10:48:11 | Dienstag, 15. März 2011
Der Präsident des Zentralrates der deutschen Juden: „Der Islam ist heute ein wichtiger Teil von Deutschland“.

Muselmanen in Augsburg
© khairilhussain, Flickr, CC(kreuz.net) Vorgestern publizierte das deutsche Schmierblatt ‘Bild am Sonntag’ ein Interview mit Dieter
Graumann (60), dem
antikirchlichen Präsidenten des ‘Zentralrats der Juden in Deutschland’.
‘Bild am
Sonntag’ gehört zum Medienkonzern ‘Axel Springer AG’.
Das Unternehmen wurde von dem deutschen Freimaurer
Axel Springer († 1985) gegründet.
Der Konzern verbietet seinen Journalisten vertraglich eine kritische
Berichterstattung über das israelische Regime und das Judentum.
Er beschimpft schon wiederIn der ersten
Frage wird Graumann darauf angesprochen, daß Papst Benedikt XVI. in seinem Jesus-Buch mit dem „Vorurteil“
aufgeräumt habe, die Juden seien schuld am Tod Jesu.
Graumann spielt sogleich das Opfer: „Unter diesem
Vorwand sind Juden 2000 Jahre lang verfolgt, ausgegrenzt und getötet worden.“
In Wahrheit gehören die
Juden praktisch in allen Ländern Europas über Jahrhunderte hinweg zur reichen und privilegierten Oberschicht.
Graumann schämt sich nicht, eine infame Kollektivbeschuldigung zu streuen und den größten Judenretter
der Weltgeschichte, Papst Pius XII. († 1958) zu beschimpfen:
„Wichtig ist dieses Signal auch nach den
Irritationen der Vergangenheit, wie dem Umgang mit den Piusbrüdern, die oft den Holocaust in Frage stellen,
oder der möglichen Seligsprechung von Papst Pius XII., der, unserem Gefühl nach, zu laut schwieg angesichts
der Schreie der Schoah.“
Erwartungsgemäß konfrontiert ‘Bild am Sonntag’ den Geschichtsleugner nicht
mit der historischen Wahrheit.
Jüdische AngebereienAuf die Frage nach einem „spezifisch jüdischen
Anteil an unserer abendländischen Kultur“ gibt sich Graumann keiner falschen Bescheidenheit hin:
„Das
Judentum hat die ganze Welt und besonders das Abendland mit moralischen Fundamenten versorgt“ – schneidet
er auf.
In Wahrheit wurden diese moralischen Fundamente von der Kirche gelegt.
Sie griff dabei auf das
Alte Testament zurück, dessen legitimer und einziger Erbe sie durch Jesus Christus ist.
Der Islam gehört
historisch zu PalästinaGraumann wird mit der Aussage des deutschen CSU-Innenministers Hans-Peter Friedrich
(54) konfrontiert, wonach der Islam nicht zu Deutschland gehöre.
„Diese kulturhistorischen Debatten
bringen uns nicht weiter“ – antwortet Graumann.
Daß der Islam Deutschland in der Vergangenheit nicht
so stark geprägt habe wie das Christentum oder das Judentum, könne man „doch nur schwer“ bestreiten.
Aber Deutschland sei im Lauf von Tausenden Jahren auch von anderen Kräften geprägt worden „wie zum
Beispiel der Aufklärung“.
Doch: „Heute ist auch der Islam ganz sicher ein wichtiger Teil von Deutschland.“
Da gebe es noch zu viel Gegeneinander:
„Daraus müssen wir zumindest ein Nebeneinander machen, am besten
aber ein herzliches Miteinander“ – erklärt Graumann.
Deshalb hätten ihm die positiven Signale in der
Rede des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff dazu am vergangenen 3. Oktober „sehr gut gefallen“.
Allerdings stört es ihn, daß der „Antisemitismus in den muslimischen Communitys oft zu stark“ ausgeprägt
sei.
Die Verantwortlichen der muslimischen Communitys müßten dagegen „viel mehr tun“.
Graumann unterschlägt,
daß sich die muslimische Kritik am Judentum in dessen Verwicklung in die Unterdrückung der Palästinenser
durch das israelische Regime begründet ist.
In Deutschland stehen die Nazis vor der Machtübernahme
Das von ‘Bild am Sonntag’ beschworene Problem eines „Antisemitismus in Deutschland“ muß Graumann indirekt
an den Haaren herbeiziehen.
Auf eine entsprechend Frage zitiert er den Freispruch für drei NPD-Funktionäre,
die ein Flugblatt gegen den deutschen Fußball-Spieler Patrick Owomoyela (31) herausgebracht hatten.
Owomoyela ist kein Jude, sondern ein Christ und Mulatte.
An diesen Haken hängt Gaumann ohne Kontext
„eine“ Studie an, wonach „leider etwa zwanzig Prozent der Menschen antisemitische Einstellungen“ hätten.
Er benützt das im weiteren, um gegen die NPD zu polemisieren: „Ein Faschist ist einfach nicht glücklich,
wenn er kein Antisemit sein kann.“
Zur Unterdrückung und Ghettoisierung der einheimischen Bevölkerung
durch das israelische Regime hat er wieder nichts zu sagen.
Um davon abzulenken, greift ‘Bild’ zu einem
plumpen Eskalations-Journalismus:
„Sitzen Juden in Deutschland auch angesichts des muslimischen Antisemitismus
noch oder wieder auf gepackten Koffern?“ – scheut das Blatt vor Volksverhetzung nicht zurück.
Das ist
sogar für Graumann – dessen Familie aus Polen stammt – zu viel: „Wir haben unsere Koffer längst ausgepackt,
auch emotional.“
Das Problem ist die Atommacht IsraelDie Frage nach den bereits unterdrückten Aufständen
in einigen arabischen Ländern gegen die dortigen Marionetten-Regime der USA lenkt Graumann in eine Hetze
gegen den Iran um.
Der Iran entzieht sich der US-israelischen Hegemonie im Nahen Osten.
Darum dämonisiert
Graumann: „Wir erinnern uns auch noch mit Schrecken an den Iran, wo 1979 das schlimme Regime des Schahs
durch die noch viel schlimmere Terrorherrschaft der Mullahs abgelöst wurde.“
Die Unterstellungs-Frage,
ob man den Iran notfalls militärisch vom „Griff nach der Atomkeule“ hindern könne, beantwortet Graumann
mit der Nazi-Keule:
„Das iranische Regime ist das einzige auf der ganzen Welt, das den Holocaust leugnet
und Israel von der Landkarte tilgen will.“
Das Problem besteht in Wahrheit darin, daß die von Rassisten
und Rechtsextremisten kontrollierte Atommacht Israel nicht nur den Willen, sondern auch die Macht hat,
den Iran von der Landkarte zu löschen.
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