18:55:13 | Mittwoch, 11. Mai 2011

Das Mussolinirelief in Bozen
(kreuz.net) Im Januar 2011 trat die Südtiroler Landesregierung mit der Nachricht an die Öffentlichkeit,
daß es durch das Bondi-Abkommen endlich möglich sei, alle faschistischen Denkmäler in Südtirol zu
entfernen oder zumindest in musealer Form umzugestalten.
Das Bondi-Abkommen kam im Zuge einer Vertrauensabstimmung
im Römischen Parlament zustande.
Und er bleibt dochDie Maßnahme sollte auch das Relief des Sozialisten
und späteren Faschisten Benito Mussolini († 1945) am Finanzgebäude in Bozen betreffen.
Die Südtiroler
Landesregierung versprach, Mussolini am Finanzgebäude vom Ross zu holen.
Doch der Wind drehte sich schnell
in die andere Richtung. Plötzlich beschloß man, das Relief zu erhalten.
Am 7. Februar 2011 wurde ein
Ideenwettbewerb ausgeschrieben, bei dem es nur um eine Abdeckung des Reliefs ging.
Von den 500 eingereichten
Vorschlägen wurden in Windeseile drei ausgewählt.
Doch diese fanden bei der Südtiroler Bevölkerung
keinen Anklang.
Darum beschloß die Landesregierung, die Ideen zu verwerfen.
Jetzt möchte man vor dem
Relief nur eine Milchglasabdeckung plazieren.
Denkmäler der Unterjochten werden geschütztEs kann
nicht sein, daß ein kleines Land mitten in Europa nicht imstande ist, seine traurige Vergangenheit aufzuarbeiten.
In ganz Europa wurden Denkmäler von unterdrückerischen Regimen entfernt.
Nationalsozialistische Denkmäler
wurden abgetragen. Leinen-Statuen vom Sockel gestoßen.
Die USA und die Nato führen Kriege, um andere
Länder von einer angeblichen Unterdrückung zu befreien.
Doch in Südtirol, im Herzen Europas, werden
Denkmäler der Unterjochung geschützt oder sogar restauriert.
Ich fordere die Südtiroler Landesregierung
auf, auf ihre Worte Taten folgen zu lassen. Das Bondi-Abkommen ermächtigt sie dazu.
Alle faschistischen
Relikte in Südtirol sollen entfernt werden.
Denn es kann nicht sein, daß einer österreichischen Minderheit
in einem fremden Staat die Unterjochung tagtäglich auch noch im Jahr 2011 vor Augen geführt wird.
Die
Milchglasabdeckung des Mussolinireliefs kann nur eine Übergangslösung sei.
Sie muß dazu genützt werden,
um die wahre Geschichte des Landes Südtirol in der Zeit des Faschismus vor Ort aufzuarbeiten.

Die 32 Punkte der infamen „Provvedimenti per l’Alto Adige“ sollen als Mahnmal dienen
Man soll
an das Leid erinnernIch reiche hiermit selber einen Entwurf für eine vorübergehende und anständige
Musealisierung des Mussolini-Reliefs ein.
Die Milchglasabdeckung soll mit einem Bild bedruckt werden,
das an die tragische Geschichte des Landes erinnert.
An den Seitenrändern sollten die 32 Punkte der
infamen „Provvedimenti per l’Alto Adige“ – Vorkehrungen für das Südtirol – des italienischen Faschisten
Ettore Tolomei († 1952) abgedruckt werden.
Sie sollen verdeutlichen, welches Leid man den deutschsprachigen
Südtirolern zufügte.
Man soll auch hinzufügen, daß das Relief unter anderem auch den italienischen
Völkermord in Äthiopien verherrlicht.
Das sind die 32 PunkteDie 32 Punkte von Tolomei aus dem Jahr
1923 lauteten:
1. Vereinigung des Alto Adige und des Trentino in einer einzigen Provinz mit Hauptstadt
Trient.
2. Ernennung italienischer Gemeindesekretäre.
3. Revision der (Staatsbürgerschafts-) Optionen
und Schließung der Brennergrenze für alle Personen, denen die italienische Staatsbürgerschaft nicht
zuerkannt worden war.
4. Einreise- und Aufenthaltserschwernisse für Deutsche und Österreicher.
5.
Verhinderung der Einwanderung Deutscher.
6. Revision der Volkszählung von 1921.
7. Einführung des
Italienischen als Amtssprache.
8. Entlassung der deutschen Beamten bzw. Versetzung in die alten Provinzen.
9. Auflösung des „Deutschen Verbandes“.
10. Auflösung aller Alpenvereine, die nicht dem italienischen
Alpenverein unterstanden; Übergabe der Schutzhütten an den italienischen Alpenverein.
11. Verbot des
Namens „Südtirol“ und „Deutsch-Südtirol“.
12. Einstellung der in Bozen erscheinenden Tageszeitung „Der
Tiroler“.
13. Italianisierung der deutschen Ortsnamen.
14. Italianisierung der öffentlichen Aufschriften.
15. Italianisierung der Straßen- und Wegbezeichnungen.
16. Italianisierung der verdeutschten Familiennamen.
17. Entfernung des Denkmals Walthers von der Vogelweide vom Bozner Waltherplatz.
18. Verstärkung der
Carabinieritruppe unter Ausschluß deutscher Mannschaften.
19. Begünstigung von Grunderwerb und Einwanderung
von Italienern.
20. Nichteinmischung des Auslandes in Südtiroler Angelegenheiten.
21. Beseitigung deutscher
Banken, Errichtung einer italienischen Bodencreditbank.
22. Errichtung von Grenzzollämtern in Sterzing
und Toblach.
23. Großzügige Förderung der italienischen Sprache und Kultur.
24. Errichtung italienischer
Kindergärten und Volksschulen.
25. Errichtung italienischer Mittelschulen.
26. Strenge Kontrolle von
Auslands-Hochschuldiplomen.
27. Ausbau des Istituto di Storia per l’Alto Adige.
28. Änderung des Gebietsumfangs
des Bistums Brixen und strenge Kontrolle der Aktivität des Klerus.
29. Verwendung des Italienischen
bei Prozessen und vor Gericht.
30. Staatliche Kontrolle der Handelskammer Bozen und der landwirtschaftlichen
Körperschaften (Corporazioni).
31. Umfangreiche Programme für neue Eisenbahnknoten, um die Italianisierung
des Alto Adige zu erleichtern (Bahnprojekte Mailand-Mals, Veltlin-Brenner, Agordo- Brixen).
32. Steigerung
des Truppenbestandes im Alto Adige.
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