Legionäre Christi
Alte Gewohnheiten sterben schwer
In der Legion Christi soll ein Gespräch in Gang kommen – soweit es denn von den amtierenden Oberen zugelassen wird. Von Hw. Richard Gill.
Kolleg der Legionäre Christi in Spanien
Kolleg der Legionäre Christi in Spanien
© Un valencià, wikipedia, CC
(kreuz.net) Der päpstliche Delegat für die Legion Christi und italienische Kurienkardinal Velasio De Paolis hat zu einer ehrlichen und offenen Diskussion unter den Legionären über die anstehenden Fragen aufgerufen.

Es gibt Anzeichen dafür, daß dieser Dialog beginnt.

Ein Sprecher der Legion hat kürzlich erklärt, daß die Gespräche auf den örtlichen und territorialen Ebenen zwischen Februar und März beginnen werden.

Doch alte Gewohnheiten sterben nicht leicht.

Die Überwachung der Mitglieder hält an

Es ist in der Legion allgemein bekannt, daß kritische Stimmen nach wie vor an den Rand gedrängt werden.

Einige Mitglieder der Kongregation, die Einwände vorgebracht hatten, versetzte man auf entfernte Posten. Andere wurden bedroht.

Die Oberen sind sehr daran interessiert zu verhindern, daß sich die Abweichler untereinander organisieren.

Eine der umstrittensten Praktiken der Legion ist die massive Kontrolle jeder schriftlichen Korrespondenz von seiten der Oberen – ob postalisch oder elektronisch.

Die Legion hat erst in jüngster Zeit damit begonnen, in alle Rechner effektive Systeme zur industriellen Gegenspionage zu installieren, um die gesamte elektronische Post und den Internetgebrauch der Mitglieder zu kontrollieren.

Hält sich der Kardinal zu sehr zurück?

Es ist nicht klar, bis zu welchem Punkt der Kardinal über solche Dinge informiert ist.

Aber er ist mehr als einmal eingeschritten und hat die Oberen gehindert, Mitglieder, die Einspruch erhoben hatten, auf ungerechtfertigte Weise zu versetzen.

Dennoch geht aus einem seiner jüngeren Briefe hervor, daß er sich nicht mit der Überwachung jeder Entscheidung der amtierenden Führung beschäftigen will.

Er hat auch Ordensmitglieder, die Kritik vorbringen möchten, angewiesen, diese den Oberen der Legion und nicht ihm mitzuteilen.

Doch ohne einen leichteren Zugang zum Kardinal und zu seinen vier Assistenten werden sich viele Legionäre vor Machtmißbräuchen schutzlos fühlen und gehemmt sein, offen zu sprechen.

Bedenkenswert wäre auch, jene in den Dialog einzubeziehen, welche die Legion wegen der Skandale verlassen haben.

Der Blickwinkel von Menschen, die über lange Zeit loyale Mitglieder waren und sich veranlaßt fühlten, die Legion in den letzten Jahren zu verlassen, könnte einen Aspekt ergänzen und die Legion von einem Ansatz befreien, der sich zu sehr auf die Probleme konzentriert.

Der Verfasser ist ein ehemaliger Pater der Legion Christi und gegenwärtiger Diözesanpriester von New York. Sein Beitrag erschien ursprünglich auf der Webseite des italienischen Vatikanisten Sandro Magister.
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Kann die Legion Christi zusammengeflickt werden 2. Pleitegeier über der Legion Christi 3. Die Erneuerung der Legion geht nur schleppend vorwärts 4. Besitzt die Legion Christi überhaupt ein Ordens-Charisma? 5. Der Vatikan wird Antworten geben müssen 6. Die Verantwortlichen müssen benannt werden 7. Die Legion Christi braucht eine neue Führung
8. Alte Gewohnheiten sterben schwer
9. Die schwierige Frage der Mentalität
      
8 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#8   hieronymus333   10:49:09 | Donnerstag, 10. März 2011
clarissa colonia
odr die Bruderschaft verträgt nicht soviele Homoperverse, wie es der Gründer Maciel tat!
Redaktion benachrichtigen
#7   clarissa colonia   08:47:33 | Donnerstag, 10. März 2011
Ist es nicht außerordentlich spannend:
Jeder sonstige Mißbrauchsvorwurf, den irgendjemand gegen gegen irgendeinen der (ansonsten widerwärtigen, unbußfertigen, novus-ordo-zelebrierenden, Latein-und-alte-Messe-verachtenden, nichtbruderschaftlichen) „Konzils“-Kleriker erhebt, wird hier stereotyp als „Mißbrauchs-Hoax“ (& sim.) abgetan, weil das ja alles nur heuchlerische Angriffe auf die Integrität der Kirche seien. (Ob die erhobenen Vorwürfe zutreffen oder nicht, interessiert die hiesigen Pamphletäre dabei keineswegs.)
Ganz anders, wenn es um die Legionäre Christi geht: Jeder Vorwurf gegen den Gründer genießt ex ante die Wahrheitsvermutung und wird von den hiesigen Pamphletären und Zuschreibern genüsslich zerpflückt.
Wenn man Gleiches ungleich behandelt, bedarf das schon einer Begründung. Wahrscheinlich verkraftet es die Bruderschaft nicht, nach etwa gleicher Zeit des Bestehens nur knapp halb so groß geworden zu sein, wie die Legion … (obwohl auch die von der Legions-Sollstärke noch weit entfernt sind).
Redaktion benachrichtigen
#6   hieronymus333   08:26:16 | Donnerstag, 10. März 2011
Didaskala
Über 600 junge Männer führte er den heiligen Priestertum zu. Entschuldigung, dass ich so naiv bin, doch dachte immer, dass das Jesus täte.
Redaktion benachrichtigen
#5   Didaskala   21:31:02 | Mittwoch, 9. März 2011
Hier nochmal die Petition für die Legion
Pater Marcial Maciel war ein geweihter Priester in der Ordnung des Melchisedech.
Noch am Tag vor seinem Hinschied feierte er das Heilige Meßopfer in der alten, ewig gültigen Form und gab allen seinen priesterlichen Segen.
Grüß Gott!
Eine teuflische Kampagne wurde losgetreten, um unseren hoch verehrten Gründer der Legionäre Christi und des Regnum Christi zu verleumden.
Pater Marcial Maciel (1920-2008) hat unter dem Schutz unserer Himmelsmutter (der Pater Marcial sein Werk unterstellt hatte) Großartiges für unsere Kirche geleistet! Es ist hier nicht der Ort, die vielen Waisenhäuser, Schulen, Seminare und andere Einrichtungen aufzuzählen, die Pater Marcial durch seinen unermüdlichen Einsatz gegründet hat.
Über 600 junge Männer führte er den heiligen Priestertum zu.
Wegen dieser Erfolge versuchen satanische Mächte das Andenken dieses hervorragenden Mannes zu beschmutzen.
Sicher war Pater Marcial nicht sündlos. Er trug jedoch das Skapulier der Heiligen Jungfrau vom Berge Karmel und wurde damit von schwerer Sünde freigehalten und konnte (wenn überhaupt!) höchstens zwei Tage im Fegfeuer weilen:
www.herzmariens.de/…pulier/skapulier.htm
denn er starb an einem Mittwoch.
Mit diesem Schreiben bitten wir Sie, sich beim Heiligen Stuhl für die völlige Rehabilitierung von Pater Marcial einzusetzen.
Zu diesem Zweck ersuchen wir Sie, die als Anlage beigefügte Petition auf elektronischem Weg oder nach Ausdruck durch die Post an die angegebene Adresse zu senden
Redaktion benachrichtigen
#4   hieronymus333   17:59:31 | Mittwoch, 9. März 2011
Legion Christi,
der richtige Ort um die Voraussetzungen für das Bischofsamt zu erhalten.
Redaktion benachrichtigen
#3   Homo_sapiens_sapiens †   16:29:54 | Mittwoch, 9. März 2011
Neue Artikelthreads hingegen…
…sterben schnell.
R. I. P. o^/
Redaktion benachrichtigen
#2   FMK   14:59:56 | Mittwoch, 9. März 2011
Alles nur Augenauswischerei
Den unseligen Verein sollte man auflösen, neugründen, umbenennen – dass all dies nicht passiert, ist ein erschütterndes Zeugnis für die Lähmung des römischen Apparates, der nichts so sehr fürchtet wie das Eingeständnis, dass der bald selige Papst Johannes Paul II. sich Jahrzehnte lang in einem bedauerlichen IRRTUM befunden hat.
Redaktion benachrichtigen
#1   polenpaule   14:53:55 | Mittwoch, 9. März 2011
Worüber sollen die „Legionäre“
denn nur reden. Vielleicht? Wer wurde von Maciel, dem Sexualakrobten, probiert und wen hat er ausgelassen?
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
Legionäre ChristiDie Legion Christi braucht eine neue Führung Legionäre ChristiDie Verantwortlichen müssen benannt werden Legionäre ChristiDer Vatikan wird Antworten geben müssen Legionäre ChristiBesitzt die Legion Christi überhaupt ein Ordens-Charisma? Legionäre ChristiDie Erneuerung der Legion geht nur schleppend vorwärts Legionäre ChristiPleitegeier über der Legion Christi Legionäre ChristiKann die Legion Christi zusammengeflickt werden Legionäre ChristiDer Skandal-Gründer wird entsorgt Legionäre ChristiLeisten die Legionäre Widerstand? Legionäre ChristiAlle Macht dem Delegaten Legionäre ChristiNett formuliert: „Kein vorbildlicher Priester“ Legionäre ChristiJetzt will plötzlich jeder ein Mißbrauchs-Opfer von Pater Maciel sein Legionäre ChristiEr soll seine eigenen Söhne mißbraucht haben Legionäre ChristiIst er auch vom Glauben abgefallen? Legionäre ChristiLegionäre Christi gestehen Schuld ein
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net