Protestantismus
Ein deutscher Theologe schwatzt vor sich hin
Die Zeitung durchschaut ihn: Wenn wir die Kirchen vor allem als eine Art gehobener Tanzschule brauchen und als Wertespeicher – wozu dann noch Religiosität, Frömmigkeit und all das?
Der evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf an der Universität München
Der evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf an der Universität München
(kreuz.net) „Was ist so schlimm an der Feminisierung der Pfarrhäuser?“- fragte die ‘Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung’ den evangelischen Theologen Friedrich Wilhelm Graf am 27. März.

Im vergangenen November hatte Graf festgestellt, daß immer weniger Männer evangelische Pfarrer werden wollen.

Jetzt erneuert er diese Aussage vor der ‘Frankfurter Allgemeinen’.

Durch die Femininisierung der Pfarrerschaft verändere sich das „Rollenprofil des Berufes“.

Das führe zur Frage: „Was bedeutet es, wenn ein Beruf für Männer nicht mehr attraktiv ist?“

Die altliberale Beschwichtigungs-Religion

Im vergangenen November hatte Graf noch einen heute verbreiteten „Kuschelgott“ angesprochen.

Mit dieser Aussage konfrontiert, weicht er jetzt aus: „Ich will sensibel machen für einen Wandel der Religionskultur.“

Graf sieht zwei Trends – eine Eventisierung – „Papstbesuch, Kirchentag“ – und die Umstellung auf einen Psychojargon, in dem es permanent um das „Fühl dich wohl“ geht.

Die elementaren Spannungen und Widersprüche des Lebens würden darin kaum eine Rolle spielen.

„Das Wochenende ist schließlich zur Erholung da – Spannungen hat man ja im Alltag genug“ – wendet die Zeitung ein.

Grafs Antwort: „Aber es käme doch gerade darauf an, die existentiellen Spannungen des Lebens religiös zu deuten und nicht einfach durch ein bißchen Wohlfühlrhetorik zum Verschwinden zu bringen.“

Die Kirche setzt auf seicht

Der Theologe wird auf sein neues Buch „Kirchendämmerung – wie die Kirchen unser Vertrauen verspielen“ angesprochen.

Darin macht er den kirchlichen Niedergang an sieben Untugenden fest – zum Beispiel das tiefe Niveau der Predigten.

Es gebe bei den Protestanten inzwischen sehr viel „symbolische Kommunikation“ – erklärt er: „Es werden Kerzen von links nach rechts getragen und so weiter.“

Das sei auch alles schön und wichtig: „Aber Wortkultur, Predigtkultur war einst ein ganz wichtiges Kennzeichen des Protestantismus.“

Statt dessen erlebt Graf heute eine Infantilisierung der Kommunikation:

„Man sagt dann immer, man solle die Menschen nicht vom Kopf her anreden, und dann kommt genau dieser ganze Psycho-Jargon dabei heraus.“

Ob er keine Angst habe, die „letzten, die noch in die Kirche gehen“, mit zu viel Gelehrsamkeit in die Flucht zu schlagen – wendet die Zeitung ein.

Graf: „Sie können doch nicht in einer Gesellschaft, in der Komplexität permanent gesteigert wird, nun gerade in der Religionskultur den Gegenkurs fahren und auf seicht und infantil setzen!“

Viele fühlten sich so in der Kirche „nicht ernst genommen“.

Wenn nichts mehr einfällt, kommt die Moral

Graf kritisiert eine Moralisierung der Religion: Man müsse Religion von Metaphysik und Moral unterscheiden – betont er:

„Was wir in der Geschichte vor allem der Bundesrepublik erlebt haben, ist im Grunde die permanente Moralisierung der religiösen Kommunikation.“

Denn: „Wenn einem nichts mehr einfällt, wirklich überhaupt nichts mehr, dann fällt einem noch Moral ein.“

Der Theologe weist darauf hin, daß Moralisieren eine „intellektuell relativ anspruchslose Veranstaltung“ ist:

„Wenn Sie sich das anschauen, was Bischöfe oder Ratsvorsitzende so verlautbaren, dann sind das fast immer moralische Pathosbotschaften, zum Beispiel im Bereich der Biopolitik, und da wird immer versucht, moralische Eindeutigkeit zu erzeugen.“

Der Bischof als Fachmann für Atomfragen

Graf sieht ein „interessantes Zusammenspiel zwischen politischem Betrieb und kirchlicher Kultur, weil im politischen Betrieb den Kirchen diese Rolle immer zugeschoben wird.“

Dabei werde suggeriert, daß man über Problemlösungskompetenz verfüge:

„Ich würde gern, ein einziges Mal, einen [Laien]-Bischof Huber erleben, der sagt: Wir wissen es auch nicht so genau.“

Die Zeitung nimmt ihm das nicht ab: „Kirchliche Würdenträger sollen die Hosen runterlassen und sagen: Wir wissen es auch nicht besser als ihr? Wofür zahlen die Leute dann Kirchensteuer?“

Graf korrigiert sich brav: „Weniger Interventionen, aber prägnantere und durchdachtere.“

Er nennt als Beispiel den regelmäßig auf Kirchentagen geforderten Ausstieg aus der Atomenergie:

„Aber dann fragen Sie sich doch mal, woher dann der Strom kommen soll.“

Hier finde eine moralistische Reduktion von Komplexität statt: „Das ist langfristig ruinös.“

Polemik gegen den Papst

Als weiteren Punkt prangert Graf in seinem Buch eine angebliche „Demokratievergessenheit“ an.

Er stellt fest, daß das vor allem dem Islam vorgeworfen werde.

Doch er dreht den Spieß gegen die Kirche: „Es könnte doch sein, daß es bei den christlichen Kirchen im Lande nicht so grundlegend anders ist.“

Sein Beispiel: „Die Katholische Kirche tut sich ausgesprochen schwer damit, bestimmte Spielregeln der parlamentarischen Demokratie zu akzeptieren.“

Denn: „Der Papst polemisiert, wenn Sie seine Texte lesen, permanent gegen das Mehrheitsprinzip.“

Er schalte dem staatlichen Recht immer ein Naturrecht vor – verdreht Graf.

Ein bißchen kritisiert er auch seine evangelische Gemeinschaft. Dort gebe es „immer noch“ sehr viel Autoritätskultus, alte Gemeinwohlideale, die überhaupt nicht in eine „pluralistische Gesellschaft“ paßten.

Die ‘Frankfurter Allgemeine’ hält Distanz: „Aber ist das nicht das, was die Leute sich auch davon erwarten dürfen? Daß man mal abgeben kann?“

Demokratisch könne man im Alltag selber schon genug sein.

In seiner Antwort schiebt Graf den deutschen Kirchenhaß der Kirche in die Schuhe.

Heute würden die Deutschen einem Polizisten oder Feuerwehrmann ungleich mehr vertrauen als einem katholischen Priester:

„Das ist kein Zeichen dafür, daß dieser überkommene Modus der Autoritätsbildung durch Institutionen noch funktioniert“ – glaubt er.

Mit dem gleichen Interpretationsmuster hätte er den deutschen Juden der 30er Jahre vorwerfen können, daß deren überkommener Modus des Finanzgebarens durch jüdische Institutionen nicht mehr funktioniere.

Die tote Kirche darf noch ihre Toten begraben

Auf die Frage, warum es die Kirche „heute noch“ brauche, wird Graf sehr dünn.

Er spricht von einer Weitergabe „bestimmter Grundlagen unserer Kultur“.

Oder: „Sie müssen sonst jemanden finden, der die Leistungen erbringt, die im Moment von Caritas und Diakonie erbracht werden.“

Er glaubt, „daß es immer auch gut ist, wenn so ein bestimmter Bestand an Konventionen, an Üblichkeiten, an Höflichkeitsregeln eingeübt wird“.

Und: „Wenn wir weiterhin wollen, daß es zum entscheidenden Stichwort der politischen Ordnung, »Würde des Menschen«, auch eine symbolische Kultur gibt, dann brauchen Sie dafür Institutionen.“

Die ‘Frankfurter Allgemeine’ bringt den Wischi-Waschi-Theologen in der Frage auf den Punkt:

„Wenn wir die Kirchen vor allem als eine Art gehobener Tanzschule brauchen und als Wertespeicher – wozu dann auch noch Religiosität, Frömmigkeit und all das?“

Graf kommt ins Schleudern:

„Ich weiß, daß es für viele Menschen etwas Wichtiges ist, wenn ein Angehöriger stirbt, daß er vernünftig bestattet wird“ – definiert er die Kirche als Beerdigungsinstitut.

„Da gibt es eine ganz elementare Sehnsucht danach, daß es dafür eine funktionierende religiöse Institution gibt.“

Das Geld-Rezept auch für die Moslems

Die ‘Frankfurter Allgemeine’ konfrontiert den theologischen Schwätzer mit der Realität der Kirchensteuer:

„Wo es so sehr ums Geld geht und um alte Ansprüche – wie realistisch ist da eine Haltung der Demut, wie Sie sie fordern?“

„Solange es den Kirchen ökonomisch so gut geht, kommen bestimmte Reformimpulse gar nicht bei ihnen an, das ist mir schon klar“ – redet sich der beamtete Theologe heraus.

Er lenkt schnell auf den Islam ab:

„Hinzu kommt, daß wirklich Gerechtigkeitsprobleme entstehen, wenn der Staat die christlichen Kirchen privilegiert, die islamischen Gemeinden aber nicht.“

Hier fordert er „in bestimmten Punkten“ eine Gleichstellung:

„Zum Beispiel Angebote für muslimische Theologen in deutschen Universitäten zur Ausbildung von Imamen.“

Das würde im Nebeneffekt auch Grafs Position als Staatstheologe festigen.
      
38 Lesermeinungen
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#38   Kraut   01:59:51 | Mittwoch, 27. April 2011
Was hat ein Katholik an der Börse zu suchen?
Leider Fehlanzeige!
Fazit: Bei Entlassungen von Arbeits“kräften“ steigen
an der Börse die Aktienwerte -und da kann es sich um
ganz gewaltige Summen handeln!
Nichts!
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#37   Glauber   02:49:30 | Mittwoch, 6. April 2011
Ein deutscher Theologe schwatzt vor sich hin
@ Kraut
Sind Sie sich da sicher? Mein Kenntnisstand ist ein
anderer! Weder die kath. noch die evangelische Kirche
zeichnen sich als arbeitnehmerfreundlich aus, ebenso-
wenig die Gewerkschaften! Anspruch und Wirklichkeit
klaffen da weit auseinander. Alle drehen sie unablässig
im Hamsterrädchen immer die andauernden Runden.
Rücksicht auf die Beschäftigen? Leider Fehlanzeige!
Fazit: Bei Entlassungen von Arbeits“kräften“ steigen
an der Börse die Aktienwerte -und da kann es sich um
ganz gewaltige Summen handeln! Also, wichtig sind die
Aktionäre, dann kommt eine Weile nichts und dann kom-
men die Beschäftigten – und in verschiedenen Perioden
zahlt Vater Staat. Käme das dann den Arbeitnehmern
zugute, man könnte dem zustimmen. Aber mitnichten,
die Hilfe erreicht nur, oder zumindest größtenteils, die
Arbeitgeber.
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#36   Goldengel   13:23:16 | Dienstag, 5. April 2011
Schneider
Der Arbeitgeber ob Katholisch oder nicht hat in erster Linie sich um das Wohl seines Unternehmens und seiner Mitarbeiter zu kümmern.
Lach!
Ein Unternehmen funktioniert heute nur dann, wenn einem die Mitarbeiter wurscht sind und wenn der Rubel rollt. Das ist heute die Unternehmerlogik. Wer diese infrage stellt in einem Unternehmen, wird sich bald einen anderen Job suchen müssen. Die Unternehmerwelt ist nicht christlich, wer das glaubt, der wird bald enttäuscht werden.
Wir leben in der Zeit des Kapitalismus und das Kapital ist deren wichtigster Punkt, nicht der Mitarbeiter. Angestellte gibt es genug, die sind jederzeit austauschbar. Wer das nicht mitkriegt, bleibt auf der Strecke. Nix mit „Gutmenscherltum“ in der heutigen Arbeitswelt.
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#35   ErnstSchneider   13:08:49 | Dienstag, 5. April 2011
@Kraut
Indem er die Arbeitsplätze versucht zu erhalten auch wenn das bedeutet das er Sonntags arbeiten lässt.
Ich muss jetzt auch langsam los.Die Arbeit ruft(Spätschicht)
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#34   Kraut   13:07:23 | Dienstag, 5. April 2011
Richtig erkannt.
Der Arbeitgeber ob Katholisch oder nicht hat in erster Linie sich um das Wohl seines Unternehmens und seiner Mitarbeiter zu kümmern.
Und der Katholische ist darum am meisten bemüht.
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#33   ErnstSchneider   13:01:02 | Dienstag, 5. April 2011
@Kraut
So langsam gewinne ich den Eindruck das keinen Ahnung vom heutigen Arbeitsleben hast.
Die hat sehr wohl etwas zu melden, denn wenn der Arbeitgeber Katholik ist (ja, das gibt es noch…,) läßt er Sonntags nicht arbeiten.
Der Arbeitgeber ob Katholisch oder nicht hat in erster Linie sich um das Wohl seines Unternehmens und seiner Mitarbeiter zu kümmern.
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#32   Kraut   12:58:13 | Dienstag, 5. April 2011
Lesen, Schneider, lesen
– Gastronomie
– Krankenpfleger/ Krankenhäuser
– Landwirte
– alle definitiv unabkömmlichen
Erfüllst du das Kriterium definitiv unabkömmlich? Ich denke ja.
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#31   ErnstSchneider   12:56:17 | Dienstag, 5. April 2011
@Kraut
Ich kann jetzt nur für das Unternehmen sprechen in dem ich arbeite.
Wenn dringende Kundenabrufe zu befriedigen sind hat man manschmal keine andere Wahl als Sonntags zu arbeiten.
Oder was wollt ihr den Mitarbeitern erzählen wenn sie ihre Jobs verlieren nur weil sich der Kunde einen anderen Lieferanten sucht.
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#30   Kraut   12:01:13 | Dienstag, 5. April 2011
Zum Glück haben solche wie du nirgendwo was zu melden;
außer es wird wieder eine Art SA aufgestellt da stehst du dann als erster auf der Warteschlange für die Homo-Uniform.
Zum Glück hat die Kirche im Arbeitsleben nichts zu melden.
Die hat sehr wohl etwas zu melden, denn wenn der Arbeitgeber Katholik ist (ja, das gibt es noch…,) läßt er Sonntags nicht arbeiten. Im Gegenzug arbeitet der katholische Arbeitnehmer Sonntags nicht, außer er wird gezwungen und dann trifft ihn minder ohne keine Schuld.
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#29   ErnstSchneider   11:55:37 | Dienstag, 5. April 2011
@Kraut
Zum Glück hat die Kirche im Arbeitsleben nichts zu melden.
Ich muss aber zugeben die steuerfreien Sonntagszuschläge sind zu verlockend.
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#28   Kraut   11:53:52 | Dienstag, 5. April 2011
Na und
Es gibt aber mittlerweile viele Menschen die auch Sonntags arbeiten müssen.
Für die gibts kirchlicherseits eine offizielle Ausnahme.
– Gastronomie
– Krankenpfleger/ Krankenhäuser
– Landwirte
– alle definitiv unabkömmlichen
Wer allerdings meint aus Geldgier den Sonntag verschwenden muß um den ist es schlecht bestellt.
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#27   ErnstSchneider   11:50:09 | Dienstag, 5. April 2011
@Vogel
Es gibt aber mittlerweile viele Menschen die auch Sonntags arbeiten müssen.
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#26   Vogel   11:48:57 | Dienstag, 5. April 2011
Entspannung am Wochenende
dies ist tatsächlich der Grund für viele sonntags nicht zur Kirche zu gehen.
Wer wochentags immer um 5 aufstehen muß, der schläft am Wochenende auch gerne länger.
Samtags ausschlafen, bis der Rücken weh tut
sonntags in die Kirche gehen, um 10.00 Uhr kann man durchaus dort sein…
danach gehts zum Sonntagsausflug
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#25   Glauber   03:54:36 | Dienstag, 5. April 2011
Ein deutscher Theologe schwatzt…
@Atzmon: Na, sind wir wieder beim „richtigen Sprachge-
brauch hängen geblieben? „Sophistotelische Kleinscheis-
serei“ und die „Scheisshauslektüre“! Da mag es ja bei
Ihnen rundherum gewaltig stinken.
@Semikolon: Mit der Weihwasserberieselung wäre ich
vorsichtig! In Computerkursen, die ich besucht habe,
durften wir nicht einmal eine Tasse Kaffee auf dem Tisch
neben der Tastatur stehen lassen und die Wasserflaschen
standen auf dem Boden. Auch nur eine geringe Wasser-
lache kann den Ausfall des Systems zu Folge haben;
So wurden wir belehrt! Berieseln Sie mal gut, mit Weih-
wasser könnte es ja gutgehen! Vielleicht sollten Sie die
Leute hier nicht für ganz so blöd verkaufen!
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#24   Vineta   03:54:33 | Dienstag, 5. April 2011
Noch so einer…
„Hinzu kommt, daß wirklich Gerechtigkeitsprobleme entstehen, wenn der Staat die christlichen Kirchen privilegiert, die islamischen Gemeinden aber nicht.„Hier fordert er „in bestimmten Punkten“ eine Gleichstellung:
„Zum Beispiel Angebote für muslimische Theologen in deutschen Universitäten zur Ausbildung von Imamen.“
1)…der die Augen davor verschließt,
a)wie in der angeblich laizistischen Türkei Diyanet, das mächtige ( kontrollierende) Amt für religiöse Angelegenheiten, alle Imame und 80000 Moscheen den sunnitischen Staatsislam mit viel Geld absichert – während Alewiten und andere Minderheiten wie die Christen ausgegrenzt bleiben.
b) daß der Koran den Heiligen Krieg (d.h. die gewaltsame Unterwerfung der nichtislamischen Welt) eindeutig zur Haupt-Glaubensforderung an die Muslime erhebt ( z.B. Sure 8, Vers39: Und kämpft gegen sie, bis alle an Allah glauben)
2) und fordert, der deutsche Staat solle die einmalige Chance ergreifen, das Verständnis zwischen Deutschen und den muslim. Türken hierzulande zu erreichen, indem er mit Hilfe von Steuergeldmilliarden für Islamlehrstühle und Islamunterricht in die Wege leitet, daß sich der obskure Hinterhofislam in einen gewaltfreien Euroislam verwandelt…
3) dabei aber eine Rechnung ohne den Wirt macht, insofern der Islam eher zum Atheismus wird, als daß er sich von Deutschen sein unterdrückendes Dominanzstreben über Christen austreiben läßt
4) und also mit seiner überdehnten Toleranz nur törichte Beihilfe zur Islamisierung leistet
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#23   Atzmon   00:31:29 | Dienstag, 5. April 2011
Ausgezeichnet
Graf sieht zwei Trends – eine Eventisierung – „Papstbesuch, Kirchentag“ – und die Umstellung auf einen Psychojargon, in dem es permanent um das „Fühl dich wohl“ geht.
Unsere GOYIM! Das Klein-Klein der GOTTESERKENNTNIS ist uns zu schäbig. Da müssen große Worte her: So zwischen EVENTUISIERUNG und FÜHL DICH WOHL. „Dein ist das Reich“ und unser ist die sophistotelische Kleinscheisserei. Wir bauen uns einen Spannungsbogen. Der GOJ wird es schon fressen. Als Scheisshauslektüre.
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#22   Semikolon   22:39:44 | Montag, 4. April 2011
Neuer Bayerischer ev. Landesbsichof: Er wolle er – „politischer“ Oberhirte sein und sich in wichtig…
Themen einmischen.
Ich werde mich als Landesbischof deutlich zu politischen Themen äußern“, kündigte Bedford-Strohm an. Er wolle dies „nie parteipolitisch, wo nötig aber durchaus parteilich“ tun. Zu den ethisch relevanten Themen gehöre auch die Atomkraft. Er selbst glaube nicht, dass es mit Blick auf künftige Generationen ethisch vertretbar sei, an der Nutzung der Atomenergie festzuhalten.
So gibt der neue evangelische Landesbischof in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm sein politisches Programm für seine Legislaturperiode bekannt.
Wie Prof. Graf vorhergesagt hat:
Die Evangelischen Oberhirten haben in Glaubensfragen rein nichts zu melden, aber in Sachen Atomstrom und moralischem Pathos. Wir haben nun also noch eine Partei mehr, die sich für den Atomausstieg, diesmal gar aus „ethischen Gründen“ einsetzt.
Mal sehen, ob sich mein PC morgen früh mit „ethischem Strom“ besser hochfährt oder ob es doch lieber mal wieder mit einer Weihwasserberieselung (ökologisch abbaubar und nachhaltig) probieren soll.
Arme Evangelen, ihr tut mir sehr leid. Statt Bischöfe habt ihr Politiker. Ich werde heute Abend für Euch und Euere ethische Bestromung beten. O:)
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#21   DerRabe   21:46:06 | Montag, 4. April 2011
wir leben in einer…
…arena der humanität, liberalität und toleranz und genau deswegen bereitet sich ein furchtbarer untergang vor.
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#20   Semikolon   19:55:34 | Montag, 4. April 2011
@ Fundi, Seelenheil, gottgefälliges Leben …
dem ist nur zuzustimmen. Ich denke, dass das allen religiös Interessierten am Herzen liegt. Viele, gerade hier können dies halt nicht so gut zeigen und lassen sich zu überhasteten oder abfälligen Bemerkungen hinreißen und erreichen damit gerade das Gegenteil.
Die „Neutralität“ ;-) von kreuznet, ist ungefähr auf dem Niveau von allen anderen Medien anzusiedeln, nur ist sie bei kreuznet schlichtweg so dermaßen offenkundig persifliert, dass es wiederum fast schon wieder amüsant ist, (sofern man, Goldengel bewahre, nicht selbst Thema eines Artikels ist :-] )
Zu Sycamore (18:04):
Sie haben das Dilemma der evangelischen Kirche sehr gut zusammengefasst. Aber leider ist die katholische nicht weit davon entfernt, da ja Bestrebungen da sind (z. T. ja auch schon faktisch volllzogen) www.kreuz.net/article.12897.html die in dieselbe Richtung weisen.
Man sollte sich als Katholik diese von Graf angeprangerte Entwicklung bei der Evangelischen Kirche und seine verhängsnisvolle Schlussfolgerung immer noch mehr demokratisieren zu wollen, als ständige Warnung vor Augen halten.
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#19   Jubärens   19:38:21 | Montag, 4. April 2011
Diese ritualisierende Kulturkirche ist leicht ersetzbar
Sykamores gute Zusammenfassung von Grafs kulturprotestantischer Zivilreligion:
Die Kirche Jesu Christi wird gebraucht
a) als Mittlerin „bestimmter Grundlagen unserer Kultur“;
b) als Ort, worin „ein bestimmter Bestand an Konventionen,
an Üblichkeiten, an Höflichkeitsregeln eingeübt wird“;
c) als Stütze der politischen Ordnung, als Stifterin einer „symbolischen Kultur“ und institutionelles Pendant von im Grundgesetz verankerten Werten wie „die Würde des Menschen“;
d) als „funktionierende religiöse Institution“, zuständig für die Ritualisierung der sg. „wichtigen Momenten“ des Lebens;
e) als Erbringerin von Sozialleistungen.
Sie ist zur Institutionalisierung einer zivilen, politischen Religion, deren Horizont der von der Gesellschaft, der Zeit und der Geschichte – also der vollständigen Immanenz – ist,
und vom Transzendenten, vom Christlichen, vom Mystischen nichts als den Namen – typisches FAKE – aufbewahrt hat, verkommen.
Jede einzelne dieser Funktionen ist durch andere Funktionsträger und Institutionen zu ersetzen, z. B. die „Ritualisierung der sg. „wichtigen Momenten“ des Lebens“.
Beerdigungen und Geburtsfeiern werden heute schon sehr einfühlsam und stimmig von der boomenden Branche der Ritualbegeleiter gestaltet, die festliche Jugendweihe ersetzt Konfirmation etc.
Diese Art von ritualisierende Kulturkirche ist in seinen Elementen leicht zu ersetzten und wird im Laufe der Zeit durch die entsprechenden Ritual- und Sinngebungsagenturen ersetzt werden.
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#18   Fundi   19:02:04 | Montag, 4. April 2011
Semikolon u. kreuznet
Kreuznet vertritt schon Meinungen, ist nicht nur „neutraler“ reiner Nachrichtendienst und äußert sich schon über die EKD- warum auch nicht? Das Seelenheil UND ein in jeder Hinsicht gottgefälliges Leben bis hin zu solchen Gottesdiensten aller sollte uns allen am Herzen liegen!
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#17   Goldengel   18:35:56 | Montag, 4. April 2011
Semikolon
Irgendwie sind Sie lustig :-D :(3
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#16   Semikolon   18:26:17 | Montag, 4. April 2011
@ Goldengel, es handelt sich hier nicht um meinen Gottesdienst
sondern um die Schilderung von (meinen) Eindrücken, die ich als Gast bei Evangelikalen hatte.
Ich sagte bewusst nicht mehr dazu, da ich keine Diskussion über nichtkatholische Gottesdienste für notwendig erachte, bzw. ich hier nicht über Gottesdienste von Evangelikalen diskutiere.
Es reicht mir schon völlig, wenn ständig sich hier Nichtkatholiken über katholische Gottesdienste echauffieren.
Sollte ich Bedarf an Belehrungen haben, wie Gottesdienste aussehen und gestaltet werden sollten, werde ich mich vertrauensvoll an Sie wenden. Denn nichts liegt mir ferner, als Ihr erkennbares Bemühen um unser aller Seelenheil (und das Durchkommen durch die bekanntlich enge und gar für viele verschlossenen Tür) nicht entsprechend anzuerkennen und zu würdigen. :(3
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#15   Fundi   18:06:53 | Montag, 4. April 2011
„Lebendige Gottesdienste“ /„Einbringen“
Evangelikale Gottesdienste sind unterschiedlich,
typisch pfingstlerische etwa von solchen in der Evangelisch-Lutherischen Freikirche oder von solchen in Brüdergemeinden oder Freien Baptistengemeinden. „Einbringen“ sollte man Herz und Verstand für Gott und sein Wort! Das „Ich“ muß abnehmen, steht in Gottes Wort!
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#14   Sycamore   18:04:38 | Montag, 4. April 2011
Das Elend der protestantischen Ekklesiologie anhand von F.W. Graf
Im Kirchenbild von Friedrich Wilhelm Graf kann man
den Substanzverlust einer Religiösität ohne Transzendenz ermessen.
Fasst man Grafs Aussagen daüber, warum die Kirche heute noch gebraucht wird, zusammen, so ergibt sich:
Die Kirche Jesu Christi wird gebraucht
a) als Mittlerin „bestimmter Grundlagen unserer Kultur“;
b) als Ort, worin „ein bestimmter Bestand an Konventionen,
an Üblichkeiten, an Höflichkeitsregeln eingeübt wird“;
c) als Stütze der politischen Ordnung, als Stifterin einer „symbolischen Kultur“ und institutionelles Pendant von im Grundgesetz verankerten Werten wie „die Würde des Menschen“;
d) als „funktionierende religiöse Institution“, zuständig für die Ritualisierung der sg. „wichtigen Momenten“ des Lebens;
e) als Erbringerin von Sozialleistungen.
Nehmen wir den Begriff „Jesus Christus“ von der Bezeichnung
„Kirche Jesu Christi“ weg, und voila die „von sämtlichen christlichen Elementen entkernte“ Kirche des Friedrich Wilhelm Graf.
Sie ist zur Institutionalisierung einer zivilen, politischen Religion, deren Horizont der von der Gesellschaft, der Zeit und der Geschichte – also der vollständigen Immanenz – ist,
und vom Transzendenten, vom Christlichen, vom Mystischen nichts als den Namen – typisches FAKE – aufbewahrt hat, verkommen.
Deshalb nehmen aus dieser Sicht solche Themen den ersten Platz, die an sich in einer kultischen Gemeinschaft eine drittrangige Bedeutung besitzen: Demokratisierung, Mehrheitsentscheidungen, gesellschaftliche Anpassung etc.
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#13   Goldengel   17:42:56 | Montag, 4. April 2011
Semikolon
Die Gottesdienste sind sehr „lebendig“, das gefällt natürlich vielen, isb. die sich im Leben zuwenig als Menschen in Beachtung wähnen und sich irgendwie einbringen möchten.
Der wahre Gottesdienst aber ist jener, indem man seine Seele ganz auf Gott richtet und sich nicht selbst einbringt.
Das „selber einbringen“ kann man außerhalb des Gottesdienstes tun durch gute Werke – da gibt es genug zu tun. Doch im Gottesdienst ist das „selber einbringen“ nicht erwünscht, da dieser Ort eine Anbetung der Hl. Dreifaltigkeit ist und kein Animationsprogramm für Egoisten, welchen langweilig ist.
Ein Gottesdienst ist dazu da, sich Gott zu besinnen und nicht sich selbst einzubringen.
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#12   Semikolon   17:38:57 | Montag, 4. April 2011
@ Fundi, klar, aber +.net sieht sich nur als Nachrichtenportal
und hat nicht den leisesten Anspruch von wissenschaftlicher Genauigkeit oder Objektivität wie man einem Wissenschaftler wie Prof. Graf zuschreiben könnte und auch keine wissenschaftliche Reputation zu verlieren.
Insofern darf man die antipäpstlichen Ausrutscher des Professors nicht durch +.net entschuldigen, finde ich. Es deklassiert ihn einfach, trotz zuvor guter Gedanken dann doch wieder in irgendeinen altes Kulturkampfmuster reinzufallen und noch einen Seitenhieb auf den Papst loszulassen- wäre zumindest nicht nötig gewesen.
Dass die evangelikalen Gemeinden guten Zuspruch finden, kann ich nachvolllziehen, kenne auch eine hier vor Ort etwas näher. Scheinen alles Leute zu sein, die sich bewusst mit Glaubensfragen beschäftigen.
Die Gottesdienste sind sehr „lebendig“, das gefällt natürlich vielen, isb. die sich im Leben zuwenig als Menschen in Beachtung wähnen und sich irgendwie einbringen möchten.
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#11   monens   17:14:39 | Montag, 4. April 2011
Ein protestantischer Laienprediger wünscht sich die „Religion der Vernunft“ !
Aber diese ist doch bereits erschreckende Realtiät; der „ganz human demokratische“ Spassmensch hat in seiner Demokratiemanie auch bereits über die hl. Dreifaltigkeit, GOTT, „abgestimmt“ und ist zum Ergebnis gekommen, dass ER „zu beseitigen sei“; die teuflische Kultur des Todes „duldet“ keine Wahrheit Jesus Christus; der „ganz human demokratische Mensch“ bestimmt selbst über was er abstimme, auch wenn dabei die Wegbereitung / die Realität, eines neuen Auschwitz herauskommt;
www.razyboard.com/…7891-6029841-20.html
der grössenwahnsinnige „autonom-aufgeklärte“ Spassmensch kreuzt ein „Ja“ für den Sturz in sein eigenes ewiges Verderben an; „ganz human“ angeboten von durchtrieben spitzfindigen falschen Propheten, die aktuell „giftgrün“ daherkommen, aber sich auch in „rot“ oder „gelb“ bestens verkaufen; alles „ganz human“ versteht sich
www.razyboard.com/…07667-5901977-0.html
Das Angebot an „Ersatzgöttern“ ist heute breiter denn je; doch ihnen allesamt ist gemeinsam, dass sie, wie ihre bereits zu Schall und Rauch gewordenen „Vorgänger“, im Angesichte der Göttlichen Majestät der Wahrheit Jesus Christus zu aufsteigendem Rauch im Wind werden;
www.razyboard.com/…07913-5906475-0.html
Der selbstherrliche Mensch ist heute auch „ganz humaner Demokrat“ und geht über Leichen von ungeborenen Kindern !
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#10   Fundi   16:57:48 | Montag, 4. April 2011
Semikolon – nun ja
Hr. Prof. Graf kritisiert ja nun weitgehend die evgl. Landeskirchen. Und auch kreuznet und andere beschäftigen sich ja mit evgl. Kirchen und deren Entwicklungen.
In München jedenfalls sind an fast allen Sonntagen mehr Besucher in evangelikalen evgl. Gemeinden denn in den üblichen landeskirchlichen.
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#9   IZAAC   14:57:33 | Montag, 4. April 2011
gäääääääähhhhhhhhhnnnnnnnnnn
:-[
Es ist in jedem Fall interessanter einer Ameise zuzusehen, als so einem Langweiler…
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#8   Laienapostel   14:33:10 | Montag, 4. April 2011
Ja, Jubärens, treffender als Sie hätte man es nicht beschreiben können!
„Demokratische Abstimmungen über Grundrechte sind Terror“!
Wobei es auch interessant wäre, inwiefern sich christlich-katholischer Glaube und Demokratie( mit allem was dazugehört, z.B. „Toleranz“, u.s.w.) überhaupt miteinander in Einklang bringen lassen, bzw. sich nicht sogar gegenseitig ausschliessen.
Ich denke hierbei z.B. einmal an das unge-schriebene „Toleranzdogma“ in der heutigen Gesellschaft, welches natürlich in seiner Praxis genau das Gegenteil ist, nämlich blanke Intoleranz allem und jedem gegenüber, was nicht dem dekadenten, gottlosen Mainstream entspricht.
Der Jesus Christus sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“(Johannesevangelium 14:6 ; Rev.Elb.Übers.)
Klingt das Tolerant? Entspricht das dem Zeitgeist, wo jeder auf seine eigene Art und Weise zu Gott kommt, der eine als Moslem, der andere als Buddhist, der nächste alös Agnostiker und der übernächste als Esoteriker, u.s.w.?
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#7   Jubärens   14:17:38 | Montag, 4. April 2011
Demokratische Abstimmungen über Grundrechte sind Terror
Zu dem Beispiel von Semikolon: Internetabstimmung über Abtreibung
Wie tief müssen wir eigentlich noch sinken, wenn ein Ehepaar die Frage nach Leben oder Tod ihre ungeborenen Kindes per Internet demokratisch abstimmen lässt?
Solche sittliche Perversitöten fallen aber nicht vom Himmel in die Gesellschaft, sondern werden von solchen Theologen wie Graf vorbereitet, der sich gegen das Ansinnen des Papstes zum Vorrang vom Naturrecht vor dem positivem Recht ausspricht
Ähnlich politisch-pervers war ja auch die Volksabstimmung in der Schweiz, als sich 75 Prozent der Wähler demokratisch dafür entschieden, dass die ungeborenen Kinder in den ersten drei Lebensmonaten kein Recht auf Leben hätten, sondern ihr Leben zur Disposition der Schwangeren stände.
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#6   Semikolon   14:12:25 | Montag, 4. April 2011
@ Fundi, das kann ich mir gut vorstellen,
der Professor hat (trotz meiner Kritik wegen seiner offenbaren totatalitären Demokratiegläubigkeit) ja durchaus auch Interessantes zu erzählen. Einen Vortrag von ihm würde ich mir ebenfalls anhören.
Ich würde ihm persönlich den Rat geben, bei seinen sinnvollen Gedanken bei der evangelischen Kirche zu bleiben und dort zu reformieren, statt ausufernd und unnötig (als Außenstehender) Katholiken oder den Papst belehren zu wollen. Er kann sich ja zum Beispiel mal mit dem Fürsten zu Castell und seinem Theologie- und-Demokratieverständnis zusammen- oder auseinandersetzen. Baustellen hätte der genug.
Aber das scheint irgendwie eine Krankheit vieler Reformisten zu sein: Statt uneitel im eigenen Stall anzufangen, greift man immer zum vermeintlich leichten Papst- oder Katholikenbashing, vor allem wenn irgendwo Mikrofone oder Kameras aufgestellt sind.
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#5   Fundi   13:34:40 | Montag, 4. April 2011
In München (und fast überall)
findet der Münchener Theologieprofessor Graf recht viele und oft volle evgl. Gemeinden, in denen nicht Kerzen von links nach rechts getragen werden, sondern jeden Sonntag lange und meist tiefgründig das Wort Gottes ausgelegt wird. Die Gemeindelisten der Konferenz für Gemeindegründung und der Kamen-Initiative und der Evangelisch-Lutherischen Freikirche und andere enthalten viele solcher Gemeinden in fast ganz Deutschland.
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#4   Semikolon   13:16:11 | Montag, 4. April 2011
Aha, Demokratie über alles
Sein Beispiel: „Die Katholische Kirche tut sich ausgesprochen schwer damit, bestimmte Spielregeln der parlamentarischen Demokratie zu akzeptieren.“
Denn: „Der Papst polemisiert, wenn Sie seine Texte lesen, permanent gegen das Mehrheitsprinzip.“
Er schalte dem staatlichen Recht immer ein Naturrecht vor – verdreht Graf.
Damit scheint der Evangele, wohl so etwas fördern zu wollen? www.bild.de/…t-14725304.bild.html
Wers nicht glaubt, hier ist die Original-Seite www.birthornot.com/ des in diesem Sinne vorbildlichen Ehepaars, dass das Demokratieprinzip dem elterlichen Naturrecht (Kinder einfach so in die Welt zu setzen, ohne darüber abstimmen lassen zu müssen) voranstellt.
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#3   AlbanischOrthodoxerRitter1555   13:03:03 | Montag, 4. April 2011
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#2   Rose im Kreuz   12:47:28 | Montag, 4. April 2011
„Demokratievergessenheit“
Die Protestunte, Friedrich Wilhelm Graf, hat völlig recht: auch Hitler war nicht so demokratievergessen wie der Papst.
Meint die Protestunte, dass das ein Mangel des Papstes sei?
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#1   Jubärens   12:36:15 | Montag, 4. April 2011
Der Proti-Theologe
hat weder weder den Charakter der parlamentarischen Demokratie verstanden noch den der katholischen Kirche:
„Die Katholische Kirche tut sich ausgesprochen schwer damit, bestimmte Spielregeln der parlamentarischen Demokratie zu akzeptieren.“
Denn: „Der Papst polemisiert, wenn Sie seine Texte lesen, permanent gegen das Mehrheitsprinzip.“
Er schalte dem staatlichen Recht immer ein Naturrecht vor.“
Die politischen Entscheidungen in den Bundes-, Landes- und Orts-Parlamenten nach der Mehrheitsregel (oder mit Kompromissen) bedeutet ja nicht, dass in allen gesellschaftlichen Institutionen ebenso verfahren werden müsse – also
etwa in einem Unternehmen die Mehrheit der Betriebsversammlung über die anstehenden Investitionen entscheidet, in einer Schule die Vollversammlung über den Lehrplan abstimmt oder im Chor / Orchester die Gesamtheit der Teilnehmer per Abstimmung Stil und Form bestimmt.
Solche Forderungen nach allseitiger Mitbestimmungsdemokratisierung – etwa bei den 68ern – ist demagogisch und bedeutet Unregierbarkeit des Landes bzw. Qulitätsminderungen in allen Bereichen.
Auch die Polemik Grafs gegen den Papst, dass der mit dem Naturrecht – z. B. Recht auf Leben der Ungeborenen – die staatliche Gesetzgebung kritisiere, ist demagogisch.
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