Je näher man auf den Fall des italienischen Mathematikers und Astronoms schaut, desto mehr verschwimmt das Bild eines Wissenschaftlers, der angeblich furchtlos für Gedankenfreiheit kämpfte.
Gemälde des eitlen Galileo Galilei
(kreuz.net) Daß der italienische Mathematiker und Astronom Galileo Galilei († 1642) als „Märtyrer im
Dienste des wissenschaftlichen Fortschritts“ in die Geschichte eingegangen sei, bezeichnete ein gewisser
Felix Müller am 27. März in einem Artikel der deutschen Zeitung ‘Welt’ als eine „schöne Vorstellung“.
Müller fügt hinzu: „Sie hat nur ein Problem: Sie stimmt nicht.“
Der Galilei in bezug auf die Erde
zugeschriebene Ausspruch „Und sie bewegt sich doch“ sei nie gefallen.
Die Päpste hatten gegen Galilei
nichts einzuwenden
Müller präsentiert die historischen Fakten.
Im September 1632 bestellte die Inquisition
den florentinischen Hof-Mathematiker Galilei wegen mehrerer Thesen über das Sonnensystem nach Rom.
Über
den weiteren Verlauf der Geschichte ranken sich Legenden.
Galilei sei inhaftiert oder gar gefoltert worden.
Doch bereits im 19. Jahrhundert brachten die damals untersuchten Akten des Galilei-Prozesses die Wahrheit
ans Licht.
Es wurde klar, daß die römische Kurie den Ergebnissen von Galilei deutlich aufgeschlossener
war als bisher unterstellt.
Die Päpste hatten gegen die These vom heliozentrischen Weltbild nicht viel
einzuwenden.
Galilei war auch ein Grobianist
Müller betont, daß von Kerkerhaft, Folter und erzwungenen
Eingeständnissen keine Rede sein konnte.
In Rom logierte Galilei anfangs in der florentinischen Botschaft
in der Villa Medici.
Während des Prozesses bekam er eine Drei-Zimmer-Wohnung mit Aussicht auf die Vatikanischen
Gärten.
Bei dem Prozeß bezichtigte er alle Kritiker mit – so Müller – „triumphaler Selbstgewißheit“
als „geistige Pygmäen“.
Die Inquisition forderte von Galilei zu Recht, daß er seine Theorie als Hypothese
und – dem Stand seiner Wissenschaft entsprechend – nicht mit dem Anspruch absoluter Wahrheit vorbringen
sollte.
Eine Erfindung antikatholischer Deutscher
Eine Verurteilung fing sich Galilei nur wegen seiner
„trotzigen Unerbittlichkeit“ ein.
Je näher Müller hinsieht, „desto mehr verschwimmt das Bild des Wissenschaftlers,
der furchtlos für Gedankenfreiheit kämpfte“.
Müller betont, daß die Geschichtslüge um Galilei aufgrund
von handfesten Interessen in die Welt gesetzt wurde:
„Sie reiht sich ein in das kulturkämpferische Projekt
der Bismarckzeit, den Katholizismus als wissenschaftsfeindlich, inhuman und vormodern zu brandmarken.“
Eine Ahnenreihe Martin Luther († 1546), Giordano Bruno († 1600) und Galileo Galilei († 1642) werde als
„Phalanx der drei Aufrechten“ gegen eine bornierte, dekadente und verschwendungssüchtige Kirche präsentiert.
Das ist nach Müller „ein uraltes Reptil, dem man am besten den Kopf abschlagen sollte“:
„Daß es sich
hierbei mitunter um Wahrheitsverdrehung und Propaganda handelt, ist exemplarisch am Fall Galileo Galilei
zu studieren.“
Email-Adressen der Empfänger
76 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Re.: „Homo_insipiens_insipiens“: „Chi l’ha visto?“ … Mein Pavian hat durch seine Pressesprecherin Clarissa
Latina mit tränenerstickter Stimme verlauten lassen, daß er sich beim Thema derartig in die Scheiße
geritten hat, daß von ihm keine weiteren Verlautbarungen diesbezüglich zu erwarten sind. Um dies der
jubelnden Öffentlichkeit zu verkünden, hat sich die Nonne Clarissa eine Auszeit von ihrem Nachhilfeunterricht
im Fach Latein bei Sycamore nehmen müssen. Denn sie arbeitet z.Z. intensiv daran, bei ihrer nächsten
Lateinprobe zumindest ein „ausreichend“ zu ergattern. Wo „Äffchen“ sich gerade befindet, ist nicht bekannt.
Nach seinem letzten fehlgeschlagenen Ehrenrettungsversuch von gestern Abend (19:32) ist es spurlos verschwunden.
Erfahrungsgemäß wird es jedoch nicht lange dauern, bis „Insipiens“ einen weiteren Felltausch vollzogen
haben wird, um unter einem anderen Nick putzmunter wiederaufzutauchen. Pavianen der Spezies „Insipiens_insipiens“
wird ja Unsterblichkeit zugeschrieben.
Homo sapiens spricht über seine Aussagen sein eigenes Urteil: Dass man nicht „die Haltung“ einer länderübergreifenden,
in sich heterogenen Massenbewegung zu irgend etwas mit ein paar Zitaten einzelner Persönlichkeiten wiedergeben
kann, bzw. dass es eine Pauschalisierung ist dies zu tun, ist ja wohl eine Binsenwahrheit Dieses Urteil
passt ziemlich genau auf sein früheres Pauschalurteil: Die Protestanten waren vor allem zur Entstehungszeit
desselben (des heliozentrischen Weltbildes) signifikant progressiver (als die katholische Kirchenleitung)
(zum Teil als Mittel zur Abgrenzung von den Katholiken).
Homo_insipiens_insipiens (19:32): der Pfau, den Jupiter in ein eitles Äffchen verwandelte… Merken Sie
es denn nicht, daß je mehr Sie an Ihrem völlig untauglichen Versuch festkrallen, sich zu rechtfertigen,
desto mehr Sie sich vor der geneigten Leserschaft blamieren? Sei es mir gegönnt, Ihnen die gleiche Frage
zu stellen wie Jubärens: wie tiefgründig muß Ihre Eitelkeit denn sein, die Sie daran hindert, einen
offensichtlichen – sogar zweimal zurechtgewiesenen – Fehler zuzugeben, Ihre irrigen Behauptungen zurückzunehmen,
sich dafür zu entschuldigen und Lernen zu geloben? Warum greifen Sie meinen Vorschlag nicht dankbar auf,
und bitten Jubärens um ein paar preiswerte Nachhilfestunden im Fach Geschichte? Sie erheben trotz Ihrer
Eitelkeit ja nicht den Anspruch auf Unfehlbarkeit. Und schließlich ist irren ja menschlich. Was mein
Pseudonym angeht, so nennen Sie mich getröst wie Sie wollen. Ihr Vorstoß tangiert mich nicht einmal
peripher.
@Jubärens Wieso zu eitel, einen Fehler zuzugeben? Ich sagte doch, ich habe meinen Gedanken zu ungenau
formuliert. Zu deinem anderen Punkt: Dass man nicht „die Haltung“ einer länderübergreifenden, in sich
heterogenen Massenbewegung zu irgend etwas mit ein paar Zitaten einzelner Persönlichkeiten wiedergeben
kann, bzw. dass es eine Pauschalisierung ist dies zu tun, ist ja wohl eine Binsenwahrheit. @Fotzamore:
Du kannst gern geifern, wie du willst – Fakt ist, dass dein Nickname den gewöhnlichen griechischen Ausdruck
für Fotze enthält. Das habe ich dir hinreichend mit der einschlägigen Literatur belegt: du musst fortan
mit dieser Tatsache wohl leben. Auch eine Weigerung, die angegebene Literatur zu verwenden, bewahrt dich
leider nicht davor, des Nichtgriechischkönnens überführt zu sein… deinen nächsten Tourettesyndrom-Anfall
werde ich nicht erwidern; ich warte darauf, dass wieder einmal die geschätzte Clarissa im Hause ist,
denn was mir sonst noch Spassiges zu deinem Nick einfällt, möchte ich ihr nicht vorenthalten.
Zu eitel, einen Fehler zuzugeben, homo sapiens? „Ja, das war ungenau formuliert: ich dachte eigentlich
mehr an die protestantischen Astronomen seit Galilei, nicht an die Protestanten allgemein.“ Es war vollständig
falsch, was Sie ursprünglich geschrieben hatten: Die Protestanten waren vor allem zur Entstehungszeit
desselben (des heliozentrischen Weltbildes) signifikant progressiver (als die katholische Kirchenleitung)
(zum Teil als Mittel zur Abgrenzung von den Katholiken). Denn Martin Luther nannte den Domherrn Kopernikus
einen Narren und sein heliozentrisches Weltbild eine anti-biblische Narretei. Melanchton schimpfte und
zeterte noch schlimmer gegen Kopernikus. Was soll denn der folgende Blödsinn: „Für die allgemeine Gesinnung
der Protestanten zum heliozentrischen Weltbild man allerdings auch nicht – wie du es machst – pauschal
die Aussagen einzelner Persönlichkeiten wie Luther herbeiziehen.“ Wer wenn nicht Luther und Melanchton
stehen für die Gesinnung der „Protestanten vor allem zur Entstehungszeitdes heliozentrischen Weltbildes“?
Homo_insipiens_insipiens (00:22): eine rhetorische Kanonade bar jeglicher Logik … Ich verstehe Ihre
Verbitterung, Äffchen! Aber … was haben Sie eingentlich mit Ihrem Wortschwall bewirkt? Meine Vorhaltungen
sind von Ihnen in keinster Weise widerlegt worden. Denn selbst nach Ihrem verbalen heißlüftigen „Tsunami“
ist es doch so, Äffchen, daß Metonymie Metonymie bleibt. Es ist ja eine simple, auf dem Identitätsprinzip
basierte Wahrheit, die der alte Parmenides nicht anders formuliert hätte. Für philosophisch jungfräuliche
Gemüter wie Sie ist eine solche eigentlich völlig hinreichend. Ich darf ja davon ausgehen, daß Sie
genauso wenig von Logik verstehen wie von Geschichte. Daran ändern die von Ihnen empfohlenen Lektüren
nichts, aber gar nichts, mein Pavian! Bei Ihrem lexikalischen Alterswerk vergessen Sie also nicht, Ihre
defizitären Geschichtskenntnisse zu vertiefen, damit Sie bei Ihrem nächsten Auftritt als Paladin des
fortschrittlichen Protestantismus nicht allzu sehr mit Ihrem Unwissen brillieren. Was würde der gelehrte
Melanchton dazu sagen … Jubärens wäre gewiß dazu bereit, Ihnen preiswerte Nachhilfestunden im Fach
Geschichte zu erteilen. Sie wollen ja nicht als ignoranter Literat, gar als ungebildeter Poet, in die
Geschichte, die Sie so wenig beherrschen, eingehen.
Oje, Fotzamore, was hast denn du für ein mageres Schulwörterbuch bei der Hand. Wirf das mal weg und
beschaff dir nen anständigen LSJ! Im Mindesten! Zur besaggten Vokabel, lies mal den Vers 1350 von Aristophanes’
Frieden, das ist eine schön eindeutig zweideutige Stelle (Näheres erfährt man zu solchen Vokabeln übrigens
in Hendersons „The Maculate Muse“). Und die Lektüre einer Einführung in die moderne Semantik kann ich
dir auch nur wärmstens empfehlen – deine Auffassung es sei wichtig, welches die „erste“ und „zweite“
Bedeutung einer Vokabel sei, nimmt sich nun wirklich allzu schülerhaft aus. Diese Lektüretipps dürften
im Sinne einer ersten Hilfe durchaus lehrreich sein, lieber Fotzamore! Mir kommt zudem gerade die Idee,
mich bei der nächsten Überarbeitung der Sigma-Lemmata des LSJ dafür einzusetzen, dass man das -mor-
von „sykomoros“ künftig mit Omega schreiben soll – dann wäre Sycamore unser „Mr. Fotzendämlich“…
aber andererseits, das lohnt die Mühe und die vielen Diskussionen nicht im Geringsten. Ein Forenprolet,
der immer nur ihm überlegene User wie clarissa colonia blöd anmacht, ohne wirklich was auf dem Kasten
zu haben, verdient nicht solche Aufmerksamkeit. In diesem Sinne: gute Nacht *gäääähn*
Homo_insipiens_insipiens (21:15): altersverwirrt… Nicht einmal auf dem Gebiet des Griechischen taugen
Sie viel, sykophantisches Äffchen! Eine Metonymie wird nie als erste Bedeutung eines Wortes angegeben.
Und die erste Bedeutung des Wortes „sykon“ – trotz Ihrer vaginalen Altersphantasien – ist „Feige“ (meton.
„Warze“). Dessen Zusammensetzung mit „moron – Brombeere, Maulbeere“ ergibt dann den schönen Namen „Sykomore/Sykamore:
Maulbeerfeigenbaum“, woraus wiederum das englische „Sycamore“ entstammt. Ich könnte Sie eigentlich als
„sykoforos“ engagieren, wären Sie nicht in solch fortgeschrittenem Stadium geistiger Verwirrung.
@Sycamore Wer nicht mal merkt, dass er das griechische Wort für „Fotze“ im Namen trägt, sollte anderen
keine Umbenennungsratschläge erteilen, lieber Fotzamore. @Jubärens: Ja, das war ungenau formuliert:
ich dachte eigentlich mehr an die protestantischen Astronomen seit Galilei, nicht an die Protestanten
allgemein. Für die allgemeine Gesinnung der Protestanten zum heliozentrischen Weltbild kann man allerdings
auch nicht – wie du es machst – pauschal die Aussagen einzelner Persönlichkeiten wie Luther herbeiziehen,
so wenig wie die z. B. des Papstes, wenn es um die Haltung sämtlicher Katholiken gehen soll. Ich empfehle
zur Veranschaulichung dessen, was ich im vorigen Posting gemeint habe, die Lektüre der Briefwechsel dieser
Persönlichkeiten.
Homo_insipiens_insipiens (15:31) Sehr hübsch, Jubärens! Hervorragende Widerlegung! Sie haben unser Äffchen
als „homo_insipiens-insipiens“ (eigentlich: hominem_insipientem_insipientem – dies sei als Liebesgruß
an Clarissa Latina gesagt) entlarvt. Ich schlage vor „es“ soll sein Pseudonym dahingehend ändern und
geloben, seine historischen Kenntnisse aufzupolieren.
Meine Ausführungen beziehen sich auf folgende Falschaussage, homosapiens: Die Protestanten waren vor
allem zur Entstehungszeit desselben (des heliozentrischen Weltbildrs) signifikant progressiver (als die
katholische Kirchenleitung) (zum Teil als Mittel zur Abgrenzung von den Katholiken). Martin Luther nannte
den Domherrn Kopernikus einen Narren und sein heliozentrisches Weltbild eine anti-biblische Narretei.
Melanchton schimpfte und zeterte noch schlimmer gegen Kopernikus. Dagegen lehrte man an päpstliche Schulen
und Universitäten in Italien in der 2. Hälfte des 16. Jahrhundert das heliozentrische Weltbild sowie
an der päpstliche Sternwarte in Rom, die von den Jesuiten geleitet wurde. Als 40 Jahre nach der kopernikanischen
Wende Papst Gregor auf der Basis des kopernikanisch-heliozentrischen Weltbildes die gregorianische Kalenderreform
einführte, hielten die Protestanten teilweise noch zwei Jahrhunderte an dem alten Kalender und dem zugrunde
liegenden geozentrischen Weltbild fest.
#63 Elvenpath † 13:01:00 | Donnerstag, 31. März 2011
Verdrehung Der Artikel selber ist voller Verdrehungen und Halbwahrheiten. Galilei wurde nicht eingekerkert
und gefoltert, das ist wohl richtig. Er hatte das nämlich durch seinen Widerruf vermieden. Hätte er
das nicht getan, drohte im die Exkommunikation, die gleichbedeutend mit dem sicheren Tod war. Des weiteren
haben die Inquisitoren mit Sicherheit nicht gefordert, das heliozentrische Weltbild as Hypthese darzustellen,
weil es eventuell nicht gut genug war (so wir heute wissen), sondern weil sie am geozentrischen Weltbild
festhalten wollten. Übrigens ist innerhalb unseres Sonnensystems die Theorie Galileis näherungsweise
immer noch richtig. Die Planeten und die Sonne kreisen in Ellipsen um einen gemeinsamen Schwerpunkt, der
knapp außerhalb der Sonne liegt. Und bei all dem spielt der Charakter von Galilei keine Rolle. Geniale
Menschen sind oft schwierig.
#62 Palmström 12:48:22 | Donnerstag, 31. März 2011
Homo_sapiens_sapiens @ Dass die Legenden bildung auch vor Glileo Galilei nicht halt gemacht hat, sollte
nicht gegen ihn sprechen. Immerhin hat er die Ehre als Justizopfer, ein Heiliger der Konfessionslosen
und Atheisten geworden zu sein. Dennoch wage ich zu bezweifeln, dass seine Leistung darauf zu reduzieren
ist: Er sei „nur ein sturer und eingebildeter Bock“ gewesen. Diese Aburteilung und Verunglimpfung erneut
nach Jahrhunderten hat Galilei nicht verdient. Darauf zielte auch letztlich meine Kritik. Beethoven, zum
Beispiel, soll auch kein pflegeleichter Nachbar und Hausherr gewesen sein… Seine Wut über einen verlorenen
Groschen hat er in einem Klavierstück musikalisch umgesetzt, vorausgegangen war aber eine üble Zankerei
mit seiner Haushälterin…! Deshalb meine ich, dass auch Galileo Galilei Anspruch auf seine Eigenheiten
haben soll, die ihn nun mal zur Person gemacht haben. Ihn nur auf das „Bock sein“ zu reduzieren wird ihm
bestimmt nicht gerecht…
Homo_sapiens_sapiens: Mein Post war zu Deinem Post als Zustimmung zu Deinem gemeint… Physische Folter
wird es wohl nicht gewesen sein. Aber wenn jemand seine Überzeugungen widerruft, dürfte der psychische
Druck mehr als enorm gewesen sein. Krass ist aber, dass die sich nie irrende wahre Kirche Jahrhunderte
brauchte, die heimlichen Vermutungen von Päpsten, dass Galilei Recht haben könnte, zu bestätigen und
den Irrtum von kirchlichen Menschen -natürlich nicht der Kirche- einzugestehen. Aber ansonsten stimmt
natürlich alles, was die Kirche sagt, weil sich im Zweifelsfall nicht die Kirche, sondern dann nur die
kirchlichen Menschen geirrt haben.
@Palmström bezügl. Folter / „und sie dreht sich doch“: Letzteres dürfte tatsächlich ins Reich der
Legenden gehören. Ist ja auch nichts Spezielles; so mancher historischen Persönlichkeit wurden flotte
Sprüche in den Mund gelegt. Man wird nicht gleich zum Reaktionär, indem man sich mit diesem Befund abfindet.
Was die Folter betrifft: Ein Bekannter von mir, der sich intensivst mit der Geschichte der Physik befasst
hat, hat mir gegenüber das Ganze mal so erzählt: Galilei sei nicht gefoltert worden, ihm sei aber mit
Folter gedroht worden, indem man ihn in eine Folterkammer geführt und ihm die dortigen Gerätschaften
gezeigt hätte, deren Anwendung er zu befürchten hätte. Dies – im Prinzip Psychoterror, aber damals
gang und gäbe – habe gereicht, Galilei einzuschüchtern, weshalb die physische Folter bei ihm schliesslich
nicht zur Anwendung gekommen sei. Ich kann leider nicht spontan die Quellen nennen, auf welche sich dies
stützt, aber bei besagtem Bekannten müssten sie zu erfahren sein. Galileo Galilei war zweifellos ein
grosser Mathematiker und ein streitbarer Gelehrter, aber er war wohl nicht der aufrechte, selbstaufopfernde
Märtyrer der Geistesfreiheit, zu dem er mitunter stilisiert wurde und wird. Ein Justizopfer, vielleicht.
Aber teilweise hat er dies durch ungeschicktes Vorgehen begünstigt.
@DerRabe die bibel hat ja nie behauptet die erde sei eine scheibe. Das stimmt, in der Bibel steht auch
nix vom Zölibat oder daß Maria als Heilige verehrt werden solle …
#55 Mufelius † 12:04:57 | Donnerstag, 31. März 2011
Vogel: Nein. Andere Menschen können natürlich den Gesichtsausdruck, die Körpersprache und Gestik interpretieren.
Und das sogar unterbewusst weit besser und zutreffender als bewußt, aber „Gedanken lesen“ ist nicht.
^^
palmström !!!! du gehörst doch zu den typen die behaupten die erde habe sich durch den urknall entwickelt
der sich selber in stande gesetzt hat. wie kann das bloß sein !!?? :)3
#51 Mufelius † 11:53:59 | Donnerstag, 31. März 2011
Nein, Vogel, definitiv NICHT. Unsere Gedanken sind nicht frei, im biologischen Sinn. Kurz bevor uns eine
Entscheidung, etwas zu tun, überhaupt bewusst wird, hat unser Gehirn diese unterbewusst schon gefällt –
ohne uns zu fragen quasi. Erst im Nachhinein konstruieren wir einen Grund, warum wir diese Entscheidung
gefällt hätten. Das Gehirn spiegelt uns unsre Freiheit nur vor. Erschreckend – aber wahr.
#49 Palmström 11:12:35 | Donnerstag, 31. März 2011
Der Herr Müller hat deas wohl alles nicht mit Galileo Galilei miterleben dürfen, deshalb kann er jetzt
locker behaupten, Folter und der ganze Kram und „sie bewegt sich doch…“ habe nie stattgefunden. Immerhin.
Auf Dauer kommt kreuz.net dann schon die Ehre zu, verkünden zu dürfen, die Erde sei eine Scheibe und
das Universum in sieben Tagen aus dem Nichts erschaffen worden… ähnlich wie das auch in den dumpfen
Betsälen des Bible-Belt der USA geglaubt wird…
@Mufelius Jupp, wobei es schon einen wahren Kern (immerhin mehr als gewöhnlich) dieses kreuz.net-Artikels
gibt: Galilei hätte bei seinen Publikationen „strategisch geschickter“ vorgehen und sich den Ärger bis
zu einem gewissen Grade ersparen können. Das betrifft m. E. nicht einmal so sehr die Benutzung/Nichtbenutzung
des Wortes hypothesis, als vielmehr – wie soll ich sagen – die Umgangsformen gegenüber der Kirche: so
war es sicher sehr riskant und dabei unnötig, in seinem Systema Cosmicum www.e-rara.ch/…ent/titleinfo/266905
den Dialogpartner, der die Position der Kirche vertrat, so einfältig darzustellen. Es heisst, gewisse
hohe Herren hätten sich da wiedererkannt und persönlich brüskiert gefühlt. Tja, auch damals hat es
eben immer wieder mal „gemenschelt“… Trotzdem hat sich natürlich auch die Kirche in der Angelegenheit
nicht mit Ruhm bekleckert. Ganz und gar nicht! Galilei zum grossen idealistischen Aufklärer hochzustilisieren,
ist aber in der Tat nicht viel mehr als ein romantisierendes Geschichtsbild.
@Mufelius Keine Diener, das ist schon ein Nachteil. Aber dafür darfst du auch mal nach draussen, und
zwar ohne dass jemand dich Gassi führt und aufpasst, dass du nicht abhaust. Vermutlich war letzteres
eine Sehnsucht, die Galilei damals weit mehr beschäftigte als das Räumezählen.
Antonio, wen interessiert das? Und wenn er nur einen Raum gehabt hätte… na und? Würden Sie ihre Freiheit
tauschen gegen einen Gefängnispalast? Ich jedenfalls nicht.
Ja, Antonio, die Kirche war SO feundlich zu Galileo, genauso freundlich wie das kommunistische Regime
in China, das die meisten Dissidenten „nur“ mit Hausarrest belegt, wenn ein solcher Ketzer gegen die Wahrheit,
die natürlich die PARTEI festlegt, aufbegehrt. Hach, wie menschenfreundlich die PARTEI doch ist! Ganz
wie die Kirche früher! Wow!
@Jubärens wenig sapiente – Das Adverb zu sapiens lautet korrekt sapienter – Statt mir „antikatholische
Mythenbildung“ zu unterstellen, erklär mir lieber, was in dem von mir zitierten Text mit „lata a summis
pontificibus contra telluris motum decreta“ (dort im Dativ) wohl gemeint sein könnte. Ich sprach von
der obersten Kirchenleitung, die sich schwer tat, nicht von der gesamten katholischen Gemeinschaft. Gerade
in dem von mir zitierten Text schimmert ja durch, dass die, die ihn formuliert hatten, mit gesundem Menschenverstand
begabt waren, dies aber wegen „von oben“ ergangener „decreta“ nicht zu offen zeigen durften.
Da sieht man doch wie ungerecht das abging! Während des Prozesses bekam er eine Drei-Zimmer-Wohnung mit
Aussicht auf die Vatikanischen Gärten. Er bekam nur eine Drei-Raum-Wohnung!
Völlig überflüssig ist diese Diskussion. Kopernikus hatte da bereits das heliozentrische System in
1. Näherung berechnet. Das war nur noch ein Fall für Profilneurotiker und das ist es auch heute noch
so.
•Sohn der armen Witwe ist selbst ein Armer im Geiste: „Müllers These ist lediglich eine Gegenpropaganda,
zur Rehabilitation vor fast 20 Jahren, als der damalige Papst und die Kirche offiziell zugaben, dass die
Erde sich um die Sonne bewegt und keine Scheibe ist.“ Einfach mal im Netz nachschauen zur Theorie der
Erdscheibe: „Die irrige moderne Annahme, dass insbesondere die mittelalterliche Christenheit an eine Erdscheibe
geglaubt habe, wird von der Historical Society of Britain als weitestverbreiteter historischer Irrtum
aufgelistet.[1] Neuere Untersuchungen insbesondere seit den 1990er Jahren zeigten,[2] dass „außer sehr
wenigen Ausnahmen seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. keine gebildete Person in der Geschichte des Westens
glaubte, die Erde sei flach“, und dass die Kugelgestalt der Erde stets die dominante Lehrmeinung blieb.
Reinhard Krüger: Das Überleben des Erdkugelmodells in der Spätantike (ca. 60 v.u.Z.-ca. 550) (Eine
Welt ohne Amerika II), Berlin 2000. •Reinhard Krüger: Das lateinische Mittelalter und die Tradition
des antiken Erdkugelmodells (ca. 550-1080) (Eine Welt ohne Amerika III), Berlin 2000. „DIE WELT IST RUND
WIE EIN BALL UND GESCHICHTET WIE EIN EI“ (mittelalterliche Schulweisheit)
#35 klausvonjaus 21:46:17 | Mittwoch, 30. März 2011
NICHT INHALTE ZÄHLEN, SONDERN POSITIONEN OB MAN RECHT HAT ODER NICHT SPIELT KEINE ROLLE, OB MAN DAS RICHTIGE
ODER FALSCHE PARTEIBUCH HAT ABER SCHON. DAS WAR DAMALS SO UND IST ES HEUTE AUCH. AUCH DIE GRÜNEN HÄTTEN
DAMALS GALLENSTEIN LEO VERURTEILT
die bibel hat nie behauptet… …die erde sei eine scheibe. wenn geistliche diesen irrglauben verbreiteten,
dann nur weil sie sich der vorherrschenden meinung anschlossen dies müsse so sein. und ehrlich: wer von
uns hätte damals was anderes behauptet?? wenn dann jemand kommt und die erde zu einem planeten erklärt,
dann ist der zweifel vieler durchaus verständlich. wenn man aber so weit geht beweise widerrufen zu lassen
dann ist das in diesem punkt nicht ok. viele geistliche aber erkannten, dass wenn man sie eines irrtums
überführe, sie dann schlecht abschneiden würden. dabei ist doch irren menschlich! und: die bibel hat
ja nie behauptet die erde sei eine scheibe.
das historische Bild der Algemeinheit über Gallileo und die historische Wirklichkeit über diese Person
klafft ähnlich stark auseinander wie bei Robin Hood. Wahr ist das Galileo in Konflit mit der Kirche gekommen
ist, aber nicht wegen seines Weltbildes das damals bereits Allgemeingut war.
Wer ist das jetzt? Oh, nach Cosmas von Webste jetzt Felix Müller! Der Name fällt wahrscheinlich nicht
auf, aber interressanterweise taucht dieser Name nicht als bedeutender Historiker oder sonst was im Internet
auf! Da gibt es viele Felix Müller- Architekten, Ärzte, usw.- aber keinen, der was mit Galileo zu tun
hat! Wahrscheinlich auch wiedermal eine kreuz.net- Erfindung wie Cosmas von Webste…
tuttisanti, ja, es ist wahnsinn. hochrangige muslime in deutschland und anderswo halten muslime dazu an
keine terroristen zu denunzieren. als ob positive indiskretion etwas mit denunziantentum zu tun hätte.
da gefriert einem wirklich das blut in den adern. aber unsere volksvertreter kommentieren das nicht einmal,
geschweige denn schreiten sie zum schutz des volkes ein. und unsere geistlichen: die sind dem zeitgeist
längst schon so tief in den hintern geschlupft, dass ein einsatz gegen abtreibung, pornografie, islamismus
usw. gar nicht mehr denkbar ist. die wollen nur noch ein wenig auf sozial machen!
Jaja, die liebe Kirche… So unschuldig wie ein neugeborenes Rehkitz. Und der böse Galilei, ein Ausbund
an Bosheit! Galilei ist natürlich selbst schuld daran, dass die Kirche ihn verurteilte, na klar. LOL
Leute, mal abgesehen davon, dass die Kirche Galilei nur deshalb „mit Samthandschuhen“ anfasste, weil jener
so berühmt war, ist alleine die Tatsache, dass die Kirche sich anmaßte, Leute für irgendwelche Thesen
und Gedanken verurteilen zu dürfen, eine bodenlose Frechheit. Und das auch noch zu verteidigen heute
ist … infam. Die Kirche hat in ihrer Geschichte soviel Blödsinn als Wahrheit verteidigt, das geht auf
keine Kuhhaut mehr – und diesen Rotz auch noch zu verteidigen… meine Güte, wie verkommen kann man sein?
#22 Blechtonne † 19:01:55 | Mittwoch, 30. März 2011
Wie wahr! Der Fall Galilei ist aufgebauscht worden, um die wahre Kirche zu schänden. Aber die Lügen
der Protestunten, Atheisten und des perversen preußischen Herings fallen in sich zusammen wie eingeplatzter
Luftballon.
Homo spiens pflegt wenig sapiente die antikatholische Mythenbildung Andererseits tat sich die Kirche noch
Jahrhunderte später mit dem heliozentrischen Weltbild äusserst schwer tat, im Gegensatz zu den Protestanten,
die vor allem zur Entstehungszeit desselben signifikant progressiver waren (zum Teil als Mittel zur Abgrenzung
von den Katholiken). Martin Luther nannte den Domherrn Kopernikus einen Narren und sein heliozentrisches
Weltbild eine anti-biblische Narretei. Melanchton schimpfte und zeterte noch schlimmer gegen Kopernikus.
Als 40 Jahre nach der kopernikanischen Wende Papst Gregor auf der Basis des kopernikanisch-heliozentrischen
Weltbildes die gregorianische Kalenderreform einführte, hielten die Protestanten teilweise noch zwei
Jahrhunderte an dem alten Kalender und dem zugrunde liegenden geozentrischen Weltbild fest. Seit 1560
etwa wurde das kopernikanische Weltbild an der Universität Salamanca im erzkatholischen Spanien gelehrt,
ab 1594 allein. Auch an päpstliche Schulen und Universitäten in Italien lehrte man in der 2. Hälfte
des 16. Jahrhundert das heliozentrische Weltbild sowie an der päpstliche Sternwarte in Rom, die von den
Jesuiten geleitet wurde. Andererseits war immer noch die aristotelische Schule an europäischen Universitäten
stark – so etwa in Paris, die die Heliozentrik und päpst. Kalenderreform ablehnten. Diese Kräfte waren
auch noch zur Zeit Galileis aktiv, so dass Kard. Bellarmin von Galilei forderte, seine unbewiesenen Thesen
als Hypothesen zu formulieren, um unnötigen Streit mit den Aristotelikern zu vermeiden…
Evelynn van den Murks Ihr unqualifiziertes Gelalle ist unerträglich. Warum tun Sie nicht der geneigten
Leserschaft den wohltuenden Gefallen, Ihren schwallvollen Mund zu halten?
Psychoterroristen sind auch nicht von schlechten Eltern. Und durch welche Moralpredigten sich religiös
motivierte Extremisten bilden, müsste man eingehender untersuchen. Es gibt Kriminelle, die ihre kriminellen
Machenschaften jeweils mit dem für sie relevanten „religiösen Buch“ in Einklang bringen… Ich vermute
dass die meisten Bank- und Wirschaftsführer in christliche geprägten Ländern wie z.B. Deutschland,
USA, England, Frankreich oder Russland die unmittelbar oder mittelbar durch ihre Entscheidungen verursachten
Toten mit ihrem christlichen Glauben und ihrem Gewissen vereinbaren können. Menschenverachter gibt es
in den unterschiedlichsten Ausprägungen in allen religiösen Kulturkreisen.
Ein origineller Artikel, der geeignet ist an einer Uni als Büttenrede gehalten zu werden. Müller fügt
hinzu: „Sie hat nur ein Problem: Sie stimmt nicht.“ Damit meinte er wohl sein Geschreibsel. Womit er sicherlich
richtig liegt, denn seine These ist lediglich eine Gegenpropaganda, zur Rehabilitation vor fast 20 Jahren,
als der damalige Papst o^/ und die Kirche :)% offiziell zugaben, dass die Erde sich um die Sonne bewegt
und keine Scheibe ist.
E.v.d.M. Im Unterschied zu islamischen Terroristen sind aber katholische und evangelische Terroristen
nicht religiös motiviert – eher im gegenteil! Das scheinen Sie wohl übersehen zu haben? Mohammed Atta
und seine Mittäter am 9/11-Anschlag auf die Twin-Towers in NY haben sich z.T. in einer (erst jüngst
geschlossenen) Hamburger Moschee getroffen und sie haben dort ihre Anschlagspläne ausgeheckt. Inzwischen
kennt man auch den Inhalt einiger der Predigten des Imams Mohammed Fazazi, denen die islmischen Gewalttäter
und Jihadisten dort lauschten: >>> Hamburger Lektionen www.arte.tv/…ktionen/1889400.html <<< Es führt
hier ein gerader Weg von der Predigt zur terroristsichen Aktion! Interssant in diesem Zusammenhang: ein
Kindergartenkind in D u i s b u r g erzählte einer Erzieherin davon, dass Flugzeuge in ein Haus gelenkt
werden sollten. Das Kind war verständlicherweise sehr aufgeregt, aber die Erzieherin maß dem Ganzen
keine Bedeutung bei. Erst als sich dann wenig später tatsächlich der Anschlag ereignen sollte, ging
die Pädagogin zur Polizei. Die Ermittlungen ergaben, dass das Kinmd Gespräche ihre Vaters in der Duisnburger
Moschee belauscht hatte und dass der Vater unmittelbaren Kontakt zu einem der Attentäter besaß …
@Domenica Nein, wirklich viel ist es nicht. Ist das nicht ein wenig katholische Überheblichkeit solchen
Geistesgrössen gegenüber ? Und Newton war noch bedeutender, aber was besagt das letztendlich, er war
einer der grössten Wissenschaftler seiner Zeit.
„-isten“ haben in der Regel so gut wie nichts mehr mit dem Kern des Worts vor dem „-isten“ zu tun Das
ist bei allen Extrem“-isten“ so. Die Aufforderung Terroristen zu melden, sollte man zunächst vorbildhaft
bei Katholiken und Evangelen vornehmen, da so gut wie alle Mitglieder der RAF aus gut katholischem oder
evangelischem Elternhaus kamen und die „neuen“ „Revolutionären Aktionszellen (RAZ)“ scheinen einige kritische
Auffassungen der sich hier besonders exorbitant katholisch gebenden Schreiber in Bezug auf Staat und Gängeleien
des Staates zu teilen. (Hätte nicht gedacht, dass ich mal auf worldpress verlinke… aber das radikalrl.wordpress.com/…-aktionszellen-raz-2
ist nicht uniteressant…) Wenn man das seiner eigenen katholischen und evangelischen Bevölkerung der
christlichen Tradition bei ähnlichen Zusammen- künften gesagt hat, kann man das auch guten Gewissens
den Menschen islamischen Glaubens sagen.
Goethes aber vieles was Galilei wissenschaftlich entdeckte, gehört bis heute zum Lehrstoff moderner Physik.
Nein, wirklich viel ist es nicht. Kepler und Kopernikus sind als bedeutendere Köpfe anzusehen. Ausserdem
hat G. unglaublich viel bei anderen stibitzt und als Eigenes ausgegeben! Charakterlich war der Herr nicht
ganz das, was man später im Zuge einer moderenen Heiligsprechung aus ihm machen wollte.
@Domenica Tatsache ist, dass Galilei besser daran getan hätte, seine Theorie nur als Hypothese vorzutragen.
Denn bekanntlich ist auch das „heliozentrische Weltbild“ heute überwunden Wissenschaftliche Erkenntnisse
sind immer in Relation zur Zeit ihrer Entstehung zu sehen, aber vieles was Galilei wissenschaftlich entdeckte,
gehört bis heute zum Lehrstoff moderner Physik.
Homo_s. Dass das heliozentrische Weltbild heute überholt ist, weiss ich auch, danke Da haben Sie anderen
einiges voraus! E.v.d.M. quasselt unverdrossen weiter von der „Wahrheit des heliozentrischen Weltbildes“
(s.u.!)
@Domenico Tuttisanti Tatsache ist, dass Galilei besser daran getan hätte, seine Theorie nur als Hypothese
vorzutragen. Denn bekanntlich ist auch das „heliozentrische Weltbild“ heute überwunden! Wie schon bemerkt,
stimme ich dem ersten Punkt zu: Galilei – ein gläubiger Katholik, der seine Töchter ins Kloster geschickt
hatte – wäre mit mehr Vorsicht u. U. besser gefahren; ich glaube auch nicht, dass der Domherr Kopernikus
mit gravierenden Konsequenzen hätte rechnen müssen, hätte er noch gelebt. Vergessen wir aber nicht,
dass im Falle Galileis die Geschichte komplizierter war. Einerseits hatte er durch seine Entdeckung der
Jupitermonde und Sonnenflecken (Phänomene, die mit den damaligen Mitteln allen sichtbar gemacht werden
konnten) allen Grund, eben doch von mehr reden zu wollen als von hypothesis. Und der Text seines Abschwurs
www.e-rara.ch/…tent/pageview/287555?&query=abiurat… belegt relativ gut, dass seitens der RKK das Pendel
dann eben auch etwas sehr in die ablehnende Richtung ausschlug. Natürlich gab es auch innerhalb der kath.
Kirche Persönlichkeiten, die sich für Galileis Auffassungen stark machten, jedoch gelang es diesen lange
nicht, die Oberhand zu gewinnen. Dass das heliozentrische Weltbild heute überholt ist, weiss ich auch,
danke.
DerRabe Ja, es ist erstaunlich, was die linksalternativ-verblödete Öffentlichkeit so alles schluckt.
Da fordert eine Teilnehmerin der sog. Islam-Konferenz, der Bundesinnenminister dürfe nicht fordern, dass
Muslime Terrorverdächtige bei den Behörden anzeigen … Wohlgemerkt: Muslime zeigen andere Muslime nicht
an, wenn diese Untaten planen, von denen es dann gebetsmühlenhaft heißt, diese hätten doch „gar nichts
mit dem Islam zu tun“…
Selbst schuld! Es wurde klar, daß die römische Kurie den Ergebnissen von Galilei deutlich aufgeschlossener
war als bisher unterstellt. Die Päpste hatten gegen die These vom heliozentrischen Weltbild nicht viel
einzuwenden. … Bei dem Prozeß bezichtigte er alle Kritiker mit – so Müller – „triumphaler Selbstgewißheit“
als „geistige Pygmäen“. Na, mit dieser Wortwahl liegt er bei kreuz.net nicht falsch. Hat man sich an
ihm ein Beispiel genommen? Ist ja klar, dass nicht die Kirche schuld war, dass man Jahrhunderte brauchte,
um die päpstlichen Vermutungen in die Realtität umzusetzen, weil die Kirche ja nichts falsch machen
kann; nur der pööhhse Galieo Galilei hat es zu verantworten, dass die Kirche durch seine Überheblichkeit
nicht in der Lage war, die Wahrheit des heliozentrischen Weltbilds zu verkünden. Versteht ja jedes Kind,
so klar wie Kloßbrühe ist das.
Buchtip Eine gute Studie zu Galileo Galilei samt Legendenbildung ist das Werk von W. Shea und M. Artigas,
Galileo in Rome: The Rise and Fall of a Troublesome Genius 2004.
@ HSS Das Gegenteil ist der Fall! Die damailigen Protestanten waren – jedenfalls zum Teil – extrem „bibeltreu“,
man unterstellte der Kirche ständig, sich im Rahmen Ihrer angemaßten „Auslegungshoheit“ gegen die Schrift
zu stellen – und die Kirche hatte daraufhin Angst, als nicht „genug bibeltreu“ dazustehen…
Berichtigung Mein berichtigter Hinweis auf ein Buch von Michael Hesemann und den Fall Galilei >>> h i
e r www.kreuz.net/bookentry.9835.html <<< @homo_s. Man muss wissen, dass im 16. Jahrhundert der Kardinal
Bellarmin, der u.a. die römische Inquisition leitete, keinen Grund sah gegen das kopernikanische Weltbild
vorzugehen und es „doch sehr wohl eine ‘geeignete Konstruktion zur Beschreibung des äußeren Anscheins’“
sei. „Ob es wahr wäre, würde die Zukunft zeigen; bis dahin aber sollten die Wissenschaftler ungehindert
forschen können.“ Galilei wurde nicht verboten das kopernikanische Weltbild zu vertreten und zu lehren,
sondern, da die Kirche „einen Gelehrtenkrieg, der den Kirchenfrieden gefährdete, um jeden Preis“ vermeiden
wollte, wurde ihm empfohlen „seine Anschauungen doch bitte als Hypothese zu formulieren, statt sie als
absolute Wahrheit darzustellen (Aus einer Rez. des Buches von Hesemann!) Tatsache ist, dass Galilei besser
daran getan hätte, seine Theorie nur als Hypothese vorzutragen. Denn bekanntlich ist auch das „heliozentrische
Weltbild“ heute überwunden!
Es mag ja stimmen, dass Galilei an der Härte, mit der er angefasst wurde, seinen Anteil mit ungeschickter
Wortwahl etc. hatte. Und dass er zu etwas hochstilisiert worden ist, das er nicht war. Andererseits stimmt
es auch, dass die Kirche sich noch Jahrhunderte später mit dem heliozentrischen Weltbild äusserst schwer
tat, im Gegensatz zu den Protestanten, die vor allem zur Entstehungszeit desselben signifikant progressiver
waren (dies scheint ihnen zum Teil als Mittel zur Abgrenzung von den Katholiken willkommen gewesen zu
sein). Um nur eines von vielen Beispielen dafür herauszugreifen, wie die oberste Leitung der RKK versuchte,
das Festhalten am geozentrischen Weltbild vorzuschreiben, sei folgende Anmerkung zweier Patres zitiert,
die anfangs des 19. Jh. Newtons Principia kommentiert veröffentlichten: „Newtonus in hoc tertio libro
telluris motae hypothesim assumit. Autoris propositiones aliter explicari non poterant, nisi eadem quoque
facta hypothesi. Hinc alienam coacti sumus gerere personam. Caeterum latis a summis pontificibus contra
telluris motum decretis nos obsequi profitemur.“ Quelle www.e-rara.ch/…tent/pageview/637561 Zwischen
den Zeilen meint man zu lesen, dass die Patres durchaus für das heliozentr. Weltbild eingenommen waren,
dies aber so nicht bekunden durften. Ähnlich war schon Kopernikus vorgegangen in seinem an Papst Paul
III. gerichteten Vorwort der Revolutiones orbium coelestium www.e-rara.ch/…tent/pageview/124058. Zudem
erschien das Werk erst posthum.