Schweiz
Der zurückgetretene Generalvikar wehrt sich
Der Bischof von Chur hat kürzlich aus dem Glashaus Steine auf seinen ehemaligen Generalvikar geworfen. Jetzt sitzt er in den Scherben.
Pressebild des Bischofs von Chur, Mons. Vitus Huonder.
Pressebild des Bischofs von Chur, Mons. Vitus Huonder.
(kreuz.net, Chur) Bischof Vitus Huonder von Chur wollte seinen Generalvikar für Graubünden, Kanonikus Andreas Rellstab, doch entlassen.

Das berichtete die Regionalzeitung ‘Südostschweiz’ am Samstag.

Am Freitag hatte der Bischof noch erklärt, daß es „nicht der Wahrheit“ entspreche, daß Kanonikus Rellstab – wie dieser erklärt hatte – mit seiner Demission einer Kündigung zuvorkomme.

Mit anderen Worten: Mons. Huonder bezichtigte Kanonikus Rellstab öffentlich der Lüge.

Die ‘Südostschweiz’ beruft sich auf einen Brief, den der Bischofs am 7. Januar an Kanonikus Rellstab schickte.

Der Geistliche hat das Schreiben offenbar an die Zeitung weitergeleitet.

Kündigung bis Ende Juni

In dem Schreiben von Anfang Januar erklärt Mons. Huonder seinem Generalvikar, daß er sich von ihm „einvernehmlich und freundschaftlich trennen“ möchte.

Er wolle das „Arbeitsverhältnis“ bis Ende Juni 2011 – oder spätestens bis nach der Sommerpause – lösen.

Diesen Schritt werde er „demnächst in geeigneter Form bekanntgeben“.

Ist der Bischof kritikempfindlich?

Der offenbar eitle Bischof nannte in seinem Brief einen nicht näher ausgeführten Grund für die Kündigung: Kanonikus Rellstab habe sich im Zürcher Pfarreiblatt ‘Forum’ vom Bischof distanziert:

„Auf diese Weise hast Du den Bischof deutlich Dritten gegenüber bloßgestellt“ – erklärte Mons. Huonder.

Das Kirchenrecht unterstreiche, daß ein General- oder Bischofsvikar niemals gegen den Willen und die Absicht des Bischofs handeln dürfte.

Kündigungsschreiben sistiert

Laut der ‘Südostschweiz’ baten die beiden anderen regionalen Generalvikäre, das Kündigungs-Schreiben vom 7. Januar zu sistieren und eine einvernehmliche Lösung zu suchen.

Bischof Huonder ließ sich auf den Vorschlag ein.

Offenbar war für ihn damit die vorher ausgesprochene Kündigung soweit vom Tisch, daß er sich in der jüngsten Pressemitteilung nicht mehr daran erinnern konnte.
      
14 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#14   bejorommer   22:41:18 | Montag, 28. Februar 2011
Kristall
Aufräumungsversuche könnte da aber auch leicht als Schuß nach hinten los gehen.
Josef Berens
(als einfacher, selbst denkender Katholik
Redaktion benachrichtigen
#13   kristall   21:02:52 | Montag, 28. Februar 2011
Bischof Huonder !!!
sollte aufräumen mit diesen typen solange er noch zeit dazu hat!!!
:)3 ^-^
Redaktion benachrichtigen
#12   Konrad   20:48:09 | Montag, 28. Februar 2011
Man könnte das Bistum dreiteilen
Bistum Zürich und Glarus – Bistum Urkantone – Bistum Graubünden (Huonder könnte dann in Chur bleiben)
Redaktion benachrichtigen
#11   kristall   20:36:10 | Montag, 28. Februar 2011
ODER !!!
AUCH NICHT !!!
:)3 ^-^
Redaktion benachrichtigen
#10   Freinsberg   18:31:14 | Montag, 28. Februar 2011
Fall Haas, 2. Auflage?
Dann könnte man ja für Vitus Huonder ein kleines, feines Erzbistum errichten.
Redaktion benachrichtigen
#9   kristall   17:54:37 | Montag, 28. Februar 2011
DIESE TYPEN !!!!
WOLLEN BISCHOF HUONDER ABMONTIEREN !!!!
ER SOLLTE SICH MIT ALLER KRAFT DAGEGEN STELLEN !!! ^-^
Redaktion benachrichtigen
#8   Konrad   17:45:16 | Montag, 28. Februar 2011
es wiederholt sich
in erstaunlicher Parallelität
DER FALL HAAS
Redaktion benachrichtigen
#7   Morus   17:11:46 | Montag, 28. Februar 2011
Dieser Artikel stimmt leider im Wesentlichen
Der Bischof hat leider das Talent, sich die Gegner in seinen engsten Mitarbeiterstab zu holen. Sodann ist er vergesslich oder nimmt es mit der Wahrheit nicht so ganau. Die Initiative überlässt er medial den Gegnern. Und so kommt es, wie es bei Generalvikar Rellstab kommen musste. Jetzt ist der Bischof ratlos. Anstatt nach dem Grundsatz „Die Hunde bellen, die Karavane zieht weiter“ zu handeln, holt er sich Rat von allen Seiten. Das gibt den Gegnern Zeit, sich zum Hauptangriff zu formieren. Letztlich wird daher Rom entscheiden, und dort stehen die Karten leider nicht sehr gut für den Bischof.
Zum Medienprecher der Bistums, der einen seiner Gegner als „blöden Hund“ bezeichnet hat – der Bischof belässt ihn im Amt – vergleiche seine geistige Herkunft unter
www.aargauerzeitung.ch/…h-ans-bett-105167718
Redaktion benachrichtigen
#6   clarissa colonia   16:47:38 | Montag, 28. Februar 2011
Mi care consiliarie,
In Vitum
Nomine te vitulum qui dixit, Vite, minuto,
verius hic potuit dicere, Vite, bovem
Redaktion benachrichtigen
#5   Mighty Counsellor †   16:27:02 | Montag, 28. Februar 2011
Sollte dieser Artikel der Wahrheit
entsprechen (diesen Vorbehalt darf man wohl stets anbringen), so staune ich, wie ungeschickt sich Bischof Vitus verhält und er auf diese Weise für die „Gegenseite“ arbeitet.
Redaktion benachrichtigen
#4   clarissa colonia   15:42:18 | Montag, 28. Februar 2011
Schön, sehr schön, …
wenn man sich das Urteil selbst ins Stammbuch schreibt:
„es ist an der Zeit, dass derartigen Sprechblasen nicht mehr weiter Aufmerksamkeit gewährt wird“ (Zitat)
Redaktion benachrichtigen
#3   bejorommer   15:40:22 | Montag, 28. Februar 2011
jetzt sitzt er in den Scherben
ja so kanns gehen
Josef
Redaktion benachrichtigen
#2   monens   15:38:54 | Montag, 28. Februar 2011
Ob Entlassung oder Demission ist einerlei !
Wichtig ist im Allgemeinen, dass Geistliche im „Neuerer“gewand nicht mehr länger ihre Gesinnung als „röm. kath.“ verkaufen können; S.E. Bischof Huonder ist einer der wenigen Bischöfe, die sich gegen die Laiendiktatur gerade dort in der Schweiz wehren; ebenso gefällt es der „basisdemokratischen“ Mauerkratzgruppierung nicht, dass er sich für das Wiedererblühen der Alten Messe einsetzt; beides zusammengenommen ergibt den in der Schweiz schon üblichen freigeistlich gesteuerten medialen „Aufschrei“; es ist an der Zeit, dass derartigen Sprechblasen nicht mehr weiter Aufmerksamkeit gewährt wird; wer sich als Geistlicher nicht mehr ohne Wenn und Aber mit dem Wesen und der Struktur der Kirche abfinden kann, wird zum Verfolger der Wahrheit Jesus Christus
www.razyboard.com/…07888-5973405-0.html
Die Gefahr der kirchlichen Selbstzerstörung wurzelt auch in der „zahnlosen“ Autoriät mancher Bischöfe, die sich lieber einem „Endlosdialog“ hingeben, denn mutig für die Gesundung der Kirche notwendige Massnahmen vorzunehmen; Hw Prof. May hat in vier Schritten den Ausweg aus der angelaufenen kirchlichen Selbstzerstörung aufgezeigt
www.razyboard.com/…07667-5963538-0.html
Die Kirche ist KEIN „basisdemokratischer“ Debattierclub
www.razyboard.com/…07887-5876739-0.html
Redaktion benachrichtigen
#1   clarissa colonia   15:20:28 | Montag, 28. Februar 2011
Spannend, sehr spannend …
erst schreibt man den jetzt Gescholtenen zur restaurativen Speerspitze in der schweizer Kirche hoch und dann serviert man ihn wieder ab, weil er nicht das brachte, was man sich redaktionell erhoffte …
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
SchweizWill der Bischof jetzt selber gehen? SchweizDer Fisch stinkt vom Vatikan her SchweizDie Liturgie ist keine Knetmasse – oder doch? SchweizDer Weihbischof wird neuer Regens SchweizKnall in Chur: Regens tritt zurück SchweizMonopolblatt mißbraucht Informations-Auftrag Schweiz„Man kann die Luft nicht von Religion säubern“ SchweizGrundloses Durchdrehen: Nur fünf Alte Messen SchweizDie letzten altliberalen Zuckungen SchweizDie Schweiz hätte dann – wie China – eine rote Flagge SchweizWer nichts kann, der wird Dekan SchweizDer bornierte Provinz-Katholizismus feiert Urstände SchweizDer neue Bischof von Basel ist gewählt SchweizWeihbischof um jeden Preis? SchweizBischof Huonder will Harmonie
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net