14:21:59 | Dienstag, 15. März 2011
Im Schutz der Ereignisse in Japan machen rechtsextreme jüdische Siedler in der Westbank im Verein mit israelischen Todesschwadronen Jagd auf die einheimischen Palästinenser.UPDATE

Bilder aus Nablus von einem israelischen Angriff 2006: Die einheimischen Palästinenser verteidigen sich
erfolglos mit Steinen gegen militärische Panzer
© michaelramallah, Flickr, CC(kreuz.net) Israelische Soldaten haben gegenwärtig eine Mädchenschule in der 6000-Seelen-Ortschaft Awarta –
acht Kilometer südöstlich der Stadt Nablus – abgesperrt.
Sie verhafteten in Awarta Einheimische im
Alter zwischen 15 und 40 Jahren.
Das berichtete der Ortsvorsteher Qays Awad.
Awarta liegt unterhalb
der jüdischen 1000-Seelen-Siedlung Itamar, in der am Samstag eine israelische Siedlerfamilie ermordet
wurde.
Die Siedlung wird von Rechtsextremisten bewohnt.
Menschenjagd auf PalästinenserUnmittelbar
nach der Gewalttat kam es unter den jüdischen Siedlern in der gesamten besetzten Westbank zu Gewaltausbrüchen
gegen die einheimischen Palästinenser.
Die Juden begannen – auch außerhalb der Region Nablus – willkürlich
Jagd auf beschuldigte Palästinenser zu machen.
Bisher gibt es in dem Mordfall in Itamar noch keine Verdächtigen.
Stehen Vertreibungen bevor?„Die Soldaten erklärten den verhafteten Palästinensern, daß sie nur ihre
Fingerabdrücke abnehmen wollen“ – erklärte der Ortsvorsteher von Awarta.
Viele der Verhafteten wurden
von beteiligten Siedlern geschlagen.
Awarta und seine Umgebung wurde zur militärischen Sicherheitszone
erklärt.
Seither sind dort Hausdurchsuchungen ständig möglich.
Einer solchen Maßnahme folgt in der
Regel nach israelischem Brauch die Vertreibung der Bewohner.
Sulaiman Qareeg ist ein Parlamentsmitglied
aus Awarta. Er berichtete der staatlichen Rundfunkstation WAFA, daß die Lage in Awarta tragisch ist:
„Es gibt zur Zeit keine Versorgung mit Grundnahrungsmittel wie Brot, Babymilch und anderes. Kranken wird
nicht erlaubt, zur Behandlung nach Nablus zu fahren.“
Ambulanzen werden zurückgeschicktAyman al Nubani,
ein Augenzeuge der israelischen Übergriffe in Awarta, erklärte gegenüber ‘WAFA’ am Telephon, daß israelische
Truppen Ambulanzfahrzeuge anhalten und zurückschicken.
Auch Versorgungsfahrzeuge werden daran gehindert,
Awarta zu erreichen.
Israelische Soldaten verhafteten am Sonntagabend den 65jährigen Kamil Qareeq und
verschiedene seiner Familienmitglieder in seinem Haus.
Die Armee gab keine Informationen, ob die Verschleppten
irgendeiner Beteiligung an der Mordtat in Itamar beschuldigt werden.
Siedler werfen SteineIn Hebron –
in der südlichen Westbank – verhafteten israelische Besatzungssoldaten fünf Palästinenser.
Sie unterstützen
auch weiterhin die Gewalt der jüdischen Siedler gegen die einheimische Bevölkerung.
Eine Gruppe bewaffneter
Siedler sperrte verschiedene Straßen um Hebron und bewarfen vorbeifahrende palästinensische Fahrzeuge
mit Steinen.
Solche Vorfälle ereigneten sich in dem 8000-Seelen-Ort Beit Awwa, 22 Kilometer südwestlich
von Hebron, in der Ortschaft Ithna im Nordwesten von Hebron, an der Zufahrt zum 10.000-Seelen-Flüchtingslager
Al-Arroup – fünfzehn Kilometer südlich von Bethlehem – und in der Nähe der illegalen jüdische 400-Seelen-Siedlung
Kfar Etzion im Süden von Bethlehem.
Ausländer gegen EinheimischeSiedler aus Beit Hadassa – in der
jüdisch besetzten Altstadt von Hebron – griffen erneut Familien in der zentralen Shuhada Straße an.
Solche Gewalttaten sind dort seit Jahren bekannt.
Im Norden von Hebron beschossen israelische Besatzer
ein Auto auf der Halhoul Brücke.
Im Bauerndorf Al Baq’a, im Nordosten von Hebron, brachen israelische
Siedler unter dem Schutz israelischer Soldaten in das Wohnhaus von Avdul Jawad Jaber ein und richteten
massive Zerstörungen an.
Das Wohnhaus befindet sich in der Nähe der illegal errichteten jüdischen
Siedlung Kiryat Arba und einer umstrittenen Verbindungsstraße.
In diesem Haus leben insgesamt zwanzig
Familienangehörige jeden Alters.
In Kiryat Arba leben 7.200 illegale Siedler, die häufig aus Rußland
oder den USA stammen.
Inzwischen meldeten palästinensische Nachrichtenagenturen, daß die Mordtat von
Itamar auf einen aus Asien stammenden Fremdarbeiter zurückzuführen sei.
Er soll die Tat aus Rache dafür
ausgeführt haben, nachdem der ebenfalls getötete Vater der ermordeten Familie ihn um umgerechnet 2000
Euro Lohn betrogen haben soll.
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Abu 20:18:30 | Dienstag, 15. März 2011