Castrop-Rauxel bei Dortmund hätte es sein können oder sonst ein Ort in Deutschland. Es war ein reiner Zufall, daß die Reisenden gerade in dieser Stadt im süddeutschen Raum Station machten.
Normalerweise besuchen die ortsfremden Kirchenbesucher die ‘alte’ Messe. Auf dieser Reise war das nicht
möglich. Man wählte darum die nächstgelegene Pfarrei mit der ‘neuen’ Messe.
Die Besucher sind erstaunt.
Es kommen viele junge Familien mit Kind. Natürlich auch ältere Gläubige. Alles in allem ein erfreulicher
Altersquerschnitt und eine volle Kirche. Die Kinder sitzen vorn, dahinter die Eltern. Die Kinder haben
alle etwa das gleiche Alter. Der heutige Pfarrgottesdienst ist nämlich ein Pflichttermin für die Schüler,
die sich auf die Erstkommunion vorbereiten.
Der Priester hält sich mit seinem Mikrophon immer wieder
bei den Kindern auf.
Es geht unter anderem um den Aufbau der Messe. Manches ist verkürzt, manches schief
dargestellt, aber es gibt keine faustdicken Häresien.
Die Kinder werden systematisch einbezogen. Sie
lesen das Tagesgebet, auch das Gabengebet, sogar das Schlußgebet, die heilige Lesung – aus dem ‘Kleinen
Prinzen’ von Antoine de Saint-Exupéry († 1944) – und die Fürbitten.
Jedes Kind wird dazu namentlich
aufgerufen. Wer nicht zum Lesen kommt, bringt etwas herbei oder trägt etwas weg.
Participatio actuosa –
die aktive Teilnahme der Gläubigen am Geschehen im Gottesdienst.
Dazu kindergemäßes Liedgut.
Die
fremden Besucher schauen genauer ins Publikum.
Wo sind die Jahrgänge, die in den vergangenen Jahren
durch diese kindgemäße Hinführung hindurchgegangen sind? Wo sind die Jugendlichen? Was bleibt, wenn
man in diesem Gottesdienst die Eltern und weiter hinten die Großeltern wegdenkt?
Die Predigt besteht
aus Frage und Antwort. Die Kinder erwähnen einmal Sünde und Beichte. Der Priester spricht nur vom ‘Versagen’.
Nach dem ‘Einsetzungsbericht’ – beim Vaterunser – strömen alle um den Altar und halten sich an den Händen.
Bei der Kommunionausteilung ruht sich der Priester ein wenig aus. Ein Diakon und eine Dame sind im Einsatz.
Vor den fremden Besuchern sitzt ein Großelternpaar. Es hat bisher immer wieder die Köpfe gereckt. Jetzt
haben sie offensichtlich genug gesehen. Ihr Enkelkind kommt nicht mehr dran.
Sie stehen auf und gehen.
Bei den Vermeldungen am Schluß der Messe wird erwähnt, daß von 15.00 bis 18.00 Uhr ‘ewige Anbetung’
ist. Das Stichwort ‘Anbetung’ fällt zum ersten und einzigen Mal an diesem Tag.
Eine normale Sonntagsmesse
in einer normalen Pfarrei.
Keine massiven Häresien oder Ärgernisse.
Vielleicht sind die Kinder am
nächsten Sonntag weg. Die Belanglosigkeiten werden bleiben.
Die fremden Besucher fragen sich: Was bleibt
bei Otto Normalkatholik vom Glauben übrig, wenn man ihm jahrzehntelang Belanglosigkeiten und Aufführungen
von Kindern serviert?
Kein Mensch geht freiwillig in Aufführungen von Kindergärten oder Schulen. Es
sei denn, die eigenen Kinder oder Enkel spielen mit. So oder so ähnlich ist es fast überall.
Landauf
landab hat die Erstkommunion ein Motto. Jedes Jahr ein anderes: Baum, Steine, Haus, Brotbacken, Brücken,
Quellen. Fügt das Motto dem Wesentlichen etwas hinzu oder nimmt es ihm im Bewußtsein der Gläubigen
nicht seine Bedeutung?
Fast hätte man sich ein massives Ärgernis gewünscht, das den einen oder anderen
aufgeschreckt und hinausgetrieben hätte.
Aber natürlich nur fast.
Aus der Juni-Ausgabe des Faltblattes
der ‘Initiativkreisvereinigung’.
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13 Lesermeinungen
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@Athanasius Danke, ich bin hellwach. Natürlich kann man einzelne Passagen aus dem Zusammenhang reißen
und so die eigene Postition immer wieder bestätigt finden. (Das machen übrigens die Proggressisten auch.)
Man muß jedoch alle kirchlichen Dokumente als Ganzes lesen. Deswegen erlaube ich mir zur Ergänzung einige
Passagen zu zitieren: Zitat aus der authentischen Ausgabe von 1975: Durch die Mitfeier und tätige Teilnahme
der Gläubigen wird deutlich erkennbar, daß die Feier Ihrem Wesen nach ein Handeln der Kirche ist8; dennoch
behält die Eucharistiefeier auch ohne mitfeiernde Gemeinde ihre Heilskraft und Würde, da sie das Tun
Christi und der Kirche ist9, bei welchem der Priester immer zum Heil des gesamten Volkes handelt Die Ausgabe
von 2002 fügt hinzu (eine authentische Ausgabe in deutscher Sprache gibt es noch nicht): Ipsi [gemeint
ist der Priester] ergo commendatur ut sacrificium eucharisticum etiam cotidie, pro posse, celebret.
@Didimus Mag sein, der Ritus wurde aber entworfen von den gleichen Leuten die die Institutio Generalis
des MR 1969 geschrieben haben mit der häretischen Definition der hl. Messe. Es sagt genügend über deren
Intentionen, Glauben und Ziele. (Und zeigen Sie mir auf, wo der Ritus geändert ist und der Sühnopfercharakter
wieder eingefügt, abgesehen vom Euch. Gebet 1.) „Die Messe, oder das Herrenmahl, ist die hl. Versammlung
des Volkes Gottes, unter Vorsitz des Priesters. „ (Missale Romanum, IG, 1969, Consilium ad Exsequendam
Constitutionem Sacrae Liturgiae.) Die Texte und Gebete sind die gleichen geblieben. 2002 war keine theologische
Korrektion. Mensch, wach auf aus dem neokonservativen Traum.
Eben nicht der Fall Die Normen des NOM sind eindeutig und schriftlich fixiert. Unter aktive Teilnahme
der Gläubigen versteht die Kirche etwas anderes. Eine wichtige Regel lautet außerdem (sinngemäß):
Jeder soll all das und nur das tun, was ihm zukommt. Sieht der Novus Ordo Missae (NOM) nicht Laienlectrices
(F) und Laienlectoren vor? All das steht im offiziellen Missale. Frauen zum ersten Mal in die Liturgie
introduziert. (Noch abgesehen vom vatikanischen „Erlaubnis“ von Messdienerinnen unter hohem Druck der
Bischofskonferenzen in 1994.) Was jedem zukommt, ist gerade im NOM mit seinem Nachdruck auf Mahl und Eliminierung
jedes Elements das auf ein Sühnopfer hinweist (sieh originelle Version des Institutio Generalis/Allgemeine
Einführung des 1970 Missale, wo eine Luthersche Definition der Messe steht.), gar nicht klar. Wenn das
hl. Messopfer im OFFIZIELLEN Ritus „Herrenmahl, die hl. Versammlung des Volkes Gottes, unter Vorsitz des
Priester“ genannt wird, ist es logisch ein jeder kommt nach vorne und hält Hände um den Altar (Tisch
lieber gesagt). Diese Neupfarre hat halt diese Logik eingesehen. Ich danke aber für einen naiven neokonservativen
Novus Ordo-Beurteilung der Situation.
Anbetung Eigentlich sollte die gesamte hl. Messe Anbetung sein. Leider ist dieses in fast allen Gemeinden,
in denen die neue Messe „gefeiert“ wird, nicht mehr der Fall. In meiner Heimatgemeinde fehlt mir immer
wieder die Andächtigkeit und Demut, die angebracht und m. E. notwendig ist, um überhaupt von Anbetung
sprechen zu können. Daher bin ich heil Froh, daß ich in einer groß Stadt lebe und die FSSPX gefunden
habe. Denn hier ist die hl. Messe das was sie sein soll, Anbetung von Anfang bis zum Ende. Gruß und Gottes
Segen Willi
Anbetung Bei den Vermeldungen am Schluß der Messe wird erwähnt, daß von 15.00 bis 18.00 Uhr ‘ewige
Anbetung’ ist. Das Stichwort ‘Anbetung’ fällt zum ersten und einzigen Mal an diesem Tag. Wie oft fällt
das Stichwort „Anbetung“ in einer erzkonservativen Pfarrei oder Gemeinschaft während der Hl. Messe?
Keine normale Messe Das war keine normale Messe!! Zumindest nicht, wenn man „normal“ von „Norm“ ableitet.
Die Normen des NOM sind eindeutig und schriftlich fixiert. Unter aktive Teilnahme der Gläubigen versteht
die Kirche etwas anderes. Eine wichtige Regel lautet außerdem (sinngemäß): Jeder soll all das und nur
das tun, was ihm zukommt. Also Kommunionausteilung nicht von Laien, wenn genügend Priester oder Diakone
da sind. Kein Ersatz für Texte aus der Heiligen Schrift, der Priester trägt die Gebete vor u.s.w. „Normal“
ist das höchstens, wenn man unter „normal“ versteht, daß es häufig vorkommt. Und – Gott sei es geklagt –
es kommt in unseren Breiten sehr häufig vor.
@Beo@HighN Highnoon, Kotzen Sie ihren Zynismus bitte an anderen Stellen aus, wenn Sie keine ultrakonservative
Kritik ertragen können. Was sind die Klischees in dieser Geschichte eigentlich? Ich sehe gar keine Gemeinplätze.
Klischees über diese Pfarrmessen gibt es auch nicht, da die Traditionalistische Katholiken eine winzige
Minderheit sind. Ein „Cliché“ muss aber von der Allgemeinheit akzeptiert sein. Die Meinung einer Gruppe
ist kein Cliché. Beobachterin, Natürlich ist es Schuld der Ausbildung. Am wenigsten Schuld sind die
Generationen die nach 1958 geboren wurden, denn die meisten, sicherlich die in den Niederlanden, sind,
wie ich selbst, ohne Ausbildung über den Glauben grossgeworden. Schuld liegt beim Klerus („Die Krise
ist eine Krise der Bischöfe!“) und bei den vernachlässigenden Generationen der um 1920-58 Geborenen
die den Glauben haben fallen und schwindeln lassen. Ein Teenager.
Wohl wahr An dieser Geschichte ist was Wahres dran. Mitschuld an der Situation sind aber auch die Kirchen.
Der Religionsunterricht und die Jugendarbeit wird in vielen Schulen und Pfarreien sträflich vernachlässigt.
Auch Häresie Diese typisch neokonservative oder deutschnormal Pfarrei hält es wohl bei Häresien. Das
Hand in Hand Stehen um „den Tisch“ ist Ausdruck der Mahllehre. Das Wort „Hl. Opfer“ kommt wahrscheinlich
auch nicht vor. Diese impliziten Häresien sind am Schlimmsten. Dass sogar die Gruppe von „Traditionalisten“
das nicht einsieht (weshalb geht man überhaupt in eine Neue Messe?) sagt mehr über die Gruppe, als über
die Pfarrei. Explizite Häresien sind besser für die Rechtgläubigen. Denen kann man sich widersetzen.
Diese gutverborgenen nur schwerstens. Die weitere Evaluation über die Verkindlichung der Kirche und der
Liturgie stimmt natürlich wohl völlig. Sogar die alte Generation (Grosseltern! Aufgewachsen mit der
‘alten’ Messe!) trägt keine Spur von Katholizismus mehr, sondern mehr von Leute die einen früheren Brauch
an dem sie gewöhnt sind von jung an, hochhalten. Mit Glauben hat es wenig zu tun. Das zeigt sich auch
in Handkommunion usw., Sachen die die Älteren sehr gut vergleichen können und müssen mit der Mundkommunion,
was man aber nicht macht. Aus Faulheit und Wohlstandsbequemheit. Schönen Sonntag.