Der Privatsekretär von Johannes Paul II. ist neuer Erzbischof von Krakau
Benedikt XVI. ernannte heute Mons. Stanislaw Dziwisz zum neuen Erzbischof von Krakau. Mons. Dziwisz war jahrzehntelang der Schatten von Papst Johannes Paul II. Nun folgt er seinem Meister auf den Bischofssitz der südpolnischen Metropole.
(kreuz.net) Wie erwartet hat Papst Benedikt XVI. Mons. Stanislaw Dziwisz (66) – sprich: Dschiwisch – zum
neuen Erzbischof von Krakau ernannt. Das gab der Vatikan heute bekannt. Johannes Paul II. war bis zu seiner
Wahl zum Papst im Jahre 1978 der Oberhirte dieser Erzdiözese.
Krakau ist die Hauptstadt der Woiwodschaft
Kleinpolen und liegt an der oberen Weichsel rund 250 Kilometer südlich von Warschau.
Der langjährige
Privatsekretär von Johannes Paul II. tritt damit die Nachfolge von Francisezk Kardinal Macharski (78)
an. Zuvor hatte Benedikt XVI. Kardinal Macharskis Rücktrittsangebot aus Altersgründen angenommen.
Im
Gespräch mit Radio Vatikan erklärte Mons. Dziwisz, daß er sich am Tag seiner Berufung auf den Bischofssitz
von Krakau an seine Jahre im dortigen Seminar erinnere:
„Als Bischof Karol Wojtyla zur ersten Versammlung
des Zweiten Vatikanischen Konzils aufbrach, sagte er uns, daß er sich vom Grab des Heiligen Stanislaw
zum Grab des Heiligen Petrus aufmache – und in Gedanken die ganze Kirche Krakaus mit dorthin nehme.“
Bei ihm – so Mons. Dziwisz – sei es genau umgekehrt: „Ich fühle, daß ich selber heute vom Grab des Heiligen
Petrus an das Grab des Heiligen Stanislaw gesandt werde. Ich vertraue zutiefst darauf, daß mich Papst
Johannes Paul II. auf dieser Reise begleiten wird.“
Er wünsche sich, daß er von der Stadt Krakau und
von seiner Erzdiözese – zu der er als Priester bereits gehört hat – als treuer Zeuge des Heiligen Vaters
aufgenommen werde: „Dafür habe ich heute an seinem Grab gebetet.“
Der Jungpriester Stanislaw Dziwisz
war gerade 26 Jahre alt, als er 1966 vom damaligen Erzbischof von Krakau, Karol Woityla, zum erzbischöflichen
Sekretär ernannt wurde.
Fast sein ganzes Leben lang war er der Schatten seines Meisters.
38jährig
zog er mit Johannes Paul II. in den Vatikan und blieb dort fast 27 Jahre bis zum Tod des Papstes. Sein
Leben war das Leben des Papstes.
Johannes Paul II. rief ihn häufig liebevoll mit der polnischen Abkürzung
für Stanislaw „Staschu“.
Dziwisz saß beim Attentat von 1981 neben Papst Johannes Paul II. im Wagen.
In seinen Armen wurde der von zwei Schüssen schwer verletzte Heilige Vater ins Krankenhaus gefahren.
Ein Privatleben kannte der freundliche Privatsekretär des Papstes nicht. Er verzichtete auch darauf,
sich persönlich zu profilieren.
Zugleich gewann Mons. Dziwisz im Vatikan immer mehr an Macht, je älter
und gebrechlicher der Papst wurde. Er habe – behaupten einige – sogar über die Nominierung von Bischöfen
entschieden.
Die Berufung von Mons. Dziwisz nach Krakau wurde seit langem erwartet. Als neuer Oberhirte
der katholischen Hauptstadt Polens kann Mons. Dziwisz damit rechnen, beim nächsten Konsistorium zum Kardinal
ernannt zu werden.
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Katholische Hauptstadt Polens Krakau als katholische Hauptstadt Polens stimmt so nicht ganz. Hauptstadt
Polens ist z. Zt. bekanntlich Warschau. Krakau war Krönungsstadt des Königreiches Polen, wohingegen
Gnesen geistliches Zentrum war. Daher hat der Erzbischof von Gnesen den Titel eines Primas von Polen geführt.