18:11:50 | Samstag, 9. April 2011
Das ist das Problem beim ‘Zentralkomitee der deutschen Katholiken’: „Der gesellschaftspolitische und auch der im engeren Sinne politische Aspekt ist unsere ureigene Aufgabe.“

Detailaufnahme aus dem Petersdom
© oaspetele_de_piatra, Flickr, CC(kreuz.net) „Realität ist, daß wir mit unserer Verkündigung immer weniger Menschen in dieser Zeit erreichen.“
Das erklärte Alois Glück (71) – der Präsident des ‘Zentralkomitees der deutschen Katholiken’ – in
einem Streitgespräch mit dem Publizisten Alexander Kissler (41).
Das Gespräch wurde am 30. Dezember
in der Beilage ‘Christ und Welt’ publiziert, die in der antikirchlichen Wochenzeitung ‘Zeit’ erscheint.
Die Kirche ist der heilige RestGlück berichtet, selber in einer „geschlossenen Welt“ der Fünfziger-
und Sechzigerjahre aufgewachsen zu sein:
„Damals war eine bewußte Entscheidung nötig, um sich aus dem
selbstverständlichen Leben in der Katholischen Kirche zu verabschieden.“
Heute sei es genau umgekehrt:
„Wir sind aber in den Strukturen und Gewohnheiten noch voll auf die alte Situation eingestellt.“
Wenn
wir uns mit dieser Schieflage nicht auseinandersetzen, werden wir eine kleine, in sich geschlossene Gruppe
werden.
Dann gerate der Mensch aus dem Blick, und es bleibt nur so etwas wie ein „heiliger Rest“ übrig.
Kissler ist mit dieser Aussage nicht einverstanden: „Das stört mich schon wieder, daß Sie den Begriff
vom »heiligen Rest« denunzieren.“
Dieser stehe in der Bibel als Hoffnungswort: „Ich habe den Eindruck,
daß damit unterschwellig das Heilige an sich nicht mehr geschätzt wird.“
„Wer einer Kirche des heiligen
Rests das Wort redet, gibt den Verkündigungs- und Missionsauftrag der Kirche auf“ – antwortet Glück.
Er sieht die größte Gefahr in einer Selbstgenügsamkeit: „Es gibt ein Funktionärstum bei Laien und
Klerikern in der Kirche, die malen sich die Welt schön und sagen, es ist doch nicht schlimm, daß wir
die Menschen nicht erreichen.“
Die Kirche werde kleiner: „Aber sich damit abzufinden, das ist gegen das
Evangelium.“
Aufbruchsrhetorik im SandKissler konfrontiert Glücks Aussage mit dem real existierenden
‘Zentralkomitee’: „Nehmen Sie den nächsten Katholikentag 2012 in Mannheim als Beispiel.“
Der Titel „Einen
neuen Aufbruch wagen“ ist für ihn Realsatire.
„Gibt es auch alte Aufbrüche?“ – fragt Kissler: „Man
übt sich seit vierzig Jahren in einer ermüdenden Aufbruchsrhetorik, und der Effekt ist, daß immer weniger
Menschen den Glauben aktiv praktizieren und das Glaubenswissen abstirbt.“
Beim Ökumenischen Kirchentag
in München sei es für Lebensschutzgruppen schwer gewesen, überhaupt einen Stand zu bekommen: „Eine
Gelegenheit für eine eucharistische Anbetung gab es nicht.“
Glück wehrt sich: „Natürlich gab es beim
Ökumenischen Kirchentag auch die Möglichkeit zur eucharistischen Anbetung.“
Auch die Lebensschützer
hätten ihre Stände gehabt: „Ihre Vorwürfe gehen ins Leere.“
Kissler läßt sich nicht beeindrucken:
„Auf vielen Podien wurde in derber Weise über Papst und Kirche hergezogen.“
Wenn er den Papierausstoß
des ‘Zentralkomitees’ betrachte, komme ihm dezidiert Geistliches und Christliches zu wenig vor: „Es wird
viel über Werte gesprochen und zu wenig über den Glauben.“
Doch eine Wertedebatte reiche nicht aus,
um das Evangelium mutig und treu zu verkünden.
Glücks Antwort: „Dieser gesellschaftspolitische und
auch der im engeren Sinne politische Aspekt ist doch gerade unsere ureigene Aufgabe.“
Das „Geistliche
und auch das Kirchliche“ würden als Grundlage dazugehören.
Kissler besteht auf seine Aussage: „Beim
Zentralkomitee neigt sich das Boot zur Seite des Politischen.“
Er wolle das alte Wort der Frömmigkeit
rehabilitieren: „Ohne den Glutkern des Glaubens, ohne den Gott, der zur Entscheidung drängt, können
wir als Christen keine Wertedebatte führen.“
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#30
monens 13:12:44 | Montag, 11. April 2011
#25
Amanda52 18:38:19 | Sonntag, 10. April 2011
#22
Amanda52 02:24:43 | Sonntag, 10. April 2011
#21
Gotthard 01:01:31 | Sonntag, 10. April 2011
#18
kristall 00:24:02 | Sonntag, 10. April 2011
#16
kristall 00:09:41 | Sonntag, 10. April 2011
#2
IZAAC 19:02:51 | Samstag, 9. April 2011