15:49:50 | Dienstag, 26. April 2011
Deutsche Behinderte haben, werden sie erwischt, kaum Überlebenschancen. Doch immerhin streiten sich Todespolitiker darüber, zu welchem Zeitpunkt man sie am besten ermorden soll.

Kinder mit Down-Syndrom werden heute systematisch eliminiert.
© Andreas-photography, Flickr, CC(kreuz.net) Am Dienstag publizierte die dekadente ‘Süddeutsche Zeitung’ ein greuliches Streitgespräch
zwischen der deutschen Ex-Gesundheits- ministerin, Genosse Ulla Schmidt, und dem CDU-Abgeordnete Peter
Hintze (60).
Es ging dabei um Medizin und Unmoral.
Hintze ist seit 2005 Parlamentarischer Staatssekretär
beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie. Er ist ein ehemaliger evangelischer Pfarrer und Vater
eines Kindes, das zwergwüchsig ist.
Gefühle statt sachliche ÜberlegungenGenossin Schmidt zweifelt
mit Gefühlsargumenten an der Präimplantationsdiagnose:
„Wie müssen sich jene fühlen, die als Schwerstbehinderte
unter uns leben, wenn wir darüber diskutieren, daß wir sie mit der Präimplantationsdiagnose als Embryo
hätten verwerfen können?“
Hinze spielt des Teufels Advokat – ebenfalls mit Gefühlsargumenten:
„Fragen
Sie sich auch, wie sich die Frau fühlt, die eine verhängnisvolle Krankheit an ihre Kinder weitergeben
könnte und der Sie ein etabliertes medizinisches Verfahren verweigern wollen?“
Die Genossin antwortet:
„Die Präimplantationsdiagnose garantiert kein gesundes Kind.“
Hinze propagiert den Behindertenmord mit
Druck auf die Tränendrüse.
Er hält es gar für „verfassungswidrig, einer Frau mit Strafe zu drohen,
wenn sie eine oder mehrere Totgeburten hatte und nun Erkenntnismöglichkeiten nutzen will, die ihr helfen,
so ein Martyrium nicht noch einmal zu durchleben.“
Doch er läuft der Genossin ins Messer: „Herr Hintze,
niemand will die Frauen bestrafen. Unser Gesetzentwurf sieht nur vor, den Arzt zu bestrafen.“
Ist Töten
nicht gleich Töten?Hintze weist auf den fatalen Widerspruch hin, daß das Kind, das die Präimplantationsdiagnose
überlebt hat, später in Deutschland nach Belieben abgetrieben werden kann.
Er möchte, daß die „Entwicklung
des Menschen“ erst mit der Einnistung im Mutterleib beginnt.
Entsprechend wäre die verbrecherische Präimplantationsdiagnose
dann für ihn moralisch unbedenklich.
Für Hintze müßte, wer seine willkürliche Unterschied nicht
beachte, „konsequenterweise nicht nur gegen die Präimplantationsdiagnose sein, sondern auch gegen Verhütungsmittel
wie die Spirale, welche die Einnistung verhindern und zum Abgang des Embryos führen.“
Darauf will sich
die Genossin erwartungsgemäß nicht einlassen.
Für sie ist eine generelle Tötung von Menschen im Stadium
der befruchteten Eizelle „etwas anderes“ als eine Schwangerschaft nach bestimmten Kriterien.
Sie stilisiert
die Präimplantationsdiagnose zum angeblichen Paradigmenwechsel hoch.
Es gebe angeblich das „erste Mal“
eine Situation, wo am Anfang eine Entscheidung steht, welches Leben lebenswert ist und welches nicht:
„Das ist etwas völlig anderes als die Schwangerschaftskonfliktsituation“ – verdreht sie.
Erwartungsgemäß
wird sie von Hintze gefragt: „Finden Sie es moralisch höherwertiger, im siebten, achten oder neunten
Monat zu entscheiden, ob ein Leben gelebt werden darf?“
Statt zu antworten, spielt Genossin Schmidt die
Empörte: „Das ist eine Unterstellung. Ich bin nicht für Abtreibungen. Ich bin auch nicht für Spätabbrüche.“
Die ‘Süddeutsche Zeitung’ deckt ihre Heuchelei auf: „Sie haben doch in den Siebzigern für die Freigabe
der Abtreibung durch Paragraph 218 gekämpft, oder?“
Wer einen Behinderten tötet, tut etwas GutesDanach
folgen Sophismen auf Sophismen.
Genossin Schmidt arbeitet nach eigenen Angaben mit Behindertenverbänden
zusammen:
„Für viele Eltern dort ist es schlimm, daß jetzt darüber gesprochen wird, daß das Leben
ihrer Kinder weniger wert ist geschützt zu werden als das anderer.“
Hintze verkauft angebliche Kontakte
zu einer Schule mit schwerstbehinderten Schülern:
Deren Eltern würden ihr behindertes Kind zwar lieben,
aber für ein zweites behindertes Kind keine Kraft mehr haben.
Frech behauptet er, daß für ihn „jedes
Menschenleben gleich wertvoll“ sei und er mit der Präimplantationsdiagnose eine Spätabtreibung zuvorkommen
wolle – wobei freilich erste so tödlich ist wie zweite.
Im Zusammenhang mit dem Mord an Behinderten
redet er auch davon, „Frauen“ – er meint die Mütter – „aus einer schlimmen Qual befreien zu können.“
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