12:20:58 | Mittwoch, 4. Mai 2011
Wenn die Medjugorje-Seher der Lüge überführt werden, dann benützen sie als letzte Ausrede gerne, daß man „mehr beten“ müsse. Von Bischof Ratko Perić von Mostar-Duvno.

Beichte in Medjugorje.
© Raffaele Diomede, Flickr, CC(kreuz.net) Die Lügen über das
„Große Zeichen“ von Medjugorie vermehrten sich im Laufe der Zeit.
Darüber
legte der Medjugorje-Propagandist, Pater Slavko Barbarić († 2000), ein schriftliches Zeugnis ab.
Ivan
wird immer unglaubwürdigerAm 9. März 1985 sagt der angebliche Seher Ivan zu Pater Slavko Barbarić –
im Gegensatz zu dem, was er vor der Medjugorje-Kommission ausgesagt hatte:
„Ich hätte Dir das zuerst
mitteilen sollen, weil die Gospa mir berichtet hat, daß man
den Umschlag geöffnet und darin etwas gefunden
hat. Doch das ist nicht das Zeichen, das ist nicht das, was die Gospa mir anvertraut hat.“
Die Gospa
sagte dem damaligen Seminaristen Ivan von Visoko also eine Sache über das „Große Zeichen“ und drei Jahre
später in Medjugorje eine andere?
Oder hat Ivan – in seinem Bemühen, sich herauszureden – die Absicht,
seine Lügen der Muttergottes in die Schuhe zu schieben?
Ivan sprach im weiteren von dem
zweiten Umschlag,
der bei ihm blieb.
Er erklärte, daß darin nichts befinde und daß dieser leer sei.
Aber diesen zweiten
Umschlag hat er nie gefunden.
Verwirrende AntwortenSchließlich bat Ivan seine Erscheinung am 9. März,
Auskünfte zu bekommen.
Sie antwortete ihm: „Ich weiß, daß Du nirgends ein Zeichen geschrieben hast,
weil Du es nicht ohne meine Zustimmung tun kannst.“
Jetzt begann der emsige und ruhelose Pater Slavko,
täglich um Ivans Haus zu schleichen, um herauszufinden, warum dieser etwas geschrieben und es nicht zugegeben
hatte und ob er etwas geschrieben hatte, was er nicht hätte schreiben sollen.
In diese Sache waren noch
einige andere Franziskanerpater involviert.
„Einmal nahm Pater Ljudevit Rupčić an den Gesprächen teil.
Ivan gab zu dem Umschlag verwirrte Antworten“ – berichtet Pater Slavko.
Es sei nötig, daß Ivan verstünde
und „daß er nicht noch einmal zum Opfer der Angst würde und nicht versuchte, sich „aufzufangen“, wie
sich der promovierte Psychologie, Pater Slavko Barbarić, ausdrückte, der uns auch über eine weitere
Lüge Ivans informiert.
Ivan habe erklärt, das Blatt für sich persönlich beschrieben zu haben: „Der
Umschlag wurde versiegelt – das Blatt aber nicht.“
Die Schuld wird auf die Kommission geschobenIn der
Zwischenzeit ließ Pater Slavko Ivans Text in Mailand von einem Graphologen begutachten.
Dieser stellte
fest, daß „der äußere Druck der inneren Angst, die in der Handschrift zum Ausdruck kommt, nicht angemessen
war“.
Man müsse aber auf jeden Fall „die Tatsache ernsthaft in Erwägung ziehen, daß das nicht das
erste Mal war, daß der Seher von Bijakovići auf diese oder jene Weise von Druckversuchen seitens der
Kommission redet“ – fügt Pater Barbarić an.
Jetzt beginnen Krisen-ErscheinungenDie Kommission ist
also schuldig, weil sie ihrer Aufgabe nachkommt und nachprüft, ob der angebliche Seher die Wahrheit sagt
oder nur versucht, in seiner „Verwirrung zurechtzukommen“.
Am 11. März 1985 beriet sich Ivan erneut
mit seiner angeblichen Erscheinung über die Frage, wohin der unglückliche Umschlag oder die Umschläge
und das beschriebene und versprochene Zeichen hingekommen seien.
Pater Slavko schreibt: „Diese Erscheinung
ereignete sich auf dem Hügel. Es war auch Vicka anwesend. Sie bestätigt, daß Ivan auf dem Berg etwas
gefragt hat, aber daß er keine Antwort zurückbrachte.“
Vielleicht hat sich die Muttergottes zurückgezogen?
Pater Slavko muß sich was einfallen lassenDer Druck – nicht seitens der Kommission, sondern durch
Pater Slavko wird immer stärker.
Jetzt befragen alle angeblichen Seher – einer nach dem anderen – die
„Erscheinung“ nach dem leeren oder beschriebenen Umschlag oder über das „Große Zeichen“.
Der Psychologe
Pater Slavko stellte eine professionelle Frage: Was muß man in der jetzigen Situation, die von Ivan geschaffen
wurde, tun?
Die angebliche Erscheinung ließ die Antworten nur so herabregnen.
Der Ausweg: BetenVicka
hatte ihre Vision am 13. März 1985.
Hier die Antwort, die sie bekam: „Die Gospa hat gesagt: Betet, betet,
betet. Nur mit dem Gebet könnt ihr euch von dem Fehler befreien, den Ivan begangen hat; man hätte nicht
soweit kommen sollen.“
Vicka fügt erklärend hinzu: „Der Blick und die Unzufriedenheit der Gospa haben
mir gesagt, daß er dennoch geschrieben hat: Das hätte man nicht tun sollen. Er hätte es sofort sagen
sollen, damit es zwischen euch allen keine Zweifel gäbe.“
Nach Angaben von Vicka – das heißt: nach
Angaben ihrer „Erscheinung“ – muß man beten, beten, beten.
Im übrigen anerkennt die angebliche Gospa,
daß Ivan einen Fehler gemacht hat: Er hat geschrieben, und er hätte nicht schreiben sollen; er hat gelogen
und hätte das nicht tun sollen.
Der Blick der „Gospa“ brachte eine Unzufriedenheit über Ivans Verhaltens
zu Tage.
Noch einmal betenDie „Erscheinung“ von Jakov am folgenden Tag, dem 14. März 1985, lautete
so:
Die „Gospa“ hat gesagt, daß man beten soll und daß Ivan das nicht hätte tun sollen“.
Die Gospa
empfiehlt erneut das Gebet und ist nicht zufrieden, daß Ivan „das“ getan hat.
Was? Daß er geschrieben
oder daß er gelogen hat, indem er behauptete, nichts verfaßt zu haben?
Oder, daß er im Lauf der Zeit
alles „durcheinanderbrachte“, um den Ausdruck von Vicka zu gebrauchen?
[Der Begriff „durcheinandergebracht“
bezieht sich auf die Originalzitat, aber nicht auf die italienische Übersetzung im Buch von Pater Janko
Bubalo OFM]
Beten als AusredeMarija teilte mit, während ihrer „Erscheinung“ eine kurze Antwort bekommen
zu haben [es fehlt das Datum]: „Betet nur“.
In einer so verwirrenden Situation bleibt in der Tat nichts
anderes übrig, als Gott zu bitten, daß nicht noch etwas Schlimmeres geschehen möge.
Im übrigen betonen
die angeblichen Seher gerne, wenn sie sich in Schwierigkeiten befinden und nicht wissen, was sie sagen
sollen, daß man zu Gott beten müsse.
Doch das wissen wir aus der göttlichen Offenbarung und auch aufgrund
unserer menschlichen Schwachheit – auch ohne häufige private „Offenbarungen und Erscheinungen“, erfundene
Botschaften, apokalyptische Zeichen und wundersame Geheimnisse.
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