15:13:58 | Freitag, 3. Juni 2005
Der Begründer der Wachkomaforschung sprach in Wien. Er warnte vor der Rückkehr der Liquidationsmaschinerie des Dritten Reiches: „Terri Schiavo hat ihren Hungertod hautnah miterlebt.“
(kreuz.net, Wien) Vor rund zwei Wochen sprach Prof. Dr. Franz Gerstenbrand (81) in Wien zum Thema ‘Wachkoma-Patienten
sind keine Sterbenden’.
Dr. Gerstenbrand ist emeritierter Vorstand der Neurologischen Universitätsklinik
Innsbruck. Bereits in den 60er Jahren hat er die Wachkomaforschung begründet.
Der Vortrag wurde von
der österreichischen Lebensrechtsbewegung ‘Jugend für das Leben’ organisiert. Er fand an der Wiener
Universität für Bodenkultur statt.
Der
Justizmord an der Wachkoma-Patientin Terri Schiavo im US-Bundesstaat
Florida sorgte vor zwei Monaten für weltweite Schlagzeilen.
Zu Beginn seines Vortrages unterstrich Prof.
Gerstenbrand, daß Patienten, die am sogenannten apallischen Syndrom leiden, ihrer Umwelt vollkommen ausgeliefert
sind.
Apallisches Syndrom ist der medizinische Fachbegriff für das Wachkoma. Ursache dafür ist eine
massive Schädigung des Gehirns, beispielsweise nach einem Schädel-Hirn-Trauma, einem Schlaganfall oder
einer Gehirnhautentzündung.
Die Symptomatik ist gekennzeichnet durch das Fehlen einer Bewußtseinstätigkeit
und von Bewußtseinsinhalten. Der Patient zeigt keine Reaktion auf äußere Reize.
Ausgenommen sind motorische
Primitivbewegungen wie Beiß- und Klammerreflexe.
Dr. Gerstenbrand erklärte, daß das Vollbild des apallischen
Syndroms in den meisten Fällen vorübergehend ist. Bei entsprechender Behandlung zeigen viele Patienten
eine deutliche Besserung.
In rund 60 Prozent der Fälle kommt es zu einer vollkommenen Genesung. Die
Sterberate der Erkrankung liegt bei rund 20 Prozent. Ein weiteres Fünftel der Wachkoma-Patienten bleibt
pflegebedürftig.
Nach heutigem Pflegestandard können wachkomatöse Patienten durchaus 20- 40 Jahre
überleben.
Dies hätte auch für die ermordete Terri Schiavo zugetroffen. Laut Dr. Gerstenbrand befand
sich die Frau nicht im Vollbild des Wachkomas. Sie habe auch ein frühes Genesungsstadium durchlebt.
Bei einer entsprechenden Therapie zu Beginn ihres Leidens und einer nachfolgenden Rehabilitation, hätte
Terri gute Chancen auf eine Verbesserung ihres Zustandes gehabt.
Der entfremdete Ehemann von Terri Schiavo
hat eine Therapie für seine Frau jedoch immer abgelehnt.
Der Tod ist für den Betroffenen eine tragische
Angelegenheit, erklärte der Professor mit Bezug auf seine Jugend während der Kriegesjahre. Das treffe
auch für den Tod von Terri Schiavo zu: „Sie hat den eigenen Hungertod in ihrem apallischen Zustand hautnah
miterlebt.“
Der Mediziner unterstrich die Verpflichtung unserer Wohlstandsgesellschaft, für das Leben
der Wachkoma-Patienten zu sorgen: „Diese Menschen wollen nicht sterben.“
Auch wenn die Angehörigen für
einen Tod einträten, dürften die lebenserhaltenden Maßnahmen nicht beendet werden. Man könne nie wissen,
welche Absichten die Verwandten bewegen, den Tod eines Patienten zu fordern.
Der Beginn der Tötung von
Wachkoma-Patienten reißt eine Mauer ein: „Man verfällt in Zustände wie im Dritten Reich.“
Das dürfe
in Europa nicht mehr geschehen. „Die Gesellschaft ist verpflichtet, diese Menschen am Leben zu erhalten.“
Man dürfe die Patienten weder ermorden noch darüber eine Diskussion losbrechen.
Sonst wird das Liquidationssystem
des nationalsozialistischen Regimes wiederbelebt.
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#2
methusalix † 01:51:30 | Montag, 6. Juni 2005
#1
Aliatus 05:59:44 | Samstag, 4. Juni 2005