15:52:07 | Samstag, 7. Mai 2011
Was beunruhigt, ist die arrogante Schlampigkeit der Lügen. Die US-Regierung ist sich offenbar so sicher, die Menschen täuschen zu können, daß sie sich gar nicht mehr bemüht, glaubhaft zu erscheinen. Von Dr. Paul Craig Roberts.

Das Weiße Haus veröffentlichte ein Photo, wie Obama und sein Team den Einsatz zur Tötung Osamas mitverfolgte.
(kreuz.net/
antikrieg.com) Die bin Laden-Geschichte der US-Regierung war dermaßen dürftig zusammengeschustert,
daß es keine 48 Stunden dauerte, bis sie grundlegend verändert worden war.
Die neue Geschichte wurde
am Dienstag von dem Pressesekretär des Weißen Hauses, Jay Carney, zum Besten gegeben.
Sie wies nur
wenige Übereinstimmungen mit dem Original vom Sonntag abend auf.
Die Fakten werden laufend geändert
Das wilde Feuergefecht gab es nicht.
Osama bin Laden hat sich nicht hinter einer Frau versteckt.
Er
war nach Angaben von Carney auch „nicht bewaffnet.“
Die Geschichte vom Feuergefecht war von Anfang an
verdächtig. Denn kein einziger SEAL bekam auch nur einen Kratzer ab, obwohl es doch gegen al Qaeda ging.
Diese wurde von dem ehemaligen US-Kriegsminister, Donald Rumsfeld, doch als „die gefährlichsten, bestausgebildeten,
bösartigsten Killer auf Erden“ hingestellt.
Jedes Detail der Originalgeschichte wurde verändert.
Es
war nicht bin Ladens Frau, die von den Navy SEALs ermordet wurde, sondern die Frau eines Mitarbeiters.
Es war nicht bin Ladens Sohn Khalid, der von den Navy SEALs ermordet wurde, sondern Sohn Hamza.
Gibt
es ein Video oder nicht?Pressesekretär Carney schob die Schuld an den Änderungen auf „den Nebel des
Krieges.“
Doch es gab kein Feuergefecht: Woher also der „Nebel des Krieges“?
Das Weiße Haus mußte
auch die Geschichte widerrufen, daß Präsident Obama und sein nationales Sicherheitsteam verfolgten,
wie sich die Ereignisse in Echtzeit abspielten, wobei der Einsatz über Kameras auf den Helmen der SEALs
übertragen worden sein soll.
Dieses Dementi erfolgte ungeachtet der vom Weißen Haus herausgegebenen
Photos, auf denen man sieht, wie das Team gespannt zuschaut.
Hätte Obama das Ereignis wirklich verfolgt,
hätte er hoffentlich mitbekommen, daß es kein Feuergefecht gab.
Er hätte dann der Öffentlichkeit
auch nicht mitgeteilt, daß bin Laden in einem Feuergefecht getötet worden sei.
Ein weiterer Grund,
warum die Geschichte widerrufen werden mußte, lag in der Tatsache, daß jede Nachrichtenagentur der Welt
das Video hätte haben wollen – wenn das Ereignis denn auf Video aufgenommen worden wäre.
War das Ereignis
aber ein inszeniertes Theater, gäbe es natürlich kein Video.
Warum wird der beste Zeuge getötet?
Es gab keine Erklärung, warum ein unbewaffneter bin Laden angesichts eines nicht stattgefundenen Feuergefechts
von den SEALs mit einem Kopfschuß ermordet wurde.
Diese Operation kann nur als der größte Murks der
Geschichte dastehen.
Wie groß muß die Inkompetenz sein, um sinnlos und ohne Not die wertvollste geheimdienstliche
Informationsquelle auf Erden zu töten?
Laut der US-Regierung operierten die terroristischen Bewegungen
der Welt durch bin Laden – „das Superhirn.“
Dank einem schießwütigen dummen SEAL zerstörte eine Kugel
die wertvollste terroristische Information auf diesem Planeten.
Doch vielleicht dachte der SEAL an die
Kerbe an seinem Schießeisen oder wie er sein Leben lang damit angeben könnte, der superharte Macho zu
sein, der Osama bin Laden umgenietet hat?
Denn bin Laden war bekanntlich der gefährlichste Mann auf
dem Planeten, der die USA und deren europäische und israelische Helfershelfer ausgetrickst und die „einzige
Supermacht der Erde“ am 11. September gedemütigt hat.
Es gibt Gründe zu zweifelnEine so grundlegende
Geschichte wie die Beseitigung von bin Laden konnte keine 48 Stunden ohne eingestandene Widersprüche
bestehen, die fundamentale Änderungen an der Version nötig machen.
Darum gibt es Gründe, daran zu
zweifeln, daß bin Laden in einer Kommandoaktion getötet wurde oder daß eine Kommandoaktion überhaupt
stattgefunden hat.
Vom Verdacht, der sich aus der Abwesenheit des toten Körpers und aus dem Fehlen jeglichen
Beweises ergibt, wollen wir hier gar nicht reden.
Diese Angelegenheit könnte ein weiteres Ereignis sein
wie der Zwischenfall im Golf von Tonkin vom 4. August 1964, den es in Wahrheit nie gab.
Trotzdem führte
er zur Eröffnung des Krieges gegen Nordvietnam.
Dieser Krieg bescherte den Amerikanern und Vietnamesen
gewaltige Kosten – dem Militärkomplex aber gewaltige Profite.
Warum wurden die „Beweise“ zerstört?
Es besteht kein Zweifel daran, daß die USA hinreichend inkompetent sind, um bin Laden zu töten, statt
ihn lebend zu fangen.
Wer aber kann glauben, daß die USA so schnell den Beweis dafür beseitigen, daß
bin Laden getötet wurde?
Die Geschichte der Regierung ist nicht glaubwürdig, wonach sie den Beweis
ihres Erfolges in den Ozean geworfen hat, aber einige Photos besitzt, die – irgendwann einmal – veröffentlicht
werden.
Ein Leser formulierte das in einem Email an mich so:
„Was wirklich beunruhigt, ist die zunehmende
arrogante Schlampigkeit dieser Lügen, als wäre sich die Regierung so ganz und gar sicher, die Menschen
täuschen zu können, daß sie sich so gut wie überhaupt nicht bemüht, glaubhaft zu erscheinen.“
Seit
jeher wußten Regierungen, daß sie Bürger und Untertanen mit der patriotischen Karte hinters Licht führen
können.
Man denke an die Versenkung des US-Schlachtschiffs „Maine“, an den „Golf von Tonkin,“ die „Massenvernichtungswaffen“
oder den „Reichstagsbrand“.
Die inszenierten Ereignisse und gefälschten Beweise sind endlos.
Würden
die US-Bürger die Geschichte kennen, wären sie nicht so leichtgläubig.
Welche Ziele werden verfolgt?
Die wirkliche Frage, die sich uns stellt, ist: Welche Ziele werden mit dem „Tod bin Ladens“ verfolgt?
Auf diese Frage gibt es zahlreiche Antworten.
Viele haben bemerkt, daß die Werte für Obama bei Meinungsumfragen
im Keller waren.
Es überrascht nicht, daß die Umfrage von ‘New York Times’ und ‘CBS’ nach der bin-Laden-Kommandoaktion
einen starken Anstieg der Werte nachwies?
Die ‘New York Times’ berichtete, daß sich „der Glanz des Nationalstolzes
über die Parteipolitik hinwegsetzte, als die Zustimmung für den US-Präsidenten signifikant sowohl bei
den Republikanern als auch bei den Unabhängigen stieg.“
Jetzt stimmten 57 Prozent der Amtsführung des
US-Präsidenten zu. Davor waren es 46 Prozent.
In der Washingtoner Denkart rechtfertigt ein Anstieg der
Zustimmungsrate um 24 Prozent ein inszeniertes Ereignis.
Der Krieg in Afghanistan ist unbezahlbarEine
weitere Möglichkeit ist die folgende: Obama erkannte, daß das US-Budgetdefizit und die Rettung des Dollars
das Ende des teuren Afghanistan-Krieges und der Besetzung des Landes samt einem Übergreifen auf Pakistan
erforderlich machen.
Es war ja der offizielle Zweck des Krieges, bin Laden zu fassen.
Die erfolgreiche
Erreichung dieses Ziels erlaubt es den USA jetzt, sich ohne Gesichtsverlust aus dem Land zurückzuziehen.
Damit kann das US-Budgetdefizit um einige hundert Milliarden Dollars im Jahr gekürzt werden.
Das ist
ein leicht gangbarer Weg, um große Einsparungen vorzunehmen.
Wenn das der Plan ist, dann nur weiter
so.
Jeder kocht sein SüppchenSollte Obama wirklich in diese Richtung denken, dann muß hinzugefügt
werden, daß der US-Militärkomplex in die andere Richtung arbeitet.
Denn CIA-Direktor Leon Panetta hat
bereits gewarnt, daß al Qaeda den Tod bin Ladens „rächen“ werde.
Damit eröffnete er die Möglichkeit
für Angriffe unter falscher Flagge, um den Krieg am Leben zu erhalten.
Außenministerin Hillary Clinton
erklärte, daß der Erfolg bei der Tötung bin Ladens mehr Krieg und weitere Erfolge rechtfertige.
Die
Heimatlandsicherheit erklärte, daß die Tötung bin Ladens „hausgemachte gewalttätige Extremisten“ motivieren
werde, terroristische Attacken durchzuführen.
Diese unbestimmte Formulierung erschafft einen neuen Schwarzen
Mann, der auch Umweltschützer und Kriegsgegner miteinbeziehen könnte.
Unter dieser Etikette kann die
Regierung jeden schnappen.
Teile der Regierung benützten den Erfolg bei der Tötung bin Ladens für
die Förderung ihrer eigenen Anliegen – zum Beispiel der Folter.
Den Amerikanern wurde erzählt, daß
man bin Laden aufgrund von Informationen fand, die durch Folterung aus Gefangenen herausgepreßt wurden,
die vor Jahren in geheimen CIA-Gefängnissen in Osteuropa festgehalten wurden.
Die Ziele wird die Zukunft
zeigenDiese Auflistung möglicher Beweggründe und Überlegungen ist keineswegs vollständig.
Sie kann
aber jenen, die zu kritischem und unabhängigem Denken fähig sind, als erster Anhaltspunkt dienen.
Die
Ziele hinter dem Theater werden sich mit der Zeit selber offenbaren.
Der Leser muß nur aufmerksam sein
und im Kopf behalten, daß das meiste von dem, was man in den Massenmedien hört, dem Zweck dient, diese
Ziele weiterzuverfolgen.
Dr. Paul Craig Roberts (72) war beigeordneter Sekretär des US-Schatzamtes und
Mitherausgeber der Tageszeitung ‘Wall Street Journal’.
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