10:54:09 | Freitag, 8. April 2011
Heute morgen hat sich Mons. Vitus Huonder brieflich an den Klerus und die Laienmitarbeiter seiner Diözese gewandt.

Bischof Vitus Huonder von Chur
© Bild: Pressefoto(kreuz.net, Chur) Bischof Vitus Huonder von Chur hat seine Mitarbeiter heute auf postalischem Weg den
von ihm angekündigten Brief geschickt.
Darin informiert er über die Ergebnisse seiner römischen Konsultationen
von Ende März.
In Rom durfte der Bischof feststellen, „daß unser Bistum bei den unmittelbaren Mitarbeitern
des Heiligen Vaters sehr präsent ist und daß man dort über die hiesige pastorale Lage gut informiert
ist.“
Es ist wohl darauf zurückzuführen, daß ‘kreuz.net’ auch im Vatikan viele treue Leser besitzt.
Rückhalt des PapstesDer Präfekt der Bischofskongregation, Marc Kardinal Ouellet, hat Bischof Huonder
gegenüber „klar“ zum Ausdruck gebracht, daß er das „volle Vertrauen von Papst Benedikt XVI. genieße
und daß der Heilige Vater von mir Kontinuität in meinem Dienst wünscht.“
Mons Huonder kommentiert:
„Ich mache mir diese Erwartung des Papstes zu eigen und bin deshalb gewillt, auch nach den für mich
nicht einfachen Ereignissen der vergangenen Wochen, meinen bischöflichen Dienst, so lange es Gottes Wille
ist und es die Gesundheit zuläßt, im Bistum Chur weiterzuführen.“
Mons. Huonder möchte das aber nicht
tun, ohne seinen Mitarbeitern gegenüber „einige Akzente“ zu setzen.
Dazu gehöre sein Verzicht auf einen
zweiten Weihbischof.
Der Bischof erklärt dazu trocken: „Auf meine Entscheidung, die in vielen Gesprächen
gereift ist, habe ich allerdings kaum eine positive Rückmeldung erhalten.“
Keine altgläubige Abteilung
Der Bischof kommentiert die kürzlich erfolgte Ernennung von Weihbischof Marian Eleganti zum neuen Regens
seines Priesterseminars.
Diese sei Ausdruck dafür, daß es ihm in der Priesterausbildung „um Kontinuität“
gehe.
„Ich will eine Priesterausbildung, wie sie die Kirche heute erwartet“ – erklärt der Bischof und
fügt hinzu: „Nicht mehr und nicht weniger.“
Angesichts der Situation in der
dekadenten Theologischen
Hochschule, die dem Priesterseminar angeschlossen ist, dürfte das ein praktisch unmögliches Unterfangen
sein.
Für die Alte Messe bleibe für den Bischof das Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ maßgebend:
„Die Priesterausbildung im Priesterseminar Sankt Luzi wird jedoch davon nicht betroffen sein“ – fügt
er an.
Der Bischof kündigt an, daß am 4. Mai die verschobene Versammlung des Priesterrates und eines
„Rates der Laientheologinnen, Laientheologen und Diakone“ nachgeholt wird.
Ein vorbereitendes Treffen
habe bereits stattgefunden.
Ziel der Versammlung sei eine „offene Aussprache“.
Zugleich will der Bischof –
aufgrund des Gespräches mit dem Präfekten der Kleruskongregation, Mauro Kardinal Piacenza – die Rolle
der Räte als bischöfliche Beratungsorgane thematisieren.
Ein Laie als KanzlerBischof Huonder informiert
die Diözese über verschiedene Ernennungen.
Als Nachfolger des am 21. März verstorbenen Dompropstes
und Bischöflichen Kanzlers, Prälat Aurelio Lurati (+76), ernennt er dessen bisherigen Stellvertreter,
den Laien Alfred Schriber, zum neuen Kanzler.
Der Bischof kündigt eine bevorstehende Ernennung des Nachfolgers
des bisherigen Generalvikars für Graubünden,
Kanonikus Andreas Rellstab an.
Ferner hat er Weihbischof
Eleganti zum „Bischofsvikar für die philosophisch-theologische Ausbildung sowie für die Fort- und Weiterbildung
der Seelsorger“ ernannt.
Die Kirchensteuer-Bonzen sollen sich an ihre Kompetenzen haltenBischof Huonder
beteuert, daß er die Kooperation mit den staatskirchenrechtlichen Organen – die in der Schweiz die Kirchensteuer-Einnahmen
kontrollieren – suche und bejahe.
Er weist aber mit einem langen Zitat einer März-Stellungnahme der
Schweizer Bischofskonferenz darauf hin, daß dabei die „Unterscheidung der pastoralen und administrativen
Kompetenzen geklärt werden“ müssen.
Um die Beziehungen zu den Kirchensteuer-Bonzen zu erleichtert hat
der Bischof den Opus-Dei-Priester, Kirchenrechtler und längjährigen Mitarbeiter im Churer Ordinariat,
Prälat Joseph M. Bonnemain, zum „Bischofsvikar für die Beziehungen zu den staatskirchlichen Organisationen
und den Kantonen“ ernannt.
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