10:33:56 | Dienstag, 1. März 2011

Schlotthauer im ‘katholischen Sonntagsblatt’
(kreuz.net) Reiner Schlotthauer ist der Chefredakteur ‘Katholischen Sonntagsblatts’ für die Diözese
Rottenburg-Stuttgart.
In der aktuellen Ausgabe seines Blättchens hat er einen hinterhältigen Karnevals-Artikel
zugunsten des
Theolunken-Pamphlets geschustert.
Der Maskenball des UnparteiischenSeinen Beitrag zur
Irreführung der Leser beginnt Schlotthauer hinter der Maske des Unparteiischen.
Der von den deutschen
Amtsbischöfen gewünschte Dialogprozeß „könnte sogar Freude bereiten, wenn nicht immer die gleichen
Rituale bemüht würden“ – stöhnt er.
Nach der Publikation des Pamphlets sei „oft mehr Mißgunst als
Vertrauen zu spüren“.
Um die „eigentliche Sache“ geht es selten – plätschert Schlotthauer unverdächtig
dahin.
Er erhebt sich über die Parteien:
„Die sich per Unterschriftenliste selbst zu Gegnern und Befürwortern
ernennen, verbeißen sich geradezu im Zölibat, als ob es nicht noch Wichtigeres zu reformieren gäbe.“
Der Maskierte schwingt sein TanzbeinIn der Auseinandersetzung gehe es „schon lange nicht mehr“ nur
um einen bloßen Zwist von angeblich Progressiven und Konservativen – schlottert Schlotthauer immer noch
im luftleeren Raum.
Das seien „unscharfe Begriffe“.
Für den Blättchen-Chefredakteur sind die „Bilder“
das Problem:
„Es handelt sich derzeit um eine Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Weltbildern,
Kirchenbildern, Glaubensbildern und letztlich und vor allem – von Gottesbildern“ – erklärt er pittoresk.
Nein, lieber Schlotthauer. Die Bilder sind nicht das Problem. Bilder – zumal Gottesbilder – sind sogar
verboten.
Die Kirche ist keine Gemäldegalerie, wo von Menschen gemalte Götzen hängen.
Die Kirche
ist Hüterin der göttlichen Wahrheit, nicht einer schlechten Photokopie davon.
Um die Wahrheit geht
es – nicht um Bilder.
Die Maske fälltNachdem Schlotthauer seinen Lesern das Fell über die Ohren gezogen
hat, läßt er seine Maske fallen.
Mit dem großen Pinsel malt er unvermittelt ein schwarz-weißes Gottesbild:
„Ist Gott ein liebender und barmherziger Gott, oder ist er ein strafender und zorniger Gott? Will er
das Heil weniger, vieler oder aller?“
Jetzt ist klar: Schlotthauer tischt den altliberalen Opium-Gott
der religiösen Vertröstung auf.
Doch um seine Frage zu beantworten:
• Jawohl: Gott ist ein liebender,
barmherziger, strafender und zorniger Gott.
Und:
• Er will, daß alle – wenn sie wollen – gerettet
werden, wobei das Evangelium an zahllosen Stellen sagt, daß de facto nur wenige den Weg in den Himmel
suchen und finden.
Die Dialogverhinderer wollen den DialogSchlotthauer bemitleidet die Bischöfe. Sie
seien nicht zu beneiden – meint er hinterlistig:
„Sie wollen zu etwas einladen, was viele Katholiken
erst lernen müssen: Dialog.“
Ach so?
Das Mitleid mit den Bischöfen ist ein Ablenkungsmanöver, um
einen Angriff auf die „dialog-feindlichen“ Katholiken zu lancieren.
Doch in den letzten vierzig Jahren
wurde der Dialog nicht von den Katholiken, sondern von altliberalen Kirchenfunktionären wie Schlotthauer
unterbunden.
Diese haben die Kirche in der Zeit der Konzils-Jakobiner ohne Widerrede und Dialog in Grund
und Boden geritten.
Erst das Internet hat die Karten neu gemischt.
Seit wann interessiert der Glaube
die Altliberalen?Zuletzt steht Schlotthauer dünn bekleidet vor dem Leser:
„Hoffentlich wissen die
Bischöfe auch jene richtig einzuschätzen, die sich in diesen Tagen als die besseren Gläubigen bezeichnen“ –
hofft er.
Nun rächt sich, daß Altliberale wie Schlotthauer den Glauben Jahrzehntelang belächelt, relativiert
verdreht und ignoriert haben.
Und jetzt wollen sie plötzlich auf ihren „Glauben“ pochen?
Man kann im
Leben nicht alles haben.
Die Angst der Altliberalen ist berechtigtEs gehört in solchen Fällen zum
obligatorischen Ritual, mit der altliberalen Angst-Luftmasche herumzufuchteln.
Entsprechend ortet Schlotthauer
bei den Katholiken „Angst“.
Sich für den „besseren Gläubigen zu halten“ sei meist „nur ein Zeichen
von Unsicherheit und leider auch von Angst“ – psychologisiert er.
Doch wie steht es um die Angst der
Altliberalen?
Sie können inzwischen nicht mehr leugnen, daß ihre Konzils-Titanic absäuft wie eine
aufgedunsene Wasserleiche.
Schlimmer noch: Wer in diesen Zeiten noch am Glauben interessiert ist, hat
mit dem abgegriffenen Altliberalismus so wenig am Hut wie ein Kartäuser mit dem Karneval.
Die Zukunftsangst
der Altliberalen ist somit berechtigt.
Das ist die LebenswirklichkeitDem Redakteur bleibt nichts anderes
übrig, als mit altliberalen Ladenhütern um sich zu werfen:
„Die entscheidende Frage ist doch »Entfernt
sich der Planet Kirche von der Lebenswirklichkeit?«“ – deklamiert er.
Auch den Appell an die „Lebenswirklichkeit“
hört man in seinen Kreisen immer wieder.
Mit der „Lebenswirklichkeit“ ist man besonders deutlich konfrontiert,
wenn man die altliberale Dekadenz betrachtet und daraus die Konsequenzen zieht.
Die nach dem Konzil erfundene
Zeitgeist-Kirche ist radikal gescheitert.
Der Massenabfall der Neugläubigen spricht eine deutliche Sprache.
Aber das ist für die lebensfremden Altliberalen – leider – immer noch kein Grund, sich der „Lebenswirklichkeit“
zu stellen.
Emotionen statt ArgumenteDer Lebenswirklichkeit zieht Schlotthauer die Weinerlichkeit vor:
„So weit ist es schon gekommen, daß Menschen, die ihre Kirche lieben und entwickeln wollen, als Kritiker
hingestellt werden.“
Erwartet er von seinen Lesern, daß sie sich ins Taschentuch schneuzen?
Man kann
es gerne wiederholen:
Das Theolunken-Pamphlet enthält staubige Forderungen, die von den Protestanten
umgesetzt wurden und diese erfolgreich in den Abgrund geführt haben.
Ein seichter Emotionalismus führt
an diesen Fakten nicht vorüber.
Jawohl, warum werden sie nicht protestantisch?Doch Schlotthauer heult
unbeirrt weiter: Den Pamphletisten werde geraten, „evangelisch zu werden“.
Das würzt er mit einem Schluß
Empörung:
„Unglaublich: Dies entlarvt zweierlei: eine um Grunde abwehrende Haltung gegenüber der Ökumene
sowie die Haltung eines Fundamentalismus, der sich zuletzt ermutigt fühlt, immer lauter zu werden.“
Doch statt in Gram zu versinken, soll Schlotthauer die von ihm aufgeworfene Frage beantworten:
Warum
werden die Pamphletisten, die sowieso eine Protestantisierung der Kirche wünschen, nicht evangelisch?
Die Antwort: Weil sie für ihre windigen Überzeugungen nicht mit ihrem Leben, ihrer Karriere und ihrem
Monatslohn einstehen wollen.
Das ist auch der Grund, warum sie den Zölibat hassen.
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