kreuz.net Katechismusklasse: Kann ich wissen, daß Gott existiert?
Er existiert, er existiert nicht, er existiert. Wer in der Religionsstunde zum Fenster hinausgeschaut hat, kann zum Margeriten-Orakel greifen, um durch einen Abzählreim die Existenz Gottes zu ermitteln und so die wichtigste Frage seines Lebens beantworten.
(kreuz.net) Die Frage, ob das Dasein Gottes erkannt werden kann, ist durchaus keine Erfindung der vor
250 Jahren modernen Religionskritiker.
Schon der heilige Paulus erklärte den Römischen Pfarrkindern,
daß die unsichtbare Wirklichkeit Gottes seit der Erschaffung der Welt an den Werken der Schöpfung erkannt
werden kann. Die Frage ist wie? Der hl. Paulus beantwortet diese Frage im Brief an die Römer: „mit der
Vernunft“ (Röm 1,20).
Der hl. Paulus ist mit dieser Antwort nicht innovativ. Die Heiligen Schrift sagt
das schon viel früher. Etwa im Buch der Weisheit, wo es heißt: „Denn von der Größe und Schönheit
der Geschöpfe läßt sich auf ihren Schöpfer schließen.“ (Weish 13,5)
Diese Lehre von der Erkennbarkeit
Gottes ist auch durch die kirchliche Tradition und Glaubenslehre bestätigt. Das Ersten Vatikanischen
Konzils (1870) sagt folgendes: „Der eine und wahre Gott kann mit dem natürlichen Licht der menschlichen
Vernunft sicher erkannt werden“ (Dogmatische Konstitution „Dei Filius“ über den katholischen Glauben).
Für den Beweis der Existenz Gottes muß man sich vier Punkte vor Augen halten:
1) Das Objekt unserer
Erkenntnis (= das, was erkannt werden soll) ist der eine und wahre Gott, der ein außerweltlicher Schöpfer
ist.
2) Das subjektive Erkenntnisprinzip (= das, wodurch der Mensch erkennt) ist die natürliche Vernunft
im Zustand der gefallenen Natur. Das heißt: Die Vernunft ist durch die Erbsünde des Menschen geschwächt,
aber nicht zerstört.
3) Das Erkenntnismittel (= das, was die menschliche Vernunft benützt, um zu erkennen)
sind die geschaffenen Dinge. Die geschaffene Welt ist aber nicht das einzige Mittel, um Gott zu erkennen.
Auch das menschliche Gewissen kann ein Ausgangspunkt dazu sein.
4) Die Erkenntnisart (= der Typ unserer
Erkenntnis) ist die Gewißheitserkenntnis, das heißt, eine Erkenntnis, bei der es keine Zweifel gibt.
Zu wissen, daß man Gott erkennen kann, ist eine Sache. Die Frage ist jetzt, wie das geschehen kann.
Wie kann Gott erkannt werden? Bis zur nächsten kreuz.net Katechismusklasse haben Sie Gelegenheit, darüber
nachzubrüten.
Email-Adressen der Empfänger
1 Lesermeinung
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Erkenntnis Vernunft Logik Intuition Nachdem alle Heiligen Gott „erkannt“ haben tut sich immer wieder unterschwellig
die Frage auf: IST ES FÜR MICH SELBST AUCH MÖGLICH GOTT ZU ERKENNEN? IST GOTT WAHR ODER SIND MEINE,
MIR VOM SATAN ALS LOGISCHER VORGESPIEGELTEN ZWEIFEL WAHR? Wenn man will, kann man Gott in Seiner Schöpfung
erkennen. Freie Vernunfts-Entscheidung ist zu diesem Erkennen nach Pauluswort Röm 1,20 Voraussetzung:
Paulus sagt: Sein unsichtbares Sein, sowohl Seine ewige Kraft als auch Seine Göttlichkeit, wird seit
Erschaffung der Welt in dem von Ihm Geschaffenen wahrgenommen und geschaut, damit Ungläubige ohne Entschuldigung
für ihre Zweifel sind… Man kann erkennen – oder in freiem Entscheid anders erklären; wie ALLES gegensätzlich
gedeutet werden kann. Jeder Anwalt weiß das wenn er aus einem Täter ein Opfer macht. Hätte aber Jedermann
die Gnade Gott zu erkennen in allen Dingen; Gott zu lieben in allen Dingen (wie Ignatius von Loyola das
empfiehlt und tat), so wäre Glaube unnötig: Die Welt und die gesamte Schöpfung als Bewährungsort unnötig,
denn Gott wäre offenbar, Unglaube und Atheismus ebenso unmöglich, wie es dem Tiefgläubigen heute unmöglich
ist, zu zweifeln. Glaube bleibt, ebenso wie Unglaube, unbeweisbar. Jesus Christus sagte sehr oft, dass
alleine der Glaube uns retten kann. Vernunft ist wohl vonnöten um Glaube intuitiv als Wahrheit zu erkennen,
aber Glaube ist höher als alle Vernunft. Phil 4,7: der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,
wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus. Haben wir dieses Denken mit dem Herzen
bewahrt in Jesus Christus, leben wir in Gott, und können getrost entgegen gehen dem Ewigen Leben in Gottes
Herrlichkeit. Mt 25,34: Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines
Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an! Da wir das aus Jesu Mund wissen,
haben wir allen Grund heiter und froh zu leben in Erwartung der Erfüllung der Versprechen Jesu. Miesepetrig
verbissenes Christsein ist unchristlich. Wie könnten wir verlangen, Gott in reiner Vernunft zu erkennen,
um zu glauben. Sind wir denn in der Lage die Allerhöchste Majestät Gottes nach dem Erlösungswerk durch
Jesus Christus, dergestalt zu nötigen und zu versuchen? Wäre alleine der Gedanke nicht verdammenswert?
Es steht geschrieben, du sollst den Herrn deinen Gott nicht versuchen. 1Kor 10,9 – Lk 4,12 Bruno-Maria
Schulz