
zu machen.
Er fügt hinzu: „Der jüngste Schritt auf diesem Weg war meine Bekehrung zur Orthodoxie.“
Interesse an der Orthodoxie ist „kulturell“Der Einsiedler wird mit dem Einwand konfrontiert, daß die
meisten Katholiken, die sich zur Orthodoxie hingezogen fühlen, die Kirche nicht verlassen.
Er antworte,
daß dieses Interesse häufig „eher kulturell“ sei und im echten Leben dieser Menschen nicht viel verändern
würde:
„Jene bemitleidenswerten Menschen wie ich, die ein geistliches Interesse an der Orthodoxie haben,
bleiben eine Minderheit.“
„Wir sind komische Käuze, die selten verstanden werden.“
Keine Hoffnung auf
VersöhnungIn seiner Jugend habe er noch ehrlich gehofft, daß eine „Einheit der westlichen und östlichen
Christenheit“ möglich wäre.
Doch nachdem er einige Dinge tiefer verstanden habe, hätte er nicht länger
an eine „Versöhnung der beiden Kirchen bezüglich der Gottesdienste und einer institutionellen Einheit“
glauben können.
Darum habe er diese Einheit selbständig und individuell suchen müssen – „indem ich
sie in einer einzigen getrennten Seele wiederherstellte, in meiner.“
Eine Kette von BrüchenSchon während
seiner Zeit in Griechenland habe er festgestellt, daß sich der Westen vom Osten getrennt habe – nicht
umgekehrt.
Die „westliche Christenheit“ ging nach Bunges Ansicht aus einer Kette von Brüchen mit dem
Osten hervor:
„Diese Brüche war die Gregorianische Reform, auf welche die Trennung der Kirchen im 11.
Jahrhundert folgte, dann die Reformation im 15. Jahrhundert und schließlich das Zweite Vatikanische Konzil
des 20. Jahrhunderts.“
Parallelen zwischen der Reformation und dem letzten KonzilIn einer Situation
radikaler, revolutionärer Ereignisse gibt es nach Bunge immer Leute, die das Leben in ein „vorher“ und
„nachher“ scheiden:
„In der Reformation begann man jene, welche die Reformation akzeptierten als die
Gesunden und die Anhänger des Papstes als die Kranken zu bezeichnen.“
Bunge stellt fest, daß sich die
Geschichte wiederholt und in der Folge des Zweiten Vatikanums in der Kirche etwas Ähnliches geschah:
„Es gibt Leute, die dessen Entscheidungen nicht akzeptieren und Leute, die es als eine Art Neubeginn
verstehen“.
Die Tradition garantiert den Kontakt mit ChristusBunge wird auch nach seiner Meinung über
die moderne altliberale Ausrichtung unter Katholiken befragt.
Es gebe verschiedene Arten von Katholiken –
erklärt er: „Unter ihnen gibt es solche, die verweltlichter und liberaler sein möchten“.
Für Bunge
bedeutet das nicht, daß sie „Kriminelle“ sind: „Das ist einfach ihr Blickpunkt im Leben.“
Es gebe andere,
die sich ganz der Tradition widmen: „Ich würde sie nicht Traditionalisten nennen, weil die Tradition
als solche für sie nicht so wichtig ist.“
Die Tradition sei keine alte Folklore, die man künstlich
ernähren und am Leben erhalten müsse:
„Nein, Tradition ist für sie das, was in jeder Zeitepoche den
persönlichen Kontakt mit Christus sicherstellt.“
„Sie waren immer mit uns“Als er beschlossen habe,
russisch-orthodox zu werden, hätten ihm bekannte Bischöfe von Sankt Petersburg gesagt:
„Wir sind alles
andere als überrascht. Sie waren immer mit uns.“
Bunge richtete seine Anfrage eines Eintritts bei den
russischen Orthodoxen an den liberalen
Metropoliten Hilarion – dem Leiter des kirchlichen Außendepartements
in Moskau – den er seit 1994 kennt.
Bunge hält Hilarion für eine der kompetentesten und gelehrtesten
Personen, die er je getroffen hat.
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