19:12:05 | Mittwoch, 16. März 2011
Die lügnerischen Machenschaften der falschen Medjugorje-Seher lesen sich wie ein Kriminalroman. Von Bischof Ratko Perić von Mostar-Duvno.

Statue von Pater Slavko Barbarić in Medjugorje
© gnuckx, Flickr, CC(kreuz.net) Im März 1984 sprach der angebliche Seher Ivan Dragićević mit dem Medjugorje-Promotor, Pater
Slavko Barbarić, über einen
Umschlag mit einer Beschreibung des Großen Zeichens.
Diese Beschreibung
hatte die erste Medjugorie-Kommission im Mai 1982 von ihm verlangt.
Ivan erklärte dem Pater, auf dem
ihm von der Kommission vorgelegten leeren Blatt nichts geschrieben zu haben.
Dragićević war in der
Zeit, als die Kommission ihn kontaktierte, Seminarist der Franziskanerprovinz der Herzegowina.
Die Kommission
befragte ihn über das in Medjugorje angekündigte Große Zeichen. Sie wies ihn an, seine Aussage schriftlich
in einen versiegelten Umschlag zu geben.
Später verließ Ivan wegen schulischen Mißerfolgs sowohl das
Franziskaner-Seminar von Visoko als auch das von Dubrovnik, um in die Welt zurückzukehren.
Alles wird
geradegebogenPater Slavko schickte Ivans überraschende Mitteilung an
Hw. René Laurentin, dem eifrigen
Propagandisten des Medjugorje-Phänomens.
Dieser rechtfertigte Ivan und seine Vorgehensweise in einem
Buch auf unglaubliche Weise.
Hw. Laurentin schreibt:
„Von den Aufforderungen eingeschüchtert, mit denen
er im Namen des Bischofs konfrontiert wurde, und angesichts der Befehle der irdischen Vorgesetzten und
den Anweisungen der Muttergottes ratlos, nahm Ivan Zuflucht zu den traditionellen Auswegen der bäuerlichen
Klugheit, die sich seit den Jahrhunderten moslemischer Verfolgung und der Hinterlist der gegenwärtigen
marxistischen Polizei bewährt hatte.
Er ergriff den Stift, beschrieb zwei Blätter und legte sie in
zwei Umschläge, die versiegelt wurden.
Aber er hatte nur geschrieben: Nichts, nichts, nichts!“Wie
konnte Hw. Laurentin das wissen? Er hatte bei Ivan angefragt und von diesem und Pater Barbarić eine Antwort
erhalten.
Allerdings ist unklar, was Hw. Laurentin von Ivan und was er von dem ausgebildeten Psychologen,
Pater Barbarić, vermittelt bekam.
Die zweite Kommission untersucht den BriefAls die zweite Medjugorje-Diözesankommission
in den Jahren 1984 bis 1986 zu arbeiten begann, betrachtete man die Frage des Großen Zeichens und des
Umschlags von Ivan näher.
Drei Mitglieder der Kommission – Hw. Željko Puljić, Pater Šime Samac OFM
und der Neuropsychiater Dr. Ivo Sisek – besuchten Ivan Dragićević in Medjugorje.
In dem offiziellen
Protokoll der Kommission, die im März 1985 tagte, lesen wir folgendes.
Man beachte dabei, daß der Protokollführer
immer Dragičević statt Dragićević schreibt:
Ivan wird zur Rede gestellt„Nach dieser Diskussion
haben wir gehört, was Hw. Puljić, Dr. Sisek und Pater Samac uns über ihre Erfahrung über Medjugorje
gesagt haben.
Sie sahen Vicka, die nicht im Bett ist, aber dennoch zuhause blieb und nicht zur Versammlung
in die Kirche kam.
In ihrem Haus trafen sie Ivan Dragičević.
Hw. Puljić fragte ihn, warum er sich
so vor den Mitgliedern der Medjugorje-Kommission verhalten habe, wie das aus den Angaben von Hw. Laurentin
hervorgeht.
Hw. Mato Zovkić und Hw. Puljić erklärten den übrigen Kommissions-Mitgliedern, worum es
in Wahrheit gehe:
Als Stimmen laut wurden, daß die Muttergottes in Medjugorje ein besonderes Zeichen
hinterlassen würde, begaben sich die Mitglieder der damals eingeschränkten Kommission – Hw. Zovkić
und Hw. Puljić – in das Seminar der Franziskaner nach Visoko, wo Ivan Dragičević studierte.
Sie baten
ihn, die Botschaft der Muttergottes schriftlich festzuhalten.
Das tat er während etwa zehn Minuten,
indem er mit Kohlepapier eine Kopie anfertigte.
Die beiden Ausführungen wurden in zwei Umschläge gesteckt
und dann versiegelt.
Ein Umschlag wurde in das Archiv der Kurie von Mostar gebracht. Der andere wurde
von Ivan seinem Professor Pater Celestin Vlajić zur Aufbewahrung übergeben.Die Gospa hat befohlen,
nichts zu schreiben?Mirjana Dragičević, die sich in Sarajevo aufhielt, wollte dagegen über das Zeichen
nichts aufschreiben.
Sie sagte den Mitgliedern der Kommission, daß die Muttergottes darüber erzürnt
gewesen sei, daß Ivan etwas aufgeschrieben hatte.
Die sogenannten Medjugorje-Seher wollten nichts aufschreiben,
obwohl andere Mitglieder der Kommission sie baten, es in versiegelter Form zu tun.
Sie erklärten, man
habe auf Anraten von Pater Tomislav Vlašićdie Gospa gefragt, ob man etwas aufschreiben dürfe.
Die
Gospa habe befohlen, nichts zu schreiben.Die Schlinge zieht sich zusammenIn einer Publikation verbreitete
Hw. Laurentin die Version, daß Ivan die Kommission hereingelegt und auf das Blatt nichts geschrieben,
sondern es unbeschrieben in den Umschlag gesteckt habe.
Als die drei Mitglieder der Kommission heute
Ivan in Medjugorje fragten, warum er sie betrogen habe, erklärte dieser, mehr Vertrauen in Hw. Laurentin
als in sie zu haben.
Ivan teilte schließlich Hw. Puljić mit, daß er den versiegelten Umschlag, der
sich im Archiv der Kurie in Mostar befindet, öffnen könne, weil sich darin nichts anderes befinde als
ein leeres Blatt.
Er versprach, den Umschlag, den er bei Pater Celestin hinterlassen und von diesem zurückerhalten
hatte, am gleichen Abend zur Kirche zu bringen, um ihn vor Hw. Puljić zu öffnen.
Doch Ivan brachte
den Umschlag nicht.
Er erklärte, ihn irgendwo verloren zu haben.
Aber er gab Hw. Puljić erneut die
Erlaubnis, den zweiten Umschlag, der sich in Mostar befand, zu öffnen.
Jetzt haben wir alle gebeten,
daß man Ivans Umschlag, der bisher verschlossen im Archiv lag, vor aller Augen aufmache.Die Stunde
der WahrheitDer Brief wurde von der Kommission aufgemacht.
Dabei stellte sich heraus, daß Ivan nicht
die Wahrheit gesagt hat.
Der Umschlag enthielt kein leeres, sondern ein beschriebenes Blatt.
Als wir
die Handschrift von Ivan verglichen, sahen wir, daß er das Blatt im Umschlages beschrieben und das Geschriebene
unterzeichnet hatte.
Er legte auf dem Blatt dar, worin das Große Zeichen bestehen und wann es geschehen
würde.
Sofort wurde ein Protokoll über die Öffnung des Umschlages angefertigt.
Es wurde von Hw. Zovkić
als Präsident und von Pater Ljubo Lucić OFM als Protokollführer unterschrieben.
Die anderen Mitglieder
der Kommission sollten das Protokoll am nächsten Morgen unterzeichnen.
Nur Ivan Dugandžić war nicht
anwesend, als der Umschlag geöffnet wurde.Ivan war als Lügner bekanntSchließlich sagte Hw. Puljić
mit Anspielung auf Ivan Dragičević:
»Er hat uns auf unmoralische Weise betrogen. Ich bin beleidigt
und über die Zukunft der Jugendlichen und dieses Phänomens besorgt.«.
Damals erführen wir von Pater
Peter Krasić OFM, daß das nicht Ivans erster Betrug gewesen war.
So belog er seine Mitseminaristen
in Visoko mit der Behauptung, daß sich die Uhrzeiger in die Gegenrichtung bewegen würden und mit Erscheinungen,
so daß die Kollegen ihm nicht mehr glaubten.
Einige empörten sich deswegen sehr.“Die Widersprüche
sind aufgedecktAus diesem langen Zitat aus dem Protokoll der Medjugorje-Kommission geht hervor, daß
Ivan Dragićević
• die Lüge verbreitet hat, daß die angebliche Gospa ihm erlaubt hätte, über das
Zeichen zu schreiben und, auf der anderen Seite, nicht zum Schreiben gezwungen worden sei;
• der Kommission
erzählt hat, daß er nichts aufgeschrieben habe, während er in Wahrheit einen Text samt Kohlenpapier-Kopie
verfaßte;
• dem Geistlichen, Hw. René Laurentin, erzählt hat, nichts aufgezeichnet zu haben, obwohl
er mit eigener Hand geschrieben und signiert hatte.
• die Lüge erzählte, daß er den Umschlag mit
dem Text zur Kirche bringe würde, was er in Wahrheit nicht gemacht hat.
Wir möchten ferner hervorheben,
daß alle Medjugorje-Seher zusammen mit dem Manipulatoren
Tomislav Vlašić die Lüge verbreiteten, die
Gospa hätte ihnen verboten, das Große Zeichen zu beschreiben – als ob sie nicht in der Lage gewesen
wäre, dieses Verbot auch in Ivans Fall durchzusetzen.
Doch anschließend ließ die angebliche Gospa
die angebliche Seherin Mirjana wissen, zornig zu sein, weil Ivan etwas aufgeschrieben habe.
Das größte
Zeichen in dem Medjugorje-Phänomen besteht vielleicht aus Betrügereien, unwürdigen Spielen, Lügen
und Schwindeleien.
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hiti 11:40:23 | Dienstag, 22. März 2011
#23
sevenup 18:08:57 | Donnerstag, 17. März 2011
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Vogel 18:02:01 | Donnerstag, 17. März 2011
#15
sevenup 14:37:11 | Donnerstag, 17. März 2011
#1
Kraut 19:42:10 | Mittwoch, 16. März 2011