19:08:24 | Freitag, 15. April 2011
Man kann Brüche nicht dadurch heilen, indem man sie uminterpretiert: Der christliche Weg heißt Umkehr.

Die Pieta im Petersdom
© oaspetele_de_piatra, Flickr, CC(kreuz.net) „Es kann nicht gegen die Liebe sein, wenn man offen und freundlich bei der Wahrheit bleibt.“
Das erklärte der deutsche Publizist Alexander Kissler (41) in einem Streitgespräch mit dem Präsidenten
des ‘Zentralkomitees der deutschen Katholiken’ Alois Glück (71).
Das Gespräch wurde am 30. Dezember
in der Beilage ‘Christ und Welt’ publiziert, die in der antikirchlichen Wochenzeitung ‘Welt’ erscheint.
Widerverheiratete Geschiedene sind Ehebrecher„Man muß wiederverheirateten Geschiedenen sagen können,
daß sie im Raum der Sünde leben“ – gibt Kissler ein Beispiel.
Dennoch ist der Sünder unüberbietbar
zu lieben: „Genau darin besteht ja Kirche“.
Man könne Brüche nicht dadurch heilen, indem man die Augen
vor ihnen verschließt: „Der christliche Weg heißt Umkehr.“
In seiner Antwort erklärt Glück wortspielerisch,
daß „an keiner Stelle“ im Evangelium der Sünder verurteilt werde, sondern nur der „Selbstgerechte“.
Die Begriffe „Sünder“ und „Selbstgerechter“ sind auswechselbar.
Er behauptet, daß es in Gesellschaft
angeblich „noch nie so viele Suchende“ gegeben habe.
Daß eine Mehrheit der Menschen von den christlichen
Kirchen keine Antworten erwarte, „müßte uns allen den Schlaf rauben“.
Glück stellt die Frage, ob es
zwingend sei, daß Ehebrecher nicht zum Empfang der Heiligen Kommunion zugelassen seien.
Praktizierende
Ehebrecher sind in der Kirche eine große Seltenheit.
Erneut wendet sich Kissler gegen eine Auseinanderdividierung
von Liebe und Wahrheit: „Nächstenliebe und Wahrheit bilden eine Einheit.“
Immerhin: Über die Auferstehung
will er nicht abstimmenDie Frage, ob er die sogenannte Demokratie in der Kirche einführen wolle, verneint
Glück.
In klassisch lehramtlichen Fragen brauche es das Lehramt: „Wer nicht an die Auferstehung glaubt,
ist nicht katholisch.“
Kissler kann es nicht verkneifen: „Da bin ich ja beruhigt, daß Sie über die
Auferstehung nicht abstimmen lassen wollen.“
Glück fordert aber eine „neue Gesprächskultur“ in der
Kirche: „Wir müssen gemeinsam ohne Ausgrenzung um den richtigen Weg ringen.“
Tatsächlich befindet sich
der katholische Glaube innerhalb der Amtskirche seit dem Pastoralkonzil mehr und mehr im Zustand der Ausgrenzung.
Priester, die sich nicht dem altliberalen Diktat beugen, werden gnadenlos auf die Seite geschoben.
Auch
Kissler bezeichnet sich als leidenschaftlichen Demokraten: „Aber die Kirche ist keine Partei und kein
Staat“.
Sie dürfe sich nicht über Streit und Vorletztes definieren: „Kirche ist nicht dort, wo Menschen
diskutieren.“
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