Nationalsozialismus
Eine Holocaust-Familie für die Bekehrung der Juden
Im Angedenken an unsere Mitbrüder, Pater Ignatius, Pater Nivard, Bruder Linus von der Familie Löb, die im Jahr 1942 in Auschwitz für den Namen Christi starben. Von Anscar Christensen.
Das Kloster in Tilburg auf der internationalen Webseite der Trappisten.
Das Kloster in Tilburg auf der internationalen Webseite der Trappisten.
(kreuz.net) Im zentralen, Äbten vorbehaltenen Teil des schmucken Friedhofs der Trappistenabtei Koningshoeven nahe der niederländischen Stadt Tilburg gibt es ein ungewöhnliches Granitkreuz.

Es ist mit Blumen geschmückt und trägt die Inschrift:

Im Angedenken an unsere Mitbrüder,
Pater Ignatius, Pater Nivard, Bruder Linus
von der Familie Löb,
die im Jahr 1942 in Ausschwitz
für den Namen Christi starben.

Ein Besucher könnte sich fragen, warum der Tod genau diese Mönche ereilte, besonders weil Löb eher ein deutscher als ein niederländischer Name ist.

Hier beginnt eine Geschichte, die in allen ihren Teilen kostbar ist.

Diese drei Mönche waren die Söhne eines außerordentlich begabten und frommen Konvertitenehepaars aus dem Judentum.

Die Eltern, Lutz und Jenny Löb, konnten für sich die – heute praktisch unmögliche – Auszeichnung in Anspruch nehmen, zur gleichen Zeit drei Söhne in einer Zisterzienserabtei und drei Töchter in einem Zisterzienserinnenkloster gehabt zu haben.

Alle sechs Löb-Kinder wurden von den nationalsozialistischen Invasoren verhaftet – nur weil sie jüdischer Abstammung waren. In ihrem Leiden bewiesen sie eine heroische Treue.

Frei von jeder Bitterkeit starben sie für ihren Glauben.

Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf sie zu werfen:

Der Vater dieser außergewöhnlichen Familie war Ludwig („Lutz“) Löb. Er wurde im Jahr 1881 im Rheinland in ein liberales jüdisches Haus hineingeboren. Sein Vater führte ein Kleidergeschäft in Den Haag. Im Jahr 1882 zog er mit seiner Familie dorthin.

Ludwig behielt bis zum Schluß seinen deutschen Paß, während seine Kinder alle niederländische Staatsbürger waren.

Bereits als junger Mann war Ludwig nachdenklich, sensibel und nobel.

Kurz interessierte er sich für den Marxismus. Dann begann er Werke von Kardinal Désiré-Joseph Mercier († 1926) und anderer geistlicher Schriftsteller zu lesen. Das weckte sein Interesse am Katholizismus.

Ludwig verlobte sich mit der jungen jüdischen Frau, Johanna („Jenny“) van Gelder.

Jenny war die Tochter eines wohlhabenden Amsterdamer Exporteures. Im Gegensatz zu Ludwig war sie ein schwungvolles, talentiertes und extrovertiertes Mädchen.

Ludwig und Jenny ließen sich im Jahr 1906 taufen – wenige Tage vor Ihrer Hochzeit.

In der Folge betätigte sich Ludwig als Bergbau-Ingenieur und Lehrer.

Die Familie zog für eine Zeit nach Indonesien, kehrte aber wieder zurück und nahm Wohnsitz in der Stadt Bergen op Zoom – im Süden der Niederlande.

In den Jahre 1908 bis 1918 wurden ihnen acht Kinder geboren.

Nächstes Mal: „Ich gebe mich hin für die Rückkehr der Juden“
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Eine Holocaust-Familie für die Bekehrung der Juden
2. „Ich gebe mich hin für die Rückkehr der Juden“ 3. „Wollt ihr nicht davonlaufen?“ 4. „Für das Noviziat in Koningshoeven!“
      
18 Lesermeinungen
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#18   Diamant †   23:24:23 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Somit hat Jesus kein
Anrecht auf die israelische Staatsbürgerschaft? Interessant, interessant.
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#17   Rudolfus   23:23:00 | Mittwoch, 18. Mai 2011
@Antonio Michele Ghislieri: Durch die Taufe endet nicht automatisch die Zugehörigkeit zum Jüdischen
Volk. Christus und die Apostel sind bis heute Juden geblieben.
Dem religiösen Judentum gehen sie damit natürlich verloren, dem sich auch der Staat Israel verpflichtet hat. Ein Jude, der Christ geworden ist, hat nicht mehr Anrecht auf die israelische Staatsbürgerschaft. Alle übrigen Juden, die sich zu keiner anderen Religion bekennen, werden durch Einreise in Israel automatisch israelische Staatsbürger.
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#16   Antonio Michele Ghislieri   23:11:14 | Mittwoch, 18. Mai 2011
@de Boer
… sie starben weil sie auch Sicht der Nazis Juden waren.
Was sie ja definitiv nicht waren, da sie Katholiken waren.
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#15   de Boer †   23:07:57 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Da unterläuft ein Fehler…
… sie starben weil sie auch Sicht der Nazis Juden waren. Was natürlich dennoch ein Mord ist…
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#14   IZAAC   15:50:56 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Das Kaddisch zur Ehre dieser Märtyrer
o^/ o^/ o^/ o^/ o^/ o^/ o^/
Erhoben und geheiligt werde sein großer Name
auf der Welt, die nach seinem Willen von Ihm erschaffen wurde
sein Reich erstehe
und sein Heil wachse und sein Messias komme [wieder]
und er wird sein Volk erretten
in eurem Leben in euren Tagen und im Leben des ganzen Hauses Israel,
schnell und in nächster Zeit, sprecht: Amen!
Sein großer Name sei gepriesen in Ewigkeit und Ewigkeit der Ewigkeiten.
Gepriesen und gerühmt, verherrlicht,
erhoben, erhöht, gefeiert,
hocherhoben und gepriesen sei der Name des Heiligen,
gelobt sei er, hoch über jedem Lob und Gesang,
jeder Verherrlichung und Trostverheißung, die je in der Welt gesprochen wurde, sprecht Amen.
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#13   Brandenburgis   15:33:52 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Na gut, Tuttisanti
immerhin, wir wollen mal nicht so streng sein. Eine gewisse Wahrheitsliebe scheinen Sie sich ja bewahrt zu haben …
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#12   monens   15:23:48 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Kein „Sonderweg“ für die Menschen jüdischen Glaubens !
Die Wahrheit Jesus Christus spricht nicht von Sich als einen „möglichen Weg unter vielen“ sondern:
„ I C H
bin DER Weg, DIE Wahrheit und DAS Leben,
niemand kommt zum Vater ausser durch mich“
( Joh. 14;6 )
Auch die Menschen jüdischen Glaubens sind davon nicht ausgenommen; die hl. Kirche betet denn auch weiterhin in der Karfreitagsliturgie im tridentinischen Ritus für die Bekehrung der Juden
www.razyboard.com/…07694-5849704-0.html
weiter ist die Wahrheit Jesus Christus nicht gekommen, um über Sich „diskutieren“ zu lassen sondern um die Menschen zu RETTEN; die Wahrheit Jesus Christus hat Sein hochheiliges Blut zur Sühne der Sünden der Welt nicht als „mögliches Heilmittel unter vielen“ vergossen sondern als das ALLEINIGE HEILMITTEL zum Seelenheil;
www.razyboard.com/…07905-5955905-0.html
das Sühneleiden von Gliedern der hl. Kirche für jene, die noch fern sind von ihr, ist die innigste Form der Verbundenheit mit der Wahrheit Jesus Christus; so spricht der Herr:
„So wahr ich lebe, ich will nicht den Tod des Sünders sondern dass er sich bekehre und lebe“
so ist die hl. Kirche als der geheimnisvolle Leib Christi auch kein „Verwalter von lebenden Seelentoten“ sondern die MUTTER DER LEBENDIGEN
www.razyboard.com/…07888-5929066-0.html
unveränderliche Glaubenswahrheit:
ausserhalb der hl. Kirche gibt es KEIN Heil;
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#11   Domenico Tuttisanti   15:21:53 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Brandy, schon wieder zu tief ins Glas geschaut?
Was sagen Sie eigentlich zu der exzessiven antichristlichen Hetze von jüdischer Seite anläßlich der Heiligsprechung von Edith Stein?
Tatsächlich versuchen und versuchten jüdische Kreise die Karmelitin ausschliesslich als jüdisches Opfer der rassistischen Politik des Nazi-Regimes zu begreifen. Das Echter „Geistliche Testament“ verbietet aber eine solche Lesart. Nach ihrem eigenen Verständnis geht sie als Christin in den gewaltsamen Tod, den sie zwar nicht gesucht hat, den sie aber willig und heroisch – in Vereinigung mit dem Gekreuzigten – annimmt.
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#10   Brandenburgis   15:09:05 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Tja Tutti
auch Sie wissen Nichts Genaues, wie man sieht. Was sagen Sie eigentlich zu der exzessiven antichristlichen Hetze von jüdischer Seite anläßlich der Heiligsprechung von Edith Stein?
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#9   Domenico Tuttisanti   15:07:21 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Brandy
Wenn Sie mit Ihrem „Senf“ (KonradGeorg :)3 ), wonach „nichts Genaues bekannt“ sei, das von mir unten zitierte sog. „Echter Testament“ der Hl. Edith Stein meinen, dann muss ich Sie schwer enttäuschen:
davon liegt dem Archiv des Kölner Karmel sogar das handschriftliche Original vor! :-O
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#8   Brandenburgis   15:01:10 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Wenn genaueres bekannt wäre,
hätte man es ja innert des Seligsprechungsprozesses veröffentlichen können. Und ich wette, beim nächsten Anlauf wird es genau so aussehen.
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#7   KonradGeorg   14:57:26 | Mittwoch, 18. Mai 2011
@ Brandenburgis: Ein bißchen Senf muß sein!!!
„Über all diese Vorgänge ist nichts Genaues bekannt.“
Das hat gesagt sein müssen, sonst hätt’s ihn heut die ganze Nacht umgetrieben.
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#6   Domenico Tuttisanti   14:50:29 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Bereits 1932
„Es gibt eine Berufung zum Leiden mit Christus und dadurch zum Mitwirken an seinem Erlösungswerk. Wenn wir mit dem Herrn verbunden sind, so sind wir Glieder am mystischen Leib Christi; Christus lebt in seinen Gliedern fort; und das in Vereinigung mit dem Herrn getragene Leiden ist sein Leiden, eingestellt in das große Erlösungswerk und darin fruchtbar. Es ist ein Grundgedanke alles Ordenslebens, vor allem aber des Karmellebens, durch freiwilliges und freudiges Leiden für die Sünder einzutreten und an der Erlösung der Menschheit mitzuarbeiten.“
Stein: „Selbstbildnis in Briefen I“, ESW VIII; Brief 129 vom 26.12.1932 an Anneliese Lichtenberger, S. 125
zitiert h i e r www.kathpedia.com/index.php?title=Edith_St…!
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#5   Brandenburgis   14:46:25 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Über all diese Vorgänge
ist nichts Genaues bekannt.
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#4   Domenico Tuttisanti   14:32:11 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Auch die Schwester von Edith Stein, Rosa, wird nach Auschwitz deportiert! Zu ihr sagt Edith:
.
„Komm, wir gehen für unser Volk!“
Dieser Satz wird gerne in einem bestimmten philosemitischen Sinne zitiert. Das „für“ ist aber eindeutig – genauso wie das „für“ in: „vergossen f ü r viele“ – gemeint als:
in Sühne für
(s. das „geistliche Testament“ Edith Steins unten!).
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#3   Cappadocius   14:30:47 | Mittwoch, 18. Mai 2011
@ KonradGeorg
Vielleicht erfahren wir ja im letzten Teil der Artikelserie, dass einer aus der Familie kurz vor seinem Tod noch einen Brief geschrieben hat, in dem irgendwas Gutes über die Juden steht oder dass man die nicht verfolgen und vergasen soll.
Das wäre dann aber nicht im Sinne des Lehramts von kreuz.net und würde eine Seligsprechung sicher verhindern.
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#2   KonradGeorg   14:15:52 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Mindestens sechs Heilige aus einer Familie!
Schade, daß Holland die Glaubenskrise auch schwer getroffen hat, sonst dürfte wohl längst ein Seligsprechungsverfahren laufen.
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#1   Domenico Tuttisanti   14:15:37 | Mittwoch, 18. Mai 2011
Sr. Teresia Benedicta a Cruce
(Edith Stein) schreibt in ihrem „geistlichen Testament“:
„Schon jetzt nehme ich den Tod, den Gott mir zugedacht hat, in vollkommener Unterwerfung unter seinen heiligsten Willen mit Freuden entgegen. Ich bitte den Herrn, dass er mein Leben und Sterben annehmen möchte – zu seiner Ehre und Verherrlichung, – für alle Anliegen des heiligsten Herzen Jesu und Mariä – und der Heiligen Kirche, – insbesondere für die Erhaltung, Heiligung und Vollendung unseres heiligen Ordens – namentlich des Kölner und Echter Karmels – zur Sühne für den Unglauben des jüdischen Volkes und damit der Herr von den Seinen aufgenommen werde und sein Reich komme in Herrlichkeit, für die Rettung Deutschlands und den Frieden der Welt, schließlich für meine Angehörigen, Lebende und Tote, und alle, die mir Gott gegeben hat: dass keiner von ihnen verloren gehe.“
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