19:40:01 | Dienstag, 3. Mai 2011
In Ländern, in denen Katholiken diskriminiert oder verfolgt werden, können Kirchenführer manchmal nicht alles aussprechen, wenn sie sich nicht in Gefahr bringen wollen.

Erzbischof Ghaleb Bader auf einem Pressefoto von ‘Kirche in Not’.
(kreuz.net) „Im allgemeinen kann ich sagen, daß wir von den Muslimen hoch geschätzt werden.“
Das erklärte
Erzbischof Ghaleb Bader von Algier am 19. April in einem Interview mit dem katholischen Hilfswerk ‘Kirche
in Not’.
Der Prälat weist darauf hin, daß Algerien eine lange christliche Tradition besitzt, die bis
auf den Heiligen Augustinus († 430) zurückreicht:
„Heute sind wir zwar eine Minderheit, aber noch vor
50 Jahren gab es zwei Millionen Christen in Algerien.“
Mons. Bader bedauert, daß es auch in Algerien
„Islamisten“ gibt.
Er weist darauf hin, daß sich der Kontakt der Kirche mit der Gesellschaft verringert
hat, seitdem die Regierung im Jahr 1976 ihr die Schulen weggenommen hat.
Der Erzbischof erinnert daran,
daß viele moslemische Algerier ihre Ausbildung in katholischen Schulen erhielten:
„Egal, welche Behörde
ich in Algerien besuche, ich treffe immer wieder einen Bürgermeister oder einen Provinzpräsidenten,
der stolz von sich sagt, daß er »bei den Weißen Vätern« studiert hat.“
Aber: „Das ist jetzt vorbei.“
Heute versucht die Kirche, über Ausbildungskurse für Frauen und Handwerker-Lehrgänge für junge Männer
mit den Menschen in Kontakt zu treten:
„Wir Christen wollen nicht in einem Ghetto leben – das wäre in
einem solchen Land gefährlich.“
Der Erzbischof ist mit den Revolutionen in den arabischen Ländern zufrieden:
„Die Leute haben klar gemacht, daß sie genug haben.“
Doch es bleibt die Frage, was jetzt kommt.
Denn:
„Die Gefahr islamistischer Staaten ist zweifelsfrei da, und einige Zeichen sind nicht gerade positiv.“
Auf Algerien angesprochen erklärt Mons. Bader, daß sein Land – nach einem Bürgerkrieg, der 200.000
Menschen das Leben gekostet hat – revolutionsmüde sei.
Man sei nicht bereit, eine weitere Revolution
zu beginnen und Chaos im Land zu riskieren:
„Man sollte daraus aber nicht schließen, daß sich die Menschen
keine Freiheit wünschen.“
Bezüglich der Christen ist Mons. Bader persönlich nicht „allzu alarmiert“:
„Eigentlich gehören die Christen im Nahen Osten und Nordafrika zu ihren Ländern und sind dort auch
von den Muslimen hochgeschätzt.“
Aber er fügt an: „In Ländern, in denen Christen diskriminiert oder
verfolgt werden, können Kirchenführer manchmal nicht alles sagen, wenn sie sich nicht in Gefahr bringen
wollen.“
Darum würden sie jemanden brauchen, der für sie all das ausspricht, worüber sie schweigen
müssen.
Der Erzbischof verweist auf den Bericht über die Lage der Christen, der von ‘Kirche in Not’
regelmäßig herausgegeben wird.
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#7
klausvonjaus 00:34:35 | Mittwoch, 4. Mai 2011
#6
Krakauer 22:31:01 | Dienstag, 3. Mai 2011
#5
Trastevere 21:58:38 | Dienstag, 3. Mai 2011
#2
Cybuzar 20:38:16 | Dienstag, 3. Mai 2011